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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweite Ausbildung schmeißen?



Rinelpinel
19.04.2017, 19:44
Hallöchen,

ich habe nun 10 Wartesemester gesammelt. Mein Plan am Anfang war zunächst Humanmedizin. Bin ausgelernte Arzthelferin und jetzt im 2. Jahr in der Krankenpflege (Sollte nächstes Jahr im September mein Examen bestanden haben).

Durch meine Arbeit im Krankenhaus habe ich gemerkt, dass Schichtdienst nichts für mich ist. Ich habe nach Alternativen gesucht und in meinem Urlaub ein Praktikum bei einem Oralchirurgen gemacht. Nun habe ich mich dazu entschlossen Zahnmedizin zu studieren.

Momentan benötigt man 12 Wartesemester. Die hätte ich mit bestandener Prüfung gesammelt. Allerdings möchte ich unbedingt hier in der Nähe studieren (6-jährige Beziehung, 2 Katzen). Bräuchte für die Bewerbung dringend das Sozialkriterium 3, also einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Den bekomme ich wohl nur rechtzeitig zur Bewerbung, wenn ich die Ausbildung abbreche und als Arzthelferin so lange weiter arbeite?

Ich weiß nicht weiter. Dumm wäre es natürlich, wenn die Wartesemester auf 13 steigen. Dann hätte ich die Ausbildung umsonst geschmissen. Wobei ich meine Zukunft, auch wenn es mit dem Studium nicht klappen sollte, auf keinen Fall in der Pflege sehe. Dennoch 1,5 Jahre in den Sand gesetzt.

Weiß einer Rat? Was wäre schlau?

Zahnfee12
21.04.2017, 18:00
Klingt vielleicht doof, aber eine Heirat wäre ne Option, soweit ich weiß. ;-)

LKugel
19.06.2017, 14:59
Ware es nicht möglich erst nach 13 odeer 14 Semeestern anzufangen und die Zeit zu nutzen, um eine unbefristete stelle zu bekommen? Dises halbe oder ganze jahr macht es dich auch nicht mehr aus.

Zahnfee12
19.06.2017, 19:58
Da hat LKugel natürlich Recht.
Du könntest noch ein Jahr warten und dann eben deine Ausbildung auf jeden Fall beenden UND dir eine unbefristete Stelle suchen.

Feuerblick
19.06.2017, 20:13
Es wäre ziemlich schwachsinnig, kurz vor Ende eine Ausbildung zu schmeißen, nur weil man glaubt (nicht weiß), dass man einen Studienplatz bekommen könnte. Das halbe Jahr mehr oder weniger macht den Kohl nun wirklich auch nicht fett.

Ende-in-Sicht
24.06.2017, 08:04
Leider sehe ich das genauso wie Feuerblick. Was hast du davon, drei Jahre Ausbildung in den Sand gesetzt zu haben und dafür nur ein Jahr gewonnen zu haben?
So hättest du eine fertige Ausbildung, mit der du neben dem Studium ein bisschen Geld verdienen könntest. Immerhin hat es dieses Studium finanziell leider schon in sich. :-)

milz
24.06.2017, 08:48
Fertige Ausbildung sieht im LL auch besser aus

davo
24.06.2017, 10:36
Schichtdienst haben nur sehr wenige Ärzte. Und auch die Bereitschafts- und Wochenenddienste (die du wahrscheinlich eigentlich meintest) kann man mit seiner Fachwahl reduzieren oder ganz vermeiden.

Krankenpflege ist eine deutlich höherwertige Ausbildung als MFA, mit viel besserem Gehalt. Schon alleine das macht diese Ausbildung IMHO zu einem viel besseren Backup, falls mit dem Studium etwas nicht klappen sollte.

Mach doch mal ein paar kurze Praktika bei "normalen" Zahnärzten und bei niedergelassenen Ärzten. Je 2-3 Tage reichen. Und dann kannst du nochmal in Ruhe überdenken, was eher etwas für dich ist.

Kiddo
25.06.2017, 20:29
Vorteil beim Ausbildung schmeißen und noch arbeiten wäre der, dass du dir ein Anrecht auf elternunabhängiges Bafög erarbeiten könntest. Du müsstest glaub ich drei Jahre in deinem ersten ausgebildeten Job arbeiten. Ich hab damals leider den Fehler begangen und zwei Ausbildungen abgeschlossen, weswegen ich jetzt neben dem Studium noch arbeiten muss.

Ende-in-Sicht
26.06.2017, 18:48
Also bei uns haben die, die eine Krankenpfleger-Ausbildung hatten, auch locker neben dem Studium gearbeitet.
Zwei Samstage voll und schon hatten sie die 450€ im Monat zusammen.
Ohne große Anstrengungen, wie sie immer wieder betont haben. ;-)

Marlene150689
12.09.2017, 09:03
Ich rate dir dringend, deine Ausbildung zu beenden. Ich habe es auch so gemacht, Krankenschwester, dann Zahnmedizin. Aus ähnlichen Gründen.
Lass dir nicht von den Leuten erzählen, man hätte nicht unbedingt Schichtdienst als Arzt, du siehst es ja selbst... zumindest in der Weiterbildung hat man das, und hinterher, je nachdem eben auch. Nicht jeder wird Hausarzt und verlässt das Krankenhaus und das Schichtsystem...

Man kann als exam. Schwester neben dem Studium arbeiten und bekommt auch mehr als die typischen Aushilfen auf Station. Wenn du davor schon fest arbeitest kannst du evtl auhandeln, dass du mehr arbeitest wenn du Zeit hast und eben weniger wenn es mal eng wird zeitlich.
Zudem hast du ein Back up. Das Studium ist anstrengend und wer 2 Ausbildungen hinter sich hat muss enorm viel tun um in dieses Massen-Lernen reinzukommen. Das soll dich nicht entmutigen, aber eine Ausbildung (auf die man ggf auch anders aufbauen kann) im Hintergrund beruhigt da ungemein.
Ich spreche aus Erfahrung, 1-2 Semester Wartezeit mehr oder weniger reissen es nicht raus.

davo
12.09.2017, 09:14
Lass dir nicht von den Leuten erzählen, man hätte nicht unbedingt Schichtdienst als Arzt, du siehst es ja selbst... zumindest in der Weiterbildung hat man das, und hinterher, je nachdem eben auch. Nicht jeder wird Hausarzt und verlässt das Krankenhaus und das Schichtsystem...

Es gibt genug Krankenhausärzte, die weder in der Weiterbildung noch als Facharzt in der Nacht arbeiten. Möglichkeiten gibts genug.

Aber nachdem der Thread schon einige Monate alt ist, ist die Entscheidung wahrscheinlich ohnehin bereits getroffen ;-)

Rinelpinel
13.09.2017, 15:27
Für die, die es interessiert: ich ziehe die Ausbildung durch. Momentan bin ich immernoch hin- und hergerissen zwischen Human- und Zahnmedizin.
Mir ist klar, dass nicht alle Ärzte im Krankenhaus Schicht oder ständig am WE arbeiten.
Mich interessiert Chirurgie ungemein, allerdings habe ich den Eindruck, dass die jungen Assistenzärzte in unserem Krankenhaus mit dem Pensum, der Verantwortung und den täglichen Überstunden teilweise sehr überfordert sind. Die haben, laut eigener Aussage, ständig Angst vor Fehlern und dem Chef. Einer von ihnen hat mir sogar dringend abgeraten von der Fachrichtung. Der ist auch optisch innerhalb von 6 Monaten um 10 Jahre gealtert durch den Stress. Das schreckt mich schon ab. Zumal die ja alle Mitte/Ende 20 sind und ich würde mir das mit Mitte 30 antun.
Soll natürlich nicht heißen dass ich mir das Arbeiten als Oralchirurg locker und easy vorstelle.

Ach Mann :(

davo
13.09.2017, 15:45
Dass Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgen meist älter aussehen als sie sind, ist auch mir schon oft aufgefallen. Vor allem ab 40 sieht man das oft sehr, sehr deutlich. Aber wundert das irgendwen? Mich nicht. Im Vergleich dazu ist die Arbeit als Zahnmediziner sicher extrem entspannt, auch wenn man Oralchirurg ist. Es gibt ja auch immer mehr Hinweise dafür, dass Nacht- und Schichtarbeit ein Risikofaktor für Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen usw. ist.

Das muss halt jeder selbst entscheiden. Meist ist es doch so, dass man recht schnell merkt, ob man sich etwas auf Dauer vorstellen könnte oder nicht. Wenn du in beiden Bereichen Praktika gemacht hast, dich beides ähnlich interessiert, und dir etwas an Freizeit liegt, würde ich definitiv in Richtung Zahnmedizin tendieren. Aber wenn die Chirurgie deine große Liebe ist, und du Oralchirurgie im Vergleich eher langweilig fandest, dann wird dir wohl nichts anderes übrigbleiben als Humanmedizin zu studieren.

Rinelpinel
11.11.2017, 18:39
@davo

Da hast du wirklich recht. Mittlerweile denke ich, dass Zahnmedizin die bessere Lösung für mich wäre. Das Arbeiten am Wochenende und vor allem in der Nacht belastet mich echt hart. Bin so froh, wenn ich mit der Ausbildung fertig bin.
Zudem glaube ich, dass mir das Studium besser liegen würde, da ich zwar n guter Lerner, aber auch handwerklich begabt bin und mir das eben sehr viel Spaß macht. Zumal hätte ich sicherlich auch eher einen Studienplatz :D