Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Möglich 90% zu Arbeiten u. mehr Urlaub zu bekommen?



Seiten : [1] 2

JohnossonJoe
14.05.2017, 00:51
Hi!

Ich habe eine kurze Frage. Ist es generell möglich in der Assistenzarztausbildung einen Teilzeitvertrag abzuschliessen in welchem man 10% weniger arbeiter, aber nicht indem man pro Tag/Woche weniger arbeitet sondern einfach mehr Urlaubstage hat?

Habt ihr mal von sowas gehört?

Oder ist Teilzeit immer gleich 50% oder so?

Viele Grüsse

Rettungshase
14.05.2017, 01:25
Ich kenne z.B. das System der 80%-Stelle, bei der man immer einen bestimmten Tag in der Woche frei hat.

Blöd ist, wenn dieser freie Tag auf den Tag fällt, an dem allwöchentlich Fortbildung ist.
Die Weiterbildungszeit verlängert sich entsprechend und man sollte das dem Chef ggü gut argumentieren können.

Brutus
14.05.2017, 07:40
Warum sollte das blöd sein? Und warum muss ich ggü. dem Chef irgendwas gut argumentieren? Wenn ich mich für eine 80% (75%, 50% oder 25%) Stelle bewerbe, dann weiß der Chef, auf was er sich einlässt. Und wenn er das nicht will, dann suche ich mir halt was anderes.
Die Gestaltung der TZ-Stelle ist ja auch eine Verhandlungssache. Ein Kollege macht einen Tag pro Woche frei (Freitag), während ich 4 Wochen arbeite und dann eine Woche am Stück frei habe. Vieles ist möglich...
Es ist aber eben kein URLAUB, sondern TZ-frei. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. ;-)

WackenDoc
14.05.2017, 07:50
Muss das nicht von der ÄK abgesegnet werden.

Brutus
14.05.2017, 08:07
Ja, vor Antritt der TZ-Stelle Antrag stellen. Dürfte aber bis 50% Stelle kein Problem darstellen laut ÄK-Info.

WackenDoc
14.05.2017, 08:59
Bei mir sollen es 80% mit Weiterbildung Betriebsmedizin werden. Und die restlichen 20% NEF-Fahren.

davo
14.05.2017, 09:52
Leider scheint das in Deutschland nicht üblich zu sein...

FirebirdUSA
14.05.2017, 09:53
Muss das nicht von der ÄK abgesegnet werden.

Zumindest in BW ist keine vorherige Genehmigung mehr erforderlich, bei TZ >50%

FirebirdUSA
14.05.2017, 09:53
Und der Unterschied zwischen Urlaub und TZ-frei ist nicht nur fein... Urlaub ist deutlich schwieriger jemand "weg" zu nehmen, bei TZ-frei geht das viel einfacher.

Brutus
14.05.2017, 10:01
^^ Das meinte ich. ;-)

Meuli
14.05.2017, 10:08
Bei uns in der Abteilung ist es total üblich. V. A. bei den Oberärzten :-))

Logo
14.05.2017, 13:55
Als Stationsarzt aber problematisch. Da keine konsistente Pat.-Versorgung - was zumindest in der Inneren sehr doof ist...
2 50%er sind da besser zu handlen.
Schwierig ist auch Vollzeit arbeiten, reduzierte Stelle haben und die so generierten Zusatzstunden dann in FZA ausgleichen. Die Leute sammeln so viel FZA an, das sie irgendwann nicht mehr präsent sind bzw. nur noch "fragmentiert".
Dann kann man irgendwann nicht mehr vernünftig ausbilden (für den amb. Sektor reicht es meist)....

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass bei uns diese Teilzeitler nicht mehr in größerem Umfang tätig sind.

davo
14.05.2017, 14:04
Die Frage des OP drehte sich ja um etwas ganz anderes - ob man eben statt 46 Wochen Vollzeit nur 41,4 Wochen Vollzeit arbeiten könnte. Das wäre organisatorisch durchaus machbar, aber würde dann halt vermehrt Urlaube zu unüblichen Zeiten erfordern.

maniac89
14.05.2017, 14:25
Mich interessiert das auch. Weiß nämlich nicht, wie ich mit den paar Wochen im Jahr künftig meinen Reisedrang befriedigen soll.. #firstworldproblems

mainzer
14.05.2017, 19:27
Ich hatte vor knapp 2 Jahren meine Stelle zuerst auf 90% reduziert..hatte mit meinem Chef den Deal, dass ich weiter zu 100% arbeite aber die 26 "gewonnenen" Tage nutze um meine Palli-Fobis zu machen...
Habe ehrlicherweise auch nicht über die LÄK angemeldet..und im Nachhinein keine Probleme gehabt.
Aktuell habe ich auf 80% reduziert (wegen Familie, Kind und externem Arbeiten) und werde im ICU-Schichtsystem schlichtweg immer überplant...aber auch das hat ein Ende...

Logo
14.05.2017, 20:27
Die Frage des OP drehte sich ja um etwas ganz anderes - ob man eben statt 46 Wochen Vollzeit nur 41,4 Wochen Vollzeit arbeiten könnte. Das wäre organisatorisch durchaus machbar, aber würde dann halt vermehrt Urlaube zu unüblichen Zeiten erfordern.

Genau das hatte ich auch kommentiert.
Die vielen Plustage führen dazu, dass die Kollegen dann teilweise wochenlang nicht da sind.
Dann macht es ehrlicherweise auch irgendwann keinen Spaß mehr Diagnostik beizubringen, wenn gerade Erlerntes wieder nach langer Pause flöten gegangen ist und man bei fast null wieder anfängt...

Strodti
14.05.2017, 20:49
Zu deinem Reisedrang: Je nach Dienstsystem kannst du Urlaub ja auch verlängern... wir haben Nachtdienstblöcke im Schichtmodel (Sa bis Di und Mi bis Fr) und mit einem Sa-Di Block vorher und einem Mi-Fr Block nachher hatte man fast eine Woche zusätzlich.

Evil
14.05.2017, 20:58
Genau das hatte ich auch kommentiert.
Die vielen Plustage führen dazu, dass die Kollegen dann teilweise wochenlang nicht da sind.
Dann macht es ehrlicherweise auch irgendwann keinen Spaß mehr Diagnostik beizubringen, wenn gerade Erlerntes wieder nach langer Pause flöten gegangen ist und man bei fast null wieder anfängt...
Ist das so? Ich glaube eher, wenn Du einmal etwas wirklich kannst, sei es Endoskopie oder Ultraschall oder meinetwegen auch ZVK-Anlage und Intubieren in der Inneren, dann verlernst du das nicht in ein paar Wochen.

Logo
14.05.2017, 21:05
Ist das so? Ich glaube eher, wenn Du einmal etwas wirklich kannst, sei es Endoskopie oder Ultraschall oder meinetwegen auch ZVK-Anlage und Intubieren in der Inneren, dann verlernst du das nicht in ein paar Wochen.

Also ich empfinde das schon so, dass wenn ich nem Assistenten Echo beibringe und er nach ein paar Wochen halbwegs souverän supervisiert untersucht und dann eine längere Pause ist, dann ist viel verloren gegangen - nicht alles, aber man merkt schon den Unterschied zu jmnd. der weiter geübt hat...

Meine Motivation als Lehrender sinkt da auch ein bisschen mit, wenn ich ehrlich bin. Und ich glaube, dass es nicht nur mir so geht...

Ich erzählte das einfach mal, damit wenn man sich - natürlich erlaubterweise - für ein Work-LIFE-Balance gewichtetes Arbeitsmodell entscheidet, auch die mögliche Außen-Wirkung gespiegelt bekommt...

Pflaume
14.05.2017, 22:48
Das von mir gesehene Problem mit den "90%-Stellen" (oder 80% oder 70%) ist, daß ich bei keiner meiner bisherigen Stellen (alle in der Inneren Medizin) jemals die vereinbarte Arbeitszeit gearbeitet habe, sondern stets für mehr eingeteilt worden bin als 100%. Ich habe mich dagegen mehr als andere Leute gewehrt, war aber trotzdem nur sehr bedingt erfolgreich.

Aus meiner Erfahrung (wie gesagt, in der Inneren Medizin) sind die einzigen Teilzeit-Modelle, die sich einigermaßen durchsetzen lassen, solche, in denen man vereinbarterweise täglich zu einer bestimmten Uhrzeit geht (z.B. 13 oder 14 Uhr) und die bis dahin unerledigte Arbeit und die nachmittäglichen Angehörigengespräche einfach den Vollzeit-Kollegen auf den Tisch schmeißt, oder solche Modelle, in denen man einen fest vereinbarten Wochentag frei hat. Alles andere wird zu mehr als zwei Dritteln meiner Erfahrung nach nicht eingehalten und führt im übrigen auch dazu, daß die Lohn-Abrechnung noch komplizierter wird und alles zum eigenen Nachteil irgendwie ausgelegt wird oder die Personalabteilung insgesamt zu blöd ist, das auf die Reihe zu kriegen, jedenfalls läuft man ständig Geld hinterher. Für Überstunden in einer Teilzeitstelle gibt es auch erst dann Überstundenzuschlag, wenn die Arbeitszeit der Vollzeit-Arbeitnehmer erreicht ist, super Regelung.

Ich glaube, daß man prima Teilzeitregelungen kriegen kann, wenn man 1) fachlich ziemlich gut ist oder zumindest schon einiges an Erfahrung hat und 2) starken Rückhalt vom Chef hat (möglicherweise auf Grund der Qualifikation). Da funktionieren dann auch so Modelle wie "ich arbeite gern Vollzeit, aber will dann auch irgendwann mal ein paar freie Tage am Stück haben" oder "meine Überstunden / Dienste werden vollständig in Freizeit ausgeglichen". Wenn man diese starke Position nicht hat, funktioniert es meiner Meinung nach (zumindest während der Weiterbildungszeit) nur mit ganz klaren, schriftlich vereinbarten Regelungen wie "Montag frei" oder "immer die letzte volle Woche im Monat frei".

Die Beobachtung, daß Teilzeitmitarbeiter im Schnitt sehr deutlich langsamere Fortschritte in den "Fachkenntnissen" machen als Vollzeitmitarbeiter, habe ich persönlich auch gemacht, obwohl ich am Anfang dachte, daß man als Teilzeitmitarbeiter eigentlich doch viel eher die Möglichkeit haben sollte, zuhause mal was nachzulesen.

Ich mache übrigens zur Zeit (nach abgeschlossener Weiterbildung) ein Teilzeitmodell, in dem ich mit dem Chef schriftlich vereinbart habe, daß ich nur jeden zweiten Monat arbeite und jeden zweiten Monat frei mache. Das klappt super, allerdings wahrscheinlich nur deshalb, weil die Abteilung genau diesen Bedarf hat und für mich diese Art der Anstellung ok war. Tatsächlich arbeite ich mehr als 50% (eher 60%), weil ich in den "Arbeitsmonaten" mehr als 100% arbeite (so wie überall), aber im Vertrag stehen halt 50%, mit den entsprechenden Vorteilen für den Arbeitgeber...

Übrigens merke ich bei dem Modell, daß ich trotz aller Routine an jedem Monatsanfang mir echt nochmal auch Routine-Sachen wiederholen muß und in den Job so zwei bis drei Tage "wieder reinkommen" muß.