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davo
06.03.2019, 04:19
Kommt halt drauf an wie die Details sind. Wenn man aus der Region kommt, große Fächerwahl hat, im Vertrag nichts von Zinsen steht und die Klinik gute Bewertungen kann, kann man das Risiko durchaus eingehen. Wenn man hingegen von ganz woanders kommt, die Fächerwahl stark eingeschränkt ist, im Vertrag 6% Zinsen p.a. stehen, und die Klinik zweifelhafte Bewertungen hat, wären mir andere Finanzierungsmöglichkeiten deutlich lieber.

Dass es sich um sehr wenig Geld handelt ist klar - deswegen machen es die Kliniken ja ;-)

Kackbratze
06.03.2019, 08:33
"Jahrelang" sind zwei bis vier Jahre, das ist anerkannte Weiterbildungszeit und es gibt keine Zinsen oder Gehaltsabschläge deswegen.
Und es ist freiwillig. Da kann man sich auch über Bankkredite aufregen, wer es nicht will, muss es ja nicht unterschreiben.

el suenio
06.03.2019, 08:35
Das mit dem Zins ist eine wichtige Frage, die werde ich klären. Ansonsten ist es keine Pampa, sondern eine Fastgroßstadt, in der ich auch schon seit 26 Jahren wohne. Außerdem ist es ein großes Haus mit über 900 Betten und 30 Abteilungen. Und wie gesagt, ich hab da schon fast 4 Jahre gearbeitet und hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso vor, dort wieder zu arbeiten.

Ich höre mir die Modalitäten auf jeden Fall an und falls man es im Austrittsfall einfach nur zurückzahlen muss, ist das doch eine sichere Sache. Immerhin hat man dann absolut nichts verloren. Soweit ich informiert bin, dürfen die Stipendien nicht so ausgelegt sein, dass man am Ende mehr zurückzahlt, als man gekriegt hat. Aber ich werde fragen.

Andere Finanzierungsmöglichkeiten wären nur arbeiten zu gehen, was ich im Moment nicht schaffe. Und Kredit kriegt man ja nicht geschenkt, sondern muss ihn zurückzahlen. Am vorhandenen Geld scheitert es bei mir nicht, aber ich hätte gern noch was in der Hinterhand.

OhDaeSu
06.03.2019, 12:55
"Jahrelang" sind zwei bis vier Jahre
Genau, mehrere Jahre lang. Danke dir für die Erklärung.
Und dass es freiwillig ist, liegt ebenso auf der Hand wie es kein Argument dafür ist, da es auf alle Verträge zutrifft.
Find's mega dumm, sich so billig zu verkaufen und dann noch auf den Euphemismus Stipendium hereinzufallen.

Kackbratze
06.03.2019, 15:45
Find's mega dumm, sich so billig zu verkaufen und dann noch auf den Euphemismus Stipendium hereinzufallen.

Es ist eine Kopfprämie, aber nicht Jeder hat die Zeit für einen Job und nimmt dann eben das "Stipendium". Die Kollegen, die das bei uns bislang angenommen haben waren entweder schon als Famulanten da und kennen das Haus oder kommen aus der Gegend. Dementsprechend werden diese Förderungen von denen als Bonus genommen, die sowieso schon geplant hatten, bei uns im Haus zu arbeiten.

davo
06.03.2019, 15:55
@suenio: Klingt nach Z :-))

Ich denke, dass es wirklich wichtig ist, sich mit den Vertragsbedingungen im Detail auseinanderzusetzen, und sich auch die Frage zu stellen, was passiert, falls sich der Fächerwunsch oder der Beziehungsstatus ändert. Ja, es geht um erschreckend wenig Geld. Aber in manchen Situationen (z.B. eben, wenn man aus der Region kommt und dort sowieso gerne arbeiten würde) kann es sicher interessant sein. Die Frage ist dann natürlich, wieviel es aus Krankenhaussicht wirklich bringt, wenn man damit solche Leute anzieht. Andererseits ist bei solchen Leuten auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie längerfristig dort bleiben, viel höher als wenn man aus der Ferne Leute ohne jeden Bezug anwirbt.

tarumo
06.03.2019, 16:04
Find's mega dumm, sich so billig zu verkaufen und dann noch auf den Euphemismus Stipendium hereinzufallen.

Na ja, es geht noch schlimmer. Siehe den thread zur Landarztquote. Was ich nicht verstehe: als Student hat man doch alle Optionen offen, was die Arbeit angeht. Macht man halt an der betreffenden Klinik ein paar Nachtwachen, oder Hakenhalter, und in den Ferien meinetwegen Vollzeit, und dann hat man das Geld auch. Oder Kellnern. oder Inventurhilfe. Oderoderoder. Und zwar ohne, daß man seine Seele verkauft. Was heute noch gut ist, kann sích auch schnell ändern, z.B. das Haus wird verkauft/privatisiert, der CA wechselt oder auch nur der GF. Und dann steht man da mit der Verpflichtung über einen beachtlichen Anteil der WBZ. Und das nur für ein "Stipendium" auf Höhe der Grundsicherung.

tarumo
06.03.2019, 16:09
Es ist eine Kopfprämie, aber nicht Jeder hat die Zeit für einen Job .

Eine Kopfprämie, wäre bei Stellenantritt meinetwegen 10.000 EUR oder so Antrittsprämie zu zahlen, wenn man dafür 2 Jahre oder so bleibt. Soll es ja in anderen Branchen durchaus geben. Macht aber keiner. Zum einen ist man dann nicht mehr "billig" für die GF und zum anderen würde man das DKG "wir-zahlen-auf-150 Seiten Kleinanzeigen-immer nur Tarif"- Kartell unterlaufen.

el suenio
06.03.2019, 17:08
Okay, für mich ist die Frage damit geklärt. Und ja, es ist Z :D Die Details schaue ich mir an und lege ich auch einem Juristen vor, der sich das noch mal anschaut. Und wenn man es im Notfall einfach zurück zahlen kann, würde ich es mehr als dumm finden, das Geld zu verschenken, wenn ich ohnehin dort arbeiten möchte. Wenn's mir nicht mehr gefällt aus irgendeinem Grund, kann ich ja trotzdem einfach verschwinden.

h3nni
07.03.2019, 21:04
Wenn es wirklich nur 2-3 Jahre sind, ist das echt geschenkt. Da kann man sich durchbeißen, kriegt wahrscheinlich schnell Erfahrung, damit man dienstfähig ist usw.

Ich hab von einer Region gehört, die auch ein Stipendium auslobt (nicht besonders viel Geld, ich glaube 300€/monat) und man verpflichtet sich auf 5 Jahre FA (Allgemein oder Gesundheitsamt) und dann nochmal 5 Jahre arbeiten. Das ist absolut unattraktiv!