Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dopperter Facharzt Rad/Nuk
Hallo, ich klink' mich mal ein.
Ich bin zZ WBA im 4. Jahr Radio und spiele auch mit dem Gedanken danach Nuk-FA zu machen. Wie ist in etwa die Aufteilung von therapeutischer zu diagnostischer Arbeit in der Nuk in Praxis und Krankenhaus? Und lohnt sich der Doppelfacharzt langfristig? Nach der neuen WBO sind das ja nochmal 4 Jahre nach dem Radio-FA, also schon ein ganzes Stück...
Mistermeo
10.08.2023, 17:38
Zum lernen fand ich persönlich Klinik besser als Praxis. Wenn du in einer großen Klinik bist kannst du direkt das ganze Spektrum des Fachs kennenlernen (grad was Therapien in der NUK angeht muss man ja auch gucken wie man da die Zahlen bekommt) und in der Praxis ist meist der Druck so hoch, das keiner wirklich Zeit und Muße hat sich großartig mit einem Assistenten zu beschäftigen, da soll man nur entlasten. Aber auch da mag es vielleicht rühmliche Ausnahmen geben, sind nur meine Erfahrungen - vielleicht ja Mistermeo mit dem PSMA-PET in der Praxis ;-).
Ich muss sagen, ich hab mit meiner Stelle massiv Glück gehabt. Ich bin nicht nur zum entlasten da, ich bekomme extrem viel Lehre und meine Befunde werden regelmäßig mit mir durchgesprochen und alle möglichen Dinge werden mir gezeigt, das gesamte Spektrum abzüglich der Therapien bieten wir auch an:-dance. Sicherlich eine Ausnahme im ambulanten Setting, dass wir alles mögliche an PET-Modalitäten anbieten ist schon ein netter Nebeneffekt. Für die Therapiezeiten wechsel ich in absehbarer Zeit dann nochmal zu unserem Kooperationspartner in die Klinik.
Letztlich muss man sich das einfach anschauen. Ich hatte bei meiner Hospitation ein super Gefühl und habs einfach probiert, hätte auch in die andere Richtung gehen können.
Generell muss man sagen, dass die Uniklinik vermutlich für Nuk eine der besten Adressen ist.
EddyCurrents
13.08.2023, 14:01
@Mistermeo: klingt tatsächlich ganz gut, hätte ich mir in der Form auch das ein oder andere Mal gewünscht :-keks
@ ckl12: Na warum spielst du denn mit dem Gedanken noch Nuk anzuhängen? Und was müsste eintreten, dass du sagst es hat sich für dich gelohnt? Meinst du z.B. rein finanziell? Außer vielleicht mal ein paar RSO´s wirst du in der Praxis vermutlich keine Therapien sehen, wobei die auch immer seltener werden. Wie das in den Kliniken aufgeteilt ist, ist glaub sehr unterschiedlich und nicht pauschal zu beantworten. Abhängig von der Größe der Abteilung/ Ausstattung/ Anzahl Betten auf Station/ Assistenten etc....Minimum sollte man laut WBO ja für den FA 12 Monate Station gemacht haben.
@EddyCurrents: Es gibt tatsächlich mehrere Gründe, weshalb ich überlege Nuk dranzuhängen: Einmal denke ich, dass dieser Bereich in Zukunft durch neue Radiopharmaka, Hybridverfahren, Theranostik etc. wachsen wird und ich finde die Trends in dem Gebiet echt spannend. Ich denke, dass der DoppelFA unter dem Gesichtspunkt eine sinnvolle Kombination ist. Mir macht die diagnostische Radio viel Spaß und möchte mich gerne subspezialisieren. Klar gibt es eine Menge Möglichkeiten der Subspezialisierung innerhalb der Radio (Neuro-, Kinderrad, MSK etc.) aber am coolsten ist für mich wirklich die Hybridbildgebung und hierfür ist der Doppelfacharzt mMn der beste Weg (bei den Zusatzweiterbildungen nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen und umgekehrt ist man dann doch sehr eingeschränkt).
Lohnen würde sich das für mich vor allem, wenn ich am ende BEIDE Fachrichtungen in meiner Arbeit einbringen kann und nicht nur radiologisch oder nur nuklearmedizinisch arbeite (von mir aus auch gerne abwechselnd). Aus dem finanziellem Gesichtspunkt hadere ich etwas mit den Opportunitätskosten wenn man den Doppelfacharzt macht: Selbst wenn man den in 8 Jahren schaffen sollte, sind das 3 Jahre mehr als Assistenzarzt mit entsprechend geringerem Gehalt. Für mich ist wichtig zu wissen, ob sich der Doppel-FA finanziell rechnet oder man die Zeit und das Geld „nur“ aus fachlichem Interesse investiert.
Die Kliniken, die ich kenne, bezahlen dich nach dem ersten FA als Ä2 = FA.
EddyCurrents
16.08.2023, 11:33
Also ich hab mich damals eigentlich aus den gleichen Gründen wie du aufzählst noch für die Nuk entschieden :-) PET CT und Therapien mach ich auch echt gerne - plus ich hatte damals eine nette Stelle in Aussicht, wo ich gut aus beiden Bereichen das hätte machen können, was mir am meisten Spaß macht.
Naja, aber wie das Leben manchmal spielt - ich bin dann aus fam. Gründen nochmal in eine andere Region gezogen. Um die stationären Fälle/ Zeiten zu sammeln bin ich an eine Klinik gewechselt, die haben mich nach Ä1 Stufe 6 bezahlt...keine Chance auf mehr, wird halt ausgenutzt wenn man regional gebunden ist und auf bestimmte Weiterbildungsinhalte angewiesen ist um den FA machen zu können :-nix Praxis davor war aber echt ok in der Bezahlung, war nur auch jeden Tag Minimum 10 Stunden da.
Für mich gesprochen muss ich sagen - stand jetzt- ich würde es nicht nochmal machen. V.a. die letzten zwei Jahre haben sich echt angefühlt wie ein einzig großer Kaugummi und jetzt wo ich mich nach Stellen in der Praxis umsehe ist es leider ein wenig ernüchternd, warum schrieb ich ja bereits und das gebotene Gehalt (in Anstellung) ist wirklich kein relevanter Sprung zum Radiologen-FA-Gehalt in der Praxis ist. Wo die Zahlen herkommen die teils durchs Netz wandern mit 250k + X wüsste ich gerne, vielleicht noch aus den frühen 90ern....
Hab auch vorher ausgerechnet, was ich im Vergleich zum FA-Radio im Anschluß mal mindestens verdienen muss, um die weiteren vier Jahre WB finanziell auszugleichen, das sollte ja in meinen Augen mindestens drin sein. Argument ist immer das gleiche: deutlich gestiegene Kosten, schlechte Vergütung durch die KV etc....aber sie würden sich freuen, wenn ich ihnen trotzdem am besten 24/7 zur Verfügung stehe.
Sich mit Ende 30 nochmal für eine FA-Prüfung zu motivieren ist auch ein Thema für sich :-oopss Im übrigen kenne ich niemanden, der den Doppelfacharzt in 8 Jahren gemacht hat.
Spiele momentan mit dem Gedanken, erstmal wieder in eine rein radiologische Praxis zu gehen und dann mal zu schauen, ob sich im Verlauf noch was auftut. Eine Schilddrüsenpause würd mir vielleicht mal ganz gut tun, an manchen Tagen sehnt man sich da in die CT-Befundung zurück, wo die Bilder wenigstens nicht mit einem sprechen konnten :-peng
Aber um hier niemanden zu entmutigen: kann sein, dass das von mir geschilderte ein rein regionales Phänomen/ Problem ist, wenn man schon eine Klinik/ Praxis im Hinterkopf hat, wo man sich später gut vorstellen kann zu arbeiten, sieht die Welt vielleicht schon ganz anders aus und vielleicht kann ja hier noch jemand total positive Erfahrungen teilen?!
Ich finde man hört auch immer von ganz unterschiedlichen (Gehalts)Angeboten,
tatsächlich aber hier von schlechteren als von Kollegen.
Zwischen 150k in der Praxis bis AT Verträge in der Klinik von 200-250k + Dienste.
Aber auch von Beteiligungen für ca. 1 Mio mit Gehalt von 400-500k.
Als Doppelfacharzt wäre ich jetzt aber auch von Gehälter ab 200k ausgegangen, sonst "Lohnt" es sich zumindest finanziell nicht wirklich.
Mistermeo
16.08.2023, 19:05
Eine Schilddrüsenpause könnte ich auch gebrauchen... :-angel Schon anstrengend manchmal, aber dennoch finde ich das Fach einfach super. Wie sich das gehaltstechnisch entwickelt muss man mal schauen, ich höre von unseren Doppelfachärzten schon zahlen, die sich lohnen.
Welches Gehalt wird denn etwa genannt für den Doppelfacharzt ?
Mistermeo
17.08.2023, 20:43
Von 180-250k pro Jahr war alles dabei, wobei das bei manchen stark vom Arbeitszeitmodell abhängig war.
EddyCurrents
17.08.2023, 20:58
140-160, bei Übernahme Leitungsfunktion 180....Vollzeit.
140k finde ich klingt eher wenig, da lohnt es sich aus monetärer Sicht ja nicht wirklich den Doppelfacharzt zu machen.
MagicMuffin
10.10.2023, 15:15
Ich spiele aktuell mit dem Gedanken nach einem Jahr Chirurgie in die Radiologie/Nuklearmedizin zu wechseln. Thematisch interessiert mich die Nuklearmedizin mehr, aber die Radiologie scheint mir der "Allrounder" zu sein mit der Möglichkeit immer noch in die Nuk zu wechseln.
Ich habe bisher noch nicht in der Nuklearmedizin hospitiert und möchte mir das mal anschauen.
Im Blick habe ich die Unikliniken in NRW, hat da jemand Erfahrungsberichte? :-)
Mistermeo
10.10.2023, 18:26
Ich bin auch aus einem klinischen Fach in die Nuk gewechselt. Mein Ziel wird der Doppel-FA sein, ich bereue es nicht mit der Nuk angefangen zu haben. Man nimmt tatsächlich auch schon einiges für die Rad-Weiterbildung mit, zumindest fürs CT. Die UK Essen soll für Nuk ziemlich gut sein, aber direkte Erfahrungsberichte habe ich so leider nicht.
Das Fach selbst kann ich nur empfehlen. Die freien Wochenenden und jede Nacht im eigenen Bett schlafen sind schon schön:-love
MagicMuffin
10.10.2023, 18:44
Ich bin auch aus einem klinischen Fach in die Nuk gewechselt. Mein Ziel wird der Doppel-FA sein, ich bereue es nicht mit der Nuk angefangen zu haben. Man nimmt tatsächlich auch schon einiges für die Rad-Weiterbildung mit, zumindest fürs CT. Die UK Essen soll für Nuk ziemlich gut sein, aber direkte Erfahrungsberichte habe ich so leider nicht.
Das Fach selbst kann ich nur empfehlen. Die freien Wochenenden und jede Nacht im eigenen Bett schlafen sind schon schön:-love
Kannst du genaueres zum Arbeitsalltag in der NUK erzählen? Ich habe nie dort ein Praktikum gemacht und kann es mir nur entfernt vorstellen.
Gibt es auch klassisch Frühbesprechung mit Fallvorstellung, dann an die Plätze, ständig angerufen werden, ...?
Oder arbeitet man Termine ab? Welche Funktion haben die Oberärzte? Arbeitet man nach Plan als wäre man in der Praxis oder muss man sich in jeden Fall einfuchsen und mit hohem Durchsatz kaum Zeit für die Patienten haben?
Mistermeo
10.10.2023, 19:06
Ich absolviere meine Weiterbildung nicht in einer Klinik. Deshalb ist mein Tagesablauf sicherlich etwas anders.
Mein Tag fängt meist mit einem Kaffee an und dann schau ich mir den Tagesablauf an, welche Untersuchungen anstehen und weshalb die Patienten zu uns kommen. Eine Kernaufgabe dabei ist die Schilddrüsensprechstunde. Wir haben das untereinander aufgeteilt, sodass jeder "seine" Patienten hat. Dabei kann ich mir auch eigentlich so viel Zeit lassen, wie ich möchte, schiebt sich dann halt hinten raus dran. Sentinelmarkierungen stehen auch eigentlich täglich auf dem Plan, da ist man auch mal etwas aktiver am Patienten, aber das ist eigentlich keine große Sache. Stressmyokardszintigraphien sind auch zu nennen, da arbeitet man dann auch aktiv am Patienten. Ansonsten ist ein Großteil des Tages Befundung. Angerufen werde ich meistens nur, wenn es irgendwie darum geht Zugänge zu legen, ggf. Aufklärungen durchzuführen, wenn Patienten ein Gespräch wünschen oder externe Ärzte Konsilanfragen oder allgemeine Fragen haben. Pause ist regelhaft, die kann ich eigentlich jeden Tag einhalten, außer ich entscheide mich dagegen.
Ich bin schrittweise an die Untersuchungen ran geführt worden und befunde die dann selbstständig, stelle die einem Facharzt hoch zur Korrektur und diese besprechen wir dann, mal mehr mal weniger intensiv, entweder einzelnd oder gesammelt. Dabei lerne ich tatsächlich auch richtig viel. Wir decken allerdings auch nahezu alles an Untersuchungen ab, sodass ich auch ordentlich viele PET/CT schreiben kann. Insgesamt bin ich deutlich glücklicher, als in der Klinik und mag meinen Beruf wieder; nicht zuletzt, weil mein Privatleben nicht mehr auf der Strecke bleibt und ich das Fach absolut interessant finde.
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