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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigen- oder Fremdgefährdung? Der Psychiatertreffpunkt



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D.Hollywood
23.10.2021, 15:59
Welche Abteilung machst du? Neurologie? Innere ?

fxf90
23.10.2021, 16:51
Neurologie, mit inhaltlich viel Innere, in den Diensten Mitbetreuung der Geri.

D.Hollywood
24.10.2021, 07:46
Ah okay

Auf jeden Fall immer pünktlich gehen!! Unbezahlt nicht bleiben.
ist das persönliche Problem deiner Kollegen, wenn die nix aufschreiben, auch wenn sie es nicht begreifen.
Ansonsten ist aller Anfang schwer. Vielleicht geht’s nach ein paar Wochen besser, wenn du dich auskennst. Ansonsten hilft wirklich nur die Flucht, wenn Vorgesetzte nicht auf dich eingehen

Darf ich fragen wo die Klinik ist? Gerne auch pn ^^

fxf90
26.10.2021, 06:14
Ich habe nun die (mündliche) Stellenzusage für eine andere Klinik, also werde einen Abflug machen, sobald ich unterschrieben habe.

Habe mit den anderen Assistenten über die Bedingungen gesprochen. Teilweise wurde schon vom Assistentensprecher beim Chef vorgesprochen, aber keine Änderung bislang. Er gibt den Assistenten die „Schuld“, wenn sie länger bleiben.

@D.Hollywood: schreibe dir, sobald hier alles in festen Tüchern ist.

Züschata
02.01.2022, 08:19
Moin moin und ein frohes Neues! Ich bin aktuell fast im 3. WBJ Psychosomatik, habe vorher ca. 1,5 Jahre Psychiatrie gemacht. Ich strebe den FA Psychosomatik an. Bei mir steht noch das Fremdjahr an. Nach neuer WBO ist ja nicht nur Innere, sondern auch Neuro möglich. Ich würde am ehesten wohl Neuro machen wollen, da abschließend noch nicht klar ist, ob ich wirklich den FA Psychosomatik machen kann (Chef ist TP, ich mache aber VT.. der OA wartet auf die Weiterbildungserlaubnis für VT).

War am überlegen, ob ich in eine Neuro oder in eine Reha gehen soll. Mir wird sehr mulmig, wenn ich an die Somatik denke. Ich arbeite eigentlich rein psychotherapeutisch und habe nur in Diensten mal was mit somatischen Angelegenheiten zutun. Ich bin damit also schon recht lange aus dem ärztlichen Bereich raus. Ich glaube die Neuro wäre tatsächlich sehr hilfreich, falls ich später doch in der Psychiatrie OA werden möchte. Andererseits glaube ich, wäre das Fremdjahr echt eine Tortur. Wie seht ihr das, wie seid ihr damit umgegangen? Liebe Grüße

jijichu
02.01.2022, 09:15
Moin moin und ein frohes Neues! Ich bin aktuell fast im 3. WBJ Psychosomatik, habe vorher ca. 1,5 Jahre Psychiatrie gemacht. Ich strebe den FA Psychosomatik an. Bei mir steht noch das Fremdjahr an. Nach neuer WBO ist ja nicht nur Innere, sondern auch Neuro möglich. Ich würde am ehesten wohl Neuro machen wollen, da abschließend noch nicht klar ist, ob ich wirklich den FA Psychosomatik machen kann (Chef ist TP, ich mache aber VT.. der OA wartet auf die Weiterbildungserlaubnis für VT).

War am überlegen, ob ich in eine Neuro oder in eine Reha gehen soll. Mir wird sehr mulmig, wenn ich an die Somatik denke. Ich arbeite eigentlich rein psychotherapeutisch und habe nur in Diensten mal was mit somatischen Angelegenheiten zutun. Ich bin damit also schon recht lange aus dem ärztlichen Bereich raus. Ich glaube die Neuro wäre tatsächlich sehr hilfreich, falls ich später doch in der Psychiatrie OA werden möchte. Andererseits glaube ich, wäre das Fremdjahr echt eine Tortur. Wie seht ihr das, wie seid ihr damit umgegangen? Liebe Grüße

Ich habe für den FA Psychiatrie 6 Monate in der Neuro (Akuthaus) und 6 Monate in einer Reha gemacht. Die Akutneurologie hat mir Spaß gemacht, ich hatte vorher aber auch ein wenig Angst vor Diensten in der ZNA u.s.w. Ich war vor den ersten Diensten viel auf der Stroke Unit, das hatte mir sehr geholfen.

In der Neuroreha war ich dann 6 Monate auf der Phase B Station, war auch spannend. Beides hat mir viel gebracht.

rafiki
02.01.2022, 09:29
Hallo Z?schata,
wenn du auf gute Weise Psychiatrie oder Psychosomatik betreiben willst, solltest du dringend deine Hemmungen vor der Somatik ablegen. Als Arzt ist man immer auch theoretisch und praktisch körperlich gefragt, es sei denn, du willst zeitnah in eine reine PT-Praxis verschwinden. Zu deiner Frage: Neurologie halte ich unabhängig von strategischen Überlegungen für die bessere Entscheidung hinsichtlich dessen, was es zu lernen gibt. Für Psychosomatik wird an einigen LÄK auch Allgemeinmedizin angerechnet. Kenne auch einen Fall, der leider vollständig um die Somatik herumgekommen ist auf Sonderantrag (und Vitamin B).
Gruß rafiki

Kaas
10.01.2022, 10:01
Hallo zusammen,
kann mir jemand ein gutes Lehrbuch zum Thema Suchtmedizin empfehlen?

jonusKade
17.01.2022, 21:12
Hallo liebe Kollegen

Ich schreibe euch, weil ich gerade in einer total ambivalenten Phase bin und gerne einfach ein paar isolierte Meinungen oder Ansichten hören würde - vielleicht hat der/die ein oder andere ja auch schon einmal so empfunden:

Ich habe nach dem Studium jetzt etwas ein Jahr lang Psych gemacht in einem Akuthaus (also in Diensten auch Geronto, Allgemein und Forensik). Danach, also aktuell habe ich ein halbes Jahr "frei" genommen, um an meine Uni zurückzukehren und meine Doktorarbeit als befristeter wiss. MA fertig zu machen. Das neigt sich nun dem Ende zu. Ich hatte mir das halbe Jahr auch vorgenommen mir zu überlegen, ob ich noch einmal das Fach wechsle. Habe die ein oder andere Hospitation gemacht, nichts hat mich begeistert. Die Psychiatrie allerdings auch nicht, ich habe am Ende nur noch die Tage gezählt. Das ist alles eine ernüchternde Erfahrung, da ich Psychiatrie im Studium sehr spannend fand. Jetzt stellt sich natürlich die Frage meiner Rückkehr, meine aktuellen Gedanken sind:

- erstmal, so simpel wie überzeugend: wenn mich ein Fach nach über einem Jahr nicht begeistert, dann kann es doch nicht das Richtige sein? Und an den Arbeitsbedingungen liegt es nicht, Stimmung und Bedingungen waren wirklich okay... Wenn ich mich von außen betrachte, dann hatte ich einfach nie das Bedürfnis, "mal etwas nachzulesen"... mich haben im Zweifel internistische Begleitumstände mehr interessiert als die psychische Störung (überspitzt formuliert)

- was mich generell immer belastet hat, waren die Dienste. Einerseits schon spannend, andererseits sind Dienst-Situationen meistens Konfliktsituationen (Polizei kommt, RTW kommt, Fixierung, somatisches KH will abturfen) und man ist nur am Löschen - allerdings weniger mit medizinischem Wissen oder Handlungen und mehr wie eine Mischung aus Bettenverwalter und Gefängniswärter

- das extrem seltene Gefühl, einem Patienten geholfen zu haben - so dass der an sich selbst eine Verbesserung bemerkt hat durch das ärztliche Handeln. Gefühlt war es meistens grundsätzlich nicht so (Drehtürpatienten) und wenn, dann kam die Verbesserung z.B. durch Mitpatienten, durch die Gruppe usw.

- auch etwas Positives: Ich habe noch keine Selbsterfahrung angefangen und noch keine Therapieausbildung. Bei beidem kann ich mir vorstellen, dass es ein Augenöffner sein kann - etwas, das mir eine neue Perspektive öffnet, vielleicht den Gedanken, psychotherapeutisch wirklich verändern zu können. Ich habe das, wenn ich ganz ehrlich bin, noch nicht.

- vielleicht eine Fehleinschätzung meinerseits oder ein verzerrtes Bild durch meine Psychiatrie: es gibt soo viel BS der besprochen wird. Ich habe 3 Monate lang wegen Ausfall eines Psychologen die Gruppentherapie geleitet und davor zugeschaut wie es läuft - 120 Minuten mit einer Patientengruppe und es gab einfach keinen Plan! Wie war die Woche, was haben Sie vor, Was stört Sie usw., und dann munter drauf los ausgetauscht - das war die "Gruppenpsychotherapie" - mir leuchtet der therapeutische Nutzen überhaupt nicht ein.

- die Perspektive: "Sprechende Medizin" ist ambulant / niedergelassen ja nicht gerade an der finanziellen Spitze. Als FA / OA in der Klinik ist das Einkommen dann wahrscheinlich ähnlich oder? Möchte man dauerhaft Hintergrunddienste vermeiden, bleiben da wohl nur noch Fachkliniken.

Puh, so ein langer Text. Ich würde mich freuen über die ein oder andere Meinung - auch gerne Kritik - an meinen völlig subjektiven Punkten. Vielleicht auch und vor allem: Trotz welcher Widrigkeiten ist für euch die Psych nach wie vor das Beste Fach?

rafiki
18.01.2022, 17:41
Hallo jonusKade,

kann dein Empfinden durchaus nachvollziehen. Die real existierende Psychiatrie heutzutage ist nicht unbedingt das, was man sich so vorstellt, wenn man interessante Literatur studiert. Gefängniswärter und Verwalter, das ist der Psychiaterberuf und wirklich braucht es kaum mehr Fähigkeiten, um "Karriere" in diesem Fach zu machen. Psychiatrie ist oft die Endstation für alle möglichen sozialen und gesellschaftlichen Probleme....

Wenn du erfahren willst, was sprechende Medizin bzw. gute Psychomedizin wirklich ist, dann kümmere dich bald zunächst um therapeutisches Handwerkszeug, angefangen mit Balintgruppe, Entspannungsverfahren, sehr viel Selbsterfahrung (keine Schnellkurse!!!) und dann gute psychotherapeutische Weiter- und Fortbildung, und da insbesondere psychodynamische Therapie (und nicht "Kochbuch-PT"), aber auch Verfahren jenseits des Mainstreams. Und möglicherweise bist du in der Psychosomatischen Medizin besser aufgehoben, für die allerdings psychiatrische Erfahrung sehr sehr wichtig ist.

Da alle Psycho-Fächer Mangelfächer sind, braucht man sich über das Gehalt ab Facharzt keine Sorgen zu machen. Wenn man wirklich etwas bewirken und Freude haben will, muss man allerdings ordentlich investieren in die eigene Weiter- und Fortbildung (das, was einem Kliniken "schenken" ist völlig unzureichend und lediglich für den FA-Schein).

Es braucht dringend gute und engagierte Psycho-Ärzte.

Gruß, rafiki

jonusKade
19.01.2022, 21:08
Hallo rafiki

Danke für deine Antwort.




Psychiatrie ist oft die Endstation für alle möglichen sozialen und gesellschaftlichen Probleme....



Du meinst seitens der dort beginnenden Ärzte? Was glaubst du warum? Weil einfach objektiv so niederschwellig, hier reinzukommen?




Wenn du erfahren willst, was sprechende Medizin bzw. gute Psychomedizin wirklich ist, dann kümmere dich bald zunächst um therapeutisches Handwerkszeug, angefangen mit Balintgruppe, Entspannungsverfahren, sehr viel Selbsterfahrung (keine Schnellkurse!!!) und dann gute psychotherapeutische Weiter- und Fortbildung, und da insbesondere psychodynamische Therapie (und nicht "Kochbuch-PT"), aber auch Verfahren jenseits des Mainstreams.



kann ich mir gut vorstellen. Ich habe die Angebote meines früheren AG noch im Kopf, da wurde eine Gruppenselbsterfahrung als Kompaktkurs über ein paar Wochenenden angeboten - das wäre aus deiner Sicht zu wenig? Dann stellt sich natürlich die Frage nach der Realisierbarkeit und Bezahlbarkeit und Zeiteinteilung (auch in Bezug auf die Therapieausbildung) - wobei das ja eher Details im Verlauf sind.
Ich habe das Gefühl, meine Berufsmotivation benötigt dauerhaft eine gewisse bestätigte Selbstwirksamkeitserwartung - die bisher mitnichten erfüllt wurde. Es wäre spannend herauszufinden, ob mit einer stabilen therapeutischen Ausbildung so etwas zu erreichen wäre - aber noch bin ich überhaupt nicht sicher, ob ich genügend Start-Motivation habe, das in Angriff zu nehmen.

Dabei bin ich eigentlich über die "Psycho-Schiene" überhaupt erst zur Medizin gekommen. Hab Psychologie mit M.Sc. studiert, im Studium psychotherapeutische Praktika gemacht, Sitzwache in der Psych, Famulaturen in der Psych usw. - und trotzdem die Ernüchterung.

Ist die Psychiatrie in in einem universitären Umfeld womöglich grundsätzlich anders? Ich war bei einem mittelgroßen kummunalen Haus.

rafiki
20.01.2022, 06:12
Du meinst seitens der dort beginnenden Ärzte? Was glaubst du warum? Weil einfach objektiv so niederschwellig, hier reinzukommen?

So könnte man es teilweise auch sehen. :-oopss Aber ich meinte es seitens der Patienten: Das, was die Gesellschaft nicht geregelt bekommt, geht in die Psychiatrie.



da wurde eine Gruppenselbsterfahrung als Kompaktkurs über ein paar Wochenenden angeboten - das wäre aus deiner Sicht zu wenig?

Ja, definitiv. Und da man überwiegend in Einzelgesprächen arbeitet, wäre eine Einzelselbsterfahrung das Entscheidende. Ich selbst habe im Verlauf der Zeit mehr als 50k für Fortbildung, SE und Supervision investiert.



Ich habe das Gefühl, meine Berufsmotivation benötigt dauerhaft eine gewisse bestätigte Selbstwirksamkeitserwartung - die bisher mitnichten erfüllt wurde.

Woher auch, wenn du praktisch nichts kannst?



Ist die Psychiatrie in in einem universitären Umfeld womöglich grundsätzlich anders? Ich war bei einem mittelgroßen kummunalen Haus.

Nein. Dort geht es noch weniger um Patienten, sondern um Karriere in der "Wissenschaft" mit ausgeprägter Ellbogenmentalität (von Ausnahmen abgesehen).

SarahJulia90
21.01.2022, 10:15
Mal eine Frage an KollegInnen, die ggfs. Einblicke in die ambulante Vergütung psychiatrischer Behandlungen haben: wir hatte gestern eine Weiterbildung, in der dargestellt wurde, dass ein niedergelassener Psychiater im Schnitt 400 Patientin im Quartal behandelt und pro Patient durchschnittlich 50 Euro erhält. Damit würde man ja lediglich auf 20.000 Euro Umsatz (!) im Quartal bzw. 80.000 im Jahr kommen. Das hat mich schon ziemlich erschrocken. Oder kommen da noch andere Einnahme hinzu bzw. wurde da wieder irgendwas zu schwarz gemalt?

vanilleeis
21.01.2022, 10:44
Privatpatienten. Gutachten ...

ehem-user-07-02-2022-0851
21.01.2022, 18:29
Es gibt ja die Jahresberichte vom ZI-Praxis-Panel, da ist bei Einzelpraxen für Psychiatrie 230000 Euro Umsatz aufgeführt bzw 338000 bei Einzelpraxen für Nervenheilkunde. Das Privatpatienten nicht wesentlich zum Umsatz beitragen geht auch daraus hervor. Kann mir nicht vorstellen, dass man mit 80000 Umsatz wirtschaftlich überleben kann. So viel Privatpatienten gibt es doch gar nicht, dass man daraus ausreichendes Einkommen beziehen kann

ehem-user-07-02-2022-0851
21.01.2022, 18:37
Oder hier mal der GKV-Umsatz:

https://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/17025.php

tensun
21.01.2022, 22:22
Man wird wohl überleben können. Sonst wäre es wohl kaum eine gefragte Option. Überdenkt es nicht. Kein Arzt muss hungern. Egal welche fachrichtung.

ehem-user-07-02-2022-0851
21.01.2022, 22:53
Warum bekommen eigentlich Kinder- und Jugendpsychiater so viel mehr GKV-Honorar als Erwachsenenpsychiater oder Psychotherapeuten? Die Bandbreite innerhalb des Fachgebiets ist sehr groß. Aber KJP stehen deutlich besser da. Weiss jemand die Gründe?

throni
24.01.2022, 09:06
Wieviele Patientin sieht man eigentlich so am Tag als niedergelassenener Kollege? Kann da jemand aus erster Hand berichten?

voland
27.01.2022, 08:15
Gelöscht aus Gründen der Privatsphäre.