Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Teilzeit als Arzt
Also mein Mann hat ein ähnliches Grundgehalt wie ich. Der Gehaltsunterschied kommt nur durch Dienste zustande, auf die ich gerne auch verzichten könnte ;-)
Sinnlose Diskussion...
Für die Frechheiten die man sich in der Notaufnahme anhören darf ist es das Geld nicht wert!
Ich würd mir gern diese vollkommen schwachsinnigen Notaufnahmedienste sparen und am Wochenende lieber frei haben...
Dann mach es wie ich :-))
Echinococcus
30.06.2017, 17:04
Interessant wäre vor allem, ob als angestellter oder beteiligter Arzt in der Niederlassung/ einem privaten Institut oder bei normaler tariflicher Bezahlung. Wenn letzteres, kann ich mir selbst bei OA-Gehalt nicht erklären, wie man da gegen gute Ingenieure / BWLer / Juristen ankommt.
Würde ich nur für durchschnittliche und unterdurchschnittliche Absolventen so sehen. Ab den besten 25% hingegen fällt Medizin weit hinter Informatik, BWL oder Jura zurück. (Wobei natürlich einschränkend gesagt werden muss, dass in verschiedenen Fächern unterschiedliche Anforderungen gestellt werden und bei Medizin Fleiß eine herausragende Rolle spielt. Insofern hätte der Physikums-Einser natürlich keine Garantie auf ein hohes vb im Jura-Examen gehabt.)
Geile Taktik! Du nimmst also die TOPgehälter von Juristen, BWLern und Ingenieuren und vergleichst das mit dem Medizinerdurschnitt? Tolle Taktik. Der DURCHSCHNITTS-Mediziner verdient laut Statistiken mehr als jeder andere DURCHSCHNITTS der von dir genannten Berufsklassen. Ist das Getrolle oder einfach ungeschickt?
Wenn es dir nur um Top Bereich geht, musst du eben den Manager, Top-Konsulter oder Kanzlei-Partner mit dem Niedergelassenen Katarakt-Profi, Krankenhaushygieniker oder Radiologen vergleichen, und die sind dann auch wieder auf einer Stufe mit den von dir genannten. Auch die CAs oder CA-Vertreter verdienen mit allen Boni, Privatleistungen etc. schon auf Top-Niveau. Also ist Medizin auf jeden Fall auch ökonomisch lukrativ, man muss eben mit Patienten und Diensten leben. Oder eben Radiologe, Labormediziner oder Hygieniker werden und ohne diesen Stress sehr gutes Geld verdienen :-nix
Echinococcus, welches Fach machst du? Klingt einladend
Ich würde mal vermuten Mikrobio :D
Wollte ich immer machen und ich dachte es gäbe keine Alternative. Habe aber tatsächlich doch eine andere Stelle angetreten und mache nun den FA Hygiene und Umweltmedizin, und das war, gerade in Hinsicht auf Stellensituation, Spaß an der Arbeit und vor allem finanzieller Zukunft, eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Geile Taktik! Du nimmst also die TOPgehälter von Juristen, BWLern und Ingenieuren und vergleichst das mit dem Medizinerdurschnitt? Tolle Taktik. Der DURCHSCHNITTS-Mediziner verdient laut Statistiken mehr als jeder andere DURCHSCHNITTS der von dir genannten Berufsklassen. Ist das Getrolle oder einfach ungeschickt?
Dass der Durchschnitt mit Medizin gut bedient ist, habe ich weiter unten geschrieben. Verglichen habe ich ein OA-Gehalt mit besagten "guten" BWLern, Juristen, Ingenieuren. Und um auf 90k p.a. zu kommen muss ich keinen Top-Consultant als Vergleich heranziehen, sondern einen Fellow (also Einstieg nach MSc) bei MBB (Leave eingerechnet). Also einen (zweifellos guten) Berufsanfänger ohne Leitungsfunktion. Zumal du ja nicht geschrieben hast, der Durchschnittsverdienst all deiner Bekannten sei nicht höher als der deine, sondern keiner deiner Bekannten verdiene mehr als du. Bei den Einstiegsgehältern liegen die Fakten ähnlich. 50k p.a. sind nicht schlecht und sicher überdurchschnittlich. Nur bekommt man das halt unabhängig von der eigenen Leistung im Studium, und da lacht dann halt ein Prädikatsjurist oder ein Informatiker mit industrierelevantem Schwerpunkt drüber. Da mir bewusst ist, dass an privaten Instituten eine außertarifliche Vergütung erfolgt, habe ich ja nachgefragt. Dass FÄ für Hygiene so gut verdienen war mir aber in der Tat nicht bekannt.
Schokoladenzyste
30.06.2017, 18:00
Danke für deine Ehrlichkeit.
Sehe das auch so dass man die Top Ärzte (Chefärzte oder Privatpraxis) mit den Top Juristen verglichen müsste. Alles andere ist nicht vergleichbar.
Außerdem kann man als arzt in jedes land beinahe weltweit. Das öffnet auch tore zu anderen finanziellen welten. (Z.B. USMLE nachholen und den American dream leben) andere akademische Berufe sind da nicht so frei, müssten ihr gesamtes studium nochmal machen.
Dann müssen wir klären, was "Top" ist.
Ist "Top"="Top-Gehalt"? Es ergibt in meinen Augen nicht so viel Sinn Spitzenverdiener untereinander zu vergleichen, denn die verdienen 1) alle Spitze, was in der Natur der Sache liegt, und 2) findet man kaum Einkommensangaben von CÄ, Privatpraxeninhabern, Partnern in großen Kanzleien, selbstständigen RA oder hochrangigen Unternehmensjuristen.
Oder ist "Top"="Top-Fähigkeiten (fachlich und administrativ)"? Da haben angestellte Ärzte eindeutig das Nachsehen. Erfolgreiche Niederlassung in bestimmten Fächern ist sicher lukrativ, darf man dann aber auf Grund des unternehmerischen Risikos nicht Angestellten gegenüberstellen, sondern ebenfalls selbstständigen Juristen (also erfolgreiche Kanzlei, Partner).
Bliebe "Top"="Top im Studium", sagen wir beste 20%? Brauchen wir gar nicht drüber reden.
Danke für deine Ehrlichkeit.
Sehe das auch so dass man die Top Ärzte (Chefärzte oder Privatpraxis) mit den Top Juristen verglichen müsste. Alles andere ist nicht vergleichbar.
Außerdem kann man als arzt in jedes land beinahe weltweit. Das öffnet auch tore zu anderen finanziellen welten. (Z.B. USMLE nachholen und den American dream leben) andere akademische Berufe sind da nicht so frei, müssten ihr gesamtes studium nochmal machen.
Findest du? Also da sehe ich uns ziemlich eingeschränkt. Ein Ingenieur oder ein Manager müssten doch nicht neu studieren, ein Jurist, ja. Aber ich empfinde zb das USMLE als ziemlich große Hürde, auch nach Kanada oder Australien kommst du nicht ohne diverse (kostenpflichtige) Examina außer vielleicht du machst Forschung und verzichtest auf klinische Tätigkeiten...
aber darum gehts ja hier nicht.
Echinococcus
02.07.2017, 13:38
Ich finde das auch sehr störend, auf das USMLE kann ich echt verzichten und ich wäre gerne zurück in die Staaten gegangen. Ich hatte ja im Zuge von Handelsabkommen da immer auf eine etwas intelligentere Anerkennung gehofft, aber teilweise sieht es ja mit dem Facharzt dann wieder in einigen Disziplinen anders aus, und in meinem Bereich kann ich dann notfalls ja auch im Ausland auf eine volle Approbation verzichten, lieber wäre es mir aber trotzdem.
@OhDaeSue
Wenn du meinst, ein MSc. bekommt in Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften zum Einstieg mal einfach so 90k (wir beziehen uns auf deutsche Gehälter, sonst ist der Vergleich witzlos), dann redest du hier von nicht einmal einem Promille der Abgänger, und das kann ein Arzt im Konsulting dann genauso verdienen. In meinem Freundeskreis sind Wirtschaftsingenieure, Luft- und Raumffahrtingenieure, Verkehrswissenschaftler, Juristen und BWLer, alle mit guten Noten, und auch wenn alle tolle Stellen haben sind einige nah dran, aber ich verdiene als Arzt derzeit noch am meisten. Ich hätte übrigens auch noch einmal einen ganzen Batzen mehr verdienen können, wenn ich die Stelle im Privatlabor angenommen hätte die mir angeboten wurde, aber ich wollte erst ein wenig an der Uniklinik arbeiten und forschen, weil der Übergang in die Privatwirtschaft sehr viel einfacher ist als eventuell am Ende zurückzuwechseln.
Leuten aus finanziellen Gründen zu raten Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften statt Medizin ist also meines Erachtens Quatsch, da man für die paar Top-Einstiegsstellen nicht nur Können sondern auch wahnsinnig viel Glück haben muss, während die Medizin (da hast du ja recht) auch bei mäßigen Leistungen ein tolles Einstiegsgehalt mit garantierter Steigerung (!) verspricht. Stattdessen sollten man bei den Top Disziplinen eher auf eigene Stärken und Interessen achten, denn hier sind die ökonomischen Möglichkeiten überall ähnlich hoch und eher von den eigenen Fähigkeiten abhängig. Wer technisch begabt ist , wird Ingenieur und kann davon wohl eine Familie ernähren und wäre als Arzt unglücklich, während der junge Mensch mit Hang zu sprachlicher Analyse doch eher als Jurist sein Brot verdient.
Om oberen Leistungsspektrum ist es dann doch genauso wie in den anderen Disziplinen, die Wahnsinnsgehälter bekommen eben doch nur die Handwerklich (Plastische oder Opthalmochirugie, Orthopädie etc.) oder Intellektuell (Labordisziplinen, Institutsleiter, CAs) herausragenden Leute, während alle anderen aber entweder in einer halbwegs lukrativen Praxis oder auf OA Gehalt landen, was dann in der Regel auch wieder über dem Durchschnitt der entsprechenden Mitglieder anderer Disziplinen liegt. Das belegen alle Statistiken.
Wenn man nun die absolute, wirklich oberste Spitze, also Vorstandsvorstände und ähnliches betrachtet, sieht es vielleicht auch anders aus, aber es gibt auch eine Handvoll Ärzte mit Millionengewinnen im Jahr, ganz oben ist die Luft eben sehr dünn und Vergleiche sind umso schwerer. Zumal sich hier auch die Ausnahmetalente ala Gates oder Zuckerberg tummeln, die am rechten Ort zur rechten Zeit auch ohne Abschluss ihr Glück gefunden haben.
Ich stimme dir grundsätzlich zu, dass man auch als Arzt gut bis sehr gut verdienen kann. Und in der Regel sind weder Talente noch Interessen so weit gestreut, dass es Sinn ergibt, sich rein nach dem maximal zu erwirtschaftenden Einkommen für einen Studiengang zu entscheiden. Wenn aber eine technisch-mathematische Begabung oder ein Hang zu Sprache und Abstraktion da ist, dann würde ich dennoch von Medizin abraten, so denn ein Leben ohne Patientenkontakt vorstellbar ist. Ich check aber nicht, wie man bei Verdienst nach TV ohne Dienste zum Bestverdiener im Freundeskreis wird. Ist MiBi / Hygiene da irgendwie besonders?
Wenn du meinst, ein MSc. bekommt in Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften zum Einstieg mal einfach so 90k (wir beziehen uns auf deutsche Gehälter, sonst ist der Vergleich witzlos), dann redest du hier von nicht einmal einem Promille der Abgänger
Ich sprach schon von Volljuristen. Und da liegt der Anteil von Ergebnissen >= 10 Pkt. im ersten Examen bundesweit bei etwa 15%. Und ja, in diesem Leistungsbereich sind - auch in Deutschland - Einstiegsgehälter von 90k bis 120k in den Großkanzleien üblich. Man beachte, dass Jura oftmals komplett zulassungsfrei ist und sehr oft einfach eine Verlegenheits- oder Prestigewahl ist. Vor diesem Hintergrund ist es bei einem gewissen Talent und echtem Interesse sehr wahrscheinlich zu den Guten zu gehören.
Ich sprach schon von Volljuristen. Und da liegt der Anteil von Ergebnissen >= 10 Pkt. im ersten Examen bundesweit bei etwa 15%. Und ja, in diesem Leistungsbereich sind - auch in Deutschland - Einstiegsgehälter von 90k bis 120k in den Großkanzleien üblich.
Das ist zwar richtig, aber als "Junior" in einer großen Kanzlei bist Du der Depp, der quasi 24 Stunden für die Kunden (auch / vor allem Ausland mit Zeitverschiebung) zuständig bist. Und damit noch geilere Arbeitszeiten hast, als der Depp, der für 1,5 Stunden nach Abzug des FZA 24 Stunden in die Klinik geht...
Und ganz ehrlich: Geld ist nicht alles! Hat der Kollege Jurist dann auch gemerkt, als er die Kinder gar nicht mehr gesehen hat. Jetzt ist er Richter am OLG, verdient gut, aber eben nicht mehr super, hat dafür Freizeit und Lebensqualität.
Und genauso sehe ich das bei uns auch. Ich WILL gar nicht mehr Vollzeit arbeiten. Ich habe wieder Zeit für mich und meine Hobbies, mache mich auf der Arbeit nicht kaputt und kann vor allem wieder abschalten.
Echinococcus
02.07.2017, 16:43
Ich check aber nicht, wie man bei Verdienst nach TV ohne Dienste zum Bestverdiener im Freundeskreis wird. Ist MiBi / Hygiene da irgendwie besonders?
Also erstmal rede ich hier von den Leuten, die ungefähr mit mir Abschluß gemacht haben. Meine Mutter und mein Vater, beides Ingenieure, verdienen auch sehr viel mehr als ich, soviel ist klar.
Ich werde auch nach TV Ärzte bezahlt, und der bringt mir anscheinend etwas mehr als meinen Freunden (wie gesagt denen, die ungefähr die selbe Berufserfahrung +-2 Jahre haben wie ich, jeder andere Vergleich ist hirnrissig) die WIngs, Juristen etc. sind. Manche sind nah dran, und die, die selber Ärzte sind verdienen sogar mehr, weil sie Dienste machen müssen und ich nicht. Die hab ich natürlich außen vor gelassen in der Betrachtung...
Übrigens bekommt sicher nicht jeder mit VB im 2. Stex als Jurist eine 90k+ Stelle, eine Freundin von mir meinte das würde Sie sich wünschen ;) Dafür sollte man (wenn überhaupt) mindestens mit Gut rausgehen (was nur sehr wenige schaffen) oder eben Arbeitserfahrung sammeln.
Ich bin mit meinem Job mehr als glücklich und werde, die richtigen Entscheidungen vorausgesetzt, mit dem FA dann eben auch noch in andere Gehaltssphären aufsteigen, die ich mit meinen Talenten in keinem anderen Berufsfeld erreichen hätte können.
Autolyse
02.07.2017, 16:53
Wenn man 2xVB hat, dann wird man im Regelfall auch promovieren(+- LLM aka dauerhaft betrunken an schönem Ort mit Strand ist auch ein geregeltes Leben) und damit ist der GK-Job gesichert, wenn man ihn denn will und nicht lieber den Staatsdienst vorzieht. Wer mehr als 11,5 Punkte mitbringt, für den sind 90.000 Brutto eher eine Beleidigung. ;-)
Übrigens bekommt sicher nicht jeder mit VB im 2. Stex als Jurist eine 90k+ Stelle, Freundin von mir meinte sich würde sich das wünschen, dafür sollte man (wenn überhaupt) mindestens mit Gut rausgehen (was nur sehr wenige schaffen) oder eben Arbeitserfahrung sammeln.
Mindestens Gut, ja? Nicht doch vielleicht ein Sehr gut? :D
Wir reden hier von beiden Examina zweistellig, und dann muss man sich schon noch auf diese Stellen bewerben und im Vorstellungsgesrpäch nicht rausfliegen. Mit doppel-Vb wirst du z.B. bei Freshfields auf jeden Fall eingeladen, weiß nicht, was es da zu diskutieren gibt. Einstieg seit 2016 unabhängig vom Rechtsgebiet 120k.
chipirón
02.07.2017, 17:09
My 2 cents: Ich finde ein Netto-Grundgehalt von 2400 Euro ist zwar eine gute Bezahlung als Berufseinsteiger, aber auch wirklich nichts besonders Tolles. Die Steigerung in den Jahren bis zur Niederlassung ist nicht sehr groß, sodass man nach 6-7 Jahren Studium und 6 Jahren FA Weiterbildung im Alter von Mitte 30 normalerweise nicht zur den Großverdienern im Vergleich zu anderen "vielversprechenden" Akademikern gehört. Die Ingenieure/Berater in meinem Freundeskreis verdienen glaube ich mehr. Hinzu kommt, dass bei denen die Gehaltssteigerung nach 2-3 Jahren Berufserfahrung schon beginnt ("echte" Gehaltsverhandlungen). Als Arzt kommen bessere Verdienstmöglichkeiten erst mit der Niederlassung.
Ausland: Würde ich gerne, aber habe keine Lust auf Schweiz, Österreich oder Schweden. Danach hören die Möglichkeiten auch schon auf, bzw. sind doch mit sehr hohen Hürden verbunden. Nach dem FA ins europäische Ausland sollte jedoch kein Problem sein (Aber der FA will halt erstmal gemacht sein!). Mich nervt es immer, wenn Leute sagen, als Arzt könne man ja "einfach" "überall arbeiten"!
Zum Thema: Bin in der chirurgischen Weiterbildung und habe ohne große Not (keine Family o.ä.) auf 80% reduziert und habe nun zusätzlichen Urlaub (wenn ich voll arbeite). In Verhandlungsgesprächen hilft es, wenn man bereit ist zu kündigen (sonst buttert einen der Chef doch wieder unter ;-) ). Also diese Möglichkeit besteht in vielen Fächern.
chipirón
02.07.2017, 17:12
ach ja, und woher kommt die Zahl 90 Tsd./Jahr ? Dafür muss man ja wohl einige Dienste schrubben!!
Autolyse
02.07.2017, 21:54
Das sind die Einstiegsgehälter von Associates bei Großkanzleien. (https://www.staufenbiel.de/magazin/gehalt/gehaltstabellen/einstiegsgehaelter-bei-top-kanzleien.html)
Echinococcus
03.07.2017, 07:51
An den Gehältern zweifelt ja keiner. Und wer a) richtig doll Freude an und Talent für Juristerei, b) tolle Kontakte und c) ein Quentchen Glück hat, der ist sicherlich in dem Bereich Rechtswissenschaften besser aufgehoben als in der Medizin. Da bin ich ja ganz eurer Meinung (Was ich aber auch schon geschrieben habe). Das ist aber eben nur ein kleiner Teil der Absolventen. Das Problem ist eben, eine der begehrten Stellen in den Großkanzleien zu bekommen oder (wenn es dann eben im Studium nicht so gut läuft) mit mäßiger Examensnote überhaupt eine vernünftige Stelle.
In der Hinsicht hat ODS ja absolut recht, in anderen Fachrichtungen ist die Leistung ein viel größerer Filter, zumindest für die Einstiegsstelle, als in der Medizin. Da will ich euch explizit zustimmen, am Anfang der Karriere wird der Top-Performer in einigen Disziplinen wohl mehr verdienen als in der Medizin, wo der Durchschnittsabsolvent dafür erst einmal besser dasteht. Können wir uns darauf einigen? Mit ungefähr 5 Jahren Berufserfahrung trennt sich dann in allen Disziplinen langsam die Spreu vom Weizen und es gibt überall hohes und niedriges Potential.
Was mir an der Medizin aber am besten gefällt: Ich bin jetzt in einer Position mit guten Entwicklungschancen, vernünftigem Gehalt und Personalverantwortung, aber kann weiterhin meinem Stil treu bleiben und muss mich nicht (wie ich es in den anderen Branchen definitiv müsste) in Anzug und Krawatte zwängen, sondern kann weiterhin meinen eigenen Stil sogar auf Arbeit bewahren. Das würde selbst ich mich in der Bank oder Kanzlei nicht trauen :-))
Man kann auch als Mediziner in ein Consultingunternehmen gehen und dort in etwa das Gehalt von Großkanzleien bekommen. Alles möglich.
Nur schlecht verdienen als Arzt, dafür muss man sich anstrengen. Im Gegensatz zu vielen Ingenieuren, Juristen und Informatikern.
Man kann auch als Mediziner in ein Consultingunternehmen gehen und dort in etwa das Gehalt von Großkanzleien bekommen. Alles möglich.
Es gibt ziemlich genau drei goße Strategieberatungen, die entsprechend zahlen, und in nennenswerter Zahl Exoten wie Mediziner einstellen. Die Möglichkeit, da zu arbeiten, besteht grundsätzlich für jeden Akademiker, der die strengen Kriterien erfüllt, unabhängig vom Fach. Genauso wie z.B. ein Unternehmen zu gründen. Alles möglich.
urinbeutel
03.07.2017, 12:27
Also ich bin schon ziemlich froh Medizin zu machen. Ich denke als Arzt vergisst man oftmals, dass es da draußen am freien Markt auch nicht sehr entspannt ist. Für die Toppositionen muss man von Anfang an permanent Bestleistungen erbringen. Permanent versuchen seinen Lebenslauf zu polieren, Praktika an renommierten Unternehmen, usw.
Es sollte auch klar sein, dass der überwiegende Großteil der Leute, gar nicht an Jobs in Großkanzleien oder Investmentbanken kommen. Und selbst wenn, dann wird man schnell mal gefeuert, sollte man nicht konstant gute Leistungen erbringen.
Und man sollte sich auch vor Augen führen, was für ein Typus Mensch da arbeitet. Das sind einfach keine normale Jobs für normale Menschen.
Als Arzt hat man eine Garantie. Wenn man ein wenig älter ist, weiß man das zu schätzen.
Früher wollte ich mal Investmentbanker werden und möglichst viel Geld verdienen, mittlerweile will ich einfach einen erfüllenden Job haben und nicht zu viel Stress.
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