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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Peripheres Haus oder Uniklinikum?



makiki
22.09.2017, 08:50
Hallo ihr,

ich bräuchte einmal eure Meinung. Gefühlt drehe ich mich gerade im Kreis und weiß nicht wirklich weiter.

Ich beende bald das Studium und bin auf der Suche nach einer Stelle und in einem chirurgischen Fach.

Ich hatte schon div. Vorstellungsgespräche.. u.a. in einem kleineren peripheren Haus mit voller Weiterbildungszeit, Möglichkeit eine gute und solide operative Ausbildung zu erhalten. Unbefristeter Vertrag, gute Bezahlung..
allerdings liegt die Wirkungsstelle in einer kleinen Stadt, die für mich zum wohnen nicht attraktiv ist.
Die nächstgrößere Stadt ist ca 50 bis 70 km entfernt, sodass ich jeden Tag mit dem Auto pendeln würde (einfache Strecke 1 h). Forschen wäre dort auch möglich.

Die andere Möglichkeit wäre eine Weiterbildung in einer Uniklinik. Ich hatte zu Beginn der Woche ein Vorstellungsgespräch. Hier herrscht definitiv noch die alte Schule, forschen ist sehr wichtig, was mir auch sehr entgegenkommt. Allerdings wurde auch indirekt klar formuliert, dass es keine wirkliche operative Ausbildung gibt. Eine Zusage habe ich nicht erhalten, von einer anderen Uniklinik höre ich im November etwas.

Es ist so, dass die Möglichkeiten nicht unterschiedlicher sein könnten. Ich weiß nicht, für was ich mich entscheiden soll.
Ich frage euch, weil ich vielleicht so nochmal einen anderen Blick auf die Sache bekommen könnte. Das periphere Haus möchte eine zeitnahe Antwort.

Für mich verbunden ist damit ein kompletter Ortswechsel, ich habe eine Beziehung. Meine Freundin kann aufgrund ihrer ärztlichen Tätigkeit nicht wegziehen in naher Zukunft. Natürlich spielt die Angst auch mit, dass ich vielleicht keine neue sozialen Kontakte knüpfen kann.

Danke für eure Antworten

Feuerblick
22.09.2017, 13:25
Ganz klar: Wenn du Chirurg werden willst, dann zählt die operative Ausbildung. Also würde ich an deiner Stelle das periphere Haus wählen. Was willst du an einer Uni, an der du schon jetzt gesagt bekommst, dass du keine Ausbildung bekommen wirst? Sklavenhaltung ist eigentlich schon lange abgeschafft.

Solara
22.09.2017, 14:18
Bin ganz bei Funkel, was willst du als Chirurg in einer Klinik, in der dir schon vorher gesagt wird, dass du nicht operieren lernen wirst? Fernbedienung ist Mist, ja - aber wenn es nicht anders geht? Ggfs ist die Situation in einem halben Jahr schon ganz anders, deine Freundin wechselt die Klinik, ihr geht gemeinsam irgendwo anders hin etc?

dmtec
22.09.2017, 20:45
1h Pendeln und Kleinstadt wäre für viele unattraktiv. Es gibt ja noch ein Leben außerhalb der Arbeit. Wieso denkst Du, an der Uniklinik kriegst Du keine gute operative Ausbildung? Vielleicht etwas später als im 1. Jahr, aber das wird schon klappen mit genug Eigenengagement.

urinbeutel
24.09.2017, 17:42
Warum möchtest du gerne forschen? Ich fand forschen immer sehr doof.

h3nni
24.09.2017, 21:53
Mir hat ein CA (zugegeben in nem kleinen Haus) das folgendermaßen dargelegt:
Beginn in nem peripheren Haus, damit eine solide Grundausbildung gewährleistet ist und Routine sich setzen kann.
Zum Facharztabschluss (falls nötig) in großes Haus, um auch mal kompliziertere Verläufe zu sehen und bei größeren OPs mitwirken zu können.
Dann in kleines Haus als Oberarzt, um viel operieren zu können, um wirklich sicher zu werden.
Und ganz zum Schluss der Ausbildung in ein großes Haus, um Spezialisierungen zu erwerben. Und dann machen, was und wo man will.

ehem-user-31012019-1024
24.09.2017, 22:36
Das Problem ist, dass sich viele Abiturienten/Absolventen etwas völlig falsches unter dem Begriff "Forschung" vorstellen.
Ist man in der Forschung eingestiegen, steigt man schnellstmöglich aus.

urinbeutel
25.09.2017, 08:00
Ich fragte mich, warum man gerne forscht. Mir kam es immer vor wie eine riesige Mühle, wo die unteren Etagen die Sklavenarbeit machen für die oberen. Hängt natürlich stark vom Setting ab, aber in den Teams, wo ich war, war es im Grunde immer das gleiche Prinzip. Alles dreht sich nur ums Publizieren und Habilitieren...
Natürlich kann man auch aus Interesse forschen, aber wenn ein Chirurg um 23 Uhr Mäuse tötet, hat das nicht viel mit Spaß zu tun.

davo
25.09.2017, 08:47
Forschung kann halt sehr viele Formen annehmen. Forschung bedeutet nicht immer Labor, bedeutet nicht immer Arbeit spät in der Nacht. Wenn man eine interessante Idee für eine klinische Studie hat, bei der einem ein karrieregeiler Assistenzarzt und ein paar Doktoranden den Großteil der Arbeit abnehmen - warum nicht ;-)

urinbeutel
25.09.2017, 08:52
Aha, ertappt! Du bist der Forschungskapitalist, der uns alle ausbeutet!

Es kann natürlich durchaus interessant sein, aber ich fand es war auf Dauer dann doch zu nervig. Außerdem konnte man an den Augen der PhD sehen, dass sie schlechte Lebensentscheidungen getroffen haben. Vielleicht eines Tages mal klinische Forschung mit Alltagsbezug.

davo
25.09.2017, 09:02
Oops :-oopss:-)):-p

Naja, ich war selbst mehrere Jahre lang auf der Seite der "Ausgebeuteten", weiß also sehr gut, warum ich nicht mehr in die "echte" Forschung zurück will ;-) Aber so ein paar wenig Zeit in Anspruch nehmende klinische Studien nebenher können ja tatsächlich eine ganz nette Abwechslung sein.

urinbeutel
25.09.2017, 09:46
Okay, ich frag mich nur, wie du abends schlafen kannst.

davo
25.09.2017, 10:19
Ach, ich als Medizinstudent kann seeehr gut schlafen.

ehem-user-31012019-1024
25.09.2017, 19:15
Okay, ich frag mich nur, wie du abends schlafen kannst.
davo ist doch nicht mehr in der Forschung tätig. Aus diesem Grund verstehe ich, dass er abends beruhigt schlafen kann.:jump:

flopipop
25.09.2017, 20:46
Ich fragte mich, warum man gerne forscht..
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