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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 1 A43/ B 8 Therapie Löfgren-Syndrom



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Monsunfisch
10.10.2017, 19:28
Da die Diskussion ja im Examensthread so munter läuft, der Thread aber damit erstens ein wenig missbraucht wird und zweitens hier eine Diskussion viel sinnvoller ist, da eben mehr Leute darauf aufmerksam werden, u.a. die Dozenten, hier die Möglichkeit zum Austausch.

Es geht um die Frage ob Glukos, NSAID oder vielleicht sogar doch Pleuraergüsse.

Discuss...

Tannenanne
10.10.2017, 19:33
Jap, Also Harrison und anscheinend Herold sind ja für Glucos, Leitlinien eher für NSAID. Sind ja alles valide Quellen. Müsste jetzt halt nur wirklich me Sarkoidose sein :D

Liliac hat die Quellen meiner Meinung nach ganz gut zusammengefasst, daher hab ichs hier nochmal zitiert. :)

joanhuman
10.10.2017, 19:36
Ich hab jetzt keinen Bock das abzufotografieren, aber im Herold 2017 steht, dass bei Löfgren Syndrom (was hier ja vorliegt) NSAIDs gegeben werden. Selbst wenn man eine chronische Sarkoidose annimmt, wäre das lediglich Stadium I und wiederum sagt der Herold, dass keine Glucos gegeben werden (erst ab Stadium II). Wäre natürlich cool, wenn es noch andere gegenteilige Quellen gibt, damit die Frage rausgenommen wird.

Liliac
10.10.2017, 19:37
gerade noch eine neue Variante gesehen: auf doccheck steht, dass man bei löfgren Glucos gibt sobald eine Gelenkbeteiligung besteht. Die haben aber leider keine Quellen dazu. Aber irgendwo muss das ja her kommen. Wobei ja gerade gesagt wurde im neuen Herrold würden NSAR drinstehen.

Ja also im Harrison stehen definitiv Glucos, allerdings steht da nichts von Löfgren Syndrom sondern nur von akuter Sarkoidose. Mag da jetzt aber auch kein foto machen

Unregistriert
10.10.2017, 19:38
Ich kenne die Frage nicht (Hab das Examen beteits), kann es mir aber herleiten aus dem Thread von euch 😉! Bei Sarkoidose mit Haut und/oder Gelenkbeteiligung sowie kardiale Manifestation-> Kortikosteroide

Lisate
10.10.2017, 19:39
Ich würde sagen, dass es eine chronische Sarkoidose ist, weil der Patient ja gar keine Allgemeinsymptome wie Fieber und Gesichtsabnahme hat. Also typisch für die chronische Form, dass es zufällig auffällt. Deshalb Glukokortikoide.

Monsunfisch
10.10.2017, 19:41
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/027-066.html

Hier Löfgren-Syndrom auch als Akutform betitelt, unten aufgeführt NSAID sowie Glukos ohne Gewichtung (jedoch wohl auf generell Sarkoidose bezogen)

Unregistriert
10.10.2017, 19:42
https://books.google.de/books?id=KGjuJaYOqBkC&pg=PA385&dq=Löfgren-Syndrom+nsar&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwizxNCpy-bWAhXC0hoKHW4mDRIQ6AEIJzAA#v=onepage&q=Löfgren-Syndrom%20nsar&f=false


https://books.google.de/books?id=CdJ7BwAAQBAJ&pg=PA361&dq=Löfgren-Syndrom+nsar&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwizxNCpy-bWAhXC0hoKHW4mDRIQ6AEIMzAC#v=onepage&q=Löfgren-Syndrom%20nsar&f=false

schnix25
10.10.2017, 19:47
https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Merkblaetter/1.14_Sarkoidose.pdf

Rheuma Liga sagt NSAID ;)

Truncus pulmonalis
10.10.2017, 19:51
Die internationale S1-Leitlinie von stopsarcoidosis.org, der Quelle auf die der Herold verweist, hat folgendes Flussdiagramm auf Seite 28: Wenn eine Sarkoidose ohne Nervenbeteiligung mit Arthralgien abläuft, gibt man NSAIDs und erst bei Versagen Steroide.

Edit: und falls es eine zufällig gefundene chronische Sarkoidose ist, gibt man laut Herold erst im Stadium II Steroide, und wir haben da ein Stadium I.

Liliac
10.10.2017, 19:52
ich hab jetzt noch ein paper gefunden in dem steht, dass glucos nicht wirklich evidenzbasiert sind und deshalb alles etwas uneindeutig ist. Am ende sind es doch die Pleuraergüsse. immerhin könnte man sich durchaus darauf berufen, dass man Glucos nicht umgehend geben muss. Wobei dann wiederum die Nsaid ganz gut klingen. Was haben wir eigentlich zu den Pleura ergüssen? Oder ist das falsch, weil es nur bei der chronischen vorkommt?

Dron
10.10.2017, 19:59
Herold 2015:

"Indikation für Kortikosteroide:
(..)
- Bei erhöhter Aktivität der Erkrankung und schweren Allgemeinsymptomen, schwere Arthritis (Löfgren-Syndrom)"

weiter unten steht:

"Bei arthritischen Schmerzen (Löfgren-Syndrom): NSAR"

Denke summa summarum das NSAR stimmt.... aber könnte unter Umständen anfechtbar sein.

maniac89
10.10.2017, 20:02
Argh, dann liegen die Dozenten wohl daneben.

Dron
10.10.2017, 20:19
Argh, dann liegen die Dozenten wohl daneben.

Ja wahrscheinlich... und das obwohl sie erst (vermutlich) richtig lagen. Trotzdem ist die Frage eventuell anfechtbar.

maniac89
10.10.2017, 20:29
Wenn ich notenmäßig auf der Kippe stehe, werd ich das definitiv tun.

Apfelbaumtraum
10.10.2017, 20:33
Die Frage ist auf jeden Fall anfechtbar. Ich habe einen Artikel dazu im Ärzteblatt gelesen. Da stand, dass man ggf. eine LuFu machen kann und erst bei relevanter Einschränkung Glukokortikoide geben würde. Die Frage muss auf jeden Fall angefechtet werden. Gibt ja sonst auch Nachteilsausgleich, kann also niemandem schaden ;-)

iwishyouaniceday
10.10.2017, 20:40
Werde da auch definitiv was schreiben. Habe gerade kurz gegoogelt, und einen aktuellen (2016) Artikel in einem peer-reviewed Journal gefunden (BJA Education):

"... Patients who are asymptomatic can be monitored in the hope of spontaneous remission; otherwise, steroids remain the first-line treatment option. Moderate doses are used in most cases (...), but high doses are given when there is life-threatening disease such as acute respiratory failure, neurological deficit, or cardiac disease. The dose is maintained until disease activity is controlled, and then reduced ..."

Ein Versuch ist es allemal wert.

Apfelbaumtraum
10.10.2017, 20:42
Eben ;) Ich hab auch gelesen, dass man beim Löfgren (ohne Systembeteiligung von Lunge, Herz,..) erstmal sogar auf Glukos verzichten sollten, weil die NW stärker sein können als der Nutzen. Wir müssen möglichst viel anzweifeln, weil es uns ja eh nicht schaden kann. Und anderen hilft es vielleicht, die auf der Kippe stehen.

Unregistriert
11.10.2017, 14:38
Bitte bedenkt beim anfechten, dass es grundsätzlich sinnvoll ist mit Hilfe von Quellen aufzuzeigen, dass zwei oder mehr Antworten korrekt sind. Wenn ihr nur für eure Antwort argumentiert und dies auch die vom impp als richtig erdachte Antwort ist, passiert gar nichts in Richtung Nachteilsausgleich. Die fühlen sich dann in ihren teilweise absurden Fragen und Antworten nur bestätigt. ;)

Wir können nämlich nicht immer davon ausgehen, dass die MEDI-LEARN-Dozenten recht haben und auf dieser Grundlage argumentieren, sondern sollten versuchen, die grundsätzliche Fehlerhaftigkeit einer Frage zu belegen.

Unregistriert
11.10.2017, 16:05
Laut Fallbuch Innere Medizin, Hellmich, 2017:

Therapie: Aufgrund der guten Prognose der akuten
Sarkoidose ist eine Therapie mit Glukokortikoiden
nicht grundsätzlich erforderlich. Bei starken Gelenkbeschwerden
können nichtsteroidale Antirheumatika
verabreicht werden.