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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Falsche Gründe fürs Studium?



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Solara
15.10.2017, 17:52
Schade um den verschenkten Studienplatz, auf den andere viele Jahre warten müssen...

Da der jetzt aber ohnehin weg ist, ist es auch egal.

Jeder darf Medizin studieren, sofern er einen Studienplatz erhält. Wenn andere warten müssen, hätten die ihn eh nicht bekommen. Wer keinen super schnitt im Abi schafft, muss eben warten oder was anderes machen.

nie
15.10.2017, 18:58
Zumal es ja immer noch Leute mit Teilstudienplätzen oder aus dem Ausland gibt, die von Studienabbrechern profitieren... ;-)

erdbeertoertchen
15.10.2017, 19:04
Zumal es ja immer noch Leute mit Teilstudienplätzen oder aus dem Ausland gibt, die von Studienabbrechern profitieren... ;-)
Zumal wir hier in D noch die Möglichkeit haben über Wartezeit reinzukommen, egal wie das Abi ist, in anderen Ländern unmöglich oder alle werden zugelassen und es wird extrem hart ausgesiebt.

Rettungshase
15.10.2017, 19:30
Ich kenne genug wohlsituierte 1er Abiturienten, die gesagt haben: "Hey, ich hab ein sehr gutes Abi und mein Vater hätte gern einen Arzt in der Familie, also hab ich mich mal eingeschrieben", die die Uni nach ein oder zwei Semestern wieder verlassen haben.

Aus der Sicht eines Millenials völlig nachvollziehbar; bei knapp 5 Bewerbern pro Studienplatz ist es für die "Übriggebliebenen" dennoch bitter, zumal auch nicht jeder den Luxus hat, erst mal zu gucken, ob das Studium zu einem passt und dann ggf. noch mal umzuschwenken.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch junge Menschen aus o.g. Kohorte, die heute tolle Ärzte geworden sind und es gibt natürlich auch immer Leute, die unbedingt Medizin studieren wollen und trotzdem scheitern.

Was will ich damit sagen? Das System ist aktuell wie es ist; da gibt es auch immer ein paar Fehler bei der Ressourcenverteilung. Bei der Knappheit der Plätze möchte ich lediglich dafür plädieren, dass jeder, der die Chance auf einen schnellen Studienplatz hat, sich das gut überlegt und vorab Informationen/Erfahrungsberichte sammelt.

erdbeertoertchen
15.10.2017, 19:34
Was will ich damit sagen? Das System ist aktuell wie es ist; da gibt es auch immer ein paar Fehler bei der Ressourcenverteilung. Bei der Knappheit der Plätze möchte ich lediglich dafür plädieren, dass jeder, der die Chance auf einen schnellen Studienplatz hat, sich das gut überlegt und vorab Informationen/Erfahrungsberichte sammelt.

Bei dem weitverbreitenden Egoismus ist dies ein Wunschdenken.

roxolana
15.10.2017, 19:46
Sorry, aber nicht jeder hat eine Glaskugel zuhause und kann im Vorfeld zu 110% sagen, ob der gewählte Studiengang auch der richtige für ihn ist. Abgesehen davon finde ich das Gekreische um das abgebrochene Medizinstudium völlig fehl am Platz, wenn man sich anschaut, wie gering die Abbrecherquote im Vergleich zu anderen Studiengängen tatsächlich ist (deshalb haben ja Quereinsteiger und Ortswechlser auch so große Schwierigkeiten!).

Und zum Thema Egoismus: Dann könnte man auch anführen, dass die ganzen Warter, die Ausbildungsplätze in Pflegeberufen blockieren und eh nicht vorhaben, mehr als 3-4 Jahre in dem Beruf zu arbeiten, auch egoistisch handeln. Man denke doch an die armen Realschüler, die keinen Ausbildungsplatz bekommen, weil der Möchtegern-Arzt den Vorrang bekommt.

Also leben und leben lassen. :-D

Rettungshase
15.10.2017, 21:13
Also leben und leben lassen. :-D

Dafür empfinde ich deine Wortwahl als recht scharf.


Eine Zulassungsbeschränkung in den Pflegeberufen ist jetzt auch nicht gerade ein häufig kommuniziertes Problem in Zeiten der sich stets verschärfenden Pflegelücke.

Solara
15.10.2017, 21:20
Dafür empfinde ich deine Wortwahl als recht scharf.


Eine Zulassungsbeschränkung in den Pflegeberufen ist jetzt auch nicht gerade ein häufig kommuniziertes Problem in Zeiten der sich stets verschärfenden Pflegelücke.

Genau das ist doch einer der Gründe, Abiturienten werden ausgebildet und studieren dann - fehlen dann in der Patientenversorgung. Und auch in der Pflege können nicht x hundert gleichzeitig in einer Klinik ausgebildet werden.

Lava
16.10.2017, 08:52
Ich kenne genug wohlsituierte 1er Abiturienten, die gesagt haben: "Hey, ich hab ein sehr gutes Abi und mein Vater hätte gern einen Arzt in der Familie, also hab ich mich mal eingeschrieben", die die Uni nach ein oder zwei Semestern wieder verlassen haben.

Komisch. Kenne keinen. Die Leute, die ich kenne, die abgebrochen haben, fanden das Studium dann doch zu lang/zu schwer. Oder sind sechsmal (!) an der Physiologieprüfung gescheitert. Kannte einen, der ist schon an Biologie gescheitert! Aber das waren nicht die 1er Abiturienten ;-)

Dr.Oetker
17.10.2017, 07:38
Ich würde heute nicht nochmal Medizin studieren. Die Vorklinik fand ich noch spannend, in der Klinik habe ich die gesamte Zeit mit mir gehadert, ob ich das Studium noch abschließen möchte und nun im Job ärgere ich mich, nicht doch Maschinenbau studiert zu haben. Und leider gibt es in dieser Richtung auch kein Aufbaustudium...
Chemie ist aber auch nicht schlecht, mit super Aussichten in der Industrie. Als Mediziner kannst Du da nicht wirklich in der Entwicklung einsteigen, allenfalls im Bereich Studiendokumentation, und das ist wohl noch trockener als Arztbriefe zu schreiben.

ehem-user-31012019-1024
17.10.2017, 14:07
Chemie ist aber auch nicht schlecht, mit super Aussichten in der Industrie.
Noch einmal:
Chemiker haben keine guten Aussichten in der Industrie, weil die Approbation fehlt. Die Berufsaussichten sind durchwachsen. Besser fährt man in der pharmazeutischen Industrie mit Pharmazie oder Medizin.

Als Mediziner kannst Du da nicht wirklich in der Entwicklung einsteigen, allenfalls im Bereich Studiendokumentation, und das ist wohl noch trockener als Arztbriefe zu schreiben.
Wie bitte?

Echinococcus
17.10.2017, 14:23
Ich würde heute nicht nochmal Medizin studieren. Die Vorklinik fand ich noch spannend, in der Klinik habe ich die gesamte Zeit mit mir gehadert, ob ich das Studium noch abschließen möchte und nun im Job ärgere ich mich, nicht doch Maschinenbau studiert zu haben. Und leider gibt es in dieser Richtung auch kein Aufbaustudium...
Chemie ist aber auch nicht schlecht, mit super Aussichten in der Industrie. Als Mediziner kannst Du da nicht wirklich in der Entwicklung einsteigen, allenfalls im Bereich Studiendokumentation, und das ist wohl noch trockener als Arztbriefe zu schreiben.

Du hast in dem anderen Post ja deinen Frust über den aktuellen Job schon dokumentiert, und wir alle können dich gut verstehen. Aber hier verzerrst du ein wenig die Wahrheit:
Chemiker, oder Naturwissenschaftler allgemein, haben derzeit keinen sehr leichten Stand in der Industrie. Die Promotion ist quasi Pflicht und die Gehälter sind im Schnitt geringer als die der approbierten Kollegen. Betrachtet man das ganze dann speziell für die Labordisziplinen im pharmazeutischen und medizinischen Bereich ist es noch extremer, Gehälter und Aufstiegschancen sind für die approbierten Kollegen um Welten besser. Vertrau mir, ich arbeite in der Branche, und ich weiß, dass viele leitende Positionen ausschließlich an Fachärzte vergeben werden und schon die Ärzte in Weiterbildung in der Hierarchie (und Gehalt) sehr schnell mit den viel erfahreneren naturwissenschaftlichen Kollegen gleichziehen und sie dann überholen. Das ganze ist leicht nachzuvollziehen wenn man versteht, dass bestimmte Aufgaben rein rechtlich nur von qualifizierten Ärzten übernommen werden dürfen.

Wenn man im medizinischen, pharmazeutischen, mikrobiologischen oder hygienischen Labor-Bereich heutzutage Karriere machen möchte ist die Approbation die effektivste (aber nicht einzige!) Methode, weshalb auch ich mich nach einem naturwissenschaftlichen Studium noch für die Medizin entschieden und es nicht ein einziges mal bereut habe.

ehem-user-31012019-1024
17.10.2017, 14:31
Du hast in dem anderen Post ja deinen Frust über den aktuellen Job schon dokumentiert, und wir alle können dich gut verstehen. Aber hier verzerrst du ein wenig die Wahrheit:
Chemiker, oder Naturwissenschaftler allgemein, haben derzeit keinen sehr leichten Stand in der Industrie. Die Promotion ist quasi Pflicht und die Gehälter sind im Schnitt geringer als die der approbierten Kollegen. Betrachtet man das ganze dann speziell für die Labordisziplinen im pharmazeutischen und medizinischen Bereich ist es noch extremer, Gehälter und Aufstiegschancen sind für die approbierten Kollegen um Welten besser. Vertrau mir, ich arbeite in der Branche, und ich weiß, dass viele leitende Positionen ausschließlich an Fachärzte vergeben werden und schon die Ärzte in Weiterbildung in der Hierarchie (und Gehalt) sehr schnell mit den viel erfahreneren naturwissenschaftlichen Kollegen gleichziehen und sie dann überholen. Das ganze ist leicht nachzuvollziehen wenn man versteht, dass bestimmte Aufgaben rein rechtlich nur von qualifizierten Ärzten übernommen werden dürfen.

Wenn man im medizinischen, pharmazeutischen, mikrobiologischen oder hygienischen Labor-Bereich heutzutage Karriere machen möchte ist die Approbation die effektivste (aber nicht einzige!) Methode, weshalb auch ich mich nach einem naturwissenschaftlichen Studium noch für die Medizin entschieden und es nicht ein einziges mal bereut habe.

So sieht es nämlich aus. :-top

Padde
30.11.2017, 04:01
Hey ✌
Meine Cousine wollte auch erst Biologie oder Chemie oder Biochemie studieren - mein Onkel wollte dies unbedingt verhindern und empfahl ein Medizinstudium. Da meine Cousine sehr zurückhaltend ist und überhaupt nicht kommunikativ ist, konnte sie sich das überhaupt nicht vorstellen.
Es hieß aber, sie sei doch noch so jung und sollte sich das nicht ändern, wird sie eben Fachärztin für Labormedizin o.Ä.
Nun ist sie approbiert, auch wenn sie noch immer sehr zurückhaltend ist und sich auf Dauer kein stark Patientennahes Fach vorstellen könnte, waren Famus und PJ überhaupt kein Problem - Sie fand es sogar interessant und mal eine willkommene Abwechslung.
Nun befindet sie sich in der Facharztausbildung - es ist die Transfusionsmedizin geworden (=

Zum Erfolg hätten ihr in Forschung & Industrie vielleicht die Ellbogen gefehlt!

ehem-user-31012019-1024
30.11.2017, 11:51
Jedenfalls war das die richtige Entscheidung. :-top

happykonig
25.05.2018, 11:02
Ich denke, dass es wichtig ist das du überzeugt bist, von dem was du tust. Du musst den Beruf später fast täglich ausüben und solltest daher auch ein Interesse dafür haben. Ein Wechsel ist immer noch möglich und macht dich vielleicht auch langfristig glücklicher.