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tarumo
13.12.2017, 07:27
Tarumo du hast über Abrechnung in Rafiologiepraxen offensichtlich keine Ahnung: jeder Niedergelassene Radiologe (den ich kenne, & Das sind min. 4 Praxen) .

Ich glaube schon, daß ich Ahnung habe, sonst würde ich derartiges nicht schreiben. In "meinem" KV-Sprengel war die Vergütung nicht 10, sondern eher 5 EUR und das auch nur, wenn QZV/RLV nicht schon beansprucht wurden. Ach ja, die Rechnung für einen Rö-Tx aus dem Senegal (!), den ich mal im PJ in der Hand haben durfte, war damals schon 36 US-Dollar cash. Natürlich ist das Gerät per se billiger als eins für Schnittbilddiagnostik, aber rentabel ist das natürlich nicht und bei einem größeren Schaden, oder wenn z.B. die Digitalisierung ansteht, dann fliegt es raus, sofern nicht für eine WB-Ermächtigung usw. erforderlich. Kann man, wie gesagt, sehr schön an den Orthopäden sehen. Und der zweite Knackpunkt ist das Personal, d.h. MRT kann mit eingewiesenen MFAs im Mehrschichtbetrieb laufen, für Rö braucht es dann immer Personal mit den entsprechenden Berechtigungen, was auch zunehmend schwer zu finden ist.
Wenn ich schreibe, daß mir persönlich mehrere Radiologie-Praxen bekannt sind, die kein Röntgen mehr anbieten, bzw. Landkreise, in denen das nur noch übers KH läuft, dann ist das halt so. Muß man ja auch nicht glauben. Ist auf jeden Fall auch nicht lustig für die Patienten, wenn die betreffenden KHs wie im konkreten Fall keine ambulante Ermächtigung haben, dann muß man für jede Elektivröntgenuntersuchung in die nächste Stadt. Glückwunsch, wenn das irgendwo im Land besser läuft.

tarumo
13.12.2017, 07:58
Das wiederum ist ebenfalls nicht zutreffend, da die Radiologie-Abteilungen in den Kliniken zunehmend in MVZ und Praxisnetze ausgegliedert werden. Einzelne niedergelassene Radiologiepraxen werden auch immer weniger, da die sich ebenfalls zu Netzen zusammenschließen.
Innerhalb dieser Netze sind dann aber problemlos native Röntgenaufnahmen ohne lange Wartezeit durchführbar. Und das wird auch nicht eingestellt werden.

Stimmt alles. Die Diskussion ging aber von einer klassischen Einzelpraxis aus. Die KH, die ihre Radiologieabteilungen outsourcen, rechnen mit den Betreibern auch anders ab (üblicherweise GoÄ 0,75 oder 1fach, oder pauschal), und wenn man sowieso 24/7 Geräte und fachkundiges Personal vorhält, dann kann man auch ambulantes Röntgen noch so "mitschwimmen" lassen. Auch bei den Praxisnetzen wird, je nach Finanzsituation und Investitionsbedarf, das ganze zunehmend zentralisiert, so daß die Patienten wiederum Teilpraxen ohne Röntgenangebot vorfinden bzw. vorfinden werden. Von langen Wartezeiten auf Röntgen habe ich nichts geschrieben, das ist aus diversen Gründen nicht der Fall.

Evil
13.12.2017, 12:09
Klassische Einzelpraxen gibt es kaum noch, insofern ist die Anmerkung bedeutungslos.

FirebirdUSA
13.12.2017, 13:22
Die KH, die ihre Radiologieabteilungen outsourcen, rechnen mit den Betreibern auch anders ab (üblicherweise GoÄ 0,75 oder 1fach, oder pauschal), und wenn man sowieso 24/7 Geräte und fachkundiges Personal vorhält, dann kann man auch ambulantes Röntgen noch so "mitschwimmen" lassen.

Leider wahr (auch das mit den 5-10€ für Röntgen)...

flopipop
13.12.2017, 17:03
D
Wenn ich später in der Niederlassung arbeite, soll ich mich dann überhaupt in die Sonos reinhängen? Versteht mich nicht falsch, ich interessiere mich wirklich dafür, bin aber auch realistisch und möchte meine Zeit und Gehirnzellen lieber in Sachen investieren von denen sowohl ich als auch die Patienten später etwas haben.


zum aktuellen zeitpunkt verdienen radiologische praxen hauptsächlich mit schnittbildern (stagings) und mr untersuchungen des msk systems ihr geld. mammo ist sozusagen "zweites standbein".wenn du später in die praxis willst, lern vernünftig schnittbilddiagnostik und schnelles arbeiten...

Chris87
13.12.2017, 17:26
zum aktuellen zeitpunkt verdienen radiologische praxen hauptsächlich mit schnittbildern (stagings) und mr untersuchungen des msk systems ihr geld. mammo ist sozusagen "zweites standbein".wenn du später in die praxis willst, lern vernünftig schnittbilddiagnostik und schnelles arbeiten...

Das ist mal ne Aussage! Danke
Jetzt muss ich nur noch ein Haus finden, in denen man routinemäßig MRT-Gelenke durchführt und befundet. Selbst an meiner jetzigen Uniklinik werden allenfalls n' paar Kniegelenke gemacht, das wars...
Wahrscheinlich weil die meisten zum Niedergelassenen gehen. Who knows

FirebirdUSA
13.12.2017, 22:32
Schädel, WS und MSK ist auch hier Tagesgeschäft bei den Niedergelassenen. Mammo eigentlich nur in Screnning-Praxen die fast nichts anderes machen.
Wie du schon festgestellt hast ist es gar nicht so einfach MSK Erfahrung in der Klinik zu sammeln. Ist hier ähnlich.

FirebirdUSA
13.12.2017, 22:38
..aber rentabel ist das natürlich nicht und bei einem größeren Schaden, oder wenn z.B. die Digitalisierung ansteht, dann fliegt es raus, sofern nicht für eine WB-Ermächtigung usw. erforderlich.

Wenn man neu anschaffen muss, wird es vermutlich tatsächlich erstmal nachzurechnen sein. Die Praxen die ich meine, betreiben ihr Röntgen natürlich schon relativ lange. Hatte dich evtl einfach falsch verstanden

tarumo
14.12.2017, 10:25
Schädel, WS und MSK ist auch hier Tagesgeschäft bei den Niedergelassenen. Mammo eigentlich nur in Screnning-Praxen die fast nichts anderes machen.
Wie du schon festgestellt hast ist es gar nicht so einfach MSK Erfahrung in der Klinik zu sammeln. Ist hier ähnlich.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Dafür gibt es x Fortbildungen online und offline, Seminare und Kongresse zu jedem denkbaren MSK-Thema. Und man kann auch "zertifizierter" MSK-Schwerpunktradiologe werden...Dafür ist man andere Dinge in der Praxis los, z.B. Polyscans und Post-OP Kontrollen von irgendwas...
Und noch als kleiner Tipp:
-in Fächern, die üblicherweise in Praxen betrieben werden, wird sich auch ein nicht geringer Teil der Mitglieder einer Prüfungskommission aus Praxisärzten zusammensetzen und dementsprechende Akzente in eine Facharztprüfung einbringen.

tarumo
14.12.2017, 10:29
Das ist mal ne Aussage! Danke
Jetzt muss ich nur noch ein Haus finden, in denen man routinemäßig MRT-Gelenke durchführt und befundet. Selbst an meiner jetzigen Uniklinik werden allenfalls n' paar Kniegelenke gemacht, das wars...

Könnte schwierig werden, da werden schon die Kaufleute hinterher sein, daß die Geräte nicht mit sowas vollgeplant werden. Am ehesten noch an einer BG-Unfallklinik oder ähnliches, wobei da wiederum die zu sehenen Krankheiten von denen in einer Praxis erheblich abweichen werden. Ansonsten siehe meine zweite Antwort.

FirebirdUSA
14.12.2017, 13:26
Könnte schwierig werden, da werden schon die Kaufleute hinterher sein, daß die Geräte nicht mit sowas vollgeplant werden. Am ehesten noch an einer BG-Unfallklinik oder ähnliches, wobei da wiederum die zu sehenen Krankheiten von denen in einer Praxis erheblich abweichen werden. Ansonsten siehe meine zweite Antwort.

Wollte ich gerade vorschlagen: die BG Kliniken haben häufig eigene MRTs und da sind die klassischen Krankheitsbilder je nach Standort auch vertreten. Ich hatte fast 8 Monate Rotation in eine BG und hab in der Zeit fast täglich die OP-Vorbereitungsdemo gemacht. Da hat man jeden Tag ca. 20-30 Fälle gezeigt mit CT, Rö, MRT und auch die klinischen Infos gehabt. Da hab ich ehrlich am meisten über MSK gelernt. Inzwischen wird die Demo aber nicht mehr von den fortgeschrittenen Assistenten gemacht, sondern von einem OA... insofern an diesem Standort keine Option mehr.

tarumo
14.12.2017, 19:05
Ich würde aber grundsätzlich dazu raten, sich nicht zu früh zu sehr zu spezialisieren, vor allem nicht wegen solchen Sachen den Arbeitgeber zu wechseln (mit allen damit verbundenen finanziellen und WB-spezifischen Erschwernissen).

Hinterher kannst Du zwar MSK perfekt, es wird an Deiner Wunsch-Arbeitsstelle aber gar keiner mehr für MSK gebraucht, dafür vielleicht jemand für die Kardiodiagnostik oder fürs Screening (und dann gibt es schräge Blicke, wenn man vorher an einer BG-Klinik war). Also lieber breit aufstellen (ein paar Akzente setzen ist aber durchaus vorteilhaft) und erst später spezialisieren. Auch auf solche Sachen wie Screening kann man sich nicht langfristig verlassen, es sind politische Konstrukte, die mit einer simplen Gesetzesänderung und bei Politik nach Kassenlage genauso schnell verschwinden können, wie sie gekommen sind.

facialis
24.02.2018, 10:29
Bezüglich MSK habe ich auch eine Frage. Wenn man sich nach dem FA darauf spezialisieren möchte, wo macht man das am besten? uni? spezielle lehrpraxen? gibt es da Koryphähen analog der Herzbildgebung in grossen Herzzentren ( zB Leipzig oder Berlin)? Es ist ja noch keine eigenständige Spezialisierung wie Neuroradio, aber es gibt mittlerweile Qualitätszertifikate von der DRG, die man in dafür zertifizierten Lehrzentren (darunter Praxen und Unis) erwerben kann. Lohnt es sich? oder ist das nur Geldmacherei und der Wisch nützt nix? ach ja, und wenn man als FA zB an eine BG Klinik oder Uni mit diesem Ziel geht, macht man dort auch das, worauf man sich spezialisieren möchte (in dem Fall MSK) oder muss man dann ein Haufen anderen Mist a la Tagesgeschäft machen und MSK dann nur nebenbei? hätte duesbezüglich Praxis einen Vorteil? oder sogar Schweiz?

tarumo
03.03.2018, 19:34
Bezüglich MSK habe ich auch eine Frage. Wenn man sich nach dem FA darauf spezialisieren möchte, wo macht man das am besten? uni? spezielle lehrpraxen? gibt es da Koryphähen analog der Herzbildgebung in grossen Herzzentren ( zB Leipzig oder Berlin)? Es ist ja noch keine eigenständige Spezialisierung wie Neuroradio, aber es gibt mittlerweile Qualitätszertifikate von der DRG, die man in dafür zertifizierten Lehrzentren (darunter Praxen und Unis) erwerben kann. Lohnt es sich? oder ist das nur Geldmacherei und der Wisch nützt nix? ach ja, und wenn man als FA zB an eine BG Klinik oder Uni mit diesem Ziel geht, macht man dort auch das, worauf man sich spezialisieren möchte (in dem Fall MSK) oder muss man dann ein Haufen anderen Mist a la Tagesgeschäft machen und MSK dann nur nebenbei? hätte duesbezüglich Praxis einen Vorteil? oder sogar Schweiz?

Die Spezialisierung ergibt sich fast von alleine, wenn Du die Klinik verläßt. MSK ist das Tagesgeschäft praktisch aller Praxen, und i.d.R. kann man innerhalb einer Praxis dann auch bestimmte Interessensschwerpunkte übernehmen. Ansonsten sollte man gezielt einschlägige Fortbildungen besuchen (Termine u.a. auf der DRG homepage). An der "typischen" Klinik hat man eher wenig MSK, weil die MRT-Slots für sowas zu wertvoll sind. Was das Spektrum an einer BG-Unfallklinik ist, weiß ich nicht, ich unterstelle aber mal, daß es dort eher weniger um die Klassifizierung von irgendwelchen Knorpel-und Labrumschäden geht und die dort vorherrschenden akuten Krankheitsbilder auch eher wenig in einer klassischen Bestellpraxis anzutreffen sind. Den zertifizierten MSK-Radiologen kann man natürlich machen, zum gegenwärtigem Zeitpunkt erachte ich das aber als relativ sinnfrei und sowohl in der Klinik als auch in der Praxis ist IMHO das entscheidende, zügig gute und treffsichere Befunde zu formulieren (was auch jeder Chef schnell bemerkt) und nicht irgendwelche Zertifikate vorzuweisen. Das MSK-Zertifikat ist auf jeden Fall (zumindest aktuell) keine obligatorische Voraussetzung für irgendwas, sondern ein "nice to have", was man in die Bewerbungsmappe packen oder im Wartezimmer aushängen kann. Ich empfehle, aber erst mal die FA-Prüfung zu machen, und dann weiterzusehen. Nicht, daß Deine Traumstelle dann auf einmal im Brustzentrum ist....

facialis
05.03.2018, 09:19
Den zertifizierten MSK-Radiologen kann man natürlich machen, zum gegenwärtigem Zeitpunkt erachte ich das aber als relativ sinnfrei und sowohl in der Klinik als auch in der Praxis ist IMHO das entscheidende, zügig gute und treffsichere Befunde zu formulieren (was auch jeder Chef schnell bemerkt) und nicht irgendwelche Zertifikate vorzuweisen. Das MSK-Zertifikat ist auf jeden Fall (zumindest aktuell) keine obligatorische Voraussetzung für irgendwas, sondern ein "nice to have"..

danke für die hilfreiche antwort! ich dachte, man hätte damit später bessere chancen auf eine teilhaberschaft....aber wahrscheinlich zählen da andere faktoren, fragt such nur welche?

tarumo
11.03.2018, 10:22
Für eine Teilhaberschaft zählt in erster Linie Geld. Dann sollte man natürlich wissen, daß sich die Vergütungsituation seit den 80er Jahren nicht zum Positiven entwickelt hat und seit ein paar Jahren Radiologiepraxen flächendeckend von "Investoren" aufgekauft werden, die auch mal ein paar Jahre Verluste tragen können. Für die Öffentlichkeit ist dies in aller Regel nicht ersichtlich. Gerade in den letzten Wochen im erweiterten Umfeld wieder gesehen....Das Modell, was bis vor 20 Jahren oder so Bestand hatte, als FA raus aus der Klinik und eine Teilhaberschaft irgendwo anzutreten, ist defintiv out. Und schon gar nicht bedarf es einer MSK-Zertifizierung dazu. Wenn Du also in der Radiologie ein kleines Vermögen machen willst, dann mußt Du mit einem großen Vermögen irgendwo mit einsteigen;-)