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Teilzeitmediziner
14.12.2017, 00:55
Hallo zusammen,

bald ist es wieder soweit und man kann sich für den MedAT bewerben. Meine Frage richtet sich vor allem an Studierende in Österreich:

Linz habe ich mir letztens angeschaut, dort fühle ich mich nicht wohl.
Wien habe ich auch kurz gesehen, aber das Prüfungssystem zsm mit dem Studienplan (gefühlt hat man Module, die anderswo zur Grundausbildung gehören, erst in höheren Semestern, zB so ein neurologisches Fach etc...) gefällt mir leider auch nicht so.

Mir sagen aber zu:
Innsbruck & Graz

Könnt ihr mir abgesehen von den Prüfsystemen ein wenig darüber erzählen, warum ihr wo studiert und ob ihr damit glücklicher seid als anderwo? Wenn möglich etwas spezifisch zu diesen Standorten... :-D

davo
14.12.2017, 08:17
Du wirst (fast) niemanden finden, der an beiden Orten studiert hat - deshalb stelle ich die Sinnhaftigkeit deines Threads etwas in Frage :-p

Ich kenne Studenten aus beiden Studienorten - beide waren recht zufrieden.

In Graz wird halt jedes Fach einzeln geprüft während es in Innsbruck, abgesehen von den separaten Prüfungen in Praktika, Seminaren usw., anfangs jedes Semester, später jedes Jahr eine KMP (vergleichbar mit der SIP in Wien) gibt. Wenn dir viele kleinere Prüfungen lieber sind, ist also Graz ratsam, wenn dir weniger große Prüfungen lieber sind, Innsbruck.

Aber ich wiederhole das, was ich schon in einem früheren Thread geschrieben habe: Überleg dir, ob du in einer sehr teuren Mittelstadt mit vielen Touristen, die von den Bergen umgeben ist, oder in einer weniger teuren, deutlich größeren Stadt, die von Hügeln umgeben ist und viel Luftverschmutzung hat, wohnen willst :-p Denn die Städte sind wirklich sehr unterschiedlich - würde mir also auch das noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Außerdem ist es in Graz wahrscheinlich ein kleines bisschen einfacher, in der EU-Quote einen Platz zu bekommen, aber da gibt es leider kaum verlässliche Daten.

Wenn du österreichische Medizinstudenten erreichen willst, probier mal das nextdoc-Forum.

Teilzeitmediziner
14.12.2017, 08:30
Lieber Davo,

danke für die Antwort;)

Dass aufgrund der Studienpläne kaum jmd wechseln kann und beide Unis besucht hat, ist mir schon klar. Aber im Endeffekt kennen viele ja auch Medis an anderen Unis use...

Habe zu allen MedUnis bereits die Studienpläne studiert, d.h. die Prüfungssysteme sind mir schon bewusst und Wien fällt wegen der mir unschön vorkommenden Reihenfolge der Module wohl raus.

Es geht mir konkret um Leute, die Vergleiche zur Lehre ziehen können;)
Graz hab ich schon besucht - nichts wahnsinnig spektakuläres, aber eine schöne Stadt.

Und darüberhinaus gibt es ja theoretisch noch viele andere Faktoren: Anbindung nach Hause,...

Zusammengefasst: Jeder Vergleich zwischen Innsbruck und Graz würde mir sehr helfen, speziell bezüglich der Lehre;)

Falls jmd zu wissen glaubt, dass bspw Wiener Medis länger leben bzw realistischer international begehrt sind, dann bin ich auch ganz Ohr;)

davo
14.12.2017, 08:51
Ich kenne keinen einzigen, der in Wien studiert oder studiert hat und es gut fand. Wien ist IMHO nur für Masochisten geeignet.

Ich finde es aber ehrlich gesagt auch völlig unsinnig, eine Uni wegen der Modulreihenfolge (!!!) auszuwählen oder auszuschließen :-p

Wenn du dir nicht sicher bist, dann wirf halt eine Münze. Wie gesagt: In beiden Städten kann man gut Medizin studieren, das ist also nicht das Problem.

Ich persönlich fände die ruhigere Lebensart in Graz angenehmer, aber jeder hat halt andere Präferenzen.

Teilzeitmediziner
14.12.2017, 16:23
Alles klar:)

Wien ist meiner Meinung nach eben die richtige Großstadt - die anderen eher Provinz...

Innsbruck:
+ Bin sehr aktiv, was eine sportliche Gestaltung der Freizeit angeht (Wird ja als Outdoor-Freaks-Stadt gerühmt)
+ Nähe zu DE (bin Deutscher, sry:P )
- SIP

Graz:
+ Studentenstadt (studiere grade selber in einer), dort kann man sich (hab sie besucht) wohlfühlen
+ Modulprüfungen
- Anbindung


Sind SIP merklich anstrengender als Modulprüfungen?

davo
14.12.2017, 16:38
Das kann dir niemand beantworten. Der eine hat dieses System lieber, der andere jenes. Aber wahrscheinlich sind die KMPs weniger Aufwand (und bieten gleichzeitig wahrscheinlich weniger Lerneffekt). Aber auch das sehen bestimmt unterschiedliche Studenten unterschiedlich.

Wenn du im Sommer wandern und im Winter skifahren willst, ist Innsbruck sicher eine exzellente Wahl. Dieses Foto sollte alles sagen: https://www.facebook.com/PhotographyDJ/photos/a.348022651885170.79222.341686795852089/1673254169362005/?type=3&theater

Auf skalpell.at findest du alle möglichen Infos zum Studium in Innsbruck. Und hier im Forum gibt es ein oder zwei etwas aktivere Grazer Studenten - einfach mal die Forensuche bemühen.

Teilzeitmediziner
14.12.2017, 20:48
Danke dir davo, ich werde einen Blick auf diese Websites werfen!

Ich bin zwar weder Wanderer, noch Skifahrer, aber ich fahre MTB, Rennrad und jogge gern:)
Innsbruck oder Graz (oder doch Wien!?) - die Entscheidung wird vertagt:P

aminemo
15.12.2017, 17:59
Danke dir davo, ich werde einen Blick auf diese Websites werfen!

Ich bin zwar weder Wanderer, noch Skifahrer, aber ich fahre MTB, Rennrad und jogge gern:)
Innsbruck oder Graz (oder doch Wien!?) - die Entscheidung wird vertagt:P

Ich weiß ja nicht, ob du den MedAT schonmal geschrieben hast, aber die wichtigste Frage dürfte sein: Wo ist die Quote nächstes Jahr wahrscheinlich am besten. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass die benötigte Punktzahl in Linz durch die Verdopplung der Plätze ein bisschen niedriger sein könnte. War 2016 auch so.

Ich studiere in Graz, es gibt Licht und Schatten. Einige Module sind gut, in vielen kommst du aber mit Altfragen sehr einfach durch die Vorklinik, der Lerneffekt ist dann natürlich geringer. Dann kommt das 4. Semester und plötzlich steigen die Ansprüche rapide, viele müssen die Patho-Prüfung ein- oder mehrmals wiederholen. Anatomie hier ist tiptop, jede Menge Möglichkeiten zu sezieren, aber recht anspruchsvolles System mit jeder Menge mündlicher Prüfungen. Die Klinik dürfte sich in den Städten nicht zu sehr unterscheiden- manche Stationen sind motivierter als andere, in manchen ist das Klima angenehmer, etc.
Innsbruck ist bestimmt auch cool, gerade als sportbegeisterter Mensch- aber mir wäre es vom Rest Österreichs viel zu sehr abgeschnitten. Dafür hab ich von anderen Studierenden eher auch Utes über die Uni gehört :)

Teilzeitmediziner
15.12.2017, 18:22
Danke!

MarianSun
15.12.2017, 20:46
Hey Teilzeitmediziner,

von wo aus und wie/womit bereitest du dich denn vor?

Ich versuche auch im nächsten Jahr den MED-AT zu schreiben, habe mich aber noch nicht wirklich mit dem Studienort beschäftigt. Meine oberste Priorität ist, den Test überhaupt zu bestehen. :-)

Choranaptyxis
15.12.2017, 20:49
Hey Teilzeitmediziner,

von wo aus und wie/womit bereitest du dich denn vor?

Ich versuche auch im nächsten Jahr den MED-AT zu schreiben, habe mich aber noch nicht wirklich mit dem Studienort beschäftigt. Meine oberste Priorität ist, den Test überhaupt zu bestehen. :-)

Man kann den Test im dem Sinne bestehen oder nicht bestehen. Es gilt nur genug Punkte im zu sammeln, sodass man am beworbenen Studienort gut genug war einen Platz zu bekommen.

Teilzeitmediziner
15.12.2017, 22:29
@aminemo
Sry, hatte das überlesen: Nein, ich habe den MedAT noch nicht geschrieben. Wenn ich ihn nächstes Jahr schreibe, dann aber mit Vorbereitung.
Dass in Linz von 60 auf 120 erhöht wird kann entweder vergleichsweise von wenigen Leuten genutzt werden oder es kommt entgegen der letzten Jahre plötzlich eine Meute Deutscher zum Test - in Linz (auch nach 4 Sem Graz) fühle ich mich aber ganz und gar nicht wohl - tut mir Leid, aber jüngst bei meinem Kurztrip habe ich Linz als langweiligste Stadt, die ich jemals gesehen habe, abgestempelt:o
Wenn es anderweitig aber viel schwerer ist, reinzukommen, dann sollte man aber tatsächlich mal darüber nachdenken...

Andererseits: Einfach gut sein, dann klappt es überall!


@MarianSun
Ich komme aus Erlangen in Bayern und bereite mich dort vor:)
Wie Jana L. schon sagt: Der Studienort kann darüber entscheiden, ob man besteht oder nicht.
Warum?
Weil du dich ja für einen Ort entscheidest, an dem du den Test schreibst und wo du nach dem möglichen Bestehen eben auch studierst - die Tests finden überall zeitgleich statt. Je nachdem, wie viele Bewerber sich in der Österreicher-/EU-Quote in dem Jahr für den gleichen Standort wie du bewerben, hast du halt mehr oder weniger Konkurrenz. Folglich reicht für einen Studienplatz an Standort A bereits eine schlechtere Testleistung als an Standort B. Wenn du allerdings gut genug für A gewesen wärst, aber bei B geschrieben hast und es nicht geschafft hast, dann ärgerst du dich natürlich dämlich:D Waaaahnsinnig unterschiedlich sind die Grenzen aber trotzdem nicht, nur in Linz musste man zuletzt nicht ganz so gut sein.

Aber vllt war dir das ohnehin klar, wollte es nur sicherheitshalber erwähnen.

MarianSun
16.12.2017, 00:07
Das wurde wahrscheinlich etwas falsch verstanden. Ich meine damit eigentlich, dass für mich der Ort des Studiums (damit meine ich die Lage, Nachtleben etc.) dem bestehen des Tests untergeordnet ist. Dass man bei der Auswahl eventuell taktisch vorgehen sollte, ist mir bewusst. :-blush Sobald es daran geht sich anzumelden muss ich mir darüber natürlich Gedanken machen.

Ich studiere derzeit noch Geographie in Kiel und werde mich wahrscheinlich von hier aus oder in der Heimat, dem schönen Ruhrgebiet, darauf vorbereiten. Bin aber noch unschlüssig welche Materialien ich nutzen möchte.

Katallina
16.12.2017, 08:43
Hm, ich würde das entweder der Stadt oder der Chancen nach entscheiden! Denn jedes System (Module, SIPs,...) hat seine Vor- und Nachteile, die man wahrscheinlich gar nicht so einschätzen kann, wenn man nicht schon studiert.
Arzt wird man überall, dauert aber seine Zeit, die man dann auch in der Stadt verbringen muss. Und bis es soweit ist, muss man erstmal reinkommen :)

aminemo
16.12.2017, 09:40
Arzt wird man überall, dauert aber seine Zeit, die man dann auch in der Stadt verbringen muss. Und bis es soweit ist, muss man erstmal reinkommen :)

Ganz genau! Spannend wird es sowieso in der merkwürdigen Linz-Linz oder Graz-Linz Quote. Ich bin gespannt, ob es eine eigene Quote für die Linzer gibt, je nachdem wo sie die Vorklinik absolvieren. Es wird wohl insgesamt in Linz von 120 auf 180 erhöht. Könnte mir vorstellen, dass die Oberösterreicher nach Linz-Linz wollen und Graz-Linz vergleichsweise weniger attraktiv wird, aber das Blöde beim MedAT ist, man spekuliert so schön vor sich hin- letztlich ist die Leistung am Testtag alles :-)

Falls ihr die österreichischen Medien weniger verfolgt: die neue Regierung wird Studiengebühren einführen, deren Höhe noch nicht klar ist (wohl um 500 Euro/Semester) und die ggf. nachher bei Arbeit in Österreich als Steuervorteil teilweise wieder erstattet werden können. So ganz kostenlos bleibt das Studium also nicht, aber ist natürlich immer noch ein unglaubliches Geschenk des österreichischen Steuerzahlers ;-)

Zur Testvorbereitung: ich hab die kostenlosen Skripten der ÖH Med Wien benutzt, für die kognitiven Fähigkeiten die MedGurus Bücher und zum BMS Teil ein Buch von aufnahmeprüfung.at und von tokastudent

Katallina
16.12.2017, 09:54
Falls ihr die österreichischen Medien weniger verfolgt: die neue Regierung wird Studiengebühren einführen, deren Höhe noch nicht klar ist (wohl um 500 Euro/Semester) und die ggf. nachher bei Arbeit in Österreich als Steuervorteil teilweise wieder erstattet werden können. So ganz kostenlos bleibt das Studium also nicht, aber ist natürlich immer noch ein unglaubliches Geschenk des österreichischen Steuerzahlers ;-)

Zur Testvorbereitung: ich hab die kostenlosen Skripten der ÖH Med Wien benutzt, für die kognitiven Fähigkeiten die MedGurus Bücher und zum BMS Teil ein Buch von aufnahmeprüfung.at und von tokastudent

Ja, das mit den Studiengebühren stimmt, wobei das noch nicht fix ist und sich die ÖHs dagegen wehren!

Wann hast du denn den Test gemacht, wenn ich fragen darf?

Teilzeitmediziner
16.12.2017, 11:26
Ich bereite mich seit Anfang des Monats mit den ÖH Med Skripten und den studymed Skripten vor, weil ich keine Unsummen an Geld ausgeben möchte für etwas Ungewisses:)
Kenne aber auch jmd, der sich die IFS Skripte zugelegt hat.

davo
16.12.2017, 11:32
Ein Jahr später mit dem Studium anzufangen kostet aber das x-fache von ein paar Büchern oder Skripten... da frag ich mich dann immer, ob da Sparsamkeit nicht fehl am Platz ist. Das rentiert sich selbst dann vielfach wenn man €500 ausgibt und von einer Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit um nur 5 Prozentpunkte ausgeht... :-)) :-p

Teilzeitmediziner
16.12.2017, 12:23
Du liegst nicht falsch, aber du gehst bei deiner Argumentation eben davon aus, dass es iwann klappt:P
Sonst sind 500€ weniger besser investiert:D

davo
16.12.2017, 12:33
Gar nicht - ich hab mit dem Erwartungswert gerechnet, bin also nicht davon ausgegangen, dass es unbedingt klappen muss. Ex post kann man immer leicht sagen, hat sich nicht ausgezahlt, aber man muss sich ja ex ante entscheiden, wie man sich vorbereitet :-p