Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neurologie und Psychiatrie... zwei Fachärzte machen...Sinnvoll?
Also nochmal, ganz langsam:
Man kann in einer Oberarztstelle, die identisch mit der (formalen) Weiterbildungsstelle ist, sein. Das bedeutet: Man hat einen FA in einem Fachgebiet abgeschlossen. In dem 2. Fachgebiet, inhaltlich verwandt, ist man oberärztlich tätig, bekommt zu 100% Oberarztgehalt und macht in diesem 2. Fachgebiet nach x Jahren seinen Facharzt. Was ist daran so schwer zu verstehen? Übrigens war das auch mindestens schon vor 5 Jahren möglich, heute ist natürlich wegen des Mangels in manchen Fächern durchaus häufiger machbar.
Also nochmal, ganz langsam:
Man kann in einer Oberarztstelle, die identisch mit der (formalen) Weiterbildungsstelle ist
Ich versteh es immer noch nicht. Als Oberarzt bist Du eigenverantwortlich (üblicherweise als FA) ärztlich tätig, als WBA per Gesetz genau das Gegenteil davon. Das schließt sich somit auf der gleichen Position aus. Natürlich kann man im gleichen Haus tätig sein, in verwandten Fächern wie Radiologie/Nuklearmedizin/Strahlentherapie , Neurologie/Psychatrie oder Psychiatrie/Psychosomatik vielleicht sogar beim gleichen Chef. Nur mit der formalen Zuordnung zu einem bestimmten Personalschlüssel dürfte es nach Deinem Konstrukt ganz erheblich "hapern". Die wenigen "Zweitweiterbildungsassistenten", die ich kenne, sind mit allen negativen Konsequenzen (in einem Fall inkl. der Aufgabe einer vorherigen Oberarztstelle) von der Verwaltung degradiert und auf eine Assistenzarztstelle gesetzt worden, schon um juristischen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Soweit ich informiert bin, durften sie aber gnädigerweise den Status als Assistenzarzt auf der höchsten Vergütungsstufe behalten.
Ich geb`s auf.
Egal, welche Überlegungen du anstellst. Das von mir Erläuterte sind seit langem Tatsachen.
Der betreffende Kollege mußte übrigens zur Erlangung seiner Innere-WB eine Oberarztstelle Psychiatrie über Jahre aufgeben (insofern sind wir hier recht nah am Thread). Und natürlich Innere-Dienste schieben bis zum Abwinken, statt als OA Psychiatrie im "Hintergrund-Bett" zu schlafen. Aber, wie gesagt, es ist jeder seines Glückes Schmied.
Nachdem wir uns aus den Augen verloren haben, kann ich natürlich nicht sagen, ob er den Reallohnverlust als weiterhin angesteller KH-Arzt jemals wieder reingeholt hat (was ich bezweifle).
Ich könnte mir sogar Begehrlichkeiten der Verwaltung vorstellen, ihn "wegen Personalmangel" sogar in beiden Fächern für die Hintergrunddienste einzusetzen. für lau, versteht sich.
Ich gehe übrigens von den aktuellen WBO aus und nicht von anno dazumal- vielleicht auch ein wichtiger Faktor. Ansonsten erscheint mir sowohl diese Aussage von Dir als auch der andere Thread mit der "Vordergrund-Dienstüberlassung" als reichlich kurios, um nicht zu sagen, dubios seitens des AG, wobei ich auch nicht bestreiten will, daß es diese Konstellationen in reality gibt....
Nessiemoo
23.12.2017, 19:06
Also irgendwie zurück zu der konkreten Frage - Hier in der Gegend sind fast alle neurologische Praxen noch "Nervenarztpraxen" mit teilweise 1/2 Kassensitz Neurologie und 1/2 Kassensitz Psychiatrie. Bei einer Praxenübernahme wird dann häufiger ein doppeltes Facharzt gewünscht (Klar bei dem Ärztemangel wird es bestimmt auch ohne klappen, man verliert jedoch relativ viele Patienten dadurch). Und der Zeitaufwand ist ja nur drei Jahre mehr, also wenn man deutlich eine Niederlassung anstrebt, scheint es sich zu lohnen.
Klar, Nervenarzt ist auch "old school". Sind nur noch "Restbestände". Wenn Dir die KV (vereinfacht) für Neuro und Psychiatrie je ein halbes Budget zubilligt, hast Du per se immer nur das gleiche raus, dafür doppelten Schreibkram etc. Gilt auch für Deinen AG, wenn Du in einem MVZ anheuern solltest. Warum man zu den aktuellen Spielregeln besser keine Psychiatriepraxis übernehmen sollte, hatte ich vor ca zwei Wochen schon mal ausgeführt. Und Anfang November die KV-Spielregeln bzgl. Kassenzulassung. Ach ja, das Regressrisiko ist auch verdoppelt, und halbes Budget heißt noch lange nicht, daß der Regress dann halbiert wird. Patienten verlieren ist kein Problem, es ist in der Niederlassung gerade in Neurologie und Psychiatrie so, daß mehr Patienten zu mehr wirtschaftlichen Schwierigkeiten für den Arzt führen. Vielmehr verlieren die Patienten ihren Arzt (die Wartezeiten sind jetzt schon zig Monate), aber darum geht es hier nicht.
arztarzt
28.12.2017, 10:15
Liebe Leute , danke für die Rückmeldungen! Ich bin selber der Meinung das Geld ist nicht alles. Im Vergleich zu den anderen Berufen verdient man als Arzt schon nicht schlecht, obwohl man auch viel leisten muss und der Verantwortungsgrad schon enorm ist. Aber den Beruf kann man nicht nur fürs Gehalt lieben, daher glaube ich man kann sich doch Mühe geben und 2 Fachärzte machen weil es interessant ist und spass macht.
Liebe Leute , danke für die Rückmeldungen...ich bin selber der Meinung das Geld ist nicht alles.....im Vergleich zu den anderen Berufen verdient man als Arzt schon nicht schlecht, obwohl man auch viel leisten muss und der Verantwortungsgrad schon enorm ist.....aber der Beruf kann man nicht nur fürs Gehalt lieben....daher ich glaube man kann sich doch mühe geben und 2 Fachärzte machen weil es interessant ist.. spass macht.
Dafür bekommst von mir erstmal einen Daumen hoch!
Dass die Motivation der Einzelpersonen teilweise unterschiedlich ist, stört mich gar nicht so. Das wird immer so sein, die ist auch bei mir manchmal tagesformabhängig. Aber dass Leute andere mit ihrer Demotivation auf ihr Niveau runterziehen wollen find ich nicht ok.
Von mir auch Daumen hoch und Respekt!
Doppel fa mag sich finanziell nicht lohnen, aber was das klinische Wissen angeht bist du dafür garantiert viel breiter aufgestellt als mit nur einem. Ich find das super.
Spiral Architect
25.01.2018, 09:51
Hallo,
ich grabe das nochmal aus, da für mich wegen angestrebtem Doppel-FA auch relevant:
Also nochmal, ganz langsam:
Man kann in einer Oberarztstelle, die identisch mit der (formalen) Weiterbildungsstelle ist, sein. Das bedeutet: Man hat einen FA in einem Fachgebiet abgeschlossen. In dem 2. Fachgebiet, inhaltlich verwandt, ist man oberärztlich tätig, bekommt zu 100% Oberarztgehalt und macht in diesem 2. Fachgebiet nach x Jahren seinen Facharzt. Was ist daran so schwer zu verstehen? Übrigens war das auch mindestens schon vor 5 Jahren möglich, heute ist natürlich wegen des Mangels in manchen Fächern durchaus häufiger machbar.
Bislang habe ich ehrlich gesagt niemand getroffen, für den das so hingehauen hat. Meine Kollegen aus der Neurologie, die ihren Facharzt in der Tasche habe und dauerhaft in die Psychiatrie gewechselt sind, sind allesamt nochmal als Assistenzärzte angefangen, in Vollzeit mit Bereitschaftsdiensten. Und auch, wenn man sich Stellenanzeigen für Oberarztstellen für Psychiatrie durchliest, wird doch ein entsprechender Facharzt gefordert.
Ich glaube Dir das einfach nicht! :-))
Bislang habe ich ehrlich gesagt niemand getroffen, für den das so hingehauen hat. Meine Kollegen aus der Neurologie, die ihren Facharzt in der Tasche habe und dauerhaft in die Psychiatrie gewechselt sind, sind allesamt nochmal als Assistenzärzte angefangen
Und wieviele von der Grundgesamtheit sind "allesamt", die du getroffen hast?
wenn man sich Stellenanzeigen für Oberarztstellen für Psychiatrie durchliest, wird doch ein entsprechender Facharzt gefordert.
In Stellenanzeigen wird viel gefordert, die Realität sieht, gerade in Nicht-Großstädten anders aus.
Ich glaube Dir das einfach nicht! :-))
Nun, das ist dein Problem, oder? :-))
Bislang habe ich ehrlich gesagt niemand getroffen, für den das so hingehauen hat. Meine Kollegen aus der Neurologie, die ihren Facharzt in der Tasche habe und dauerhaft in die Psychiatrie gewechselt sind, sind allesamt nochmal als Assistenzärzte angefangen, in Vollzeit mit Bereitschaftsdiensten. Und auch, wenn man sich Stellenanzeigen für Oberarztstellen für Psychiatrie durchliest, wird doch ein entsprechender Facharzt gefordert.
Ich glaube Dir das einfach nicht! :-))
Ich kenne mindestens einen Fall in dem ein OA aus der Gefäßchirurgie in die Uro gewechselt ist.
FA GCH und jetzt als OA Uro tätig. Das ist scheinbar machbar wenn der Chef die Fähigkeiten entsprechend einschätzt.
Ist mit Sicherheit selten und man muss die Leute schon vorher kennen, aber sowas gibt es.
Also nochmal, ganz langsam:
Man kann in einer Oberarztstelle, die identisch mit der (formalen) Weiterbildungsstelle ist, sein. Das bedeutet: Man hat einen FA in einem Fachgebiet abgeschlossen. In dem 2. Fachgebiet, inhaltlich verwandt, ist man oberärztlich tätig, bekommt zu 100% Oberarztgehalt und macht in diesem 2. Fachgebiet nach x Jahren seinen Facharzt. Was ist daran so schwer zu verstehen? Übrigens war das auch mindestens schon vor 5 Jahren möglich, heute ist natürlich wegen des Mangels in manchen Fächern durchaus häufiger machbar.
Möglich ist das, wenn Verwaltung und Chef dem zustimmen.
Formal besteht allerdings das Problem, daß der Betreffenden auf seiner Oberarztstelle eigentlich unter fachärztlicher Leitung arbeiten muß, da er ja noch kein Facharzt ist, somit formal keinen FA-Standard hat. Rechtlich wird das wahrscheinlich wie bei Assistenten kurz vorm FA gehandhabt, die ja vereinzelt auch schon Hintergrunddienst abdecken. Ist aber sicherlich eine Grauzone.
Nessiemoo
25.01.2018, 12:51
Hm, ich kenne schon paar Abteilungen die fachfremde Oberärzte eingestellt haben (Z.B FA für Anästhesie eingestellt in der chirurgie als OA für intensivstation, FA für Innere eingestellt als OA in der Neurologie), insofern kann man bei einer inhaltlichen Verwandschaft, wie rafiki gesagt hat es wahrscheinlich ganz gut begründen. Klar, die haben dann ein eigenes Tätigkeitsfeld, das nicht unbedingt für eine 2. Facharztausbildung ausreicht, aber das ist ja ein ganz anderes Problem :-))
LasseReinböng
25.01.2018, 22:09
Na, ich hoffe nur, daß man als Doppel-FA nicht auch noch doppelt so viele CME-Punkte im Jahr sammeln muß. ;-)
LasseReinböng
25.01.2018, 22:23
Hm, ich kenne schon paar Abteilungen die fachfremde Oberärzte eingestellt haben (Z.B FA für Anästhesie eingestellt in der chirurgie als OA für intensivstation, FA für Innere eingestellt als OA in der Neurologie), insofern kann man bei einer inhaltlichen Verwandschaft, wie rafiki gesagt hat es wahrscheinlich ganz gut begründen. Klar, die haben dann ein eigenes Tätigkeitsfeld, das nicht unbedingt für eine 2. Facharztausbildung ausreicht, aber das ist ja ein ganz anderes Problem :-))
Einen Anästhesisten als OA auf einer operativen Intensivstation würde ich jetzt nicht unbedingt als "fachfremd" bezeichnen, die allermeisten oberärztlichen Intensivmediziner auf operativen Intensivstationen in Deutschland sind Narkotiseure und keine Schneider.
FirebirdUSA
26.01.2018, 05:42
FA ACH als OA in der operativen Derma... FA Neurologie und FA Psychatrie als FA bezahlt in der Radiologie während WB Radiologie ebenfalls schon erlebt
Du kennst jemanden, der als Facharzt für Psychiatrie nochmal als Assistent in der Radio angefangen hat? Das sind ja mal diametral entgegengesetzte Fächer :-))
FirebirdUSA
26.01.2018, 15:42
Du kennst jemanden, der als Facharzt für Psychiatrie nochmal als Assistent in der Radio angefangen hat? Das sind ja mal diametral entgegengesetzte Fächer :-))
Ja, der arbeitet inzwischen sogar als Radiologe in einer Praxis und hat beide Fachärzte und den SP Neuroradiologie
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