Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Opt-out: Was ist Wahrheit, was ist Personalerwunschtraum
][truba][
21.02.2018, 18:56
Es ist doch so: eine Spätschicht + Nachtschicht zusammen und dafür am nächsten Nachtmittag/Nacht frei ist doch viel geiler als eine Woche Spätschicht oder eine Woche Nachtschicht. Oder sieht das jemand anders?
Wir haben das gleiche System unter der Woche. Wenn du das durcharbeitest/nur rund 2h Schlaf kriegst, haste halt auch nicht viel vom Folgetag. Aber immerhin ists nur einer pro Woche
6 Nächte und dann eine Woche frei hat auch viele Vorteile....
Wieso hat man dann bei euch eine Woche frei? Das ist bei unseren Internisten irgendwie nicht so...
Ich kenne von der Neo (und habe es auch von anderen ITS so gehört) am Wochenende 12,5h (bzw. 11,75 abzüglich Pause) als Zweischichtsystem. Keine Bereitschaft, sondern komplett Arbeitszeit. Darf das nicht? Betrifft mich selbst nicht mehr, würde mich aber wundern.
LG
Ally
kartoffelbrei
22.02.2018, 09:09
Ich hab gerade die Quelle nicht an der Hand, aber am Wochende ist die Verlängerung der Arbeitszeit auf 12 Stunden erlaubt, wenn dadurch alle Beteiligten insgesamt seltener am Wochenende arbeiten müssen.
arbeiter79
22.04.2018, 10:22
mit opt out gibts im arbeitszeitgesetz keine festlegung wie viel man max arbeiten darf. aber z.b. in tarifverträgen kann das trotzdem begrenzt sein. z.b. in meinem bis 60h. wenns nicht ist würde ich es kündigen oder individuell ein stunden limit festlegen das einem passt.
generell kann man ganz wenig glauben was im am arbeitsplatz für Weisheiten über arbeitsrecht, tarifverträge usw. existieren. selbst im personalbüro. wenn man sich paar stunden zeit nimmt und sich beliest weiß man normalerweise schon mehr als kaum ein Zweiter im ges. Haus.
AApfelbaum
16.05.2018, 15:08
Ich hab in einem auch mal einen Opt-Out-Wisch vorgelegt gekriegt, der nicht begrenzt war. Hab nur den Arbeitsvertrag unterschrieben zurückgegeben und 2 Monate lang hat's niemand gemerkt. Dann wurde ich ins Personalbüro bestellt, solange ich den Opt-Out-Wisch nicht unterschreibe, dürfe sie mir kein Gehalt mehr auszahlen :confused: War natürlich Blödsinn!
In meinem Fall war das unbegrenzte Opt-Out dazu gedacht, aus meiner 50%-Stelle durch die Hintertür eine Vollzeitstelle zu machen bzw. habe ich auf Station die Aufgaben von eigentlich 2,5 Stellen übertragen gekriegt (1,5 Kollegen hatten sich gleich für mehrere Monate im voraus krank gemeldet). Ist das bei dir auch so ähnlich? ;-)
escitalopram
16.05.2018, 15:51
Die Personalbüroleiterin wollte mir jetzt weiß machen, dass das Opt-Out de facto komplett die Arbeitszeitbegrenzung der EU aushebelt, sowohl für Überstunden, als auch für Dienste, was ja unbedingt Not täte, da ja ansonten für mich IMMER eine Ablöse zur Verfügung stehen müsste, da ich ja dann "nur" 2 Überstunden machen könnte pro Tag, und das ja für den Dienstplan schwierig sei.
Bevor bestimmte Schlaumeier erneut auf mich losgehen, mit dem Argument "Du hast noch kein Examen gemacht!", sage ich vorab, dass ich "erst" M2 hinter mir habe, aber gerne auch in diesem Forum lese. Entschuldigung, dass ich so blöd frage, ich bin neugierig. Wie viele Stunden sind denn laut Vertrages täglich vorgesehen, dass man ja offenbar 2 Überstünden/Tag als "wenig" ansieht (so lese ich das aus dem Kommentar heraus). Dürften ja mind. (exkl. Pausen) 8 sein, oder? Und dann noch 2 dazu, also MINDESTENS 10 pro Tag. Und das soll ja zu wenig sein? Gibt es wirklich sowas?
Ohne opt-out dürfen bis zu 48h/Woche im Schnitt gearbeitet werden. Wenn du unter der Woche einen 24h Dienst mit FZA am folge Tag magst ohne weitere Überzeiten, dann kommst Du da schon drauf. Daher ist es für viele Dienstmodelle tatsächlich nicht doof, auf opt-out zurückzugreifen. Ich habe immer ohne opt-out innerhalb dieser Grenzen durch ein Dreischichtmodell gearbeitet, was mir weniger Geld und weniger nutzbare Freizeit als 24h-Modelle mit opt-out gebracht hätten.
escitalopram
16.05.2018, 15:58
Wenn ja ohne Opt-Out oder wie das auch immer heißt, max. 48 h/Woche gearbeitet werden darf, sind das ja knapp 10 h/Tag oder bin ich gerade total verwirrt?! Und dann unterschreibt man das, damit man noch mehr als 10 h/Tag arbeiten (zumindest rechnerisch im Durchschnitt)?! :-oopss OMG. Und das wird vom Arbeitgeber erwartet?!
Kackbratze
16.05.2018, 16:30
Willkommen im Gesundheitssystem. Schonmal ein Praktikum im Krankenhaus gemacht?
Ich hab in einem auch mal einen Opt-Out-Wisch vorgelegt gekriegt, der nicht begrenzt war. Hab nur den Arbeitsvertrag unterschrieben zurückgegeben und 2 Monate lang hat's niemand gemerkt. Dann wurde ich ins Personalbüro bestellt, solange ich den Opt-Out-Wisch nicht unterschreibe, dürfe sie mir kein Gehalt mehr auszahlen :confused: War natürlich Blödsinn!
Das wäre exakt der Zeitpunkt gewesen, wo ich nach dem Kündigungsvordruck gefragt hätte. Und zwar innerhalb der Probezeit mit 2 Wochen zum nächstmöglichen Zeitpunkt! SAMMA! Wen wollen die denn verarschen? Exakt zu dem Zeitpunkt, wo kein Geld auf dem Konto erscheint, erscheint auch kein Arzt mehr zur Arbeit! :-nix
In meinem Fall war das unbegrenzte Opt-Out dazu gedacht, aus meiner 50%-Stelle durch die Hintertür eine Vollzeitstelle zu machen bzw. habe ich auf Station die Aufgaben von eigentlich 2,5 Stellen übertragen gekriegt (1,5 Kollegen hatten sich gleich für mehrere Monate im voraus krank gemeldet). Ist das bei dir auch so ähnlich? ;-)
Genau! Als Teilzeit Opt-Out braucht man nicht. Du wirst NIEMALS in einem "normalen" Dienstsystem soviele Dienste machen, dass Du als TZ-Kraft über die 48h kommst. :-nix
Wenn ja ohne Opt-Out oder wie das auch immer heißt, max. 48 h/Woche gearbeitet werden darf, sind das ja knapp 10 h/Tag oder bin ich gerade total verwirrt?! Und dann unterschreibt man das, damit man noch mehr als 10 h/Tag arbeiten (zumindest rechnerisch im Durchschnitt)?! :-oopss OMG. Und das wird vom Arbeitgeber erwartet?!
Nein! Das heißt Du darfst 8 Stunden am Tag arbeiten. Und da die (Arbeits-) Woche aus 6 Tagen besteht, kommt man auf die 48 Stunden. Im Umkehrschluß dürftest Du dann doch 10 Stunden am Tag arbeiten. In der Regel ergibt sich die tägliche Arbeitszeit aus dem Tarifvertrag. Meistens 40-42h/Woche. Wenn Du dann eine VZ-Stelle hast, dann bleibt halt nicht mehr viel Zeit für einen Dienst übrig, nämlich 6-8 Stunden / Woche. Und da setzt das Opt-Out an. Wenn Du z.B. am Wochenende Dienst machst, dann kämest Du ohne Opt-Out ja ganz schnell über die erlaubten 48h/Woche. ;-)
Edit: Siehe erste Seite dieses Threads: http://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?78518-Was-genau-bedeutet-Opt-out
Einfach mal durchlesen. Da wird eigentlich fast alles zum Thema Opt-Out erklärt...
escitalopram
16.05.2018, 17:57
Willkommen im Gesundheitssystem. Schonmal ein Praktikum im Krankenhaus gemacht?
Natürlich, aber ich weiß ja nicht, was die Ärzte für Dokumente unterschreiben und dass die meisten total überarbeitet sind, merkt man auch. Aber ich wusste nicht, dass, wenn man "nur" 10 h/Tag (rechnerisch zumindest) arbeitet, das als "wenig" angesehen wird und man ein zusätzliches Dokument unterschreibt, damit man nicht "nur" max. 10 h/Tag arbeiten darf... Ebenso hatte ich von manchen Assis von Arbeitszeiten von über 60-70 h/Woche gehört, aber so recht konnte ich das nicht glauben. Scheint locker hinzuhauen.
Nein! Das heißt Du darfst 8 Stunden am Tag arbeiten. Und da die (Arbeits-) Woche aus 6 Tagen besteht, kommt man auf die 48 Stunden. Im Umkehrschluß dürftest Du dann doch 10 Stunden am Tag arbeiten. In der Regel ergibt sich die tägliche Arbeitszeit aus dem Tarifvertrag. Meistens 40-42h/Woche. Wenn Du dann eine VZ-Stelle hast, dann bleibt halt nicht mehr viel Zeit für einen Dienst übrig, nämlich 6-8 Stunden / Woche. Und da setzt das Opt-Out an. Wenn Du z.B. am Wochenende Dienst machst, dann kämest Du ohne Opt-Out ja ganz schnell über die erlaubten 48h/Woche. ;-)
Edit: Siehe erste Seite dieses Threads: http://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?78518-Was-genau-bedeutet-Opt-out
Einfach mal durchlesen. Da wird eigentlich fast alles zum Thema Opt-Out erklärt...
Brutus [-::-] Danke, dass du immer für mich idioteneinfach erklärst. :) Achso, ich wusste ja nicht, dass die Arbeitswoche aus 6 (und nicht 5) Tagen besteht. Das ist mal interessant zu wissen. Und "Dienst(e)" nennt man die Zeit, über die vorgesehenen täglichen 8 Stunden, oder? Na ja, trotzdem scheinen die Arbeitsbedingungen tatsächlich krasser zu sein, als ich gehört/gedacht hatte... Respekt an alle, die das (mit sich) machen (lassen)!
escitalopram
16.05.2018, 18:01
Bitte löschen.
schnix25
16.05.2018, 18:05
Natürlich, aber ich weiß ja nicht, was die Ärzte für Dokumente unterschreiben und dass die meisten total überarbeitet sind, merkt man auch. Aber ich wusste nicht, dass, wenn man "nur" 10 h/Tag (rechnerisch zumindest) arbeitet, das als "wenig" angesehen wird und man ein zusätzliches Dokument unterschreibt, damit man nicht "nur" max. 10 h/Tag arbeiten darf... Ebenso hatte ich von manchen Assis von Arbeitszeiten von über 60-70 h/Woche gehört, aber so recht konnte ich das nicht glauben. Scheint locker hinzuhauen.
Nein so stimmt das glaube ich nicht. Auch Opt out hebelt nicht das Arbeitszeitgesetz aus. Deine tägliche Höchstarbeitszeit liegt weiterhin bei 10h. Was darüber hinaus geht kann dir nicht bezahlt werden, da es ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz ist (sofern es Vollarbeit ist, Bereitschaftsdienst ist was anderes). Aber Opt out ermöglicht dir z.B. von Montag bis Freitag jeden Tag voll also z.B. 10h pro Tag zu arbeiten und zusätzlich am Samstag einen Dienst zu machen. Da bist du dann schnell über 60h Wochenarbeitszeit.
Deine tägliche Höchstarbeitszeit liegt weiterhin bei 10h. Was darüber hinaus geht kann dir nicht bezahlt werden, da es ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz ist (sofern es Vollarbeit ist, Bereitschaftsdienst ist was anderes).
Dann wäre das ganze ja der feuchte Traum eines jeden Personalers. Sorry du hast illegal zu viel gearbeitet, das darf ich dir nicht bezahlen!
Wenn du mehr arbeiten musst als erlaubt bekommst du das NATÜRLICH bezahlt, der Arbeitgeber muss halt im Zweifelsfall noch eine saftige Strafe an den Staat ZUSÄTZLICH bezahlen.
Außerdem beziehen sich die 48h/Woche auf den Durchschnitt in so und so vielen Monaten, nicht auf eine einzelne Woche...
schnix25
16.05.2018, 18:26
Theoretisch schon. In der Realität werden ja aber leider nicht alle Überstunden bezahlt.
Autolyse
16.05.2018, 18:38
Aber nur, wenn man das mit sich machen lässt. Wenn der Arbeitgeber meint, dass er keine Anweisung erteilt hat länger zu bleiben, dann lässt man eben pünktlich zum Ende der Regelarbeitszeit den Stift fallen und geht nach Hause...
Feuerblick
16.05.2018, 18:39
So isses. Wenn der Arbeitgeber meint, dass man zwar länger bleiben soll, aber dafür weder Geld noch Freizeitausgleich bekommen kann, dann hat er leider Pech gehabt und sieht mich nach Ende der Regelarbeitszeit nur noch von hinten.
Mooooooooment! Bitte wirklich den o.g. Link anklicken und dort zuerst mal lesen. Es lohnen sich ALLE 5 Seiten!
Jetzt zu hier:
Natürlich, aber ich weiß ja nicht, was die Ärzte für Dokumente unterschreiben und dass die meisten total überarbeitet sind, merkt man auch. Aber ich wusste nicht, dass, wenn man "nur" 10 h/Tag (rechnerisch zumindest) arbeitet, das als "wenig" angesehen wird und man ein zusätzliches Dokument unterschreibt, damit man nicht "nur" max. 10 h/Tag arbeiten darf... Ebenso hatte ich von manchen Assis von Arbeitszeiten von über 60-70 h/Woche gehört, aber so recht konnte ich das nicht glauben. Scheint locker hinzuhauen.
Nein, 10h am Tag werden nicht als "wenig" angesehen! Es gilt der TV des KH, an dem man arbeitet. Dort steht auch die Wochenarbeitszeit, i.d.R. 40 oder 42 h/Woche. Im ArbZG steht, dass die normale werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden beträgt. Da der Samstag ein "normaler" Arbeitstag ist, beträgt die maximal zulässige Stundenzahl pro Woche eben 6*8 Stunden = 48 Stunden.
D.h., dass pro Woche eben 6-8 Stunden je nach TV übrig bleiben für Überstunden, Dienste, Mehrarbeit, etc. Die maximal zulässige Arbeitszeit liegt bei 10 Stunden pro Tag. Über ein halbes Jahr gemittelt müssen aber die 48h/Woche eingehalten werden.
Wenn man jetzt eine Woche jeweils 10 Stunden am Tag gearbeitet hat, darf man halt in einer anderen Woche nur 3 * 10 Stunden und 2* 8 Stunden gearbeitet werden = 46 Stunden ==> ausgeglichen.
Und nein: Dienst ist nicht gleich Überstunden! Dienst ist Dienst. Und Überstunden sind Überstunden. Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit, in der Du Dich in den Räumen des AG aufhalten musst, ruhen darfst, und Dich zur unverzüglichen Aufnahme der Arbeit bereithalten musst. Überstunden sind Arbeitszeiten, die sich an die Regelarbeitszeit direkt anschließen.
Nein so stimmt das glaube ich nicht. Auch Opt out hebelt nicht das Arbeitszeitgesetz aus. Deine tägliche Höchstarbeitszeit liegt weiterhin bei 10h. Was darüber hinaus geht kann dir nicht bezahlt werden, da es ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz ist (sofern es Vollarbeit ist, Bereitschaftsdienst ist was anderes).
Netter Versuch! Bei dem Gedanken dürfte wohl wirklich einem Personaler das Höschen feucht geworden sein! :D :D :D
Ist natürlich Quatsch und mitnichten so. Über ein halbes Jahr gemittelt darf die Höchstarbeitszeit halt nicht über 48h/Woche liegen. Und natürlich müssen die Arbeitsleistungen bezahlt werden. Wie sie bezahlt werden, sprich als normale Arbeitszeit, Überstunden, Bereitschaftsdienst, Rufdienst, etc..., ergibt sich aus dem TV und dem Arbeitszeitmodell der Klinik...
Aber Opt out ermöglicht dir z.B. von Montag bis Freitag jeden Tag voll also z.B. 10h pro Tag zu arbeiten und zusätzlich am Samstag einen Dienst zu machen. Da bist du dann schnell über 60h Wochenarbeitszeit.
Auch nicht so völlig richtig! Laut MB darf die Zeit des Opt-Out nur für Bereitschaftsdienste genutzt werden! Und wie hoch letztendlich Wochenarbeitszeit liegt, liegt ja auch am MA, Dienstplaner, Arbeitgeber und Tarifvertrag. ;-)
Theoretisch schon. In der Realität werden ja aber leider nicht alle Überstunden bezahlt.
Praktisch auch. Und nochmal für ALLE: Opt-Out hat aber auch so überhaupt GAR NICHTS mit der Bezahlung zu tun! Opt-Out ist letztendlich nichts anderes, als eine Möglichkeit für AG UND AN, die Begrenzungen des ArbZG ein wenig auszudehnen und somit einem "normalen" Dienstplan ein wenig die "Illegalität" zu nehmen.
Und noch einmal: BITTE LEST DEN ANDEREN THREAD!!!!
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