Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erste Assistenzarzt-Stelle (HNO) - Hilfe- ich kann mich nicht entscheiden!!!
Das finde ich ja eine richtige Schweinerei. Okay, UK heißt sehr viel Arbeit damit rechnet man. Aber dann will ich doch zumindest das Geld dafür haben und nicht für einen effektiven Stundenlohn von unter 20€ schuften...
Relaxometrie
21.02.2018, 20:17
Die Assistenzärzte meinten, dass man 2-3 pauschale freie Tage im Jahr bekommt und dann gibts noch einen Skiausflug mit dem Team ...
Könnte ich auf beides aber sowas von verzichten!!!
Ich musste mir aber auch schon von einigen Assistenzärzten auch in anderen Häusern anhören, dass sie einfach hinnehmen, dass die Überstunden nicht geregelt werden mit Freizeit oder Auszahlung.
Gefühlt sind >50% aller Assistenzärzte so. Deswegen werden sich die Arbeitsbedingungen in absehbarer Zeit auch nicht verbessern. Bei meiner letzten Stelle (Innere in einer großen Stadt) hatte ich drei nicht-Muttersprachler als Assistenzarztkollegen auf meiner Station. Somit war ich nicht nur die einzige Frau, sondern auch die einzige Muttersprachlerin unter den Assistenzärzten auf der Station. Die Kollegen waren wirklich nett. Aber ich konnte mich mangels gemeinsamer Sprachkenntnisse (ich spreche halt leider kein Arabisch; und die Kollegen sprachen kaum Deutsch) leider mit keinem wirklich unterhalten. Was die Kollegen aber verständlich äußern konnten, war: alles ist besser als Krieg. Aus deren Sicht -sie kamen aus Palästina, Syrien und Libyen- ist es verständlich. Wenn man dann aber sieht, daß sie sich in keinster Weise um gute Arbeitsbedingungen kümmern und unbezahlte Überstunden aus deren Sicht nunmal völlig egal sind, zweifelt man doch sehr daran, ob es in absehbarer Zeit zu besseren Arbeitsbedingungen kommen wird.
Feuerblick
21.02.2018, 21:14
Wenn es eine von beiden Kliniken sein muss, dann nimm A.
Denn sind wir ehrlich: Ein schon im Vorstellungsgespräch verhaltensorigineller Chef in Klinik B, der dir jetzt schon sagt, dass du viel arbeiten musst, keine Überstunden bezahlt bekommst (und ich bin mir bei dieser Spezies Chef sicher, dass es viele sein werden), ein komplett neues Team und eine fragliche Weiterbildung... vergiss es. Da wirst du keine Freude dran haben.
Ich habe an Unikliniken nur Bruchteile dieser Nachteile erlebt (mal verhaltensorigineller Chef und für die meisten Kollegen problematische Arbeitszeiten, dafür gutes Team...mal Chefwechsel mit komplett neuem Team und mäßiger Weiterbildung), fand aber das schon nervig. Ich würde drauf tippen, dass Chef B sich als kleiner Tyrann entpuppt, für den die Assistenten Sklaven sind, die nix zu sagen haben. Und ob du da Weiterbildung bekommst, wage ich zu bezweifeln.
Welche der drei hessischen Unikliniken isses denn? Die nördlichere, die in der Mitte oder die im Süden? ;-)
Schorsche
21.02.2018, 22:15
Klinik A hörst sich doch so an, als könnte man eine Menge lernen (und vor Allem operieren!) - B wird einfach nur schlimm werden. Sprachbarriere bei Kollegen ist mitunter nervig (alle Argumente wurden schon angebracht), das betrifft aber vorwiegend Dinge der Stationsorganisation.
Ganz klar Klinik A der Klinik B vorziehen. Kannst hinterher immer noch in eine Uniklinik gehen, wenn du willst. Aber auch ich würde ungern in einem Team arbeiten, in dem 50% der Ärzte richtig schlecht Deutsch kennen. Ich habe zwar in meiner Abteilung selbst noch nie Kollegen mit mangelhaften Sprachkenntnissen gehabt, aber im Freundeskreis so einiges mitbekomme. Vielleicht sich noch woanders bewerben?
Dass Klinik A so klingt, als könne man da viel operieren (wie Schorsche meint), finde ich nicht, da ich im Freundes- und Kollegenkreis schon vielfach gehört habe, dass gerade diejenigen, die nicht Deutsch können, gerne mit in den OP genommen werden, damit die Muttersprachler inzwischen die Station organisieren, Briefe schreiben und Angehörigen-Gespräche führen.
Die Assistenzärzte meinten, dass man 2-3 pauschale freie Tage im Jahr bekommt und dann gibts noch einen Skiausflug mit dem Team ...
Ich musste mir aber auch schon von einigen Assistenzärzten auch in anderen Häusern anhören, dass sie einfach hinnehmen, dass die Überstunden nicht geregelt werden mit Freizeit oder Auszahlung.
2-3 freie Tage? Ich krieg mich gleich nicht mehr vor Lachen...
Ich hatte letztes Jahr 30 Urlaubstage, 3 zusätzliche Urlaubstage weil ich in einem Schichtsystem arbeite und 18 Freizeitausgleichstage wegen Überstunden. Der Rest wurde ausbezahlt. Dafür aber kein Skifahren mit den Kollegen.
Noch ein Satz zur Klinik B: Chefwechsel ist immer spannend. Das kann sowohl sehr gut gehen als auch extrem in die Hose. Wenn der neue Chef und der leitende Oberarzt sich vor dem Team bekriegen, hab ich alles schon erlebt, da will man nur noch weg. Oder wenn der neue Chef Assistenten mitbringt denen er viel versprochen hat und die nun an erster Stelle stehen obwohl man selbst schon ein paar Jahre dort gearbeitet hat. Oder oder oder. Chefwechsel kann gut gehen, ändert aber manchmal alles.
Zum Thema Muttersprachler / nicht Muttersprachler. In einem Fach wie Innere, wo als eines der Heiligtümer der Arztbrief gesehen wird, ist der Stellenwert des Arztbriefes sicherlich höher als in einem chirurgischen Fach. Und je nachdem wie man sich selbst anstellt kann es für einen auch ein Vorteil sein weniger Muttersprachler um sich zu haben. Weil man z.B. die Regularien für die Weiterbildung besser kennt und sich zielstrebiger bemüht eine strukturierte Weiterbildung zu bekommen etc.
Das Thema "Chef will regelmäßige Fortbildungen einführen" ist mir noch aufgefallen. Hast mal nachgefragt was er damit meint? Dass die Assistenzärzte in Zukunft regelmäßig Vorträge zu bestimmten Themen halten z.B.?
Ja genau, die sind frisch von der Uni. Deshalb dachte ich mir, ich frag mal im Forum nach. Die kleinere Klinik erfordert zusätzlich meinen Umzug weiter weg von meinen Freunden und näher an die Familie. Deshalb ist da auch keiner objektiv :S
Der Klassiker. Wenn man frisch von der Uni ist, glaubt man, es gäbe auf der Welt nur Uniklinik und Abschaum. Dass es sogar Kliniken gibt die als Nicht-Unikliniken teilweise höherwertige Medizin machen, geht einfach nicht in deren Köpfe rein und wird völlig ausgeblendet. Warum so wenige Leute von kleineren oder einfach nur anderen Häusern an die Uniklinik wechseln liegt vor allem daran, dass man sich den ganzen Sch... irgendwann einfach nicht mehr antut. Dieses ganze Überstunden nicht aufschreiben, dieses extreme Ducken, dieses Schleimen, dieses Paper schreiben, nebenbei Forschen, etc... es gibt viele Leute die wollen einfach "nur" gute Medizin machen und faire/menschliche Behandlung als Arbeitnehmer haben. Und das geht oft an den nicht Unikliniken einfacher als an den Unikliniken.
Und je nachdem wie man sich selbst anstellt kann es für einen auch ein Vorteil sein weniger Muttersprachler um sich zu haben. Weil man z.B. die Regularien für die Weiterbildung besser kennt und sich zielstrebiger bemüht eine strukturierte Weiterbildung zu bekommen etc.
Das stimmt. Wenn man geschickt ist, kann es auch ein Vorteil sein.
Gefühlt sind >50% aller Assistenzärzte so. Deswegen werden sich die Arbeitsbedingungen in absehbarer Zeit auch nicht verbessern. Bei meiner letzten Stelle (Innere in einer großen Stadt) hatte ich drei nicht-Muttersprachler als Assistenzarztkollegen auf meiner Station. Somit war ich nicht nur die einzige Frau, sondern auch die einzige Muttersprachlerin unter den Assistenzärzten auf der Station. Die Kollegen waren wirklich nett. Aber ich konnte mich mangels gemeinsamer Sprachkenntnisse (ich spreche halt leider kein Arabisch; und die Kollegen sprachen kaum Deutsch) leider mit keinem wirklich unterhalten. Was die Kollegen aber verständlich äußern konnten, war: alles ist besser als Krieg. Aus deren Sicht -sie kamen aus Palästina, Syrien und Libyen- ist es verständlich. Wenn man dann aber sieht, daß sie sich in keinster Weise um gute Arbeitsbedingungen kümmern und unbezahlte Überstunden aus deren Sicht nunmal völlig egal sind, zweifelt man doch sehr daran, ob es in absehbarer Zeit zu besseren Arbeitsbedingungen kommen wird.[/QUOTE]
Witziger Weise, sind die Arbeitsbedingungen in der Klinik mit den Arabern besser XD
Klar, ich verstehe, was du meinst. DIe Kollegen, die kein deutsch können, machen es uns auch nicht leicht.
Aber ich habe dieses einfach alles Hinnehmen auch bei deutschen Assistenzärzten sehr sehr häufig gesehen.
Es ist schon traurig, dass sich da offentsichtlich nicht viel ändern wird. Dann braucht sich auch keiner wundern, dass die Ärzte ins Ausland gehen, die Kliniken Ausländer ohne Deutschkenntnisse einstellen. Und damit wären wir im Teufelskreis ...
es müsste die mittlere sein :)
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man bei diesen zwei Auswahlmöglichkeiten Klinik B ernsthaft in Erwägung ziehen kann :-nix
Das Thema "Chef will regelmäßige Fortbildungen einführen" ist mir noch aufgefallen. Hast mal nachgefragt was er damit meint? Dass die Assistenzärzte in Zukunft regelmäßig Vorträge zu bestimmten Themen halten z.B.?
Das hat er gar nicht selbst erzählt, sondern die Assistenzärztin. Es ging darum, dass jede Woche kleine 5 Minuten Vorträge gehalten werden. Aber ganz klar ist das ganze noch nicht. So wie ich das verstanden habe, ist er da erst seit paar Jahren Chef und will einiges ändern (laut Assistenzärztin) im Sinne von weniger ausländischen Ärzten, Feedback-Gespräche jährlich, etc.
Feuerblick
22.02.2018, 13:16
Naja, solche Fortbildungen mit Kurzvorträgen der Assistenten (bei uns mussten ggf. auch die OÄ ran) nennt sich meist „Journal Club“, findet häufig während oder nach der Frühbesprechung statt und ist an vielen Kliniken (insbesondere auch an Unikliniken) völlig normal. Wenn die Themen gut gewählt sind, nimmt man auch was mit.
Heerestorte
22.02.2018, 14:43
Habe ich während meiner Famulatur auch erlebt. Jeden Montag morgen 30 Minuten Unterricht durch einen AA/OA zu einem aktuellen Thema. Fand ich gut, fanden auch viele AA lehrreich.
Sowas gibt’s bei uns (kleines Haus in der Pampa aber volle Weiterbildung) auch. Leider an meinem freien Tag, ich finde das nämlich wirklich auch lehrreich.
LG
Ally
Edit: definitiv Haus A.
ehem-user-19-08-2021-1408
22.02.2018, 16:14
Klinik A. Wenn es dir nach 2-3 Jahren nicht ganz gefaellt und du vielleicht doch noch mehr operieren willst, kann man ja immer noch wechseln...
wqertzuiop
24.02.2018, 16:56
also klinik B ist denke ich mal die uniklinik gießen, wo der chef nach köln geht.
..ich schrieb dir mal ne PN, hab da auch mal gearbeitet..
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