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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Dunkelkammer - Treffpunkt für Radiologen



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freak1
18.09.2023, 17:19
4-8 Wochen Dienste in der Radiologie, aha, und der FA guckt jedes Schnittbild zuhause an? JEDES? Ansonsten grob fahrlässig hoch 10 von der Klinik.

FirebirdUSA
18.09.2023, 18:58
... und tatsächlich ohne jemand mit Fachkunde vor Ort nicht zulässig. Aber wo keine Kontrolle... und wenn Kontrolle zahlt Strahlenschutzbeauftragter die Strafe aber persönlich (nicht der Diensthabende).

Spektralleuchte
18.09.2023, 21:16
Andere Möglichkeiten:
Es wird nur Röntgen in der Nacht/ zu Dienstzeit gemacht, Kliniker haben dafür selbst Fachkunde—> dann braucht es keinen Radiologen
Es wird fast nur CCT gefahren oder so wenig ct dass es noch plausibel ist, dass das über den Hintergrund teleradiologisch läuft. dann würde die Notfallfachkunde Röntgen ggf in Kombi mit der CCT Fachkunde gehen.. braucht man mWn 6 Monate für. Beide Szenarien sind für Kliniken die sich den Radiologen in der Nacht leisten sehr sehr unwahrscheinlich..

In meinem PJ Haus wurden die Assistenten nach 6 Monaten in den Dienst geschickt. War offenes Geheimnis, dass der Strahlenschutzbeauftragte dafür den Kopf hinhält.. und der Grund dafür warum ich damals dort nicht angefangen habe obwohl die Abteilung ansonsten echt ok war. Ich will gar nicht wissen ob im Falle eines Falles nicht eine gewisse Übernahmeschuld zu Tragen kommt?. Nach zwei Monaten ist einfach nur.. ja fahrlässig drückt es noch nicht mal aus.

freak1
18.09.2023, 21:21
Andere Möglichkeiten:
Es wird nur Röntgen in der Nacht/ zu Dienstzeit gemacht, Kliniker haben dafür selbst Fachkunde—> dann braucht es keinen Radiologen
Es wird fast nur CCT gefahren oder so wenig ct dass es noch plausibel ist, dass das über den Hintergrund teleradiologisch läuft

Kein Haus bezahlt einen Vordergrund zusätzlich, wenn die Schnittbildgebung sowieso nur teleradiologisch über den Hintergrund läuft. Röntgen interessieren im Dienst keinen, muss im Zweifel halt der Kliniker selbst beurteilen. Es geht nur um CT. ;-)

Und das gibt halt dem Modell "Uni/Maximalversorger versorgt teleradiologisch X Häuser für richtig Kohle nachts teleradiologisch für CT" Auftrieb. Selbst wenn auf dem Papier die Lösung Stelle 3 Fachärzte an, die die Dienste machen, günstiger ist: dafür findest du keine Leute. 10-15 Dienste im Monat sind brachial, selbst an einer kleinen Klitsche. Also kündigen diese Leute und du hast auch im Tagesprogramm keinen mehr. Also lieber 250k im Jahr an die Uni zahlen, damit die nachts die CTs für dich macht.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass du als Assi davon kotzt. Hast gerade in der Uni mal 2h Ruhe, währenddessen ballert dich irgendeins dieser doofen kleinen Telehäuser mit einem nativen Kopf zu. Klar, ist ein nativer Kopf, aber Anruf Kliniker, Anruf MTR, Bilder gucken, Kliniker zurückrufen, kostet dich auch ne Stunde. Dein Chef und die Verwaltung denken sich aber wie geil ist das denn, keine Zusatzkosten, aber +250k Drittmittel pro Jahr für Umme. ;-) Davon kannst du 2-3 Assis für Forschung freistellen zum Beispiel, oder alle Kongressreisen des Jahres bezahlen.

Me1ster
18.09.2023, 22:21
Apropos Fachkunde, wie ist das eigentlich: Kann die Röntgen und CT Fachkunde gleichzeitig erworben werden ? Dann bräuchte man abgesehen von den Zahlen für Rö 3.1-3.3. und CT 6 Monate richtig ?

FirebirdUSA
19.09.2023, 05:22
Apropos Fachkunde, wie ist das eigentlich: Kann die Röntgen und CT Fachkunde gleichzeitig erworben werden ? Dann bräuchte man abgesehen von den Zahlen für Rö 3.1-3.3. und CT 6 Monate richtig ?

Parallel ja, aber du brauchst 3.2 bis 3.4 für CT. Für Dienstfähigkeit (3.2 - 3.4 und 5.1) braichst du in Fachabtl Radiologie min 12 Monate. 6 + 3 + 3 Monate

h3nni
19.09.2023, 07:05
3.4 ist Mamma? Braucht man das für Dienst?

Me1ster
19.09.2023, 07:08
Das habe ich jetzt noch nicht verstanden.
Wenn ich’s nachgucke steht da 3.1 (Skelett), 3.2 (Thorax), 3.3 (Abdomen), 5.1. Body CT, jeweils 12 Monate, also in der Radiologie 6 Monate. Wenn alles wenn ich alles gleichzeitig machen kann bleibt es dann ja bei 6 Monaten.

FirebirdUSA
19.09.2023, 13:16
Ah, kommt auf die Tabelle an die du hast
Die SSK definiert im Moment 3.1 als Schädel, 3.2 als Skelett, 3.3 Thorax, 3.4 Abdomen

Du brauchst Skelett, Thorax, Abdomen und CT. Alle Zeiten halbieren sich in radiologischer Fachabtl und wenn du schon einen Teil hast halbiert sich die Dauer nochmsls um 50%. Jede Teilfachkunde eigentlich 12 Monate, macht 6 + 3 + 3 und CT geht parallel.

Entschuldigung für die Verwirrung

Me1ster
19.09.2023, 19:01
https://www.aekno.de/aerzte/weiterbildung/fachkunden/merkblatt-zur-fachkunde-im-strahlenschutz-nach-der-roentgenverordnung#allgemein


Für mich ist es irgendwie schlüssiger, das man für Röntgen 3.1.-3.3. 6 Monate braucht und für Body CT auch 6 Monate. Kannst du es nochmal für Blöde erklären? Ich verstehe nicht wie du auf die 3 Monate kommst.

Die Sachkunde kann parallel zur Röntgendiagnostik eines Organsystems oder Anwendungsgebietes erworben werden, wenn bereits eine Fachkunde nach Rö 3.1, Rö 3.2 oder Rö 3.3 erworben wurde.

Oder bedeutet das, dass ich erst 3.1-3.3. brauche, sprich 6 Monate und dann kann ich CT beginnen (nochmal 6 Monate) und parallel kann man zB Mammographie machen.

FirebirdUSA
19.09.2023, 20:31
Du kannst 3.1 bis 3.3 nicht parallel erwerben, da steht nirgends dass das parallel geht.
Wenn du in einer Radiologie bist kannst du 3.1 in 6 Monaten erreichen (siehe 1),3.2 & 3.3 verkürzen sich dann (siehe 1 und 2) jeweils nochmal um die Hälfte also jeweils 3 Monate. Macht 12 Monate. CT geht nach 3.1 dann (siehe 5) parallel und verkürzt sich... somit nach insgesamt 12 Monaten dienstfähig

Me1ster
19.09.2023, 20:42
Vielen Dank, jetzt hab ich’s verstanden.
Vielleicht noch eine Frage, offiziell zählen die Zeiten und Zahlen ja erst ab Kenntniskurs. Wie streng sind die Ärztekammern damit ? Ich habe meinen Kenntniskurs erst 4 Monate nach Arbeitsbeginn gemacht. Meint ihr ich muss dann tatsächlich 16 Monate bis zum einreichen arbeiten ?

FirebirdUSA
20.09.2023, 05:28
Vielen Dank, jetzt hab ich’s verstanden.
Vielleicht noch eine Frage, offiziell zählen die Zeiten und Zahlen ja erst ab Kenntniskurs. Wie streng sind die Ärztekammern damit ? Ich habe meinen Kenntniskurs erst 4 Monate nach Arbeitsbeginn gemacht. Meint ihr ich muss dann tatsächlich 16 Monate bis zum einreichen arbeiten ?
Zumindest bei uns wird es streng ausgelegt und die Antwort wäre, ja dann 16

TaraTamm
21.09.2023, 12:50
Kein Haus bezahlt einen Vordergrund zusätzlich, wenn die Schnittbildgebung sowieso nur teleradiologisch über den Hintergrund läuft.
Das kann ich nicht bestätigen. Es gibt sogar noch ungewöhnlichere / teurere Kombinationen. Ich kenne 2 Häuser bei uns in der Ungebung, beide klein aber nicht ganz winzig, 5-7 Assistenzärzte in der Radiologie, aber natürlich nicht alle fachkundig. In einem 24h Dienst laufen so 10-15 CTs, also zwar wenig, aber vermutlich zu viel, um von einem Maximalversorger nebenher erledigt zu werden.

Dort machen alle Assistenzärzte Vordergrunddienste, auch die nicht fachkundigen. Die machen dann nur Röntgen und Ultraschall und haben einen Hintergrund, der auch nur das freigibt. CTs werden dann über einen zusätzlichen privaten Teleradiologie-Anbieter befundet.

Man wundert sich zwar, wie das finanziell tragfähig sein kann, aber manchmal ist „nicht finanzierbar“ halt auch einfach nur eine Umschreibung für „kostet den Chefarzt und die Verwaltung viel von ihrem Jahresbonus“.



Röntgen interessieren im Dienst keinen, muss im Zweifel halt der Kliniker selbst beurteilen. Es geht nur um CT. ;-)

In der Uni und an großen Häusern ist das so. In peripheren Häusern in Mangelgebieten nicht unbedingt. Da arbeiten gerade in der Inneren oft Assistenzärzte, die über Agenturen vermittelt wurden, die sie irgendwie durch die Sprachprüfung gedrückt haben. Die sind oft allein schon aufgrund der Sprachprobleme über lange Zeit noch gar nicht in der Lage, sich fachlich zu entwickeln und rufen mitunter auch mit 2 Jahren Berufserfahrung noch den Radiologen nachts wegen einem unauffälligen Rö-Thorax an. Alles schon erlebt.

Louise84
22.10.2023, 10:13
Ich habe eine Frage zur Facharztausbildung in der Radiologie.
Müssen/sollen alle Befunde von Assistenzärzte freigegeben werden von einem Facharzt während der gesamten Weiterbildungszeit (unabhängig von Ausbild. Jahr/ Erfahrung)?? Und wie wird es in der Realität praktiziert (ich kann mir vorstellen, dass es von der jeweiligen Klinik und Personalbesetzung abhängt).
Gibt es offizielle Richtlinien dafür (habe selbst nichts gefunden)?

Ich würde mich freuen wenn ihr eure Erfahrungen und Ansichten darüber teilen!

Spektralleuchte
22.10.2023, 15:48
Ja, jeder Befund muss durch einen Facharzt freigegeben werden. Wie genau er vor dieser Freigabe durch den Facharzt geprüft wird ist dann ein anderes Thema.. und kann zB vom Ausbildungsstand des AA abhängen.. von der Sorgsamkeit des Freigebenden etc etc. Persönlich habe ich (bin AA in gut fortgeschrittener Weiterbildung) alles dabei: Freigabe quasi ungelesen bis hin zur kleinfieseligen Kritik meiner Zeichensetzung.
Die einzige andere Variante die ich aus zweiter Hand kenne ist, dass Kliniker den Rohbefund vor der Freigabe einsehen können mit dem Hinweis dass sich dieser noch relevant ändern kann da nicht fachärztlich abgenickt (weiß das aber nur von einer einzigen Klinik die das mit Röntgenbildern so handhabt). Ich frage mich aber schon immer wie das rechtlich ist wenn sich daraus gravierende Behandlungsfehler ergeben.

freak1
22.10.2023, 15:56
Gibt jede Menge (Uni-)Klinken wo das nicht so ist. Da wird dem AssA im 5. Jahr der Titel FOA davor geklatscht und dann darf er alles freigeben. Röntgen interessiert da häufig eh keinen, aber auch CT und ggf. MRT ist gerne dabei.

Spektralleuchte
22.10.2023, 16:53
Überrascht mich jetzt irgendwie nicht, dass das so gemacht wird. Und dass es Leute gibt die das mitmachen. Es gilt immer noch der Facharztstandard, auch fürs Röntgenbild.

Man möge mir gerne den FOA davor klatschen.. aber bitte mit dem dann entsprechendem Gehalt :-peng

xenopus laevis
22.10.2023, 17:06
Also in einer gewissen Klinik wird man nach ca. 11 bis 14 Monate (je nach Fähigkeit) in die Dienste geschickt. Man gibt seine Befunde direkt frei (CT, Rö, ggf. MRT). Zu diesem Zeitpunkt besitzen sie selten die Fachkunde, weil man diese erst nach 12 Monaten beantragen kann.
Kommentiert wird es mit "Andere Kliniken machen das auch so".

Nefazodon
22.10.2023, 17:21
Kommentiert wird es mit "Andere Kliniken machen das auch so".

Es passiert ja zum Glück selten etwas Schlimmes in der Versorgung im Alltag. Und wenn, dann klagen die Patienten nicht.
Sollte in so einem Fall aber *doch* mal etwas passieren und der Fall vor Gericht landen, dann haftet derWeiterbildungsassistent. Stichwort: Übernahmeverschulden:-nix