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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten



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crossie
19.04.2021, 07:45
Und (leider) korrekt. Naht-Schnitt-Zeiten >1h machen Chirurgen wahnsinnig. Vor allem wenn dann mittags Patienten abgesetzt werden und ... (Rest gelöscht. Wenn sich eine Klinik die Wechselzeiten leisten kann ist es doch gut, dann hat die Klinik zu viel Geld.)

Schnitt-Naht-Zeiten, die 50% über der geplanten Zeit liegen, lassen mich mittlerweile kalt, da das mehr die Regel als die Ausnahme ist. Aber darüber beschwert sich komischerweise niemand. Bevor jetzt zum zwölfundrölfzigsten Mal wieder die alte Leier anfängt sollte man es einfach dabei belassen, dass Chirurgen einfach nicht wissen oder wissen wollen, was wir eigentlich den ganzen Tag machen. Ist aber auch okay irgendwie. Zumindest für mich mittlerweile.

Miss
19.04.2021, 11:06
Gibt's hier jemanden, der nicht mehr als Anästhesist im Krankenhaus arbeitet oder nicht nur, und mich inspirieren kann, was man alternativ alles so machen könnte?

Lasix82
19.04.2021, 16:49
Ich arbeite in der Schmerzmedizin und mache dort die Zusatzbezeichnung. In Zukunft möchte ich dann in die Niederlassung und als Schmerztherapeutin arbeiten. Ist halt komplett anders. Schmerzpatienten sind ja nicht die einfachsten Menschen und als Anästhesistin bin ich Visiten gar nicht gewohnt gewesen. Auch die langen Briefe sind anfangs schwierig, aber man kommt da rein. Aber ich habe keine Nacht- oder Wochenenddienste ( nur 1x im Monat Telefonvisite am WE). Zusätzlich mache ich noch den Akupunkturkurs.

Shizr
19.04.2021, 19:47
Schnitt-Naht-Zeiten, die 50% über der geplanten Zeit liegen, lassen mich mittlerweile kalt, da das mehr die Regel als die Ausnahme ist. Aber darüber beschwert sich komischerweise niemand.
Ähnlich lustig ist es ja, wenn die Wartezeit auf den Operateur länger ist als die eigentliche Schnitt-Naht-Zeit.

(In diesem Kontext schließt "Operateur" übrigens auch 1. und 2. Assistenz ein.)

LasseReinböng
24.04.2021, 01:38
Bei uns wurden TAP-Blöcke gegen Ende meiner WB häufig gemacht, u.a. auch bei laparoskopischen Eingriffen. Eigentlich geht das sehr schnell...wie immer bei Regionalanästhesien ist es natürlich auch eine Frage der Organisation. Wenn man nicht das Personal hat um überlappend zu arbeiten, wird sich die Einleitung natürlich verlängern.

So richtig überzeugt war man bzgl. der Schmerzreduktion bzw. Erfolgsquote aber nicht....auch nicht wenn erfahrene Kollegen gepiekst haben.

tragezwerg
24.04.2021, 05:48
Ich finde den TAP-Block auch nicht immer ideal. Ne Zeitlang war der sehr en vogue (z.B. nach Sectio oder Minilap), mittlerweile machen wir ihn eigentlich nur noch bei Kindern. Die Schmerzkontrolle war bei Erwachsenen oft nur unwesentlich besser als ohne TAP-Block, da war im Verhältnis der Aufwand zu hoch.

papiertiger
24.04.2021, 15:18
Welcher Aufwand?

Wir machen mittlerweile bei annähernd allen laparaskopischen/robotisch assistierten Eingriffen sowie zunehmend auch bei Sectiones TAP Blockaden in der Aufwachphase.. das eigentliche Stechen geht bei entsprechender Routine ja super schnell, das einzige was ganz selten mal für Verzögerungen sorgt ist das Organisieren des Sono-Gerätes :-oopss

Letztes Jahres haben wir (leider viel zu unsystematisch um es zu veröffentlichen) mal eine kleine Vergleichsserie zwischen PDK, QLB und subkostaler TAP bei robotisch assistierten Nierenteilresektionen gemacht, wobei wir bei letzterem mit Abstand die größte Zufriedenheit seitens der Patienten und Operateure hatten.

tragezwerg
24.04.2021, 15:29
Wir haben je nach Teilklinik auf 10-14 Säle genau ein Sono, daher ist jede Intervention, die ein Sono benötigt, organisatorisch ein Alptraum (da das Sono z.B
oft in irgendeinem Saal feststeht wegen TEE usw.). Und weil die intern erhobenen Daten keinen Vorteil des TAP-Blocks gezeigt haben, wird er daher eher vermieden.
Bei meinem vorherigen Arbeitgeber wurde bei jeder Sectio n TAP-Block gemacht und das dann nach 6 Monaten wieder verlassen, weil die Patientenzufriedenheit schlecht war.
Im DEGUM-Regionalekurs auf dem ich vor ein paar Jahren mal war hat ein Großteil der Teilnehmer ähnliches berichtet.

Edit (vergessen): Ich bin ein ganz großer Fan von Regionalverfahren und fand den TAP-Block immer sehr elegant (weil verhältnismäßig einfach zu machen), aber hab da persönlich nicht so durchschlagend gute Ergebnisse gesehen. Bei Kindern fand ich es bei Niereneingriffen gut (da ist man ja mit PDK doch zurückgehaltender als bei Erwachsenen).

Bille11
24.04.2021, 19:47
Welcher Aufwand?

Wir machen mittlerweile bei annähernd allen laparaskopischen/robotisch assistierten Eingriffen sowie zunehmend auch bei Sectiones TAP Blockaden in der Aufwachphase.. das eigentliche Stechen geht bei entsprechender Routine ja super schnell, das einzige was ganz selten mal für Verzögerungen sorgt ist das Organisieren des Sono-Gerätes :-oopss

Letztes Jahres haben wir (leider viel zu unsystematisch um es zu veröffentlichen) mal eine kleine Vergleichsserie zwischen PDK, QLB und subkostaler TAP bei robotisch assistierten Nierenteilresektionen gemacht, wobei wir bei letzterem mit Abstand die größte Zufriedenheit seitens der Patienten und Operateure hatten.

Super!! Systematisiert das Ganze, macht eine neue Beobachtungsstudie und haut was dazu raus.

Mein neuestes Steckenpferd ist der PECS-Block, den ich am liebsten jeder Brust in der Einleitung stechen möchte. Genauso simpel und schnell gemacht... (4 Tage a 3-4 senologische Punkte)
Wir haben auf 5 Säle 2 Sonos. Die stehen auch gerne fest, sind aber einfacher zu kriegen als bei euch allen. Kenne sonst auch eher 1 Sono auf 8-12 Säle.

Shizr
24.04.2021, 20:08
Mein neuestes Steckenpferd ist der PECS-Block, den ich am liebsten jeder Brust in der Einleitung stechen möchte. Genauso simpel und schnell gemacht... (4 Tage a 3-4 senologische Punkte)
Den liebe ich auch total.

Und nach anfänglicher Lernkurve haben Operateure und Patientinnen das Verfahren doch sehr zu schätzen gelernt.

Regnor
02.05.2021, 11:22
Hallo,
ich habe die Frage schon in einem anderen Thread gestellt und wurde hierher verwiesen.
Ich wollte nach Erfahrungsberichten zur Anästhesie an der Uniklinik Ulm fragen. Dies wäre meine erste Stelle und an sich hat mir die Ausschreibung bzw. Beschreibung ganz gut gefallen. Leider bieten sie momentan (verständlicherweise) keine Hispitationen an. Da ich aus dem Rheinland komme, wollte ich gern vorher ein paar Informationen sammeln zumal ich in der Forensuche nichts derartiges gefunden habe.
Ich hoffe, dass mir jmd. weiterhelfen kann. Vielen Dank schonmal im voraus.

Dana_Brown
06.05.2021, 19:49
Hi Leute, ich habe eine Frage zum Erwerb der Zusatzbezeichung anästhesiologische Intensivmedizin: wie lange muss man dafür NACH dem Facharzt auf der Intensivstation arbeiten? Ich bin seit Anfang April Fachärztin und möchte diese Weiterbildung gerne machen. In Westfalen-Lippe gab es 2019 eine Änderung der Weiterbildungsordnung und ich verstehe die Zeiten leider nicht :-nix

Vielen lieben Dank im Voraus!

tragezwerg
06.05.2021, 20:25
Hi Leute, ich habe eine Frage zum Erwerb der Zusatzbezeichung anästhesiologische Intensivmedizin: wie lange muss man dafür NACH dem Facharzt auf der Intensivstation arbeiten? Ich bin seit Anfang April Fachärztin und möchte diese Weiterbildung gerne machen. In Westfalen-Lippe gab es 2019 eine Änderung der Weiterbildungsordnung und ich verstehe die Zeiten leider nicht :-nix

Vielen lieben Dank im Voraus!

Soweit ich weiß braucht man nun immer 18 Monate nach dem Facharzt, da die Anästhesisten laut neuer WBO die 12-Monats-Extrawurst nicht mehr bekommen (d.h. wie alle anderen nur 6 Monate von vor dem Facharzt angerechnet bekommen).
Da hat die Ärztekammer allerdings nicht ordentlich drüber nachgedacht...viele Kollegen (so wie ich) machen jetzt keine spezielle I mehr weil die 6 zusätzlichen Monate dann zu unerträglich sind :-oopss

MissGarfield83
07.05.2021, 07:23
Deswegen mache ich die ZB in RLP - da gabs noch keine Änderung.

tragezwerg
07.05.2021, 07:34
Deswegen mache ich die ZB in RLP - da gabs noch keine Änderung.

Die kommt aber...leider.
Ich hab die Übergangsfrist in BaWü Elternzeit-bedingt verpasst, und in RLP schaff ich das auch nicht mehr (wäre in Pendelnähe).

MissGarfield83
07.05.2021, 07:53
Weisst du schon was zu nem Stichtag in RLP ? Meine Ärztekammer hat noch nix auf deren Seite stehen...

tragezwerg
07.05.2021, 09:26
Ein Kollege erwähnte vor kurzem den 1.1.2022...aber ob das stimmt, weiß ich nicht.

ehem-user-02-08-2021-1033
07.05.2021, 10:19
Soweit ich weiß braucht man nun immer 18 Monate nach dem Facharzt, da die Anästhesisten laut neuer WBO die 12-Monats-Extrawurst nicht mehr bekommen (d.h. wie alle anderen nur 6 Monate von vor dem Facharzt angerechnet bekommen).
Da hat die Ärztekammer allerdings nicht ordentlich drüber nachgedacht...viele Kollegen (so wie ich) machen jetzt keine spezielle I mehr weil die 6 zusätzlichen Monate dann zu unerträglich sind :-oopss

Das war jetzt ironisch? Die großen Häuser brauchen für die hochwertigere/hochpreisigere Komplexziffer Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung. Deswegen ist die ZB in der Anästhesie mancherorts auch eine Grundvoraussetzung für eine OA Stelle...

tragezwerg
07.05.2021, 10:27
Das war jetzt ironisch? Die großen Häuser brauchen für die hochwertigere/hochpreisigere Komplexziffer Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung. Deswegen ist die ZB in der Anästhesie mancherorts auch eine Grundvoraussetzung für eine OA Stelle...

Nein, das war nicht ironisch. Tatsächlich machen viele jetzt die ZB nicht mehr (weil nur ein kleiner Teil der Leute die Spezielle I aus Interesse macht, die meisten eben aus Notwendigkeit), da 18 Monate Schicht vs. nur 12 Monate für viele, gerade diejenigen mit Kindern, dann zuviel sind.
Und in fast allen kleineren Häusern ist die ZB Voraussetzung für ne OA-Stelle, da sonst die DRG nicht abgerechnet werden können (der MDK liebt es, das zu überprüfen). Aber die wenigsten werden Oberarzt, also ist es dem Großteil wurscht.
Einer meiner Kollegen hat bei der BÄK nachgefragt, warum die WBO geändert wurde. Die Antwort war: Damit es einheitlicher und damit einfacher für alle wird. Auf die Bemerkung, dass es für Anästhesisten nun komplizierter ist, wurde nur bemerkt, dass das den Zuständigen gar nicht so bewusst gewesen sei (...dass Anästhesisten einen großen Anteil derjenigen mit ZB spezielle I stellen war wohl auch nicht präsent...). Soviel dazu...

Anne1970
08.05.2021, 03:09
In der Novelle der WBO ist eine grundlegende Änderung eingeführt worden, nämlich, dass keine Zeiten „versenkt“ werden können. Die Änderungen waren im Vorfeld über Jahre mit Vertretern aller Fachgesellschaften und aller Ärztekammern besprochen und schließlich auf dem DÄT beschlossen. Dies betrifft auch andere Fachbereiche. So können auch Internisten die ZB Intensivmedizin mit Zeiten erwerben, die nach der Facharzt- Prüfung „erworben“ wurden. Dass ein/e Sachbearbeiter/in sinngemäß behauptet, man hätte nicht ‚daran gedacht‘ trifft nicht zu. Das Problem war ( in der STÄKO Weiterbildung der BÄK) eingehend unter Beteiligung aller LÄK diskutiert worden.
Es gibt einzelne Punkte, die vermeintlich ein Nachteil zu sein scheinen. Im Vergleich zur vorherigen WBO überwiegen die positiven Veränderungen der Novelle diese bei weitem.