Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A 103/B77 Gelenkinfektion
sweety92
11.04.2018, 20:52
vllt haben die ja auch die Quelle, kann man das gleich einreichen ;)
Unregistriert
11.04.2018, 20:56
Hab in der Leitlinie nachgeschaut. Satz mit x. Operation erfolgt präoperativ, ausser bei klaren OP Indikationen, dann intraoperativ. Detailwissen, was Amboss nicht hergibt. Ohne Amboss hätte ich in dem Fall auch Egenommen
umm, die Drainagen wurden aber am 2. Post OP Tag gezogen, daher habe ich mich auf für D entschieden (im Sinne von: ich nehme einen Abstrich für E/R und operative Sanierung)
Evtl. doch anfechten? Insbesondere hinsichtlich direkte OP vs. Gelenkpunktion?
Ich hab dazu etwas gefunden (S. 3/4) : Bei jeder schmerzhaften Prothese sollte eine Gelenkpunktion durchgeführt werden, zumal eine erhöhte Zellzahl in der Synovialflüssigkeit (> 2.000 Leukozyten/μl oder > 70 % Granulozyten) mit einer Sensitivität von > 95% ein zuverlässiges Kriterium für eine Infektion darstellt. [...] Nach dem Ausbau der Endprothese sind die Histologie und Mikrobiologie (Kultur) der intraoperativ prothesennah entnommenen Gewebeproben sowie die Sonikation (Ultraschall) des ausgebauten Fremdmaterials richtungsweisend.
https://www.pro-implant-foundation.org/images/material/Renz_Periprothetische_Infektionen_Aktueller_Stand_ OR_PJI.pdf
Also zumindest nach dieser Studie - erste Punktion, dann Operation!
Auch nach den AWMF-Leitlinien: Erst Punktion, dann Operation! (S. 12) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-010l_S1_Bakterielle_Gelenkinfektionen_2014-06.pdf
Finchen25
18.04.2018, 12:54
AWMF Leitlinie: Die Punktion des betroffenen Gelenkes erfolgt in der Regel präoperativ, bei klarer
Op-Indikation ist sie jedoch nicht erforderlich.
gibt es demnach nur eine richtige Antwort oder 2?
Ich verstehe ehrlich gesagt immer noch nicht, warum das nicht ein "einfacher" oberflächlicher Wundinfekt sein kann. Die Wunde ist gerötet, man hat kein Eiter, der irgendwo rausfließt... Und selbst wenn man die Verwirrung als Zeichen einer Sepsis deutet (könnte bei einem Patienten mit einer beginnenden Demenz auch ein Delir sein), wäre die Antibiose da ja besonders wichtig, denn die Sepsis hat man mit einer operativen Revision des Gelenks nicht behandelt. Bin auf jeden Fall gespannt, was das IMPP dazu sagt.
Marzidiazepam
18.04.2018, 13:52
Dieselbe AWMF-Leitlinie sagt auch: OP "in allen Fällen mit begründetem klinischen Verdacht auf bakterielle Infektion; Positiver bakterieller Befund nicht erforderlich". Dieser begründete Verdacht liegt hier ja schon vor, oder? Kann es sein, dass sich die Leitlinie selbst ein wenig widerspricht, insofern einerseits Punktion "in der Regel präoperativ" postuliert wird, andererseits aber direkte OP-Indikation bei begründetem Verdacht? Insofern könnte man sehr gut auf die Leitlinie verweisen mit der These, dass Antwort B und E richtig sind.
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