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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 3, A27/B31, Balint-Gruppe



ehemaliger User_14052018_1
12.04.2018, 23:56
Laut Dozenten-Lösung trifft es zu, dass im Rahmen von Balint-Gruppen Übertragungsphänomene geklärt werden sollen (Antwort C). Wie soll denn das funktionieren? Übertragung bezeichnet doch den Vorgang, dass ein Patient Gefühle, Affekte und Erwartungen aus der Vergangenheit unbewusst auf seine Beziehung zum Therapeuten/Arzt überträgt und reaktiviert.
Wenn der Patient nicht anwesend ist (was in einer Balint-Gruppe ja nicht der Fall ist), lassen sich Übertragungsphänomene nun mal nicht klären. Die Teilnehmer der Balint-Gruppe könnten sich also allenfalls mit Gegenübertragungs-Phänomenen (Arzt auf Patient) beschäftigen. Würde bedeuten, dass hier keine Antwort stimmt...

escitalopram
13.04.2018, 00:01
Alle anderen Antwortmöglichkeiten sind absurd und offensichtlich falsch. Übertragungsphänomene klären bedeutet, dass ein Arzt sich der Gruppe vorstellt und erzählt, dass Patient XY in ihm Wut, Ärger oder was auch immer hervorruft. Und wie er damit umgehen könnte etc. So erkläre ich mir das zumindest und es scheint zu stimmen.

ehemaliger User_14052018_1
13.04.2018, 00:03
Stimmt, die anderen Antwortmöglichkeiten sind falsch. Ändert aber nichts daran, dass es sich nur um Gegenübertragung handeln kann...

Miniwini
13.04.2018, 12:04
Als hier:http://m.flexikon.doccheck.com/de/Balint-Gruppe werden direkt die Übertragungsphänomene angesprochen. Was mich so geärgert hatte war, dass es so dastand, als ob man nur Übertragungen klären würden... das hat mich verunsichert...

ehemaliger User_14052018_1
13.04.2018, 12:14
Ja, ging mir auch so. Habe mich auch ein bisschen an dem Begriff "klären" gestoßen. In Abwesenheit des Patienten kann man höchstens über die Übertragung des Patienten diskutieren oder diesbezüglich Vermutungen anstellen.
In der Balint-Gruppe können meines Erachtens nur Gegenübertragungs- und Eigenübertragungsphänomene wirklich "geklärt" werden.

escitalopram
13.04.2018, 12:16
Keine Ahnung, fand die Frage rel. eindeutig und geschenkt, da man per Ausschlussverfahren einige der Aussagen ausschließen konnte, da sie ja so absolutistisch waren. Von wegen "Balift-Gruppen sind für Ärzte mit PSYCHISCHEN PROBLEMEN" etc.

Ac2012
13.04.2018, 12:23
Ich fand die Frage ziemlich unnötig, da die meisten wohl nicht mal wissen, was balint-gruppen sind.. Inhaltlich finde ich es aber recht unstrittig, da Übertragungsphänomene sowohl beim Patienten als auch beim Therapeuten auftreten können und man die gut in Balint-gruppen aufdecken kann. Der Sinn ist ja gerade dass man über die Patient-Therapeut-Beziehung "philosophiert", ohne dass man den Patienten kennt

sweety92
13.04.2018, 13:06
Außerdem müsste es GEGENübertragung heißen! Das ist schlicht und einfach falsch

Miniwini
13.04.2018, 14:07
Außerdem müsste es GEGENübertragung heißen! Das ist schlicht und einfach falsch

Ich dachte auch eher an die Gegenübertragung, allerdings klang das allgemein so absolut für mich... als ob man da NUR die Übertragung thematisiert.

escitalopram
13.04.2018, 14:18
Na ja, wir können uns einfach einigen, dass die Frage eindeutig gestellt ist und eine einzige richtige Antwort gab. Wer sie anfechten möchte, bitte sehr. Aber reelle Chancen bestehen dabei nicht, seien wir ehrlich.

SJR
13.04.2018, 16:39
Vermutlich war die Hintertür, die sich das IMPP da gebaut, die Tatsache, dass man zum einen bei PHÄNOMEN nicht eindeutig von der konkreten Übertragung redet und zum anderen, dass in Bezug auf die BALINT Gruppe nicht gesagt wurde, dass die Ärzte das für sich bearbeiten, sondern es allgemein thematisiert wird.

WackenDoc
13.04.2018, 17:34
Doch- auch das, was der Patient vermuteterweise auf den Arzt überträgt, ist Thema.
Balintgruppe war in meiner Facharztausbildung Pflicht.

SJR
13.04.2018, 17:53
Ich bezog mich auf das IMPP - dass die (die die [Triple :D] Frage erstellt haben), nicht konkret davon reden.