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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PJ und wie weit bringt es mir was fürs Mündliche?



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nie
23.10.2019, 17:42
Kommt auch immer auf die Uni an. An meiner Uni werden grundsätzlich alle Leute an der Uniklinik geprüft, egal wo sie PJ gemacht haben. Dafür kann man auch an der Uniklinik Prüfer aus Lehrkrankenhäusern haben. Ich habe z.B. Innere und Anästhesie an der Uniklinik gemacht und hatte in beiden Fächern Prüfer aus Lehrkrankenhäusern. In Chirurgie, dem einzigen Fach, das ich extern gemacht habe, hatte ich dann einen Prüfer aus der Uni.

Rein fachlich besteht man die Prüfung auch unabhängig von den Orten, an denen man PJ gemacht hat. Ich hatte z.B. in Chirurgie einen Herzchirurgen, der auch nur Herzchirurgie geprüft hat und war im PJ überall aber nicht in der Herzchirugie. In Innere habe ich auch mehr zufällig Themen bekommen, die zu meinen PJ-Abteilungen gepasst haben. Und es haben auch alle bestanden, die 1-2 "Urlaubs-Tertiale" in Bali, Sri Lanka und Co. gemacht haben.

Ausland ist halt auch immer relativ. Gibt halt Orte, an denen macht man weniger PJ und dafür umso mehr Urlaub und halt auch Orte, an denen man deutlich mehr lernen kann als in vielen deutschen Krankenhäusern. Würde mir da weniger Gedanken ums M3 machen als um das, was du später machen willst. Im angestrebten Fach würde ich mir schon ein Haus suchen, in dem du viel lernen kannst und evtl. auch schon den Grundstein für eine spätere Tätigkeit legen kannst. In Fächern, die du ohnehin nicht machen willst, mach halt da PJ wo es dir gefällt.

ehem-user-31-01-2020-1555
27.10.2019, 17:24
Das Problem bzgl. PJ sehe ich darin, dass PJler nicht in klinische Entscheidungen einbezogen werden, die aber das „Handwerkszeug“ eines Arztes ausmachen. Wenn in vielen-nicht allen- Kliniken noch nichtmal die Ausbildung der Assistenzärzte klappt, wie soll dann der PJler was lernen?

elastic
27.10.2019, 17:30
also mir hat das PJ was gebracht und ich habe auch was gelernt...
in klinische Entscheidungen wird man zb einbezogen, indem man auf Station eigene Patienten zugeteilt bekommt oder in der Ambulanz selbstständig arbeitet

nie
27.10.2019, 18:00
Ich habe im PJ schon einiges gelernt und ich profitiere jetzt als Assistenzärztin durchaus von den Dingen, die ich im PJ gelernt habe. Ich musste in der Innere z.B. immer die neu aufgenommenen Patienten in der Mittagsbesprechung vorstellen inkl. weiterer Diagnostik und Behandlungskonzept. Das haben die Assistenten mir nicht nur einfach stumpf vorgesetzt sondern durchaus erwartet, dass ich mir da auch ein paar Gedanken dazu mache. Und im Chirurgie-PJ habe ich in der Notaufnahme auch meinen eigenen Patienten gehabt.

ehem-user-31-01-2020-1555
28.10.2019, 00:19
Ich habe im PJ schon einiges gelernt und ich profitiere jetzt als Assistenzärztin durchaus von den Dingen, die ich im PJ gelernt habe. Ich musste in der Innere z.B. immer die neu aufgenommenen Patienten in der Mittagsbesprechung vorstellen inkl. weiterer Diagnostik und Behandlungskonzept. Das haben die Assistenten mir nicht nur einfach stumpf vorgesetzt sondern durchaus erwartet, dass ich mir da auch ein paar Gedanken dazu mache. Und im Chirurgie-PJ habe ich in der Notaufnahme auch meinen eigenen Patienten gehabt.

Das ist schön zu hören, dass es auch so laufen kann. In sehr vielen Kliniken läuft es aber ganz anders. Leider. Während Famulaturen und Blockpraktike war es mir immerhin möglich mal die Funktion oder Visite zu sehen. Die PJler wurden z.T. wie Luft behandelt (alle). Ihre Namen konnte sich nach Wochen kaum jemand merken. Wenn man sich mal auf dem PJ-Portal umsieht, wird mein Eindruck bestätigt (gerade in der Chirurgie). Nicht umsonst entscheiden sich viele vorher Chirurgie-Interessierte nach dem PJ dagegen. In vielen Häusern werden die PJler nur für BE und Hakenhalten ausgenutzt. Das ist leider Fakt.

ehem-user-31-01-2020-1555
28.10.2019, 00:20
Und das bezieht sich auch auf sehr engagierte PJler mit viel Wissen.

elastic
28.10.2019, 07:11
Nicht umsonst entscheiden sich viele vorher Chirurgie-Interessierte nach dem PJ dagegen. In vielen Häusern werden die PJler nur für BE und Hakenhalten ausgenutzt. Das ist leider Fakt.

Das ist ein Widerspruch in sich. Man macht das Tertial und lernt nichts. Wie soll man durch Haken halten eine fundierte Entscheidung für/gegen das Fach treffen? Das geht nur, wenn man auch was Richtiges von Chirurgie erfahren hat.

Rahmspinat
28.10.2019, 07:35
Das ist schön zu hören, dass es auch so laufen kann. In sehr vielen Kliniken läuft es aber ganz anders. Leider. Während Famulaturen und Blockpraktike war es mir immerhin möglich mal die Funktion oder Visite zu sehen. Die PJler wurden z.T. wie Luft behandelt (alle). Ihre Namen konnte sich nach Wochen kaum jemand merken. Wenn man sich mal auf dem PJ-Portal umsieht, wird mein Eindruck bestätigt (gerade in der Chirurgie). Nicht umsonst entscheiden sich viele vorher Chirurgie-Interessierte nach dem PJ dagegen. In vielen Häusern werden die PJler nur für BE und Hakenhalten ausgenutzt. Das ist leider Fakt.


Subjektive Wahrnehmung = Fakt? :-))

Chirurgie-PJs sind tatsächlich die am schlechtesten bewerteten Tertiale laut PJ-Portal. Heißt aber nicht, dass man das auch nutzen kann und von entsprechenden Kliniken Abstand hält. Hakenhalten ist im Übrigen schon ne wichtige Sache und wenn dabei erklärt wird, auch definitiv lehrreich.

ehem-user-31-01-2020-1555
28.10.2019, 15:35
Studierende im praktischen Jahr werden häufig von der Chirurgie abgeschreckt, weil ihre Betreuung schlecht ist. Was wir brauchen, sind klar gegliederte Curricula für die Aus- und Weiterbildung, wir brauchen außerdem mehr Trainingskurse, Möglichkeiten für Simulatorentraining, eine Schulung der Weiterbildner und allgemein eine Definition dessen, was die Weiterbildungsstätten den jungen Ärztinnen und Ärzten grundsätzlich bieten müssen. Zitat von Hartwig Bauer dem Präsidenten der DGCH.

Es mag natürlich unterschiedliche Gründe geben, warum jemand abgeschreckt ist. aber der Hakenhalter bekommt ja mit, wie die Aufgaben der Assistenten aussehen, wie diese betreut werden, wie die Wertschätzung und das Betriebsklima sind. Die Aussage von Herrn Bauer hat sich mit Sehr vielen Beiträgen/Beurteilungen im PJ-Ranking. Die bundesweiten Demos der BVMD für ein faires PJ kommen ja auch nicht aus dem nichts. Da geht es nicht nur um PJ-Entlohnung sondern auch um Betreuung und Arbeitsbedingungen

elastic
28.10.2019, 19:32
Was man als Student vor Ort als erstes machen muss, falls man unzufrieden ist... zuallerstmal die Ausbildung nach dem schon bestehenden Logbuch einfordern. Da stehen schon einige Sachen drin. Beim PJ-Betreuer, den es geben muss. Falls das nicht fruchtet, beim Chef, beim Studiendekanat. Bevor man hinterher sagt "wegen dem Tertial Haken halten mache ich keine Chirurgie".

Nur wer macht das? Ich kenne niemanden.
Aber offensichtlich beschweren sich ja so viele über die schlechte studentische Ausbildung oder nehmen es hin.

ehem-user-31-01-2020-1555
28.10.2019, 23:03
Bevor man hinterher sagt "wegen dem Tertial Haken halten mache ich keine Chirurgie".

Nur wer macht das? Ich kenne niemanden.
Aber offensichtlich beschweren sich ja so viele über die schlechte studentische Ausbildung oder nehmen es hin.

Es geht nicht nur um das Hakenhalten. Das gehört nunmal dazu und sollte auch Teil eines chirurgischen PJ sein. Vielmehr geht es um das Gesamtbild. In vielen Häusern werden PJler einfach wie Luft behandelt. Habe ich selbst schon in 3 Abteilungen bemerkt, in der ich famuliert habe. Was mag Häuser geben, bei denen die Betreuung super läuft. In vielen Häusern ist das aber gerade nicht der Fall. Der Spruch „Haken und Klappe halten“ kommt ja auch nicht von ungefähr. Hauptgründe für eine negative Entscheidung sind sicherlich Arbeitszeiten, manuelle Fähigkeiten und anderes. Die schlechte Betreuung und das verheizen und fleißigen und wissbegierigen Studierenden trägt aber in meinen Augen ganz klar dazu bei.

ehem-user-31-01-2020-1555
28.10.2019, 23:07
Ich habe mit dem Haken halten an sich kein Problem, wenn ich darüber hinaus einigermaßen wertschätzend behandelt werde und man mir gewisse Dinge beibringt.

Rahmspinat
28.10.2019, 23:37
Ich kann ja mal von meinem Chirurgie-PJ berichten. Uniklinik.
Bei uns gab es alle ein bis zwei Wochen einen Lehretag, bei dem wir echt gut gehaltene Seminare hatten mit Dozenten (viele davon mit Master of Medical Education), die eben nicht nur Frontalunterricht gemacht haben, sondern auch praktische Skills beigebracht haben. Auch im OP wurde viel erklärt und die Tätigkeit beschränkte sich nicht nur aufs Hakenhalten. Auf Station musste man halt auch Blut abnehmen und Verbände wechseln und teilweise auch die Station schmeißen, wenn dein Stationsarzt wieder im OP war. Dafür wussten aber sowohl Pflege, als auch OA, wer du bist und was du kannst. Auch war ich im gesamten Tertial bis auf zwei Ausnahmen nie später als 4 aus dem KH, da wurde recht streng drauf geachtet. Unnötiges Rumgeschreie vom Chef ist natürlich in der Chirurgie ein Muss, aber das geht dann halt links rein und rechts raus, dafür waren die anderen immer nett..
Trotzdem wurde unser PJ-Tertial aus einigen meiner Kohorte schlecht bewertet. Klar gibt es auch Abteilungen im Haus, wo die Bedingungen mehr als dürftig sind, aber auch einige MitPJler aus meinen Abteilungen beschwerten sich. Das waren aber meist dann auch die, die..

1. Plötzlich immer weg waren, wenn jemand im OP assistieren sollte
2. Deren stationären Aufgaben nicht erledigt wurden
3. Täglich ausgiebig Mittagspause (2-3h) machten

und sich dann beschwerten, wieso es denn keine Lehre gäbe. Ganz ehrlich, als Stationsarzt hätte ich so auch keinen Finger für die Lehre krumm gemacht.

Ende vom Lied: Lehre muss man sich zu einem gewissen Grad auch verdienen.

Solche Häuser gibts garnicht so selten, dank Pj-Ranking findet man diese auch recht schnell. Wenn andere Häuser nicht entsprechend nachziehen, muss man eben mit den Füßen abstimmen und die so lange schlecht evaluieren, bis sie nachziehen müssen.

ehem-user-31-01-2020-1555
28.10.2019, 23:47
@Rahmspinat: Das ist aber wirklich eine vorbildliche Uniklinik. So sollte es laufen. Ich habe dann auch kein Problem Überstunden etc. zu machen.
Ich hoffe wenn ich mal im PJ bin, eine ähnlich gute Klinik zu finden.

elastic
29.10.2019, 04:58
Ich hoffe wenn ich mal im PJ bin, eine ähnlich gute Klinik zu finden.

Du bist noch gar nicht im PJ?? Dann kennst du ja nur das rumgejammere der anderen. Hör auf zu lesen.

Ansonsten kann ich die Erfahrungen von Rahmspinat nur bestätigen.

ehem-user-31-01-2020-1555
29.10.2019, 15:26
[QUOTE=elastic;2116222]Du bist noch gar nicht im PJ?? Dann kennst du ja nur das rumgejammere der anderen.

Ich habe das in vielen Famulaturen selbst mitbekommen, da ich als Famulant viel Kontakt zu den dort tätigen PJlern hatte und wir größtenteils die gleichen Aufgaben bekommen haben. Und das war in mehreren Kliniken der Fall

elastic
29.10.2019, 16:14
Das ist Schwarzmalerei. Wenn du so ins PJ gehst... wird es nicht gut werden.

tup74
02.11.2019, 03:43
Ich stimme Hein81 zu. In einer chirurgischen Abteilung an unserer Uniklinik saßen wir Famulanten zusammen mit den PJlern in einem Zimmer und haben aufs Blut abnehmen und Haken halten gewartet. Mehr haben wir nicht gemacht, 4 Wochen lang.

Einerseits hätte man bestimmt mehr machen können, wenn man sich engagiert und nachgefragt/nachgehakt hätte. Andererseits, wer hätte dann das Blut abgenommen und die Haken gehalten? Daher kann ich die pessimistische Sichtweise in Bezug auf Chirurgie teilen, vorallem weil ich eigentlich gerne an der Uniklinik PJ machen würde.

nie
02.11.2019, 08:22
Aber warum genau willst du denn in der Uniklinik PJ machen wenn da die Lehre schlecht ist?

Und was genau erwarten die Leute, die hier so über das Chirurgie-PJ schimpfen, denn vom PJ (bzw. einer Famulatur) in der Chirurgie. Was wollt ihr lernen? Was wollt ihr machen? Ich bezweifele gar nicht, dass es schlechte chirurgische Abteilungen gibt, in denen man im PJ nichts lernt aber man kann auch nicht erwarten, dass die Leute einem den roten Teppich ausrollen und einem unaufgefordert in die spannende Welt der Chirurgie entführen. Hat euch jemand in diesem Zimmer eingeschlossen und gesagt, dass ihr nichts anderes machen dürft? Du sagst selbst, mit etwas Nachfragen/Engagement hätte man mehr machen können. Warum dann nicht einfach mal in die Notaufnahme gehen? Warum fragt man nicht ob man mal mit in die Sprechstunde gehen kann? Und ein Großteil der Chirurgie spielt sich nunmal im OP ab. Haken halten ist die Möglichkeit, auch Studenten in die OP mit einzubeziehen. Klar, 2. Assistenz bei der Hüft-TEP ist jetzt nicht unbedingt ein Vergnügen, da hab ich mich im PJ auch versucht zu drücken aber es gibt eine Menge Operationen, bei denen man bei Haken halten viel sehen und lernen kann. Und auch hier muss man auch mal den Mund aufmachen und nachfragen, dann bekommt man auch was gezeigt und erklärt. Ja, es gibt schlechte Abteilungen und ja es gibt Ärzte, die wollen nicht mit Studenten reden und OPs, in denen herrscht ein übler Umgangston. Aber es gibt auch genug chirurgische Abteilungen, in denen man viel lernen, sehen und selbst machen kann. Aber von nichts kommt auch nichts. Ein Student, der auf seinem Stuhl sitzt und erwartet, dass ihm ein Unterhaltungs- und Lernprogramm geboten wird, braucht sich nicht wundern wenn er 4 Wochen später immer noch auf seinem Stuhl sitzt.

Rahmspinat
02.11.2019, 08:39
Ich fand die Aussage eines Assistenzarztes mir gegenüber recht passend und will es auch so halten. Er meinte damals, dass jede Aufgabe, die ich für ihn erledige und sie so nicht selber machen muss (wie z.B Blut/Briefe schreiben/Aufnahmen) ist am Ende für den Assi freie Zeit, die mir dann in Form von Lehre zusteht.