Auch ich bin „Quereinsteiger“ aus der Inneren. Tatsächlich vermisse ich manchmal noch das Grübeln über EKG’s und den Kick, den Notaufnahme und Intensivstation mit sich bringen.
Um aber mal das „Big Picture“ zu bemühen: Am Ende sind die Unterschiede zwischen (klinischen) Fächern doch marginal: Auch in der Radioonkologie bin ich täglich im direkten Menschenkontakt und trage für die Behandlung meiner Patienten Sorge. Es ist am Ende eine genauso „urärztliche“ Tätigkeit wie die Arbeit als Internist, Neurologe, Anästhesist oder Chirurg. Ob du dein Leben lang nun endoskopierst, punktierst, sonographierst oder operierst: Die Befriedigung kommt dann, wenn du in einer Sache richtig gut wirst. Und auch in der Strahlentherapie kannst du richtig gut werden, denn vom ersten Schritt der Planung bis zur letzten Bestrahlungssitzung gibt es unendlich viele Dinge zu optimieren.
Der große Unterschied zu den anderen Fächern aber ist: Die Tätigkeit ist enorm verträglich mit deinem Sozialleben! Ich genieße das nahezu überstundenfreie Arbeiten und die Dienste sind im Vergleich zur Inneren ein Traum. Und das alles nicht etwa in einer beliebigen Wald-und Wiesenpraxis, sondern in den Sphären einer Uniklinik am „Puls der Zeit“. Meiner Meinung nach hat die Strahlentherapie damit unter den Fächern der direkten Patientenversorgung ein Alleinstellungsmerkmal, das unschlagbar ist.