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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #6
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    Wieso leben Fluglotsen im Hotel?



  2. #7
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    Wie man insbesondere im Zusammenhang mit den Untersuchungen und Prozessen zur Flugzeugkollision von Überlingen lesen konnte und, sofern man sich in entsprechenden Kreisen bewegt, auch anderweitig beispielsweise im Rahmen von berufspolitischen Auseinandersetzungen mitbekommen kann, ist auch im Bereich Flugsicherung nicht alles so einfach und kuschelig wie es auf den ersten Blick klingt. Es gibt in dem Bereich für erfahrene Fluglotsen außerordentlich nette, extrem gut bezahlte Stellen - genau wie in der Medizin auch -, aber es gibt auch in der Flugsicherung Dinge wie ungeplante Schichten übernehmen, zu halblegalen oder illegalen Aktionen gedrängt werden, und vor allem: Der Zeitraum, in dem man als Fluglotse wirklich im Schichtdienst arbeiten muß, ist sehr viel länger als für einen Arzt, der sich nach 5-6 Jahren im Krankenhaus auch in einen Bereich verabschieden kann, wo er nicht mehr nachts arbeitet, oder nur noch Rufbereitschaften macht.

    Ich bin (mit ein wenig mehr Einblick als der Durchschnittsbürger) auch der Meinung, dass der Beruf des Fluglotsen insgesamt eine bessere Work-Life-Finance-Balance bietet als der Beruf des Arztes. Aber so paradiesisch wie man es sich auf den ersten Blick vorstellt, wenn man Dinge wie die hier zitierten liest, muß es nicht sein.

    Außerdem sind die persönlichen Anforderungen, die man für eine Karriere als Fluglotse erfüllen muß, meiner Meinung nach um einiges höher als die Anforderungen, die man erfüllen muß, um in Deutschland Arzt zu werden. Zwar braucht man dafür kein 1er-Abi, aber die verlangten körperlichen Voraussetzungen, psychologischen Tests und die Sicherheitsüberprüfung sind nicht ohne.



  3. #8
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    Zitat Zitat von rafiki Beitrag anzeigen
    Wieso leben Fluglotsen im Hotel?
    Bei Interkontinentalflügen z.B.? Teleportieren sie sich nach Hause?

    Aber gut, das mit dem zirkandianen Rhythmus stimmt. Ich mache Auge, da hält es sich zum Glück mit Diensten in Grenzen.

    Aber mal ehrlich: Wenn man nicht erfüllt jeden oder zumindest an den meisten Tagen zur Arbeit geht und sein Fach einen nicht zumindest ein wenig fasziniert, warum macht man es dann? Ich bin froh und dankbar, dass ich Arzt sein darf und die Fachrichtung gefunden habe, die perfekt passt. Da ist es mir egal, wie "gut" es andere Berufsgruppen angeblich haben.



  4. #9
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    post PJ
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    Zitat Zitat von escitalopram Beitrag anzeigen
    Bei Interkontinentalflügen z.B.? Teleportieren sie sich nach Hause?
    Fluglotsen fliegen nicht....



  5. #10
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    Und noch ein entscheidender Punkt im täglichen Leben eines Fluglotsen, den Ärzte nicht nachvollziehen können: Tägliche, hundertprozentige Überwachung von allem, was man am Arbeitsplatz tut, Mitloggen jeder einzelnen Aktion, und das gesamte Berufsleben über die konkrete Gefahr, durch Fehler oder Nicht-Bestehen einer Überprüfung dauerhaft den Job zu verlieren. Wir alle, die ein paar Jahre als Ärzte gearbeitet haben, wissen, dass wir auch mal Fehler gemacht haben, teilweise sogar ernsthafte, die akzeptiert wurden und nie unsere berufliche Existenz aufs Spiel gesetzt haben.

    Vieles, was man als Arzt mal falsch gemacht hat, ist wahrscheinlich nie irgendwem aufgefallen, vielleicht nicht mal einem selbst. Das gibts als Fluglotse nicht. Da wird mindestens jeglicher Fehler, der zu einer vom Computer festgestellten Abweichung von den Regeln führt, sofort registriert und thematisiert. Zweimal eine Annäherung von Flugzeugen unterhalb einen bestimmten Mindestabstand (mit)verursacht zu haben, kann ausreichen, um aus dem Lotsendienst entfernt zu werden. Vielleicht kann man dann noch einen Verwaltungsjob innerhalb der Flugsicherung übernehmen. Aber dafür sind die meisten Leute, die Fluglotse werden wollten, nicht angetreten.

    Von der Autonomie, die uns als Ärzten in vielen Dingen zugestanden wird, und von dem rechtlichen Schutz eines Arztes, wenn mal unbeabsichtigt was schiefgehen sollte, können Fluglotsen nur träumen.



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