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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #751
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    Zitat Zitat von ][truba][ Beitrag anzeigen
    1. Denke ich übrigens, dieser Thread wäre unter "Speakers Corner" besser aufgehoben.

    2. Kann mir jemand ein paar gute Literaturtipps geben oder kurz ein paar Schlagworte einwerfen ob es im Rahmen der Diversifikation sinnvoll ist bestimmte ausländische Werte in der Heimatwährung über die Heimatbörsen zu zeichnen oder was im dabei sogar die Gefahren sind.
    Wenn ich jetzt z.B. in den chinesischen Markt möchte oder (noch schlimmer?) eine Aktie an der Börse in HongKong kaufe. Dann hab ich ja erstmal in Fremdwährung gekauft und verliere dabei vlt. schon durch den Umrechnungskurs. Was könnten Vorteile sein?
    In den USA macht es Sinn, da dort natürlich der US Dollar als stabile Währung ein guter Grund ist aber gilt die Prämisse auch in Fremdwährungen zu kaufen dann nur für die USA?

    Vielen Dank
    Zu 2. Kurze Stichworte: was könnten sonstige Vorteile sein, eine Aktie X an ihrer Heimatbörse zu kaufen?
    a) Liquidität. Deine Aktie kann am Heimatmarkt erheblich liquider zu handeln sein, als an einer anderen Börse. Je mehr Liqudität, desto "fairer" die Preisfindung, da der Spread (also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis) geringer ist, der Kurs weniger Manipulationsanfällig ist etc.

    b) Manchmal bekommst du in einer ausländischen Börse (z.B. NYSE) gar keine Aktie, sondern etwas anderes.
    Ein Beispiel: wenn du vor 2019 eine Aktie von Ali Baba in New York kaufen wolltest, hast du gar keine Aktie bekommen, sondern eine "American Depository Receipt" (ADR).

    Background Info: Was ist eine ADR? https://www.investopedia.com/terms/a/adr.asp

    Im konkreten Fall hast du 2019 vielleicht geglaubt, hey, ich kaufe mir eine Aktie von Ali Baba und beteiligt mich am Internet und E- Commerce Boom in China- nur kaufe ich mir die Aktie nicht im chinesischen Heimatmarkt, sondern in den USA. Tatsächlich gekauft hattest du aber eine Beteiligung an einer Holdinggesellschaft auf den Bahamas, die ihrerseits Anspruch auf den Cashflow von Baba (in China) hatte... und eben keine echte Aktie.

    Das nur zwei Aspekte, es gibt natürlich noch mehr.



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  2. #752
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von Schubbe Beitrag anzeigen
    Zur USD Geschichte: Dank QE druckt die FED Milliarden in den Markt, es ist nicht abzusehen, wann dieses Verhalten eingestellt wird, d.h. es ist weiterhin von einer Inflation auszugehen, sofern der Leitzins nicht ordentlich angehoben wird (Leitzins hoch -> Presse runterfahren -> iterativer Angleich an die Realwirtschaft). Diese Inflation kann man jetzt bereits im Aktienmarkt sehen, denn wo soll das Geld hingehen, wenn nicht dort hin und ich kann mir nicht erklären warum wir sonst einen solchen bull market sehen, wenn die halbe Welt im lockdown ist. Das Problem beim Erfassen der Inflation ist, dass sie durch einen Warenkorb gemessen wird, aber die darin abgebildeten Waren vom QE weitgehend zeitnah unbeeinflusst bleiben. Dadurch ist das offizielle und amtliche Inflationsniveau vom USD vergleichsweise gering. Praktisch sieht es in meinen Augen jedoch anders aus.
    Der CPI ist in seiner Berechnung so oft verändert worden (ich glaube, sieben Mal in den letzten Jahren...), so dass man nur politisch opportune Zahlen herausbekommt. Ich fand es damals schon so absurd, dass man -als Rindfleisch zu teuer wurde- dieses flugs aus dem Warenkorb entfernt hat und durch das günstigere Hühnerfleisch ersetzt hat. Mir ist außerdem nicht klar, warum in den CPI, dass ja als Proxy, die Lebenshaltungskosten abbilden soll, der allergrößte Kostenpunkt gar nicht eingerechnet wird: die Steuer -und Abgabenlast. Naja, wen die CPIs mal interessieren: Shadowstats macht sich die Mühe, die Inflation zu berechnen, die derzeit herrschen würde, wenn man nicht ständig die Berechnungsmethode geändert hätte. http://www.shadowstats.com/alternate...flation-charts

    Allein der Anstieg im CRB Index seit diesem Jahr https://tradingeconomics.com/commodity/crb
    ist im historischen Vergleich eher konsistent mit einer Inflation von 4% y/y.
    Das die tatsächliche Inflation natürlich wesentlich höher liegt, als die offizielle, liegt auf der Hand. Allein die Energiekosten und Lebensmittelpreise schießen gerade durch die Decke (wie erwartet), und die Politik macht es durch Unterbrechung der Lieferketten bei gleichzeitig politisch forcierter Politik Richtung "Dekarbonisierung" das ganze nur noch schlimmer.

    Zitat Zitat von Schubbe Beitrag anzeigen
    Wenn du in Fremdwährungen anlegst, muss dir klar sein, dass du immer ein (teils erhebliches) Währungsrisiko hast. Stell dir vor du kaufst eine Aktie in USD für 100 EUR (EURUSD = 1.0, lies EUR/USD) und hältst sie 5 Jahre lang. Angenommen der Aktienkurs hat sich nicht bewegt, aber der EURUSD liegt jetzt bei 0.5, dann hast du effektiv 100% Gewinn erzielt - bereits ohne jede Kursbewegung. Analog ist das Szenario bei Verlusten.
    Währungsbewegungen sind nicht nur Risiko, sondern zugleich auch Chance. Ein Beispiel: nehmen wir beispielsweise mal Indien Mitte der 90 er. Die indische Rupie hat gegen den US Dollar um die Hälfte an Kaufkraft eingebüßt- und gleichzeitig gab es eine sehr schlechte Ernte. Das würde für den durchschnittlichen Farmer Amit bedeuten: ok, gibt dieses Jahr nichts zu essen -und in letzter Konsequenz- ein paar meiner Kinder könnten verhungern. Mal abgesehen davon, dass man sich weder den Dünger, noch das Saatgut für die nächste Ernte leisten können wird, also wird man sich beim lokalen Geldhai zu einem obszönen Zinssatz verschulden müssen. Da der durchschnittliche Inder, wie so viele Gesellschaften Südostasiens, aber aus Alltagswissen weiß, dass er sich nicht auf die Fiat Währung seines Heimatlandes verlassen kann, hat er sich ja -für schlechte Zeiten- ein wenig Gold und Silber zugelegt. Der Silberpreis hat sich Mitte der 90 er verdoppelt + die Kaufkraft des USD Dollar hat sich gegenüber der Rupie ebenfalls verdoppelt, somit hat sich der Wert der Notvorräte ca. vervierfacht (gemessen in Rupie). Problem: Missernte und massiver Verlust der Kaufkraft meiner Heimatwährung - Problemlösung: einfach Teile des Tafelsilbers verkaufen, die Familie muss nicht hungern, bzw. kein armes Farmerkind musste trotz Missernte verhungern + die Schuldknechtschaft blieb einem auch erspart. Hat eben alles zwei Seiten.

    Zitat Zitat von Schubbe Beitrag anzeigen
    Normalerweise, im longterm investment, kann man solche Währungsrisiken durch Einpreisung von Inflation, bekannte Leitzinsdifferentiale (-> Carry Trades) usw. weg argumentieren, aber eben nur, wenn alle Stellgroßen bekannt sind. Deshalb geht der Finanzmarkt auch hart ab, wenn unerwartet ein Leitzins geändert wird.
    Sowas wie "unerwartete" Leitzinsänderungen gibt es in den großen Majors ja nicht (mehr). Jay Powell hat ja seine Lektion in Q3 2018 gelernt (Taper Tantrum)- seitdem kommunizieren die Zentralbanken sehr klar mit den Märkten, was Sie vorhaben, worauf Sie achten und welche Faktoren dazu führen könnten, ihre Strategie zu ändern- erstmal bleibt es bei global synchronisiertem QE in den 7 Majors.

    Überraschungen sieht man höchstens noch in den Schwellenländern wie neulich in der Türkei- absolute Shitshow letztes Jahr, hat die Mittelklasse viel Geld gekostet und man sieht in Istanbul usw. wohl sehr viele Bettler und hungrige Kinder. Aber das passiert eben, wenn man den eigenen Schwiegersohn als Zentralbankpräsident etabliert und dann keine Leitzinserhöhung haben will. Mit dem neuen Zentralbankpräsidenten hat sich die türkische Lira ja jetzt wieder etwas stabilisiert. Dafür liegt der Zinssatz auch bei knapp 17%. Das wird dem türkischen Häuslebauer eher weniger gefallen.
    Geändert von Thomas24 (Gestern um 21:37 Uhr)



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  3. #753
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    Zitat Zitat von LasseReinböng Beitrag anzeigen
    Hedging ist ja selber auch mit Kosten verbunden.
    Richtig, ist hab teilweise am Spotmarkt Positionen offen, teilweise direkt vom Anbieter währungsgesicherte ETFs. Es gibt sicherlich elegantere Lösungen, aber ich habe bisher noch keine Zeit gehabt mir das ganze genauer anzusehen.
    "This sentence contains ten words, eighteen syllables, and sixty-four letters."
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