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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #126
    verfressen & bergsüchtig Avatar von Evil
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    Zitat Zitat von GelbeKlamotten Beitrag anzeigen
    Es ist ganz sicher nicht gerechtfertigt oder normal, dass man seinen Mitarbeitern bei konstanter Arbeitsleistung jedes Jahr einen realen Gehaltsrückgang zumutet, der nach 20 Jahren eine reale Gehaltsminderung von mehr als 30% bedeuten würde. Jeder Arbeitnehmer, der bei halbwegs klarem Verstand ist, hätte da schon längst gekündigt.
    Durch die Budgetierung und reell nicht wirklich steigenden Punktwerte ist aber für einen Niedergelassenen genau das das Problem, und die letzte GOÄ-Änderung war 1995. Weder EBM noch GOÄ sehen automatischen Inflationsausgleich vor, wenn also der Praxisinhaber als Arbeitgeber keine Umsatz-, geschweige denn Gewinnsteigerung zu verzeichnen hat, wovon soll er dann den automatischen Inflationsausgleich für seine Angestellten bezahlen?

    Zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen wäre jetzt die Antwort von Unternehmensberatern, schon klar, da bin ich ganz Ohr für Deine Vorschläge.
    Weil er da ist!
    George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen will



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  2. #127
    ist ach so unsensibel
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    Im Grunde ist es richtig, dass man ohne Inflationsausgleich Geld verliert. Wie Evil aber schon sagte, bekommen die Inhaber keinen Inflationsausgleich; wenn man also den Angestellten jährlichen Ausgleich gewährt, mindert man damit als Inhaber das eigene Einkommen, das ja schon durch die Inflation per se gemindert wird. Es braucht halt mehr dahinter, als nur das persönliche Vermögen des Inhabers oder einiger weniger Inhaber, um allen Angestellten einen Inflationsausgleich bieten zu können.



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  3. #128
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    Der Gesundheitsmarkt im KV-Bereich ist auch irgendwie kein richtiger Markt. Der Umsatz (pro Sitz) ist gedeckelt und Preis (für die Leistung) vorgegeben bzw. nicht frei bestimmbar. Nach der Formel "Ergebnis=Ertrag-Kosten" kann eigentlich nur an den Kosten effektiv geschraubt werden.

    U.A. gehört die Inflation zum unternehmerischen Risiko. Und es ist eben auch ein großer Unterschied zwischen Einzelpraxis und MVZ. Der Inhaber einer Einzelpraxis wird sich sicher gut überlegen, ob er sich einen zweiten FA vor allem ohne zusätzlichen Sitz leisten will. Er kann sich Zeit erkaufen wenn er will, aber eben den Umsatz nur begrenzt steigern.

    Deswegen ist es bei einem MVZ anders. Da sind durch den Skaleneffekt ganz andere Grundlagen. Der fünfte, sechste, siebte etc FA bringt mehr Gewinn in Relation zu Umsatz und Kosten. Das größte Wachstumshindernis in dem Bereich ist auch die Ressource Personal. HA-Sitze und Patienten gibt je nach Gegend momentan noch genug. In eine Verhandlung mit einem MVZ kann man ganz anders einsteigen.

    Vorteil bei der Gehaltsverhandlung sind lokale Vergleichangebote. Da habe ich riesige Unterschiede erlebt. Wenn man so die Kommentare der HA-Kollegen liest, hört sich 105k im MVZ erstmal gut an - scheint ja so im oberen Bereich zu liegen.

    Im Prinzip kann man später im Verlauf eine Gehaltssteigerung noch durch Reduktion der Wochenstunden erreichen. Z.B. von 40h auf 30-35h bei gleichem Gehalt reduzieren. Für den KV-Sitz ist es glaube ich egal, meines Wissens >32h für einen ganzen Sitz. Entweder man genießt dann das Plus an Freizeit oder Übernimmt noch andere Tätigkeiten (Gutachter, Betriebsmedizin, Notarzt, KV-Dienste, Arbeitnehmerüberlassung, ...)
    Geändert von hebdo (15.09.2020 um 11:16 Uhr)



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  4. #129
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    Ganz so einfach ist es für ein MVZ auch nicht, ein höheres Gehalt zu bezahlen, da der betreffende Arzt ja erst mal trotzdem sein Bruttogehalt plus Sozialabgaben, wie thomas das hier schon treffend dargelegt hat, wieder an Umsatz refinanzieren muß. Und das ist bei einem Allgemeinmedizinersitz in der Prärie ohne hohen Privatpatientenanteil gar nicht so einfach zu machen.
    Wir haben unsere Allgemeinmediziner in erster Linie zur Erweiterung unserer Abrechnungsmöglichkeiten (Stichwort Kooperationsgrad, Beurteilung von Belastungs EKGs, auch von Wiedergängern, Abrechnung mehrmals im Quartal aufschlagender Patienten etc) und weniger aufgrund des Umsatzes, den die über ihren eigentlichen Patientenverkehr erwirtschaften. In einem gedeckelten System wird man irgendwann kreativ, da können die anderen Praxisbetreiber hier sicher ein Lied singen.
    Klar, in Verhandlungen steigen beide Seiten mit Maximalforderungen ein, allerdings wäre ein bisschen Realismus bzgl. der eigenen Gehaltserwartungen manchmal nicht zwingend schlecht.
    "Ich habe mein halbes Vermögen für Frauen, Autos und Alkohol ausgegeben, die andere Hälfte habe ich verprasst." ( George Best )



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  5. #130
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von Christoph_A Beitrag anzeigen
    Ganz so einfach ist es für ein MVZ auch nicht, ein höheres Gehalt zu bezahlen, da der betreffende Arzt ja erst mal trotzdem sein Bruttogehalt plus Sozialabgaben, wie thomas das hier schon treffend dargelegt hat, wieder an Umsatz refinanzieren muß. Und das ist bei einem Allgemeinmedizinersitz in der Prärie ohne hohen Privatpatientenanteil gar nicht so einfach zu machen.
    Wir haben unsere Allgemeinmediziner in erster Linie zur Erweiterung unserer Abrechnungsmöglichkeiten (Stichwort Kooperationsgrad, Beurteilung von Belastungs EKGs, auch von Wiedergängern, Abrechnung mehrmals im Quartal aufschlagender Patienten etc) und weniger aufgrund des Umsatzes, den die über ihren eigentlichen Patientenverkehr erwirtschaften. In einem gedeckelten System wird man irgendwann kreativ, da können die anderen Praxisbetreiber hier sicher ein Lied singen.
    Klar, in Verhandlungen steigen beide Seiten mit Maximalforderungen ein, allerdings wäre ein bisschen Realismus bzgl. der eigenen Gehaltserwartungen manchmal nicht zwingend schlecht.
    Evil, Christoph und John Silver bringen halt mal die ökonomische Realität in einem nicht rein marktwirtschaftlich gestalteten Gesundheitssystem zur Sprache, eine Versachlichung der Debatte ist mal angenehm. Tatsache ist nun mal, dass es keine sauberen Daten zu Inflation gibt - denn die Berechnung des CPI über einen Warenkorb hat sich methodisch in den letzten Jahren mehrfach geändert. Die Preise für Rindfleisch wurden zu hoch? Rindfleisch verschwand aus dem Warenkorb und wurde durch Hühnchen ersetzt. usw, gibt auf Shadowstats schöne Beispiele hierfür, wie man Inflation berechnen könnte, wenn man die 'Optimierungen in der Systematik' zwischendurch mal rausrechnet. Wen´s interessiert: http://www.shadowstats.com/alternate...flation-charts

    Darüber hinaus ist ein automatischer Inflationsausgleich nicht systemimmanent in der ärztlichen Vergütung abgebildet, weder in der GKV noch in der PKV. Insofern finde ich die Anmerkung von Milz ganz interessant, wenn in seinem Arbeitsverhältnis eine solche Komponente enthalten ist. Würde mich mal interessieren, wie man das konkret ausgestaltet hat und woran der Inflationsausgleich bemessen wird (am Warenkorb?).

    Drittens möchte ich mal anmerken, dass ich jedem Kollegen eine ausgezeichnete und konkurrenzfähige Vergütung gönne, und im Regelfall ist diese für angestellte FA auch deutlich über Kliniktarif- nur zu besseren Arbeitszeiten, ohne Nacht- Feiertags- und Wochenenddienste etc. On Top werden ja noch leistungsabhängige Boni oder sonstige Goodies gewährt etc. Nur kann die Gehaltsverhandlung eben nicht mit den Worten beginnen: 'ich möchte mehr Geld, weil alles teurer geworden ist'. Wer jemals Vergütungsverhandlungen geführt hat, dürfte bei dem Gedanken schon breit grinsen- normalerweise zieht man ein solches Gespräch ja schon ganz anders auf.

    Zitat Zitat von GelbeKlamotten Beitrag anzeigen
    So ein Unsinn. Du argumentierts rein opportunistisch, weil du dich selbst als Arbeitgeber siehst, dessen Angestellte gefälligst zu gehorchen haben. Typisch männliche Selbstüberschätzung, da kannst du nichts dafür. Ist aber dadurch nicht minder dämlich.
    Es muss immer mal wieder jemand seine völlige Selbstüberschätzung bei gleichzeitig kompletter Ahnungslosigkeit der Materie zur Schau stellen. Immer wenn man glaubt, hier sind doch in der Mehrzahl Leute, die zumindest zu Ort, Zeit und Situation voll orientiert sind, wird man eines besseren belehrt.

    Zitat Zitat von GelbeKlamotten Beitrag anzeigen
    Ich habe übrigens nicht gesagt, dass Prostitution toll ist, sondern nur, dass ein Prostitutionsverbot schädlich für alle ist. Und das „Randbereiche der Prostitution“, die eigentlich gar keine Prostitution sind, für Frauen eine gute Möglichkeit sein können typische männerzentrierte Einkommens- und Machtverteilungen umzukehren.
    Vielleicht solltest du dich mal auf das Produzieren von Memes für T- Shirts verlagern. Du würdest Pepe the Frog Konkurrenz machen. Oder du kannst auf deinen Erfahrungsschatz im Bereich der 'Textillosen Kurzzeitvermietungen' zurückgreifen. Da können dir Budgetvorgaben oder die GoÄ völlig egal sein.
    Geändert von Thomas24 (15.09.2020 um 19:53 Uhr)



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