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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Liebe Kollegen und Doktoranden,
    Ich bin Medizinstudentin im PJ und mache parallel meine Doktorarbeit. In letzter Zeit habe ich Sachen festgestellt, die ich ehrlich gesagt als Red Flags betrachte und möchte eure Meinungen und Tipps lesen!

    Ein bisschen Info zum Start:
    Im November 2017 habe ich eine Doktorarbeit bei einem PD (schon Prof.) angefangen. Es geht um eine statistische Arbeit. Ein Paper und Teilnahme an Kongresse wurde versprochen. Wir haben bis gestern nie über die Autorenschaft geredet.

    Ich hatte zuerst nur den Doktorvater im Team, auf Papier hat er einen Assistenzarzt als Betreuer geschrieben, mit dem ich zwischen 2017 und 2019 absolut nichts zu tun hatte.

    Meine Aufgabe war zuerst die Daten zu sammeln. Es war eine sehr mühsame Arbeit und die hat 3 Jahre gedauert. Mehr als 100 Parameter pro Patient, 250 Patienten aus 3 unterschiedlichen Kliniken. Das war ein Wunsch meines Doktorvaters, denn er wollte viele Patienten drin in der Studie. Ich habe parallel zum Studium die Daten gesammelt, auf eigene Kosten gefahren und periodisch den aktuellen Stand zu ihm gesendet, meistens ohne Feedback oder Kontrolle was da drin steht.

    In 2019 sagt der Doktorvater (damals vor 1 Monat Professor geworden): wir fangen mit der Auswertung schon an, besprich bitte alles mit A. (der Assistenzarzt, der am Anfang als Betreuer eingetragen wurde) Ab diesem Moment ist eine absurde Kommunikation begonnen. Ich schreibe E-Mail zum Prof. und dann A. schreibt mir was der Prof. als Antwort gegeben hat. Oder der Prof. will mich etwas fragen und macht das nicht direkt, sondern via A.

    Ich habe mehrmals mit A. getroffen wegen der Auswertung und es war immer wieder so, dass er einfach die Wünsche vom Prof. weiterleitet und ich mache die technische Arbeit - Datensammlung und Auswertung.

    Wegen M2 und Corona gab es eine längere Pause, wo nichts passiert ist. Ich habe den Prof. und A. informiert, dass ich ab Juni mein PJ in ihrer Klinik anfange und wir können die Arbeit intensivieren.

    Dann bin ich endlich im PJ und ich treffe sie jeden Tag, A. gibt mir Aufgaben, ich arbeite bis spät und repeat am nächsten Tag. Der Prof. irgnoriert mich und verhält sich super kalt, wenn er mich trifft.

    Im August habe ich den Prof. trotzdem angesprochen was nach der Auswertung passiert. Er hat gesagt - nächstes Jahr schicken wir dich zu Kongresse zum Präsentieren und wir werden publizieren.

    Einige Wochen später kriege ich E-Mail vom Prof. (Direkt an mir!!!l) warum ich die aktuellste Aufgabe nicht erledigt habe. 'A. braucht dringend die Ergebnisse um sich auf Kongress 1 und Kongress 2 vorzubereiten'

    Ich war in Schock. Ich wusste gar nicht, dass sie das Thema vorstellen werden, und zwar nach 3 Wochen! Ich habe sofort recherchiert und im Kongress-Programm stand mein Thema drin und alle Autoren in der Reihenfolge geschrieben wie bei einem Paper. A. war Erstautor und laut Programm der Vortragender. Mein Name war auf Platz 2.

    Ich war sprachlos. Ich habe ALLES gemacht! Ich habe sogar Ideen gegeben. A. hat kaum was für diese Studie gemacht, außer als Kommunikationsbrücke zu 'helfen'!

    Und er hat 0 Ahnung was da im Datensatz steht, er hat kein einziges Mal kontrolliert ob meine Auswertung richtig ist, immer 'alles passt' nach 2 Sekunden Schauen!

    Gestern habe ich mit dem Prof. gesprochen, habe nichts über die Kongresse gesagt, aber wollte wissen wer der Erstautor für die Publikation sein wird. Die Antwort war 'Falls du den Paper schreibst - du. Falls A. ihn schreibt, dann geteilte Erstautorenschaft.'

    Aber ich frage mich ob das stimmen wird. Die haben mich jeden Tag monatelang gesehen und niemals erwähnt, dass die Kongresse mir gespart wurden.

    Und als Zusatzinfo - A. hat seit einigen Monaten eine höhere Position in der Klinik und übrigens hat kein Doktortitel.

    Ich befürchte, dass ich die Publikation schreiben werde, A. wird sie 'korrigieren' und dann Erstautor werden. Und dann evtl via kumulative Dissertation Doktor werden, oder, keine Ahnung was seine Pläne sein könnten.

    Ich finde die ganze Geschichte voll mit Red Flags und ich habe zu viel investiert, um einfach ok mit dieser Situation zu sein.

    Wie kann ich meine Erstautorenschaft schützen?

    Danke im Voraus!



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  2. #2
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    Zitat Zitat von bewitched Beitrag anzeigen
    Wie kann ich meine Erstautorenschaft schützen?
    Realistisch betrachtet: gar nicht. Willkommen in der Wissenschaft.



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  3. #3
    Diamanten Mitglied
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    Auch wieder ein Beispiel, dass eine statistische Arbeit nichts "mit mal schnell nebenbei geschrieben" zu tun hat.



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  4. #4
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    14.03.2020
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    68
    Also paar Fragen am Rande:
    1. Schreibst du die Doktorarbeit in einem Fachgebiet in dem du später arbeiten möchtest? Bzw. würdest du dich da auch später auf eine Stelle bewerben wollen?
    2. Hast du deinen Prof. gefragt wieso du jetzt nicht deine Arbeit auf dem Kongress vorstellen darfst?
    3. Gibt es bei euch eine Institution die zwischen Doktoranden und Doktorvater steht? Wir müssen unsere Doktorarbeit halt anmelden und in unserer Projektskizze wird auch festgehalten, wer welche Autorenschaft bekommt (bzw. hast du irgendetwas schriftlich?).
    4. Haben die beiden Zugriff auf deine Ergebnisse? Und wem gehören die Ergebnisse? An manchen Universitäten stehen die Ergebnisse rechtlich gesehen der Universität zu, an anderen spezifisch dem Doktoranden!



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  5. #5
    Registrierter Benutzer
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    09.01.2019
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    Zitat Zitat von Tapsie Beitrag anzeigen
    Also paar Fragen am Rande:
    1. Schreibst du die Doktorarbeit in einem Fachgebiet in dem du später arbeiten möchtest? Bzw. würdest du dich da auch später auf eine Stelle bewerben wollen?
    2. Hast du deinen Prof. gefragt wieso du jetzt nicht deine Arbeit auf dem Kongress vorstellen darfst?
    3. Gibt es bei euch eine Institution die zwischen Doktoranden und Doktorvater steht? Wir müssen unsere Doktorarbeit halt anmelden und in unserer Projektskizze wird auch festgehalten, wer welche Autorenschaft bekommt (bzw. hast du irgendetwas schriftlich?).
    4. Haben die beiden Zugriff auf deine Ergebnisse? Und wem gehören die Ergebnisse? An manchen Universitäten stehen die Ergebnisse rechtlich gesehen der Universität zu, an anderen spezifisch dem Doktoranden!
    1. Ja, ich will definitiv in diesem Fachgebiet später arbeiten. Und ich habe gehofft, eine Stelle in dieser Klinik zu bekommen, ja. Aber aufgrund von mehreren Faktoren frage ich mich, ob es sich lohnt. Die Studenten sind in dieser Klinik als Sklaven betrachtet. Trotzdem gibt es große Interesse aus ganz Deutschland und Österreich für Assistenzarztstellen da. Die neuen Ärzte da haben stabil geforscht, mit Erstautorenschaften, und manche haben auch prominente Ärzte mit diesem Fachgebiet in der Familie. (;
    2. Ich habe ihm noch nicht gefragt wegen der Kongresse. Ich befürchte es ist schon entschieden, alles ist organisiert und ich kann nichts ändern. Ich bin Ausländerin mit ein bisschen harter Aussprache, vielleicht geht es um die möglichst beste sprachliche Präsentation hier. Oder sie wollen mehr Autorität ausstrahlen.
    3. Die Uni hat neue und alte Promotionsordnung. Die neue ist sehr transparent wenn es um Ziele des Projekts geht and die Rollen der Beteiligten. Mein Thema gehört zu den alten. Ich habe nur eine Doktoranden-Betreuungsvereinbarung, wo einfach steht, dass ich Doktorand bin und A.- Betreuer.
    4. Alle Ergebnisse erstelle ich und schicke sie dann per E-Mail zum Prof.+A. Ich weiß nicht wem sie rechtlich gehören.

    Am Ende vor Abgabe des Papers muss jeder Autor unterschreiben. Kann ich einfach ablehnen, falls die Autorenschaften nicht fair sind?



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