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  1. #6
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    Ich bin Labor - MTA und hatte Praktikum und dann später in verschiedenen Laboren gearbeitet.
    Ich fand, dass Lä in Abhängigkeit vom Labor (Größe, Richtung, Firma) auch ganz unterschiedliche Aufgaben haben.
    In meinem kleineren Labor hat unsere Lä keine Befundvalidation gemacht. Sie war mit Liefanten, Methoden, Optimierung usw beschäftigt. Ich glaube, sie kam vllt drei Mal im Monat, hat uns gelobt und wieder verschwunden (war aber 24 h erreichbar für alle Notfälle)
    In einem anderen (auch KH - Labor) saßen zwei Lä 8 h am Computer und haben die Ergebnisse validiert
    Mikrobiologie oder Transfusionsmedizin - schon ganz andere Geschichte.

    Was ist schade finde (nur meine persönliche Meinung), man braucht nicht Medizinstidium, um als La zu arbeiten. Man hat so viel Wissen und das findet irdendwie keine Anwendung (man hätte quasi die ganzen 6 Jahre nur Biochemie studieren können)
    Geändert von Dergenthiner (17.11.2020 um 17:46 Uhr)



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  2. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von Cor_magna
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    Zitat Zitat von Dergenthiner Beitrag anzeigen
    Ich bin Labor - MTA und hatte Praktikum und dann später in verschiedenen Laboren gearbeitet.
    Ich fand, dass Lä in Abhängigkeit vom Labor (Größe, Richtung, Firma) auch ganz unterschiedliche Aufgaben haben.
    In meinem kleineren Labor hat unsere Lä keine Befundvalidation gemacht. Sie war mit Liefanten, Methoden, Optimierung usw beschäftigt. Ich glaube, sie kam vllt drei Mal im Monat, hat uns gelobt und wieder verschwunden (war aber 24 h erreichbar für alle Notfälle)
    In einem anderen (auch KH - Labor) saßen zwei Lä 8 h am Computer und haben die Ergebnisse validiert
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    Was ist schade finde (nur meine persönliche Meinung), man braucht nicht Medizinstidium, um als La zu arbeiten. Man hat so viel Wissen und das findet irdendwie keine Anwendung (man hätte quasi die ganzen 6 Jahre nur Biochemie studieren können)

    Ich habe 2 Famulaturen in der Labormedizin gemacht , einmal 4 Wochen in einem großen Konzern, einmal 2 Wochen an einer Uniklinik.

    Und da muss ich dir jetzt aber ganz dezent bei deiner Aussage widersprechen. Der erste Teil mag stimmen, die Labormedizin ist ein riesiges Fachgebiet, hier kann man je nach Laborgröße und Standort (Klinik, Laborkonzern etc.) ein deutlich unterschiedliches Aufgabenspektrum für sich finden, die meisten Laborärzte spezialisieren sich auch , zumindest in größeren Einrichtungen (zb manche auf Gerinnung ).

    Aber: Was den richtig guten Laborarzt ausmacht, ist seine Fähigkeit die Kliniker beraten zu können, die bei ihm anrufen. Hierzu gehört ein gehöriges Maß an Einblick in die klinische Arbeit, nicht umsonst ist für den Facharzt Laboratoriumsmedizin ein Jahr Innere oder Pädiatrie Pflicht.

    Du sprichst mit deinem Beitrag den Labormedizinern ganz klar die Existenzberechtigung ab, und bei dieser Aussage würden sich jetzt viele Laborärzte im Grab oder sonstwo umdrehen. Die Biochemiker bzw Naturwissenschaftler gibt es auch, die im Labor arbeiten, aber das Wissen des Mediziners dort ist unersetzbar.

    Ansonten rate ich zu Hospitationen oder Famulaturen für einen EInblick, der Forenuser Healix ist Labormediziner, keine Ahnung ob er noch aktiv ist, ihm habe ich damals auch sehr viele Fragen gestellt.

    Insgesamt waren die meisten Laborärzte die ich kennen gelernt habe sehr zufrieden mit ihrem Beruf, es ist halt wie bereits gesagt ein spezielles Fachgebeit, aber wer es mag findet dort sicherlich ein gutes Arbeitsumfeld.
    Geändert von Cor_magna (17.11.2020 um 18:19 Uhr)
    Ruhig und gelassen.



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  3. #8
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    Zitat Zitat von Cor_magna Beitrag anzeigen
    Du sprichst mit deinem Beitrag den Labormedizinern ganz klar die Existenzberechtigung ab, und bei dieser Aussage würden sich jetzt viele Laborärzte im Grab oder sonstwo umdrehen. Die Biochemiker bzw Naturwissenschaftler gibt es auch, die im Labor arbeiten, aber das Wissen des Mediziners dort ist unersetzbar.
    Das ist soweit "normal". Ein Labor-MTA der der Meinung ist dass man den Laborarzt nicht braucht, weil man selbst ja schon so toll ist. Rettungsdienstler die der Meinung sind sie sind eh die besseren Notärzte. ATAs die glauben das bissl Narkose stemmen sie eh besser als der Assistenzarzt usw... stimmt ja auch. Bis zu einem gewissen Niveau können erfahrene Angelernte sowas auch schaffen. Aber dann ist halt Schluss. Sie wissen ja auch gar nicht dass nach oben noch so viel Wissen fehlt. Mit vielen Sachen kommen sie ja gut zurecht. Also glauben sie dass sie eh schon alles wüssten.



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  4. #9
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    Hallo kaii,

    eigentlich bin ich hier nicht mehr aktiv, aber war neugierig, was es so zum Thema Labor hier neues gibt haha
    Daher das hier entdeckt (wenn auch mit Verzögerung).

    Labormedizin = geil.

    Du benötigst meines Wissens nach in jedem Bundesland 1 Jahr Innere Medizin. Im Idealfall vor Start der WB Labormedizin.
    (Wenn Du keinen Platz für Labormedizin findest, bietet sich übrigens auch MiBi an, same same but different but still same... na ja nicht so ganz, aber solltest Du mal reinschnuppern, weißt Du was ich meine 6 Monate MiBi MUSS man sowieso machen für FA Labormed.).

    Stellensituation sieht gut aus. WB-Assis werden gesucht. Kommt aber natürlich drauf an, WO Du hinwillst... mancherorts ist es auch schon ganz schön dicht. UND WB-Assi ist immer abhängig von WB-Befugtem vor Ort! Das ist wichtig.

    Du kannst SEHR VIEL Glück ODER Pech haben mit Deiner WB.
    Das kommt auf das einzelne Labor drauf an, nicht auf die übergeordnete Laborgemeinschaft.
    Die großen Laborgemeinschaften verdrängen die kleinen Einzellabore immer mehr, aber auch ein kleines Labor (auch an einer Klinik), kann zum Einstieg gut geeignet sein und da hat man eben auch Sachen, die Du so im ambulanten Labor vielleicht nicht hast (dafür hast Du da viel weniger Spezialdiagnostik im Kliniklabor...).

    Zu den Hauptmitspielern gehören Limbach, Synlab, SonicHealthcareGroup, LADR, Bioscentia... bestimmt vergesse ich wen haha. Aber die ganz großen sind dabei. Wie gesagt, kommt NICHT drauf an welche Gruppe, sondern das Einzellabor und da vor allem der für Dich zuständige Mensch ist das allerwichtigste! Wenn Du doofe Kollegen hast, ist es halt überall doof.

    Der Alltag sieht je nach Labor ein bisschen unterschiedlich aus und es kommt eben auch darauf an, was DU vor Ort machst.

    Wenn Du Pech hast schleichst Du hier und da ein bisschen in Eigenregie rum (das hat ja auch manchmal Vorteile) und wirst dann nach 6-12 Monaten in den Dienstplan mit aufgenommen. Das schöne ist, Du bist ja nicht an der Front, d.h. meistens kann man zurückrufen (und recherchieren oder einen erfahrenen Kollegen fragen, bevor man dann hoffentlich schlauer zurückruft am gleichen oder einem Folgetag ).

    Wenn Du Glück hast, hast Du nen superdupertoptollen WB-Befugten, der Dir nen tollen Plan an die Hand gibt und mit Dir die Themen durchgeht... aber meistens haben die auch was zu tun. Vorteil gegenüber Klinik: Es gibt meistens mehrere Kollegen die man fragen kann, die auch mal Zeit haben.

    Also Du fängst erst einmal an. Ein beliebter Start kann direkt in der Analytik sein, je nach Besetzung halt auch, die MTA werden oft Deine ersten Ansprechpartner sein. Wenn die Abteilung schlecht besetzt ist, ist es natürlich doof für alle da einen reinzubekommen der einen aufhält.
    Startpunkt 1 wäre also z.B. Analytik in einer Abteilung wie der Klinischen Chemie oder der Hämatologie oder der Serologie wo Du dann die Arbeitsabläufe kennenlernst und die Geräte und was wo an welchem Gerät läuft, welches Material... gibt tolle SOPs (Arbeitsanweisungen) die man sich durchlesen kann und joa...
    Startpunkt 2, wenn die Analytik noch nicht direkt kommt und rein "logistisch" auch eigentlich ein guter Startpunkt wäre der Probeneingang. Wie kommen die Proben an, wie werden sie erfasst und wie geht es dann weiter. Das ist so rein von der Ablauflogik eigentlich fast noch besser. Das reicht da auch kurz reinzuschnuppern, so 1-4 Wochen z.B.
    Außerdem ist es IMMER gut die Kollegen zu kennen. Wenn Du später mal eine Frage hast, weiß jeder wer Du bist und Du weißt manchmal auch wen Du am besten fragst. Vor allem für den Fremdversand auch wichtig. Aber da Du auch telefonische Nachforderungen annehmen wirst, ist es immer gut zu wissen wie es funktioniert und die Leute zu kennen, die hauptsächlich die Erfassung machen (dann kann man nämlich anrufen und fragen, wenn man es nicht weiß bevor man seinen ärztlichen Kollegen fragt quasi...).

    Und dann kommt es halt ein bisschen drauf an. Ich habe am Urinarbeitsplatz gestartet. Da schaust Du Dir an, wie es läuft. Urinstatus und Urinsediment gehört da zu (Urinkultur mit E+R ist MiBi!).
    Da kannst Du ein bisschen Zellen gucken und sortieren und Dich freun wie das alles so funktioniert. Bringt zu wenig Geld um relevant genug zu sein, dass man hier Experte für wird, aber man kann da schon viel sehen.
    Dann hängt damit eigentlich direkt die Protein-Diagnostik im Urin zusammen. Kannst Du Dir also auch schonmal anschauen. Und wenn man dabei ist gleich noch die Serumprotein-Diagnostik.

    Und so rotierst Du dann von Station zu Station im besten Fall. Vielleicht lernst Du auch das ein oder andere Gerät zu bedienen... vergisst man schnell wieder und macht es ja dann auch nie, aber ist für das Verständnis (auch der Probleme und v.a. der Probleme in den Arbeitsabläufen der MTA!) nie verkehrt! Die MTA haben tlw. auch sehr viel Ahnung und davon kann man profitieren (denn viele Ärzte wissen manchmal gar nicht wer da wo mit welchem Gerät genau arbeitet... und welche Fehlerquellen es gibt).

    In der Häma diffelst Du ein bisschen, ein bisschen Standardblutbild erstmal, dann die schwierigen Sachen und mit etwas Glück kannst Du die feuerblauen von den rauchblauen Zytoplasmen unterscheiden und siehst das schollige und das lockere und das lappige Zellkerngeblubbel... und wenn Du da nicht so ein Talent für hast, kannst Du Dich freuen, dass es da 1-2 MTA gibt, die das gut können... Malaria diffelt man auch (manchmal machen das aber auch die MiBis... kommt aufs Labor drauf an). Gerinnung läuft da auch meistens... manche Labor haben auch eine Immunhämatologie mit Blutgruppenbestimmung, meistens etwas geringer ausgeprägt und dann hat man da 1-2 Spezis für... manchmal einen Transfusionsmediziner (dafür braucht man übrigens 2 Jahre Innere ).

    In der Sero lernst Du dann so Infektionsserologie, vielleicht Allergiediagnostik und Autoimmundiagnostik... ein paar Sachen wirst Du Dich vielleicht auch NIE mit wirklich auseinandersetzen.

    Und wie dann DEIN Arbeitsalltag aussieht, das hängt wirklich ganz vom Labor ab.

    Bei mir war es so, dass ich eine Arbeitsliste mit Befundung von Proteindiagnostik im Urin abgearbeitet habe am Anfang und dann die Serumprotein-Elektrophorese und dann hatten wir noch eine KapillarImmuno(Subtraktions)-Elektrophorese, das Verfahren ist aber eigentlich etwas schlechter als die Immunfixation(s-Elektrophorese), daher machen wir das jetzt...

    Bei meinem Arbeitsalltag, wenn ich den Frühdienst habe (je nach Labor fängt das um 8-9 Uhr an) schaue ich mir z.B. Vormittags einmal die Elektrophoresen an... Nachmittags liest man dann die Immunfixationen ab und den zweiten Durchlauf der Elektrophoresen und wenn man dafür zuständig ist oder sich zuständig fühlt die Blots und Co. für die Infektionsserologie und ggf. befundet man das dann auch gleich noch mit
    Nebenbei hast Du Dein Telefon dabei und alles was die Telefonzentrale/ das Servicecenter nicht beantworten kann wird zu Dir durchgeschoben. Immer wenn sich ein Kollege nicht sicher ist und einen Arzt fragen will, fragt er Dich. Wenn die Erfassung oder der Fremdversand nicht genau weiß wie jetzt was gemacht werden soll, (manchmal gibt es ja keine EDV-KÜrzel für Untersuchungen!), wirst Du gefragt und manchmal hat auch ein Einsender Fragen oder Wünsche oder Beschwerden (die bekommst Du dann manchmal auch ab ^.^) und manchmal musst Du Dich dann selber ärgern, was Du, Ihr, Deine Kollegin oder vielleicht auch der Einsender für einen Quatsch gemacht habt/hast/haben.

    Wenn Du tolle Kollegen hast und eine nette Gegend, geht ihr vielleicht entspannt zusammen was zum Mittag essen.. oder wenigstens in die Kantine. Oder man bereitet nett was zusammen vor ^.^ (In der Teppichetage wo die meisten Laborärzte sitzen geht das in einer kleinen Küche meistens sogar).

    Ach so und manchmal hast Du in Ermangelung an anderen die darauf Lust haben oder das Können auch plötzlich einen Spezialbereich an der Backe, sowas wie Liquordiagnostik oder Allergiediagnostik oder Autoimmundiagnostik... ist natürlich mega geil, wenn man da in so Spezialbereichen Ahnung hat, man darf sich aber nicht in seiner WB verzetteln... mehr als einen Supermegaspezialbereich sollte man sich nicht für die Verantwortung aufbrummen lassen!

    Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo Dein Weiterbildner entscheidet, dass Du bereit bist F9 zu drücken! (also Befunde medizinisch zu validieren/freizugeben (im Namen Deines Weiterbildners übrigens... oder im Namen von irgendwem sonst, der sich dazu bereits erklärt hat, dass unter dem Unfug, den Du da anrichtest sein Name steht!).
    Am besten macht man sich da 1-2 Tabellen vorher klar, welche Werte BESONDERS kritisch sind und welche Werte BESONDERE OBACHT! verdienen, vor allem kritische Grenzen (und mögliche Fehler), wo man dann zum Telefon greift/greifen muss/greifen möchte.

    Denn Befunde validieren ist so neben dem anderen Zeug Hauptaufgabe.
    Wenn Du für einen Bereich zuständig bist oder auch so als "tolle" Beschäftigungsaufgabe für WB-Assis. kannst Du SOPs (Vorgehensanleitungen quasi) schreiben, tolle Inhalte für die Homepage generieren, Deinen Kolleginnen zuarbeiten und Dich um Qualitätsmanagement (und manchmal auch EDV-Angelegenheiten) kümmern.
    Wenn Ihr ein neues Gerät anschafft, weil das alte oll ist und man jetzt ja moderner und toller ist, dann muss das nämlich verifiziert/validiert/schickgemacht werden. Da fallen dann Vergleichsmessungen an, im besten Fall hat da ein Arzt ein Auge drauf. Im nicht besten Fall machen die MTA das irgendwie und irgendein QM-Beauftragter und die Ärzte haben damit gar nichts zu tun... (ja ich gucke bei Sachen, die ich freigebe lieber selbst drauf!).

    Wie sich der Tag dann gliedert, hängt wie gesagt von vielen Faktoren ab.
    Als späterer WB-Assi oder Facharzt bist Du wie gesagt in einen Schichtplan (je nach Absprache des Anstellungsverhältnisses natürlich...) eingeplant.

    Frühdienst, Spätdienst, mancherorts so "Zwischendienste" oder einfach "Dasein, irgendwann... weil man ist heute nicht Hauptzuständig"... Meistens ist Homeoffice leider noch ein "Schimpfwort" und ich hoffe, das ändert sich. Theoretisch geht das nämlich zumindest teilweise (solange irgendwer vor Ort ist) sehr gut. Aber "Leistungserbringung vor Ort" (blabla) ist so eine große Grauzone und ich glaube eigentlich sind einige Leitungspersonen einfach nur etwas konservativ was das angeht. Aber ob Du jetzt F9 von zuhause aus drückst und telefonierst oder von Deinem Büro aus... na ja... Manche andere Sachen (Mikroskopieren, Sachen ablesen... etc. ) gehen allerdings nur vor Ort, das stimmt schon. Und es ist auch gut vor Ort zu sein! Mir geht es um das Prinzip haha.

    Also Frühdienst kann sein 8-16:30 oder 9-17:30 Uhr, je nach Labor. Manche sehen es auch überhaupt nicht so eng und es ist 9:30 - 17:00 Uhr und na ja hab alles fertig, ich gehe... aber das ist eher die Ausnahme
    Aber man kann oft wenn man wirklich was hat, das ganz gut mit den Kollegen absprechen und macht dann halt an einem anderen Tag länger oder baut Überstunden ab (die sehr selten anfallen... aber durchaus auch anfallen können! Offiziell gibt es die aber in der Lab-Med. glaube ich nicht... und das ist auch realistisch OHNE Überstunden rauszukommen an den meisten Tagen!).

    Spätdienst kann dann sein von 12-19:30 Uhr oder von 14-21:30 oder noch später... das kommt ein bisschen drauf an.
    Dann gibt es Labore mit Bereitschaftsdienst (manchmal auch mit KV-Dienst!!! die meisten kaufen ihre Ärzte da raus... aber ist nicht überall so!) und Rufbereitschaften... Wenn Du also um 20 Uhr nachhause gehst und dann gemütlich dein Diensttelefon bei Dir hast, kann es passieren, dass Du nochmal angerufen wirst. Als Laborarzt aber eher NICHT nachts... also MiBi kann das durchaus passieren. Aber wenn in einem betreuten Kliniklabor alles ausfällt und die wissen nicht weiter... na ja... Du bist halt für alles zuständig dann in dem Moment. Aber hast vor allem als WB-Assi meistens ja noch Deinen Joker in der Hinterhand und das würde ich auch so mit meinem WB-Befugten besprechen, dass er im Hintergrund für mich erreichbar ist (die meisten Labormediziner sind aber sehr toll und deshalb ist das meistens GAR KEIN Ding... und manchmal muss es ja nichtmal Dein Weiterbildner sein, sondern kann ja auch irgendein anderer Kollege oder erfahrenerer WB-Assi sein, kann man ja persönlich nochmal fragen...).

    Joa und wenn Du so ein Labor hast, wo es neben dem Früh und Spätdienst auch noch "Zwischen"-Dienst oder "Nicht-Früh-Spät-Dienst" gibt, ist es meistens etwas flexibler wann man kommt und geht. Aber so einen groben Zeitrahmen gibt es meistens schon. Das wirklich frühe Arbeiten wie in der Klinik entfällt allerdings... also ist schon manchmal nervig, wenn das früheste, was man nachhause kommen kann 17:30 + Heimfahrt... ist und man aus der Klinik 16 Uhr z.B. gewohnt ist.

    Also es gibt jede Menge zu tun und viele Sachen sind auch so ein bisschen administrativ. Man kann viel gut machen und verbessern (in vielen Laboren liegt einiges an Themen nämlich schon einige Zeit rum... und keiner kommt dazu und Referenzwerte könnten mal angepasst werden etc. ...) und man kann auch viel Scheiße bauen, wenn man Befunde freigibt, die einfach nicht stimmen können und die Ärzte (oder Patienten) in Alarmmodus versetzt.

    In manchen Laboren gibt es dann auch noch Blutabnahmestellen, dafür gibt es eigentlich extra Personal, aber "unter ärztlicher Aufsicht", also wenn was passiert ist ein Arzt da/in der Nähe. Wenn dann einer kollabiert, kannst Du auch schonmal gerufen werden natürlich. Oder wenn kein Material gewonnen werden kann... weil Ärzte das bekanntlich IMMER besser können, als alle anderen, selbst wenn sie seit 3 Jahren kein Blut mehr abgenommen haben und die anderen das täglich machen Aber ich verkleide mich dann immer als Arzt mit meinem Kittel und warne groß vor, dass ich das letzte Mal vor xxx Jahren abgenommen habe und wünsche uns beiden viel Glück... und wenn es mehr als 3 Versuche werden, könnte als IGEL-Leistung Akkupunktur hinzukommen... das erfreut die Patienten dann immer sehr und schafft ihnen Hoffnung ^.^

    Ich gucke hier wie gesagt sehr selten rein, aber wenn Du willst, kannst Du ja noch was fragen und vielleicht antworte ich haha.

    Beste Grüße!

    P.S.
    Labormedizin ist für mich geil! Aber es gibt auch Leute, die vermissen die Patienten oder mögen dieses ganze theoretische Gedöns nicht so. Ich persönlich bin erst jetzt Glücklich mit meiner Berufswahl, wo ich Labormedizin mache ^.^ Aber Medizin ist halt auch ein sehr breites Feld und es ist vermutlich für jede Persönlichkeit was dabei!



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  5. #10
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    Was ist schade finde (nur meine persönliche Meinung), man braucht nicht Medizinstidium, um als La zu arbeiten. Man hat so viel Wissen und das findet irdendwie keine Anwendung (man hätte quasi die ganzen 6 Jahre nur Biochemie studieren können)

    Mal aus Laborarztperspektive hierzu eine Antwort:

    Das mag so wirken, aber da hattest Du eindeutig zu wenig Kontakt zu Laborärzten, was teilweise auch normals ein kann.

    Nicht umsonst gab es in der DDR den Klinischen Chemiker und den Fachmikrobiologen (Biologe) der diegleichen Tätigenkeiten übernommen hat. Im Endeffekt trifft Deine Aussage auf ALLE Facharztrichtungen zu. Dafür muss man nicht extra Medizin studieren, man kann auch einfach eine Ausbildung machen. Vermutlich würde Arzt als Ausbildungsberuf sogar MEHR praktische Ahnung haben, als mit der ganzen Theorie im Studium. Die Theorie kommt dann nach Bedarf im Beruf. Vom Aufbau her vermutlich gar nicht so verkehrt. Wenn ich jemanden hinstelle und ihn direkt zum Chirurgen ausbilde, dann wird das vermutlich ein toller Chirurg und das Studium wird da vermutlich NICHT fehlen.
    Aber ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, dazu gibt es vielerlei Meinungen! Nur in dem Sinne, dass das JEDEN Beruf im Prinzip betrifft. (AUCH BWLer etc. ... breite Grundlagen zu haben um sich schnell orientieren zu können ist praktisch, aber nicht berufsspezifisch in jedem Fall relevant).

    Ein entscheidender Unterschied zwischen dem Klinischen Chemiker und dem Laborarzt (oder Mikrobiologen) ist, dass es mehr klinische Erfahrung gibt. Man kann anders mit den Kollegen aus den Kliniken oder aus dem ambulanten Bereich sprechen und kann manche Situationen anders einschätzen. Ich würde jetzt einmal wagen zu behaupten, dass ein sehr guter Klinischer Chemiker (KC) und ein sehr guter Facharzt Labormedizin, wenn sie dengleichen Bereich betreuen, da gleich kompetent sind.
    Die Ausbildung unterscheidet sich aber auch ein gutes Stück, sodass der KC auch mehr in Richtung Theorie, Geräte, Analyseverfahren ausgebildet wird, während der Facharzt eher auch die Klinik (also das klinische Bild) und Differentialdiagnosen lernt. Es macht schon auch einen Unterschied, ob ein Befund plausibel ist oder ob er plausibel ist und in das Krankheitsbild passt.
    Was sicherlich auch ein erwähnenswerter Unterschied ist: Der Labormediziner muss auch 6 Monate (und ggf. bis 12 Monate) in der Mikrobiologie lernen. Da sind einige Zusammenhänge dann nochmal klarer (z.B. Urindiagnostik, Liquordiagnostik), die der KC so eventuell nicht kennenlernt.
    Aber ja, man braucht kein Medizinstudium dafür, da stimme ich Dir zu.
    Durch meine Arbeit im Labor kann ich Dir aber sagen, dass der Laborarzt (oder auch ein anderer Akademiker) extrem wichtig ist. Es müssen einem schon die Konsequenzen der Fehler die man am besten gar nicht erst verursacht bewusst sein. Und manche Aufträge kann man auch sinnvoll (und legal) erweitern oder mit dem Einsender besprechen, bei dieser oder jener Konstellation.

    In sehr kleinen Kliniklaboren ist es z.B. oft so, dass diese mitbetreut werden von dem zuständigen Labor. Da schaut dann vielleicht oder vielleicht auch nicht (das hängt wieder von einigen Sachen ab) ein Facharzt vorbei und guckt, dass alles seine Ordnung hat.
    Normalerweise - so wie Du das beschreibst - verschwinden die danach aber nicht ins "Frei" sondern fahren wieder zu ihrem Hauptwirkort. Manche betreuen auch mehrere Krankenhauslabore. Die Diagnostik in Krankenhauslaboren ist aber meistens sehr eingeschränkt, sodass das ein anderes Arbeiten ist.
    Je nach Anbindung können Klinikbefunde auch über das LIS (LaborInterenSystem) validiert werden, ohne dass der Arzt vor Ort ist.

    Also JA, Du hast Recht, man BRAUCHT kein Medizinstudium, man könnte auch was anderes studieren... aber NEIN, ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. Glaub mir, das hiflt schon.
    Am Ende liegt es aber mehr an der Einzelperson, die einen Job/eine Rolle auf Arbeit ausfüllt, als am akademischen Hintergrund. Wir haben auch MTA/BTA mit akademischen Hintergründen und welche ganz ohne. Manche MTA ohne akademischen Hintergrund belesen sich und bilden sich weiter und sind in manchen Sachen (für die sie halt zuständig sind) vielleicht besser als der Laborarzt selbst. Eine MTA die 40 Jahre Blutbilder mikroskopiert und sehr viel Erfahrung und Engagement hat, der macht man nichts vor als Facharzt, der vielleicht mal reinguckt.
    Und manche MTA mit akademischem Hintergrund... die sind faul und machen 0-8-15, da hilft dann der schönste akademische Titel nichts (bei Ärzten übrigens auch).

    Also ich habe ein paar sehr geschätzte Kollegen, die KC oder Fachmikrobiologen sind, auf die lasse ich nichts kommen und ich kenne verdammt schlechte Laborfachärzte (oder auch andere Fachärzte).
    Ich möchte Deine Aussage daher einmal umdrehen: Man braucht nicht 6 Jahre Biochemie studieren, man kann auch 6 Jahre Medizin studieren und sich dann trotzdem zurechtfinden mit den theoretischen Aspekten der Labormedizin und Mikrobiologie.
    Vergiss bitte nicht: Studium = Grobe Grundlagen für ALLESMÖGLICHE. Beruf = NIESCHENSPEZIALIST + Typ für alles (nebenher).

    Und ja, das Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung, MTA-Anweisung etc. (teilweise EDV, Mitarbeitergespräche, etc.) können alles Aspekte dieses Berufs sein. Das ist aber auch wichtig. Der BWLer sieht nur die Zahlen, was hinter der Diagnostik steht, das kann er nicht verstehen. Der Logistiker/Fahrdienstleiter, bekommt seine Anweisungen, was das für Konsequenzen hat, wenn da eine Probe zu spät oder nicht abgeholt wird, die Praxis/Klinik logistisch nicht gut angefahren wird, etc., das ist nicht sein Bier.
    Und irgendwie läuft es halt alles auf "Führungsebene" zusammen und der Arzt (sollte zumindest) weiß... Die Liquorzellzählung kann man nach 2 Stunden fast schon vergessen, da muss das und das und so und so, das EDTA-Blut ist zwar schön und nett, aber nach 24-48h ist ein Blutbild auch oll, Urin voll mit Bakterien... na ja stand halt auch den halben Tag unter der Tageslichtlampe in der Praxis... Anforderung Albumin, IgG und Borrelien im Liquor --> das macht halt gar keinen Sinn! Wir brauchen da ein Serum+Liquorpärchen vom gleichen Abnahmezeitpunkt! (und um Himmelswillen lasst die PCR aus Zecken sein! und auch die Borrelien-PCR aus dem Liquor... Sensitivität 20-30% ist halt nicht toll... macht den Antikörperindex! --> siehe Leitlinie).

    Es kostet MEHR, wenn man das REIBER-Diagramm zwei oder dreimal macht... aber hier werden die Einzelprotein-Werte ermittelt, die man später für die Berechnung der Antikörper-Indices benötigt... wenn man also mehrere Liquorröhrchen hat und aus Röhrchen 1 die Proteine misst, aber aus Röhrchen 3 die spezifischen Antikörper ... dann hat man da ggf. eine Verfälschung die zu falsch positiven oder falsch negativen Werten führt. Und welche therapeutische Konsequenz hat das eigentlich, ob ich jetzt die Borrelien nachweise oder nicht im Liquor? (Bei typischer Klinik und Verdacht auf Neuroborreliose ist nach Leitlinie eine Indikation zur AB-Therapie bereits gegeben, unabhängig von anderen Ergebnissen, das liegt auch daran, dass Borrelien insgesamt sehr schwer zu bewerten sind).
    Und ja, das hilft auch, wenn man schwer kranke Patienten gesehen und betreut hat und hat sterben sehen um sich dem bei seiner Arbeit immer bewusst zu sein, was da dran hängt und dass man zwar nicht an der Front kämpft, aber dennoch einen extrem wichtigen Beitrag leistet.
    Auch die Präanalytik und da das Gespräch mit dem Einsender (aber auch den Kollegen, sei es MTA oder Probeneingang oder Erfassung... wenn die Proben nicht erfasst sind, werden sie ja nicht bearbeitet, das kostet Zeit und für manche Probe ist das nicht gut!) ist wichtig. Wenn man nicht versteht, warum überhaupt Lipoproteine oder Blutzucker gemessen werden und welche Konsequenzen die Ergebnisse auch therapeutisch haben oder ggf. auch als "Notfall", dann ist das schlecht. Wenn ich einen BZ von <40 mg/dl habe, das ist ja eigentlich nicht gut... wenn aber der Arzt gestern Abend das Röhrchen abgenommen hat und das ist halt ein Serum.. na ja... da wird aus einem Diabetiker ein gesunder Patient und aus einem gesunden Patienten jemand der unterzuckert ist.

    Das lernt ein guter KC auch mit der Zeit. Und gute MTA auch. Aber selbst Blut abgenommen haben viele Biochemiker noch nie. Die Abläufe in so Arztpraxen und Kliniken sind denen unbekannt. Das bitte nicht vergessen.

    (Uff schon wieder so ein langer Beitrag... so ist das, wenn man 5 Jahre nichts schreibt hier haha... na man sieht sich dann wieder in 5 Jahren )



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