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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hey Leute

    Ich habe letztes Jahr mein Abitur an einer deutschen Auslandsschule in den USA und werde dieses Wintersemester mit dem Studium in Deutschland anfangen. Vielleicht ist es zu früh, um sich darüber Gedanken zu machen, aber mir hat das Leben in den USA sehr gefallen, weshalb ich nach dem Studium auch gern meine Residency hier machen würde. In den USA zu studieren kam aufgrund der hohen Kosten gar nicht infrage.

    Da das USMLE 1 jetzt pass/fail ist, wird praktische Erfahrung in den USA viel wichtiger und eine Uni mit guten Partnerschaften mit amerikanischen Med Schools wäre auf jeden Fall hilfreich.

    Welche Uni eignet sich eurer Meinung nach mehr? Die Uni Heidelberg oder die LMU München? Oder ist die Wahl der Uni eigentlich egal und man kann alles unabhängig von solchen Austauschprogrammen organisieren? Heidelberg hat eine Partnerschaft mit dem MD Anderson und Duke und die LMU mit Cornell und Washington St. Louis. Außerdem ist die LMU Mitglied des Netzwerks Visiting Student Learning Opportunities der Association of American Medical Colleges und fördert Forschungsaufenthalte in der Harvard Medical School. Was mich an der LMU abschreckt ist nur die hohe Zahl an Studierenden.

    An der LMU werde ich, denke ich, mit Sicherheit angenommen, da ich 15 Punkte über die Grenze für die Abiturbestenquote liege. Für Heidelberg schreibe ich dieses Jahr noch den TMS.

    Gibt es andere Sachen, die ich während des Studium beachten sollte, um meine Chancen auf eine Residency in den USA zu erhöhen?

    Ich würde mich über eure Erfahrungen und Tipps sehr freuen



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  2. #2
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    Prinzipiell kann man auch ohne Partnerschaftsabkommen an eine Medical School während des PJ (Stand 2018 und eigene Erfahrung). Allerdings sind hier einige Punkte zu beachten: bis zum PJ wird es bei dir noch einige Jahre dauern, insofern ist es schwierig zu prognostizieren wie "empfänglich" die USA für ausländische Studenten bleibt, tendenziell ist es in den letzten Jahren schwieriger geworden. Zeit spielt insofern auch eine Rolle da auch niemand das langfristige Bestehen von diesen Austauschprogrammen garantieren kann. Ich weiß es aus HD, dass beispielsweise die Kooperation mit der Duke über den Chef der plastischen Chirurgie Dr. Erdmann zustande gekommen ist der früher in Heidelberg war. Soll heißen wenn Leute wechseln oder in Pension gehen könnte es unter Umständen keine Kooperation mehr geben, das sollte man zumindest im Hinterkopf behalten. Dann sind diese Austauschprogramme von deutscher Seite idR sehr kompetitiv. In Heidelberg gab es zumindest 2018 drei bis vier Plätze für Duke (hier nur Chirurgische Fächer möglich) und MD Anderson (Innere/Onkologie). Auf einen Platz kommen dann so pi mal Daumen etwa vier Bewerber mit entsprechendem Auswahlverfahren (Empfehlungsschreiben, Interview mit Dekan, thematische Doktorarbeit, Physikums und Studiumsnoten etc.). Ich selbst hab damals darüber keinen Platz bekommen, aber stattdessen 1,5 Tertiale auf eigene Faust organisiert/über die jeweiligen Unis direkt beworben (UNC und Cleveland Clinic). Hohe Kosten sind dabei auf jeden Fall dabei, da idR Bewerbungsgebühren und dann noch Studiengebühren im vierstelligen Bereich dazukommen.
    Ansonsten ist Heidelberg und sicherlich auch München generell nicht verkehrt für das Ziel USA, zumindest gibt es im Bekanntenkreis von Freunden in HD den einen und die andere die Teile der Doktorarbeit über Forschungskooperationen von Doktorvater/mutter in den USA gemacht haben. Ferner gab es zumindest in der Vergangenheit die Möglichkeit im klinischen Abschnitt ein Jahr an die University of Kentucky zu gehen, davon ein Semester fachfremd und ein Semester Medical School (natürlich auch kompetitiv). Ansonsten exemplarische Unis dir mir bekannt sind mit Austauschprogrammen: Regensburg mit UC San Diego, Charité mit Northwestern, TU Dresden mit SUNY.

    Ansonsten macht es auf jeden Fall Sinn schon während der Klinik mit den Steps zu beginnen, zu meiner Zeit wollte die Cleveland Clinic mindestens Step 1 als Bewerbungsvoraussetzung.



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  3. #3
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    Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort! Mir ist klar, dass die Wahrscheinlichkeit einen Platz über diese Programme zu bekommen eher gering ist. Die LMU ist Mitglied des VSLO, was eine Plattform ist, wo man sich direkt bei teilnehmenden Institutions für Electives bewirbt. Ein paar Unis, die dort mitmachen sind z.B. Baylor, Boston, USC, Mayo Clinic Rochester, Northwester, UNC, Pittsburg, Vanderbilt und Yale. Viele dieser Unis nehmen auch nur internationale Studenten an, die sich über dieses Netzwerk bewerben. Das würde dann eher für die LMU sprechen oder? Das Programm mit der Kentucky Medical School und HD wurde auch leider beendet



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  4. #4
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    Ich habe mir genau dieselbe Frage vor dem Studium gestellt, habe dann an der LMU zunächst und dann an der TU München studiert. Es ist schon richtig dass es immer schwieriger wird, klinische Rotationen in den USA machen zu können. Aber schwierig heißt nicht unmöglich. Letzten Endes, obwohl wir einen mehr oder weniger offiziellen Austausch zwischen der TU und Cornell in New York hatten wurde ich da nicht genommen und habe mir selber die Hälfte des PJs in den USA organisiert.

    Ich würde auch sagen, es ist nicht verkehrt eine namenhafte deutsche Uni zu besuchen. Aber ich würde die Wichtigkeit speziell von US-Kontakten nicht an vorderster Stelle setzten. Wichtig ist dass du eine gute vorklinische und klinisch-theoretische Ausbildung bekommst (naja, gut, das ist auch schwierig jetzt für dich zu beurteilen). Viele Deutsche machen auch gerne während des Studiums Forschung und das hilft schon viel wenn man sich in den USA bewerben will, das wäre nicht unwichtig bei deiner Wahl.



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  5. #5
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    Wenn Du jetzt schon genau wüßtest, welches Fach Du später einmal machen willst, könnte man Dir maßgeschneiderte Tips geben.

    Per se wird es in den USA jedes Jahr schwerer, einen Fuß als IMG in die Tür zu bekommen.

    Einerseits, weil es einem seitens der amerikanischen Fakultäten erschwert wird, andererseits, weil immer mehr IMGs auf den amerikanischen Markt drängen.

    Zusätzlich bekommt man in Deutschland auch mit, daß immer mehr Absolventen das Land verlassen (wollen). Sowohl bei den Landesprüfungsämtern als auch bei den medizinischen Fakultäten geht nun der Trend dazu, den Studenten gerade im PJ bezüglich der Auslandsabenteuer immer mehr Steine in den Weg zu legen.

    Früher konnte man das ganze PJ in den Staaten verbringen, heute meistens nur noch ein Tertial. Die wenigen Unis, die generell Medizinstudenten im PJ nehmen, werden immer überschaubarer.

    Dazu kommt, daß jetzt bei Step 1 die Scores wegfallen und Step 2 CS ersatzlos gestrichen wurde. Beides zum Nachteil der IMGs.

    Der größte Shitstain auf Deinem CV bei einer Bewerbung auf eine Residency in einem kompetitiven Fach in den Staaten wird immer Dein Status als (non-american) IMG sein.

    Pedigree ist enorm wichtig.

    Du "erkaufst" Dir in den USA über Deine Zeit an einem College und einer Medical School quasi die Residency. Denen ist egal, wo Du her kommst aber nicht egal, wo Du studiert hast.

    Falls Du diesbezüglich nichts vorzuweisen hast (und auch Heidelberg oder München sind nichts), brauchst Du gerade in den kompetitiven Fächern einen amerikanischen Mentor, Kontakte, Research und bessere Scores als der Durchschnitt der AMGs.

    Idealerweise auch noch eine Green Card oder Citizenship, da Dich die Residency Programs sonst aus eigener Tasche bezahlen müssen.

    Bedenke auch, daß Dich Deine Rotations in den Staaten (viel) Geld kosten werden und daß Du Dich als Post Doc entweder selbst um Dein Funding kümmern mußt oder relativ gesehen (Verdienstausfall) unterbezahlt wirst.

    Mich haben fünf Monate PJ an renomierten amerikanischen Medical Schools einen guten fünfstelligen Betrag gekostet. Dazu kamen noch die Famulaturen.

    Hätte ich früher gewußt was ich heute weiß, hätte ich wahrscheinlich den damals beschwerlich und teuer erscheinenden Weg des Studiums in den Staaten auf mich genommen.

    Worauf ich hinaus will: Falls Du ein Fach machen möchtest, das nur wenige machen wollen oder Du kein Problem mit einem Residency Program in Nebraska oder an anderen trostlosen Ecken hast, ist es wahrscheinlich relativ egal, wie Du das Ganze angehst. Da mußt Du Dich auch in Deutschland nicht stressen.

    Falls Du aber jetzt schon weißt, daß die USA Dein Ding sind und/oder daß Du etwas Kompetitives machen möchtest: Überlege Dir, ob Du nicht vielleicht doch ganz in den USA studieren möchtest (respektive kannst).



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