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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #16
    Diamanten Mitglied
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    Die Exzellenzinitiative ist eine rein wissenschaftspolitische Sache, die weder etwas mit der Qualität der Lehre noch mit den medizinischen Fachbereichen zu tun hat. Und auch mit international anerkannten Maßzahlen des wissenschaftlichen Outputs hat sie nur wenig zu tun - da sind ja auch einige Unis mit dabei, die in Sachen Publikationen völlig irrelevant sind. Die Exzellenzinitiative ist halt ein nicht besonders guter Versuch, staatlich-zentralistisch das zu imitieren, was an US-Unis geschieht, mit Geldsummen, die im Vergleich peanuts sind. Insofern kann man diesen Aspekt eigentlich getrost ignorieren.

    Dass eine gewisse ambitionierte, ehrgeizige Atmosphäre dem Studium nicht schaden würde, ist sicher richtig. Aber das hat wohl kaum etwas mit staatlich verordneter Exzellenz zu tun. Mein Eindruck ist auch, dass die meisten deutschen Medizinstudenten und Ärzte geradezu Angst vor Differenzierung, Exzellenz, Rankings, usw. haben. Man ist lieber unauffällig und Durchschnitt. Für mich mit ein Grund, warum man sich bei den Tarifverhandlungen immer sehr zurückhält.



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  2. #17
    SOS H20 Tatütata Avatar von Dooly
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    14.12.2019
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    Interessant davo, Danke. Meine erste Uni, die eben keine Eliteuniversität ist, hat eine Uniklinik, die wesentlich elitärer wahrgenommen wird, als die der zweite Uni. Es gibt auch mehr wissenschaftlich bedeutende Persönlichkeiten, Forschungseinrichtungen und Arbeitsgruppen.
    Wieso macht man die ganze Exzellenzinitiative dann aber nicht besser? Also wenigstens nach international anerkannten Maßzahlen des wissenschaftlichen Outputs kann man den Status doch verleihen.



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  3. #18
    Diamanten Mitglied
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    04.08.2012
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    3. WBJ Psychiatrie
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    9.706
    Ich persönlich bin der Ansicht, dass so ein staatlich verliehener Status sowieso sinnlos ist. Erstens ist eine Uni dann elitär, wenn sie von Bewerbern, Arbeitgebern, Wissenschaftlern so wahrgenommen wird, nicht wenn ein paar Politiker das so entscheiden. Zweitens gibt es auch an der Uni Cambridge Fachbereiche, die wissenschaftlich schwach sind, die vergleichsweise schlechte Studenten haben. In den USA ist es ähnlich, dort gibt es in den meisten Fächern auch einzelne relativ unbekannte öffentliche Unis, die einen besseren Ruf genießen als viele ivy league schools.

    Was ich damit sagen will: Der Elite-Uni-Status ist auch in den USA bei weitem nicht so monolithisch-einheitlich, wie das von Seiten der deutschen Politik vermutet wird. Und er ist zwar natürlich auch im Laufe der Zeit veränderlich, aber Neuausschreibungen alle sieben Jahre, wie sie in der Exzellenzstrategie vorgesehen sind, sind IMHO nur bedingt sinnvoll.

    Ich muss gestehen, dass mir nicht klar ist, was der Sinn dieser Initiative überhaupt sein soll. Wenn es einfach nur um die Förderung von Exzellenzclustern gehen soll - klar, warum nicht. Aber dann hätte man von Anfang an darauf achten müssen, dass die ganze Elite-Terminologie, und insbesondere die Elite-Uni-Terminologie, sich da nicht etabliert. Denn eine Eliteuni zeichnet meines Erachtens deutlich mehr aus als ein paar Exzellenzcluster in der Forschung.



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  4. #19
    Registrierter Benutzer
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    Ganz genau. Elite-Status gibts für Wissenschaft der jeweiligen UK/Uni, nicht für die Lehre! Am besten schaut man auf Physikums und M2 Durchfallquoten, wenn man ein Tendenz über die Qualität der Lehre erhalten will.



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  5. #20
    Diamanten Mitglied
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    Elitär ist ja ein sehr dehnbarer Begriff und auch einer, der ja recht häufig auch inflationär verwendet wird- was sich ja eigentlich widerspricht.
    Ich habe in Ulm studiert und wir haben beim Physikum eigentlich immer auf Platz zwei nach Heidelberg gelegen, obwohl ich niemals auf die Idee kommen würde, dass wir elitär waren- weder auf die Lehre noch auf Forschung bezogen. Aber unsere Vorklinik-Dozenten waren auf ihre Weise durchaus elitär und vor allem sehr daran interessiert uns Wissen gut zu vermitteln.

    Natürlich ist ein ambitioniertes und anspruchsvolles Umfeld oft förderlich, auch für einen Selbst. Aber im Medizinstudium hast du dieses Klientel ja oft sowieso. Wobei ich da oft den Eindruck hatte, dass viele mit kleinen Niederlagen total überfordert sind, weil sie es schlicht nie erlebt haben mal nicht die Tollsten oder Besten sind. Ich hatte Kommilitoninen, die weinend aus Prüfungen kamen weil sie nicht alle Fragen sicher richtig beantworten konnten. Die Vorstellung, dass dies an "elitären" Unis noch schlimmer ist fände ich eher abschreckend. Aber das ist eine sehr persönliche Entscheidung.

    Am Ende solltest du die Uni nicht nach solchen Kriterien auswählen, zumal es später bei Bewerbungen eh wirklich egal ist wo du studiert hast. Deine zukünftigen Chefs und Vorgesetzten haben ja auch Medizin studiert und wissen ja wie es läuft.
    Es ist viel wichtiger, ob du dich wohlfühlst in der Stadt, es dir leisten kannst, vielleicht schon Leute kennst, deinen Ausgleich zum Studium umsetzen kannst.

    Früher dachte ich auch so ambitioniert, wollte ne Diss in heftiger Forschung machen, Uniklinik Karriere, bla bla...jetzt mit 28 sehe ich vieles anders und möchte eigentlich nur schnellstmöglich raus aus der Klinik in die ambulante Versorgung.
    Gib dir selber Zeit zu sehen was du möchtest und versuche nicht alles gleich in irgendeine (Pseudo) Richtung zu lenken.



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