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  1. #66
    Registrierter Benutzer Avatar von Stuntman Mike
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    Zitat Zitat von Endoplasmatisches Reticulum Beitrag anzeigen
    Respekt vom Kunden = Führungsposition?

    Da muss man die Optik schon biegen wie eine Brezel, um in einem Arzt in Weiterbildung irgendeine Form von Führungsposten zu sehen. Man wird flächendeckend nichtmal behandelt, als hätte man das Potential dazu.
    Es mag auch von der Größe des Hauses abhängen. Je größer, desto mehr ist man natürlich nur ein Rädchen im Getriebe, aber wenn es etwas persönlicher zugeht... Weniger gegenüber den Patienten, aber die Pflege erwartet natürlich vom Arzt klare Ansagen und setzt die dann bestenfalls auch um, ergo Führungsposition. Natürlich muss man sich das erstmal erarbeiten, aber was sind schon die ersten 2-3 Jahre als Anfänger gegenüber dem ganzen Berufsleben?



  2. #67
    The cake was a lie. Avatar von Endoplasmatisches Reticulum
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    Medizinische Anordnungsbefugnis does not a Führungskraft make.

    Ein AiW leitet keine Teams. Nicht ärztlich und schon gar nicht pflegerisch. Ein AiW hat keine Personalverantwortung, keine Weisungsbefugnis und auch keine innerärztliche oder sonstige Entscheidungsbefugnis für irgendetwas im Krankenhaus. Ein AiW muss niemanden außer sich selbst nach oben verantworten. Ein AiW wird auch nicht auf Weiterbildungen für Führungskräfte geschickt.

    Kurzum: Ein AiW ist kein Leitungspersonal. Viel trauriger ist aber, dass ein AiW in der täglichen Krankenhauspraxis auch nicht als potentielle spätere Führungskraft gesehen und als entsprechende Investitionsoption aufgefasst wird. Das ändert sich auch nicht im 3. Weiterbildungsjahr plötzlich.

    Formal ist übrigens nichtmal der typische Oberarzt Leitungspersonal. Für Oberärzte mit Leitungsfunktion gibt es eine eigene Tarifstufe.
    Geändert von Endoplasmatisches Reticulum (18.07.2023 um 11:18 Uhr) Grund: Buchstabe hat gefehlt.



  3. #68
    Registrierter Benutzer Avatar von Stuntman Mike
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    Zitat Zitat von Endoplasmatisches Reticulum Beitrag anzeigen
    Medizinische Anordnungsbefugnis does not a Führungskraft make.
    Ein AiW leitet keine Teams. Nicht ärztlich und schon gar nicht pflegerisch. Ein AiW hat keine Personalverantwortung, keine Weisungsbefugnis und auch keine innerärztliche oder sonstige Entscheidungsbefugnis für irgendetwas im Krankenhaus. Ein AiW muss niemanden außer sich selbst nach oben verantworten. Ein AiW wird auch nicht auf Weiterbildungen für Führungskräfte geschickt.

    Kurzum: Ein AiW ist kein Leitungspersonal. Viel trauriger ist aber, dass ein AiW in der täglichen Krankenhauspraxis auch nicht als potentielle spätere Führungskraft gesehen und als entsprechende Investitionsoption aufgefasst wird. Das ändert sich auch nicht im 3. Weiterbildungsjahr plötzlich.

    Formal ist übrigens nichtmal der typische Oberarzt Leitungspersonal. Für Oberärzte mit Leitungsfunktion gibt es eine eigene Tarifstufe.
    Ok, war mir nicht klar, dass “Führungskraft” so ein eng definierter Begriff ist. Aber ja, es ist Deutschland hier
    Das ist jetzt aber schon ein ganz schöner Knick in der Motivationskurve




  4. #69
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    Zitat Zitat von Stuntman Mike Beitrag anzeigen
    Ich gebe dir recht, dass die Bedingungen in Bezug auf Arbeitszeiten in der Klinik oft eine Katastrophe und richtiggehend menschenunwürdig sind. Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, dass du die Arbeit als so demütigend empfindest. Klar gibt’s doofe Patienten und nervige Schwestern, aber trotzdem hast du als Arzt eine klare Führungsposition und kriegst schon Respekt. Oft genug habe ich erlebt, wie Patienten in forderndem bis unverschämten Ton mit der Pflege sprechen, solange sie mich noch nicht bemerkt haben. Sobald dann der Arzt den Raum betritt, sind die wie ausgewechselt. Ich sage nicht, dass ich das gut finde, aber das ist eben die Realität. Oder stell dir vor du arbeitest bei McDonalds an der Kasse oder oder oder…
    Ich bin aktuell eigentlich recht zufrieden mit meiner Klinik. Arbeite im Schichtsystem und die Leute sind nett, mag mein Team und den Chef und die mögen mich. Da kann ich es länger aushalten. Hätte lieber ein chirurgisches Fach gemacht, da ich glaube, dass handwerkliches Arbeiten generell glücklicher macht als die internistische Buchhalterei. Verdiene auch durch das Schichtsystem nicht so viel wie sonst, aber es ist alles okay. Man kann nicht immer alles haben. Und wenn ich sehe wie die chirurgischen Kollegen auf Schnelligkeit gedrillt werden, weil jede Minute im OP 200 (?) Euro kostet, ist das noch ein Grund mit dem zufrieden zu sein mit dem was ich habe.
    Früher war es wirklich die Hölle als ich noch 24 Stunden Dienste geschoben habe. Meine urologischen und viszeralchirurgischen Kollegen schieben aktuell je 9 bis 10 24 Stundendienste pro Monat. Das kann nur illegal sein. Interessiert aber keinen. Das ist der Wahnsinn. Nicht mal zu den schlimmsten Zeiten habe ich mehr als 7 Dienste pro Monat gemacht. Wohl aber schon bis zu 110 Stunden pro Woche an einer deutschen Uniklinik. Das lag dann aber mehr an den Überstunden als den Diensten.
    9 bis 10 24 Stundendienste. Das ist einzigartig. Da gibt es nichts Vergleichbares. Weder bei McDonalds noch bei der Pflege.
    Leider habe ich mit ethnisch deutschen Mitarbeitern, die mir vorgesetzt waren, als auch mit solchen, denen ich eigentlich weisungsbefugt war, sehr demütigende Erfahrungen gemacht. Anpöbeln, Anschreien, Ausgrenzen, Anfeinden, Anschwärzen sowie rumkommandieren. Als ich mich dagegen gewehrt habe, habe ich von dem deutschen Chef eine Kündigung erhalten. Dem war meine Sichtweise völlig wurscht. Auch dass die Leute nachweislich gelogen haben. Die Stelle davor hab ich selbst gekündigt. Und die davor hätte man mir beinah gekündigt. Alles wohl gemerkt nicht aus fachlichen Gründen, denn fachlich waren alle immer zufrieden mit mir. Aus "sozialen" Gründen. Komischerweise habe ich keine "sozialen" Probleme, sobald ich mit Nicht Deutschen zusammen arbeite. In allen Abteilungen habe ich erlebt, wie zahlreiche ausländische Kollegen gleichermaßen behandelt wurden und dann gekündigt wurden oder gekündigt haben. Ein ägyptischer Facharzt in meinem ersten Haus wurde bereits am Hosptiationstag dermaßen malträtiert, dass er sich aufgeregt und anschließend Hausverbot erhalten hat. Das war zu einer Zeit als wir absolut unterbesetzt waren. Der tunesische Kollege wurde rausgemobbt, war eine Zeit arbeitslos und hat Antideppressiva genommen. Bei meiner jetzigen Stelle ging es von den ethnisch deutschen Mitarbeiten anderer Abteilungen nach dem gleichen Muster wieder los: anschreien, anpöbeln, (nachweislich gelogen) anschwärzen, anfeinden, ausgrenzen. Mein ausländischer Chef hat mich aber in Schutz genommen.
    Deshalb arbeite ich auch nie wieder für größtenteils ethnisch deutsche Teams oder deutsche Chefs.
    Mir ist das Feedback hier egal. That's my story and I stick with it.



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