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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #51
    Kognitive Sollbruchstelle Avatar von Sebastian1
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    Zitat Zitat von Zoidberg
    Fall1
    LP unter Verdacht auf lymphozytäre Meningitis, die kann ja häufig atypisch verlaufen.
    Wenn ich mir Viren aussuchen darf

    Dengue-Antikörper Bestimmung, LCM Virus Antikörper, für FSME falsches Gebiet, würde aber passen von der Klinik. HIV 1/2 kann auch nicht schaden
    im Liquor auf jeden Fall noch Herpes simplex PCR
    Sorry, das Antwort so lange gedauert hat.
    Aber Bingo, du hast es. Erwähnt hattest du es auch schon in einem früheren Posting, das Handling war effektiv so, wie du es beschrieben hast.
    Dengue positiv und die Diagnose steht. Da Erstinfektion relativ harmlos.



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  2. #52
    Kognitive Sollbruchstelle Avatar von Sebastian1
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    Zitat Zitat von Zoidberg
    Fall2
    -dann hätte ich gerne einen HIV1/2 Elisa dann Einverständnis der Patientin
    -leichte Eosinophilie könnte auf eine parasitäre Erkrankung hindeuten, warten wir die Stuhlergebnisse ab (bitte 3 Tage jeweils Stuhlproben einschicken, wenn möglich schnell einschicken und bei 36°C wärmen )
    -wie sieht es aus mit Lactoferrin / Leukos im Stuhl?
    -hat die Patientin selber Proglottiden gesehen?
    -treten die Durchfälle auch nachts auf? auch Durchfälle bei Nahrungskarenz?
    -wie sieht denn der Durchfall aus? Fettig? Glänzend? ein besonderer Geruch?
    -klagt sie über Tenesmen?
    HIV-Einverständis erfolgt, Test ist negativ. Stuhlergebnisse dauern noch etwas. Lactoferrin wurde nicht bestimmt. Der Patientin selbst ist ausser wässrigen Durchfällen nix aufgefallen, kein Blut, kein Schleim, keine etwaigen Würmer oder so.
    Durchfälle auch nachts, auch bei Nahrungskarenz.
    Wässrige Durchfälle wie gesagt, und, um es deutlich zu sagen: stinkend wie Sau.
    Tenesmen intermittierend, anamnestisch allerdings nicht im Vordergrund stehend und demzufolge nicht sooo arg böse.



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  3. #53
    Mod a.D. Avatar von Zoidberg
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    noch zu Fall 1, gab es noch im Verlauf das Dengue Exanthem?

    zu Fall2:

    Den Durchfall würde ich noch als akuten Durchfall einordnen (<3 Wochen). Da sowohl nachts als auch bei Nahrungskarenz Durchfall vorkommt, dazu makroskopisch kein Blut im Stuhl vorkommt als auch der FOBT negativ ist, würde ich den Durchfall als sekretorisch einordnen.

    Welche DDs kommen bei akut sekretorischem Durchfall in Betracht - einmal durch Toxine (Staph. aureus, B. cereus, C. perf.), dafür ist der Durchfall mir mit 2 Wochen zu lang. Choleratoxin ist bei Tropen vor 4 Wochen zu lang her. Eine Antibiotika Therapie gab es auch nicht (C. Diff. Toxin A/B). Hat sie Kontakt zu Toxinen (Arsen?) gehabt?
    Infektiös v.a. bei einer Tropenheimkehrerin z.B. Giardia lamblia oder sonstige Protozoen und Helminthen, wobei Entamoeba hist. dabei eher unwahrscheinlich ist, da keine Darmwandinvasion; Cryptosporidiose wäre auch eher unwahrscheinlich, da HIV negativ. Darminvasive Errerger wie Campylobacter, Shigellen oder Salmonellen auch eher unwahrscheinlich.
    An endokrinen Ursachen haben wir eine Hyperthyreose ausgeschlossen, ein Vipom käme noch in Frage, später Kalium im Serum bestimmen. Ein Karzinoid könnte auch die beschriebene Symptomatik verursachen, hat die Patientin Flush Zustände bemerkt?
    Die beschriebenen stark übelriechenden Stühl lenken meinen Verdacht auf ein Malassimilationssyndrom, vor allem Fettmalabsorption. Sie hatte keine Ileum-OP und auch keinen M. Crohn, in Frage kommen z.B. ein Bakterielles Überwuchssyndrom (Dekonjugierung der Gallensäuren und somit nicht ausreichend Fettabsorption) oder auch eine einheimische / tropische Sprue. Können wir Fettausscheidung im 24h Stuhl messen? Ich hätte auch gern noch ein Blutbild (Vitaminmangel-Anämiè? Eisenmangelanämie?)
    Zur einheimischen Sprue könnten wir diagnostisch einmal die Gewebstransglutaminase-AK bestimmen, dazu eine Magenspiegelung durchführen lassen und eine Duodenalzottenbiopsie entnehmen zwecks Sprue-Diagnostik. Auch einen M. Whipple könnten wir so diagnostizieren. Lamblien könnten auch mikroskopisch entdeckt werden (Duodenalsaft und Biopsie).
    Fettstühle könnten auch durch eine exokrine Pankreasinsuff. ausgelöst werden, hier fehlt aber die Anamnese einer chron. Pankreatitis, darum eher unwahrscheinlich.
    Wie sieht es psychisch mit der Patientin aus? Besteht der Verdacht auf Laxantienabusus?

    Also vorgehen:

    Labor: Blutbild, E`lyte (Hypokaliämie), Gewebstransglutaminase AK, Stuhlfettbestimmung
    dann ggf. nach Befund vom Labor und Stuhlkulturen ÖGD



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  4. #54
    Kognitive Sollbruchstelle Avatar von Sebastian1
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    Wow, Zoid, das war ja ein Vortrag aus den höheren Weihen der Gastroenterologie
    Also, ich machs auch hier einfach mal kurz: Die mikroskopische Bestimmung brachte die Diagnose, die du in deinem Posting mehrfach als DD erwähnt hast: Giardia lamblia. Gratulation! Therapeutisch dann Metronidazol.

    Ad 1) Weiss ich nicht, wir hatten hier halt die Möglichkeit des Ag-Nachweises und damit stand natürlich die Diagnose. Ist ein wenig der Nachteil am Notfall, dass man die Patienten in den meisten Fällen nicht wieder sieht und daher den weiteren Verlauf nicht mitbekommt.



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  5. #55
    Banned Avatar von Tombow
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    So...dann melde ich mich wieder...mit einem kurzen Fall.

    Groooße Klinik, Sonntagsdienst, in der Notaufnahme kann man kaum erkennen, daß es ein Sonntag ist, geschäftiges Treiben wie an einem Werktag. Gerade den zweiten Schlaganfall des Tages auf die Stroke Unit verbracht, kommt zu Ihnen der nette Kollege aus der Unfallchirurgie und bitten um ein Konsil. Alleine die Fragestellung hört sich mysteriös an:

    Patient ist mit Rettungswagen gebracht worden, nachdem er (Amateurfußballer) nach einem Sonntagstraining in einer doch etwas hitzigeren Auseinandersetzung mit seinem Trainer eine Wasserflasche mit voller Wucht auf dem Kopf bekommen hat. Kein Bewußtseinsverlust, keine Eintrübung, wach, allseits orientiert. Kopfplatzwunde ist genäht worden, Patient wird sowieso chirurgisch zur Nachbeobachtung aufgenommen. Nur ist es dem Kollegen aufgefallen, daß der Patient auf einmal (im Bett liegend) kurz wilde, weit ausholende Bewegungen mit den Armen gemacht hatte. Kollege hat den Verdacht auf ein Krampfanfall und bittet sie um neurologische Stellungnahme.

    Nun, weiter?



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