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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    19.08.2012
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    Hallo,

    Ich bin mir noch unsicher, ob Medizin überhaupt das Richtige für mich ist. Ich weiß, das muss ich eigentlich selber wissen, aber ich fände es auch hilfreich, die Meinung von Leuten zu hören, die eigene Erfahrungen vorzuweisen haben.
    Schreibt einfach, was ihr denkt. Nehmt kein Blatt vor den Mund.

    "Pro"-Liste:

    1. Ich will etwas sinnvolles machen.
    2. Ich will Menschen helfen (auch durchaus global).
    3. Ich mag die Sicherheit des Arztberufes (ein sehr wichtiger Punkt für mich, mein Vater war eine Weile arbeitslos und das wa einfach kacke). Damit bekommt man totsicher einen Arbeitsplatz. Geld an sich ist mir weniger wichtig, ein Gegengrund ist es aber natürlich auch nicht.
    4. Kriege wohl so ein 1,3 Abi.
    5. Ich bin vielseitig, kann mich für viele Aufgaben begeistern.
    6. Ich kann gut dinge auswendig lernen und eine gewisse Begeisterung für Körperfunktionen etc. ist da. Letztens fand ich es zum Beispiel hoch spannend, dass der Mensche wie alle anderen Altweltaffen 32 Zähne hat und wie die menschlichen Fußknochen heißen.

    "Contra"-Liste:

    1. Ich bin mir halt noch nicht sicher (ich hab das Gefühl, alle die Medizin studieren, wollen das UNBEDINGT). Ich könnte mir halt auch durchaus andere Berufe vorstellen. Bin ich nicht entschloss genug für so ein anspruchsvolles Studium?
    2. Ich kann überhaupt kein Chemie. Klingt doof, sowas immer auf den Lehrer zu schieben, aber ich hatte praktisch nie Chemie in der Schule. Bio kann ich. Physik nach der 11ten (ich hab noch mit 13 Jahren Abi) abgewählt.
    3. Ich bin ein Morgenmuffel.
    4. Ich würde auch ganz gerne meine kreative Ader ausleben, denke aber, dass das bei Medizin nicht wirklich geht.
    5. Ich bin durchaus belastbar, wenn ich aber so Sachen wie"48-Stunden am Stück-Schicht bei Assistenzärzten" höre, weiß ich nicht, ob ich dazu in der Lage bin.
    6. Ich mag den Gedanken nicht, ewig (40 Jahre Berufsleben) das gleiche zu machen. Ich hätte eigentlich auch gerne die Möglichkeit, nach 10 Jahren Sagen zu können "Jetzt mach ich mal was anderes, wechsle die Branche, etc". Manchmal kommt es mir so vor, als steckt man nachher im Arztberuf "fest" und macht Tag ein Tag aus dasselbe.


    Ich hoffe, die Frage ist nicht zu trivial. Gibt hier bestimmt wichtigere Probleme. Die Punkte oben sind nur das, was mir so auf Anhieb eingefallen ist. Was könnt ihr dazu sagen?
    Was meint ihr? Könnte das Medizinstudium / der Arztberuf etwas für mich sein?
    Und wie finde ich das raus?



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  2. #2
    unsensibel Avatar von Lava
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    schon wieder woanders
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    Zitat Zitat von JMakai Beitrag anzeigen
    2. Ich kann überhaupt kein Chemie. Klingt doof, sowas immer auf den Lehrer zu schieben, aber ich hatte praktisch nie Chemie in der Schule. Bio kann ich. Physik nach der 11ten (ich hab noch mit 13 Jahren Abi) abgewählt.
    Egal, da bist du in guter Gesellschaft.

    Zitat Zitat von JMakai Beitrag anzeigen
    3. Ich bin ein Morgenmuffel.
    Ich auch. Trotzdem schaffe ich es irgendwie, jeden Tag um 6.15Uhr aufzustehen.

    Zitat Zitat von JMakai Beitrag anzeigen
    4. Ich würde auch ganz gerne meine kreative Ader ausleben, denke aber, dass das bei Medizin nicht wirklich geht.
    Das stimmt allerdings.

    Zitat Zitat von JMakai Beitrag anzeigen
    5. Ich bin durchaus belastbar, wenn ich aber so Sachen wie"48-Stunden am Stück-Schicht bei Assistenzärzten" höre, weiß ich nicht, ob ich dazu in der Lage bin.
    Es gibt keine 48h Schichten mehr.

    Zitat Zitat von JMakai Beitrag anzeigen
    6. Ich mag den Gedanken nicht, ewig (40 Jahre Berufsleben) das gleiche zu machen. Ich hätte eigentlich auch gerne die Möglichkeit, nach 10 Jahren Sagen zu können "Jetzt mach ich mal was anderes, wechsle die Branche, etc". Manchmal kommt es mir so vor, als steckt man nachher im Arztberuf "fest" und macht Tag ein Tag aus dasselbe.
    Hm, nö, auch innerhalb der Medizin sind die Wege sehr unterschiedlich.


    Zitat Zitat von JMakai Beitrag anzeigen
    Was meint ihr? Könnte das Medizinstudium / der Arztberuf etwas für mich sein?
    Und wie finde ich das raus?
    Probieren!



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  3. #3
    gern geschehen Avatar von Kackbratze
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    Und wie finde ich das raus?
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  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von taschentuchgourmet
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    Du findest das eigentlich ganz gut heraus, indem du ein Praktikum im Krankenhaus machst (was dann ja auch angerechnet werden kann zum Krankenpflegepraktikum ), das hat mir persönlich noch mal so eine Bestätigung gegeben, dass es mir z.B. auch nichts ausmacht, mit alten Menschen zu arbeiten (was einer aus meiner Stufe wiederum als Grund sieht, nicht in die Medizin zu gehen) oder überhaupt die meist nicht so ansehnlichen Dinge zu sehen (Dermatologie ist zwar nicht so hart mit Bauch auf und Organe bestaunen, aber auch nicht gerade so yummy ;D).
    Ansonsten kann ich meinen Vorrednern zustimmen



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  5. #5
    Registrierter Benutzer
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    Hallo JMakai,

    ich versuche mal, Punkt für Punkt abzuarbeiten und dir dann meine Empfehlung mitzuteilen. Vorher würde ich aber gerne wissen, was deine Alternative zum Medizinstudium wäre?

    1. Viele Studiengänge sind "sinnvoll" bzw. lohnen sich. Das gilt vielleicht nicht für Germanistik, aber vor allem Akademiker naturwissenschaftlicher oder ingenieurswissenschaftlicher Fächer haben meist (im Vergleich zu Sprach- oder Geisteswissenschaftler) ausgezeichnete Berufschancen und sind hoch angesehen.

    2. Das Argument "Menschen helfen" hört sich anfangs vielleicht toll an, aber das würde mir persönlich nicht als Motivation reichen. Ich habe mich schon mit vielen Ärzten unterhalten und habe auch bei meinem ersten Teil des KPP gemerkt, dass den Ärzten weniger gedankt wird, als sie es vielleicht verdienen. Neben dem "Helfer-Syndrom" sollte vor allem Interesse am Fach "Medizin" vorhanden sein, denn sonst kann man sich den ganzen Stoff nie aneignen, geschweige denn ein guter Arzt werden.

    3. Eine Sicherheit wie beim Arztberuf hast du wirklich in ganz wenigen Berufen, aber wie schon in Punkt 1 gesagt, gerade Akademiker naturwissenschaftlicher Fächer sind gefragt. Nehmen wir z.B. einen Lehrer für Physik und Mathe (sogenannte Mangelfächer der nächsten Jahre), solche Leute kriegen so gut wie immer eine Stelle.

    4. Deine Abi-Note sollte kein Grund dafür sein, Medizin zu studieren! Eine gute Abi-Note impliziert zwar meist, dass du gut lernen kannst und auch den nötigen Intellekt besitzt, Medizin erfolgreich zu studieren, doch die Abi-Note sollte kein Grund sein, ein Fach zu studieren. Eine gute Abi-Note ist eher eine gute Voraussetzung.

    5. Wieder eher eine gute Voraussetzung als ein Grund. Wenn du aber damit meinst, dass dir das Medizinstudium gefällt, weil du später viele Wege hast, wohin du dich spezialisieren willst, dann kann ich das nachvollziehen.

    6. Gut Auswendiglernen ist wieder eine gute Voraussetzung, aber kein Grund, Medizin zu studieren. Sonst könntest du z.B. auch Jura oder Geschichte studieren, da gehts auch um viel Auswendiglernen.
    Und du findest die Bezeichnungen für die menschlichen Fußknochen interessant? Ich nicht.
    Ich will Medizin studieren, weil ich die Aufgaben eines Arztes interessant finde und ein Interesse für Krankheiten und deren Therapie hege. Nebenbei interessiere ich mich für Naturwissenschaften (vor allem Physik und Chemie). Das muss ja nicht für jeden gelten, jeder hat seine eigenen Interessen, weswegen er Medizin studiert.

    zu Contra:
    1. Du bist nicht allein, auch ich bin mir nicht zu 100% sicher. Vor allem wenn man andere Alternativen offen hat (bei mir ist es Physik auf Lehramt), bei denen man sich vorstellen kann, dass man dies später als Beruf ausüben möchte, kann man sich nicht sicher sein. Klar gibt es viele, die den Arztberuf als Berufung ansehen.
    Wichtig für dich ist nur, dass wenn du dich nun für etwas entschieden hast, dies auch durchziehst. Es wird immer die Momente geben, in denen du deine Entscheidung bereust, schlussendlich muss man die harten Zeiten überstehen. Und es ist auch keine Schande, nach 2-3 Semestern doch das Fach zu wechseln, weil man merkt, dass Medizin doch nichts für einen ist oder umgekehrt.

    2. Vorwissen in Chemie hilft dir vielleicht im ersten Semester, aber im Prinzip fängt man bei null an. Frag mal die Hausärzte in deiner Stadt, was die so für Notendurchschnitte hatten, der NC war vor Jahrzehnten nicht annähernd so hart wie heutzutage. Und die Physik, die man in der Medizin hat, ist im Vergleich zur "puren" Physik ein Witz, genauso wie die Chemie in Medizin für einen Chemiker ein Witz ist. Wenn du dir sicher bist, dass du gut lernen kannst (und deine Abi-Note lässt dies vermuten), dann schaffst du auch dies, wenn du es willst. Es gibt Leute, die haben 6 Jahre auf ihren Platz gewartet und seitdem keine Schule mehr gehabt, und die studieren am Ende auch, und zwar mit Erfolg.

    3. Ich auch trotzdem habe ich die Frühschicht immer gepackt. Zeig mir einen, der grad sein Abi gemacht hat, und ohne Probleme um 5:30 top fit zur Station läuft. Reine Gewöhnungssache würde ich behaupten. Und dies gilt nur für den Arztberuf, Vorlesungen fangen genauso wie in der Schule um 8 Uhr an. Und die Schule hast du ja trotz deines "Morgenmuffel"-Problems auch gepackt, es gibt eben kaum einen Beruf, wo du spät aufstehen kannst und früh aufhören darfst.

    4. Einerseits sehnst du dich nach Sicherheit, andererseits nach Kreativität. Das passt eher selten zusammen. Ein Schriftsteller darf seine Kreativität ausleben, muss aber vielleicht von Arbeitslosengeld leben. Vielleicht solltest du dir ein Hobby suchen, wo du deine Kreativität ausleben kannst. Ja, auch Medizin-Studenten und Ärzte haben Freizeit.
    Ich dachte immer, dass Lehrer Kreativität ausleben dürfen, weil mir deren Stundengestaltung immer so improvisiert vorkam, aber auch die müssen sich am Lehrplan halten. Wobei sie ihren Unterricht natürlich freier gestalten können, als der Arzt seine Tätigkeiten.

    5. Das schreckt natürlich jeden ab, jedenfalls wenn man ein normaler Mensch ist. Ich kann dir dazu nicht allzu viel sagen, vielleicht redest du mal mit einpaar Ärzten. Die haben mir zwar erzählt, dass die Arbeit im Krankenhaus ein Knochenjob sein kann, aber wenn man seine Arbeit mag, dann hält man auch das durch. Und dass Assistenzärzte, die gerade aus dem Studentenleben kommen, anfangen zu jammern, ist ganz normal. Ich habe viele junge Lehrer jammern hören, dass sie "keinen Halbtagsjob haben sondern manchmal bis spät in die Nacht Klausuren korrigieren". Und trotzdem krieg ich meine Klausur erst einen Monat später wieder.
    Irgendwann schleicht sich im jeden Beruf Routine ein. Und wenn man einen Beruf will, wo man auch etwas mehr Geld verdient als der Durchschnitt, dann arbeitet man eben mehr. Ein Top-Anwalt in einer Großkanzlei arbeitet auch Wochenende durch, ein Freiberufler nimmt sich sehr viel Arbeit mit nach Hause.

    6. Welcher Studiengang/Berufsausbildung hält dir denn so viele Wege offen? Vielleicht solltest du Mathematik oder Physik studieren. Nach einem Master in Mathe oder Physik hat man auf jeden Fall viele Branchen, in die man rein kann, IT, Versicherungen, Banken, Forschung, Unternehmensberatung, und zur Not noch weiterbilden und anderweitig in die Wirtschaft gehen.


    Ist jetzt sehr lang geworden, aber egal.
    Meine Empfehlung: Mal mit Ärzten sprechen, sich mit Eltern/Freunden unterhalten und wenn nichts hilft, einfach ausprobieren. Du wirst viele finden, die genauso kein Vorwissen haben (Ich z.B. hatte kein Bio mehr nach der 10, und ohne mir Feinde zu machen: vor Bio fürchte ich mich nicht) und selbst Angst vor dem ganzen Stress haben. Aber wenn man den Wunsch hat bzw. sich vorstellen kann, als Arzt zu arbeiten, klappts auch mit dem Lernen und man wird froh sein, es angefangen zu haben.



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