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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    01.08.2013
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    Okay, ich mach das jetzt.
    Ich bin nämlich wieder an einem Punkt, an dem ich nicht weiter weiß, und einfach mal den Rat von Menschen brauche die meine Situation objektiv beurteilen können..
    Zu mir: Ich werde Mitte August 26 und habe nur Abitur und TMS.
    Nach der Grundschule kam ich in die Hauptschule. Danach ging ich in eine weiterführende Schule, zum Erwerb der Mittleren Reife.
    Eigentlich ist meine Kindheit geprägt von extremer Gewalt.
    Z.B. konnte ich diese unter Schleife bei der Zahl 2 nicht schreiben, selbst dann gab es Schläge.
    Zum Erwerb der Mittleren Reife kam es nicht, denn irgendwann wurde die Gewalt unerträglich und ich war wie ausgebrannt.
    Meine Mutter wehrte sich nie gegen meinen Vater mangels Deutschkenntnissen sowie ihrem Analphabetismus.
    Als ich 18 wurde, und kurz vor den Prüfungen für den Realschulabschluss im Jahr 2007 konnte ich nicht mehr, ich war einfach am Ende, ausgebrannt von heute auf morgen ging ich nicht mehr in die Schule, weil ich ständig Angst haben musste, meine Mutter blutig vorzufinden wenn ich die Tür zur Wohnung aufschloss.
    Irgendwann 2008 eskalierte die Situation und die Polizei kam ins Haus, und sprach einen Platzverweis gegen meinen Vater aus.
    In diesen zwei Wochen, zogen wir auf den Rat der Polizei ins Frauenhaus. Meine Ma, Schwester und ich das war nun 2008.
    Wir mussten sehr lange dort bleiben, es war einfach die Hölle auch die finanzielle Abhängigkeit von staatlichen Stellen machte die Sache nicht einfacher.
    2009 nahm ich die Schule auf, machte den Realschulabschluss an einer ganz normalen Schule, und danach ging ich in ein Berufliches Gymnasium und schloss dieses mit einem Einserschnitt ab.
    In der Zwischenzweit lebten wir in Sozialwohnungen und meine kleine Schwester machte sich vom Acker, quasi von heute auf morgen und ließ Jahre nichts mehr von sich hören.
    Ich kümmerte mich neben der Schule um meine Mutter, um Ihre Angelegenheiten um Ihre Arztbesuche einfach um alles, da sie alleine einfach nicht lebensfähig ist.. sie ist zwar Mitte 50 sieht aber aus wie 70, diverse Nervenleiden machen alles nur noch viel schwieriger. (Torticollis spasticus)
    Dann 2012 Abitur gemacht. Meine Schwester tauchte nach Jahren auf, ein Kind und ein Haufen Schulden, was sie in der Zwischenzeit gemacht hat, von wem das Kind ist keine Ahnung, meine Mutter wollte dass wir sie aufnehmen… Sie ist extrem aggressiv geworden und es gibt sehr viel Streit zuhause, man kann wirklich kein normales Wort miteinander reden.
    Nun leben wir in keiner Sozialwohnung mehr, gottseidank.. Die Wohnung bekamen wir durch Zufall.. Ich erzählte einem Mitarbeiter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft was ich bisher erlebt habe und ich vorhabe Medizin zu studieren..
    Daraufhin gab er uns die Wohnung die vom hiesigen Jobcenter voll übernommen wird.
    Natürlich sind diese Jahre nicht spurlos an mir vorbeigegangen.. Ich wiege derzeit 150kg bei 172cm… Anders als mit Essen waren diese Mehrfachbelastungen nicht auszuhalten.. Ich versuche allerdings momentan diesen Zustand zu ändern.. Was mir auch Stück für Stück gelingt, wobei ich aber doch mit der Verteilung recht viel Glück habe.. es wirkt nicht sehr abstoßend, aber verstecken lässt es sich genauso wenig.
    Ich habe durch den TMS eine reele Chance einen Studienplatz zu erhalten allerdings weit weg von mir zuhause, d.h. mindestens 250 km.
    Ich erwähnte ja bereits dass es enorm viel Krach gibt zuhause… Unter anderem weil meine Schwester eben nicht die Schule weitergemacht hat und nun auf ihrem 3,4er Hauptschulabschluss sitzt mit Kind und ohne Ausbildung und sehr hohen Mietschulden und einfach nur extrem gefrustet ist.
    Neuerdings droht sie mir damit wieder mit Kind und Kegel von zuhause abzuhauen um „neu anzufangen“ wie vor Jahren schon… und ich mich wieder um meine Mutter kümmern muss und sie und der ganze Stress schon dafür sorgen wird dass ich nicht Medizin studieren kann, weil ich eben diese Doppelbelastung haben werde.
    Diese Drohungen kommen immer dann wenn wir sie in irgendeiner Form kritisieren.. z.B. dass es einfach falsch ist wenn sie mit einem 2 Jährigen nicht einfach von 9 Uhr morgens bis 22 Uhr abends unterwegs sein kann, wo sie ist wissen wir nie.
    Jetzt habe ich aber dass Problem, dass wenn sie die Drohung wahr macht und von heute auf morgen einfach abhaut, die Wohnung für meine Mutter, nach meinem Umzug fürs Studium, zu groß sein wird. D.h. die Miete wird nicht vom Jobcenter übernommen, nur eben soviel wie für eine Person zusteht. Eine neue Wohnung muss her, dafür muss man zu Besichtigungen (was sie nicht alleine kann, einfach weil sie sich nicht mehr orientieren kann, neue Wege gehen gar nicht), Termine beim Jobcenter müssen wahrgenommen werden unter der Woche, wenn nicht wird Geld gekürzt. Geht sie zum Jobcenter nützt das auch nix, weil sie nicht so gut deutsch spricht und versteht, was auch mit meinem Vater zusammenhängt, da dieser ihr in jungen Jahren verboten hat einen Deutschkurs zu machen. und ich eben die einzige bin die meine Mutter noch hat und ich fürs Studium aber unter der Woche in meiner Unistadt sein muss.
    Ich weiß nicht wie ich das lösen soll… Soll ich unter diesen Umständen ein Studium aufnehmen?
    Ich habe noch einige Vorstellungsgespräche für die GuK Ausbildung, soll ich lieber vor Ort die Ausbildung machen…? Ich bin einfach total verzweifelt…
    Selbst nach meinem Schulabbruch mit nur einem Hauptschulabschluss, wusste ich genau ich werd mal Abi machen und Medizin studieren, auch in Momenten in denen mich alle aufgegeben hatten… Ich bin wirklich sehr ehrgeizig und würde ALLES geben.
    Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll…

    Sorry für den langen Text.



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  2. #2
    Diamanten Mitglied
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    Erstmal Glückwunsch, dass du trotz der widrigen Umstände nicht aufgegeben und einen guten Abschluss geschafft hast
    Pflege von Angehörigen müsste dir einen Ortsvorteil verschaffen, informiere dich mal in diese Richtung!



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  3. #3
    Diamanten Mitglied Avatar von Miss_H
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    Also ich finde es richtig toll, dass du dich da so durch gekämpft hast. Da habe ich großen Respekt vor dir.
    Es ist nur eine fixe Idee von mir. Wie ist deine Mutter in der jetztigen Stadt vernetzt? Würde sie vielleicht mit dir zusammen in eine neue Stadt ziehen? Ich habe keine Ahnung, ob das eine gute Idee ist, weil sie dann noch mehr an die gebunden ist und du an sie. Oder kann dir jemand aus deiner Heimatstadt ein bisschen was abnehmen und schonmal mit deiner Mutter zum Amt gehen? Infomiere dich doch auch über einen Studienplatztausch. Das ist an manchen Unis auch zum ersten Semester möglich.
    Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg. Du kannst das schaffen



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  4. #4
    Gold Mitglied
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    im Süden
    Beiträge
    450
    Ortsantrag über Sozialkriterium (zB Pflege eines Angehörigen) gilt m.W. nur in den Quoten Wartezeit und Abibesten und nicht, wenn man über den TMS den Platz bekommt.
    Jason braucht dringend ein Geschenk (Herzzentrum NRW)
    http://http://www.youtube.com/watch?v=Ooy288LVL50



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  5. #5
    Registrierter Benutzer
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    09.05.2013
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    Berlin
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    60
    Hallo Herbstmilch,

    wie geht es denn DIR gerade?

    Du kannst stolz auf dich sein, dass du dich schon so weit vorgekämpft hast.

    Vorweg muss ich sagen, dass dir die Entscheidung, in welche Richtung du dein Leben schupsen möchtest, niemand abnehmen kann.

    Aber man kann dir helfen, aus dieser Doppelbelastung heraus zu kommen.
    Es gibt soziale Netzwerke (mal Google befragen), die sich Menschen, die sich in Notlagen, wie diese, in der deine Mutter sich befindet, helfen. Das sind Vereine, die Personen abstellen, die dann zum Beispiel mit ihr Behördengänge erledigen und sich um ihre Post kümmern. Das diakonische Werk kann ich zum Beispiel empfehlen. Man geht zum zuständigen Sozial-Psychiatrischen Dienst zu und lässt sich eine Kostenübernahme erstellen. Auch bei der Wohnungssuche kann ihr so geholfen werden.

    Dass du dir Sorgen machst, dem Ganzen anderenfalls nicht gewachsen zu sein, kann ich gut verstehen.
    Aber du musst auch mal auf dich schauen und sehen, was diese Belastung psychisch mit dir macht. Aus psychischer Not heraus zu essen ist, salopp gesagt, wie Selbstverletzung. Auch wichtig wäre, wie du die Pendelei finanziell bewerkstelligen wollen würdest. Dann müsstest du letztlich für zwei Unterkünfte aufkommen. Ob das als Studentin geht!? Denn kommt es so, dass deine Schwester und ihr Sohn ausziehen, steht deiner Mutter nur noch eine 1-Raum-Wohnung zu. Abends lernen wird dann schwieriger.

    Du sagst von dir selbst, dass du viel Durchhaltevermögen besitzt. Also schafft du es, wenn du es möchtest.
    Du ärgerst dich irgendwann, wenn du es nicht probierst.
    Dein eigenes soziales Umfeld kann es in verbessern. Und daran solltest du auch denken.
    Ich kann absolut verstehen, dass du dir Sorgen machst und auch, dass es nicht leicht ist, in deiner Situation an dich zu denken. Aber für deine Zukunft solltest du es tun!
    Vielleicht möchtest auch du irgendwann Kinder haben. Gehst du studieren, kannst du dir selbst und deiner Familie so viel mehr bieten.

    Hast du dich für dieses Jahr beworben?

    Ich habe mal etwas Hilfreiches dazu in einem Fachmagazin gemessen und hier wurde es neulich ebenfalls eingeworfen.
    Frage dich vor einer schwierigen Entscheidung, was sie in 10 Minuten, in 10 Monaten und in 10 Jahren bewirken würde.
    Wie auch der Poster hier zu jemand anderem sagte: in 10 Minuten ist es egal, maximal fühlt es sich gut an. In 10 Monaten könntest du fast zwei Semester hinter dir haben. Und in 10 Jahren bist du entweder in der Facharztausbildung oder du hast er etwas anderes für dich gefunden, was allerdings einige Jahre her sein dürfte, was bedeutet, kein Hahn würde mehr danach schreien.

    Ich könnte ewig weiter schreiben, aber es wäre immer wieder das gleiche.

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!



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