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  1. #111
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    Prüfung im Juni 2021 in der Ärztekammer in Karlsruhe, Prüfungsvorsitz Kardiologe,[B] 1. und 2. Prüfer Anästhesisten:

    1. Fall: Einsatzmeldung Atemnot, NEF ersteintreffend:
    -Was nehmen Sie als ersteintreffender aus dem Fahrzeug mit? Diagnostikrucksack, Medikamentenrucksack, Patientenmonitor/Defi und Absaugpumpe.
    -Woran denken Sie bei Atemnot bevor Sie die Wohnung betreten, wenn Sie keine Zusatzinfo von der Leitstelle haben? Pat. kann eine Coronainfektion haben, persönliche Schutzausrüstung, Fiebermessen, direkt bei Ankunft Anamnese bezüglich Infektion/Fieber usw.
    -auf dem Sofa sitzt ein älterer Patient mit Dyspnoe, Atemhilfsmuskulatur, Ehefrau berichtet: Er habe wieder das gleiche wie vor zwei Wochen, da sei er auch schon mit Atemnot im KH gewesen. Was machen Sie? Kurze Anamnese nach SAMPLER. Ehefrau bringt letzten Entlassbrief: COPD, exazerbiert. Was machen Sie? Beginne Untersuchung nach ABC: Bei B: SpO2 88 %, Giemen und Brummen -> Vernebeln mit Salbutamol und Atrovent. Wieviel? 2,5 mg Salbutamol mit 0,5 mg Atrovent mischen. Was ist eine weitere Option, falls keine Besserung? NIV.

    2. Fall: Ländliches Einsatzgebiet, altes Bauernhaus, ältere Frau sitzt schon seit zwei Stunden auf dem Klo, die Nichte habe nachgeschaut, habe viel Blut gesehen und Rettungsdienst alarmiert. Was machen Sie? Anamnese und Untersuchung nach ABC.
    Pat. sitzt auf der Kloschüssel, zwischen den Beinen bzw. auf dem Schoß eine rundliche rötliche blutverschimierte Kugel. Was machen Sie? Dieses "Etwas" verbinden/abdecken mit einem großen Verbandtuch und Pat. auf die Liege in Schocklagerung verbringen. Was ist das? Ggf. ein Prolaps. Ja, ist ein Uterusprolaps. Pat. schon beginnend hämodynamisch instabil. Was machen Sie? Großer Volumenzugang und Volumentherapie. Welche Größe Volumenzugang? G 18. Was noch? Ggf. Tranexamsäure. Wie wirkt Tranexamsäure? Hemmt Hyperfibrinolyse bei Traumainduzierte Koagulopathie, also eher nicht geeignet für diese Patientin das definitiv kein TIC. Sonst noch Medikamentenanamnese: Antikoagulation. Was halten Sie von präklinischem Einsatz von EK´s? Was stellt ein Problem da? Logistisches Problem und medizinisches Problem, wenn Beginn Transfusion o neg. präklinisch, dann innerklinisch Problem mit Kreuzblut und präklinisch abgenommenes Kreuzblut wird keiner akzeptieren.

    Letzte Frage:
    Beim Durchschauen Ihrer Prüfungsprotokolle ist mir aufgefallen, dass Sie einen Fall mit V.a. Aortendissektion hatten. Wie sind Sie darauf gekommen? Was ist wichtig? Wichtig war bei diesem Pat. der beschriebene Schmerzcharakter: reisend und schneidend, zwischen den Schulterblättern. Sonst Thoraxschmerz + Neurologie als Hinweis auf Dissektion und RR Messung an allen Extremiäten. Aber führend bei diesem Pat. war die Schmerzanamnese. Noch die Big Five DD´s beim Throraxschmerz: LAE; Spannungspneu, Dissektion, ACS, Ösophagusruptur und jeweils wie man das erkennt: 12 Kanal EKG, Auskultation, Schmerzcharakter, Anamnese usw.

    Dann war die halbe Stunde schon vorbei, bei mir waren es sogar nur etwa 25 Minuten, weil die Prüfung vor mir etw. länger ging.



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  2. #112
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    3
    Hallo Zusammen,
    Nachdem mir die Sammlung sehr geholfen hat, hier meine Prüfung in München von heute.
    Angenehme Atmosphäre, eher ein kollegiales Gespräch und zwischendurch hilfreiche Tipps für die Arbeit "draußen". Namen der Prüfer nicht erinnerlich.
    1. Prüfer: Eingangs wurde nach meiner Motivation für das Fach Notfallmedizin gefragt und welcher Einsatz mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Bei mir wars ne VT mit Puls. Zuerst durfte ich erzählen und dann wurden zwischendurch Fragen gestellt. Wichtig waren das SAMPLER- und das ABCDE- Schema. Es wurde der Tipp gegeben bei "L" auch nach dem Gewicht des Patienten zu fragen und nach dem Zahnstatus. Dann kurze Frage nach groben Dosierungen bei Analgosedierung und Narkose. Etwas genauer wurde ich dann, aufgrund eines Versprechers von mir (hatte statt Ketanest S nur Ketanest gesagt) nach dem Unterschied der beiden gefragt (--> Enantiomere) und dem Unterschied in der Dosierung gefragt (Ketanest doppelt so hoch wie Ketanest- S). Dann Frage nach der Wirkung von Midazolam. (Sedierung und Amnesie).
    2. Prüfer: Mir wurde ein Bild mit einer jungen Frau (16Jahre alt) gezeigt, die wohl eine Verletzung am Fuß und eine Schürfung an der Hand nach Fahrradunfall hatte. Keine Bewusstlosigkeit, kreislaufstabil. Wurde von einem Auto geschnitten. Pat. war auf dem Weg zu Schule (Prüfer wollte auf BG raus--> jede Klinik darf 24h nach Unfall BG aufnehmen). Dann drängt Patientin sie in die Schule zu bringen nach Analgesie. Geht natürlich NICHT. Außerdem sollten u.a. Schlagworte wie Sorgeberechtigte, Garantenstellung etc fallen. Dann folgte ein MANV mit mir als ersteintreffendem NA. Kommissarischer LNA und Nef- Fahrer ist OrgL. Ablauf mit Sichtungskategorien. Dann folgte noch eine Frage zum Ablauf einer Leichenschau, vorläufiger Todesbescheinigung, endgültiger Todesbescheinigung etc. Die letzte Frage war dann noch ob mir der LNA vorgeben kann, dass ich einen Patienten, bei dem ich bereits entschieden hatte nicht zu reanimieren, reanimiere. Nein, er ist nur medizinisch einsatztaktisch weisungsbefugt.
    Viel Erfolg bei der Prüfung!



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  3. #113
    Registrierter Benutzer
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    06.07.2021
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    1
    Hallo zusammen und vielen Dank für die vielen hilfreichen Protokolle!

    Meine Prüfung war am 5.7.21 bei der BLÄK in München. An die Namen kann ich mich leider nicht erinnern. Es war eine sehr freundliche Atmosphäre.

    1. Prüfer: zeigt zuerst ein Bild von einer Familie beim Frühstück. Und dann ein zweites Bild vom Vater 1,5 h später mit hängendem Mundwinkel. Patient hat keine Vorerkrankungen, keine Medis. Wie gehen sie als Notarzt vor? Ersteindruck: Schlaganfall -> wichtig: zeitkritischer Notfall. Vorgehen nach ABCDE, Blutdruck 100/70 -> Zugang und Katecholamine (z.B. Nor 0,010mg weise aus der Hand). Dann plötzlich Blutdruck 250/150 -> gabe von urapidil titriert z.B. 5 mg Weise und nicht zu schnell senken, zunächst nur um 20 %. Frage: welches krankenhaus -> wichtig: mit Stroke Unit (ich habe gesagt mit neurologischer, neuroradiologischer und neurochirurgischer Interventionsmöglichkeit, aber er wollte unbedingt das Wort „Stroke Unit“ hören). Frage nach Heparingabe: definitiv nein, weil Blutung präklinisch nicht ausgeschlossen werden kann.
    Nächster Fall: EKG mit Hinterwandinfarkt. Vorgehehen? Auch wieder ABCDE, Medikamente mit Dosierungen. ASS wollte er 500 mg hören, ich hab 250 mg gesagt, das hat ihn irritiert. Er sagt 500 mg weil die Ampullen standardisiert 500 mg Enthalten. (ERC sagt iv bis 250 mg und oral 150-300 mg) Nebenwirkungen von Morphin? Übelkeit. Was tun? Antiemetikum geben z.B. Vomex. Warum kein MCP? -> gibts nicht mehr im set. Geben sie immer nitrospray? -> nein, das kommt auf den Blutdruck an (nicht, wenn pat. hypotensiv).

    2. Prüfer:
    Warum möchten sie Notärztin werden?
    Können sie einen Einsatz erinnern, mit dem sie begründen können warum Notfallpatienten nicht einfach mit Taxi in die Klinik gebracht werden können.
    Ich hab von Rea bei pat. mit 180 kg im 5. Stock mit drehleiter-Bergung erzählt. -> Algorithmus Reanimation kammerflimmern. Qualität CPR. Sein Tipp: man soll unbedingt das Metronom am defi anschalten als Hilfestellung für den richtigen Rhythmus. An was muss ich denken, wenn die Meldung Rea heißt? Was muss ich alles vom RTW/NEF mit zum Patienten (vor allem wichtig im 5.Stock ohne Aufzug): defi, Absaugung, Rucksack mit Medikamenten und (bei uns: Atemwegs Tasche incl laryngoskop, Videolaryngoskop, Tuben...). Außerdem frühzeitig an Alarmierung Feuerwehr und Anmeldung schockraum denken!

    Ging extrem schnell vorbei... und hat eher ein einem netten Austausch als an eine Prüfung erinnert.

    Viel Erfolg!



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