* Was waren die eindeutigen Höhepunkte, was die eindeutigen Tiefpunkte in Ihrem Studium?
Die ersten zwölf Monate war ich Praktikant an der Uni- bzw. Stadtbibliothek in Aachen. Das war schon spannend zu sehen, welche Arbeit im Hintergrund verrichtet werden muß, bevor ein Buch im Regal steht und ausgeliehen werden kann. Im zweiten Jahr musste ich mit acht Kollegen in Köln die Schulbank drücken. Wir hatten Unterrichtsfächer wie z.B. Bibliotheksgeschichte und Katalogisierung, das war manchmal schon sehr langweilig und hat mir später im Job nicht wirklich geholfen. Alles in allem war es aber eine schöne und lehrreiche Zeit.
* Es gibt zahlreiche Datenbanken für Zeitschriftenartikel. Gerade als Doktorand bin ich auf den raschen und zielsicheren Zugriff angewiesen. Welche der vielen Systeme sollte man als Doktorand/Student kennen und wie sind sie - in Kurzform - aufgebaut?
Medizinstudenten haben Glück: Im Gegensatz zu anderen Fächern gibt es in der Medizin eine zentrale Datenbank für Zeitschriftenartikel -
Medline oder auch
PubMed genannt [
1]. Für 90% aller Doktorarbeiten genügt die Suche in PubMed. Es ist selten, daß man unter den 15 Mio. Arbeiten, die dort enthalten sind, überhaupt nichts Relevantes findet. Bei der Suche sollte man allerdings immer die medizinischen Normschlagwörter
MESH benutzen [
2]. Wenn der Doktorvater Wert auf Evidenz-basierte Medizin oder gar Vollständigkeit legt, dann wird es allerdings komplizierter und nicht selten auch kostenträchtig.
Bei jeder Doktorarbeit sollte man im
Katalog der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin [
3] überprüfen, wer in der Vergangenheit bereits an einem ähnlichen Thema geschrieben hat: Entweder findet man ein gutes Vorbild oder man muß - im Extremfall - sein Thema abändern, weil schon jemand anderes darüber promoviert hat. Weil es schwierig ist, in kurzer Zeit eine solch komplexe Datenbank wie PubMed perfekt anwenden zu können, bieten wir eine Literatursprechstunde speziell für Doktoranden an. Dort führe ich zusammen mit dem Studenten eine erste orientierende Literaturrecherche durch und drucke ihm die wichtigsten Arbeiten schon mal aus. Das ist ein sehr beliebter Service. Die meisten Medizinbibliotheken haben aber solche oder ähnliche Schulungen im Programm.