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Bibliothekar als Hobby

Interview mit Dr Oliver Obst Bibliothek Uni Münster

Dr. Oliver Obst (Universitäts- & Landesbibliothek Münster)

* Worauf gilt es bei einer Literaturrecherche zu achten?
Die Suchdatenbanken enthalten nur Artikel'zitate', den Volltext der Artikel und Dissertationen muß man sich dann in der eigenen Bibliothek oder über die Fernleihe besorgen. Das geht bei den meisten Bibliotheken auch über das Internet. Subito ist schneller und liefert auch Bücher nach Hause, kostet aber auch mehr [4].

* Den ganzen Tag von Büchern und Computern umgeben, braucht man sicherlich Ausgleich und Entspannung. Welche Hobbies lassen Sie den Berufsalltag als Bibliothekar vergessen machen?
Ob Sie es glauben oder nicht, Bibliothekar-Sein ist mein Hobby. Ich schreibe fachwissenschaftliche Artikel, besuche Konferenzen und organisiere Hilfsprogramme für Bibliotheken in Entwicklungsländern. Wenn ich aber meinen Schreibtisch nicht mehr sehen kann, gehe ich Joggen, Bogenschiessen und Reiten.
* Wenn Sie drei Lesetips an Studenten weitergeben möchten: Welche Bücher empfehlen Sie und warum?
Oh je - die Inselfrage! Es ist ganz schlimm: Seitdem ich Bibliothekar bin, komme ich kaum noch zum Lesen. Auf meinem Schreibtisch landen kaum noch Bücher, sondern eine Vielfalt von (zumeist digitalen) Informationen, die ich dann filtere und weiterverteile. Ich betrachte die Bibliothek auch eher als Kompetenzzentrum für alle möglichen Inhalte, Informationen und Fragen in der Medizin als ein statisches Bücherarchiv ... Aber nun zu den drei Büchern: Was ich in einem Rutsch durchgelesen habe, waren "Kuckucksei" von Clifford Stoll, alle Bücher von Scott Adams ("Dilbert") und kürzlich eine Biographie von Dorothea Erxleben.
* Welche wichtigen Ratschläge in Hinsicht auf die Bibliotheken würden Sie an die Medizinstudenten geben?
Wir sind Dienstleistungsunternehmen par excellence und sollten uns auch so verhalten - das würde ich immer wieder einfordern. Bibliotheken sind für Studenten da und nicht umgekehrt. Wir haben kürzlich Gruppenarbeitsräume eingerichtet, damit es auch mal was lauter werden darf. Die werden nun so gut genutzt, daß wir über ein Cafe nachdenken und weitere Bereiche für eine noch kundenfreundlichere Nutzung umwidmen wollen - Stichwort 'Study Landscape'. Nur wer sich ändert bleibt bestehen.

Hilfreiche Links für die Recherche z.B. während der Doktorarbeit:
[1] Medline:
http://www.pubmed.gov

[2] Hilfen zur Literatur-Recherche:
(Hier finden Sie auch eine Broschüre zur Strategie der Literatursuche)
http://www.uni-muenster.de/ZBMed/datenbanken/hilfe/

[3]Katalog der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin
http://medsun1.zbmed.uni-koeln.de/webOPAC/sisisDe.html

[4] Subito Lieferdienst für Aufsätze:
http://www.subito-doc.de Vielen Dank für dieses Gespräch - Jens Plasger (MEDI-LEARN)
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