Ein Arzt in Großbritannien Teil IV
Die Bewerbung als PRHO - Lebenslauf - Referenz
Clemens Henze
Das British Medical Journal ist für Großbritannien und Nordirland die Adresse Nummer Eins für Stellenausschreibungen. Eine übersichtliche Suchfunktion auf der Website fördert eine Anzahl Ausschreibungen zu Tage. Der Arbeitsbeginn liegt stets Anfang Februar oder Anfang August. Es ist unwahrscheinlich, eine anerkannte Stelle in der Zwischenzeit zu bekommen.
Es gibt zwei Möglichkeiten der Bewerbung: Mit oder ohne Bewerbungsbogen. Diesen kann man schriftlich oder telefonisch anfordern und schickt ihn ausgefüllt und um die geforderte Anzahl Kopien des Lebenslaufes und Referenzen ergänzt zurück. Häufig soll man einen Gesundheitsbogen und Erklärungen zur ethnischen Zugehörigkeit und der juristischen Straffreiheit ausfüllen. Also, Daten der aktuellen Impfungen schon mal an die Pinnwand heften oder ins Portemonnaie legen.
Einfacher ist die Bewerbung ohne Bogen. Die geforderte Anzahl Lebensläufe in einen Umschlag stecken und wegschicken. Die Deutsche Post rühmt sich einer durchschnittlichen Laufzeit von 2,4 Tagen.
Es stellt sich die Frage nach einem Begleitschreiben. Es wird nicht erwartet, entspricht jedoch der allgemeinen Höflichkeit. Sofern es sich anbietet, sollte man die Gelegenheit nutzen, um etwas aus dem Lebenslauf besonders herauszuheben. Ansonsten reicht ein Anschreiben, mit dem man ausdrückt, dass man sich auf die ausgeschriebene Stelle bewirbt und sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen würde. Bevorzugt man ein Telefoninterview, wäre im Anschreiben der richtige Platz. Bemerkung am Rande: Fahrtkosten werden ab Eintritt in das britische Königreich erstattet, sprich ab Ankunftsflughafen, erstem Bahnhof oder Hafen oder in Großbritannien gefahrene Meilen. Top-Tip: Je näher die Termine Februar und August rücken, desto verzweifelter sind die Krankenhäuser auf der Suche, ihre Stellen zu besetzen. Wer also Nerven hat und wem der Ort weniger wichtig ist als das Land, kann bis kurz vor Jobbeginn warten und dann gezielt wenige Bewerbungen losschicken.
Lebenslauf und Co.
Der Lebenslauf gilt als die Visitenkarte. Auch wenn in ihm nur den Tatsachen entsprechende Dinge stehen sollten, ist hier der Moment gekommen, sein Licht zum Scheinen zu bringen. Generell gelten dieselben Empfehlungen wie für Deutschland. Einheitliches Schriftbild, chronologische Reihenfolge, Einteilung in relevante Überschriften. Sofern nicht ausdrücklich nach Umkehrung der zeitlichen Abfolge verlangt wird, ist die einfache Chronologie willkommen. Eine Gliederung des Lebenslaufes in persönliche Details, Ausbildung (Schule, primary, secondary und university), Erfahrung (Junior elective experience für Famulaturen, Senior für PJ-Tätigkeit, nach Belieben mit Auflistung der Tätigkeiten), Arbeitserfahrung (Aushilfsjob, früherer Berufstätigkeit, etc. ), besuchte Seminare, Kurse und Kongresse, Tutorien, Doktorarbeit oder Forschungsthemen, Mitgliedschaften in Vereinen und sonstiges Engagement sind mögliche Überschriften. Unter Arbeitserfahrung zählt außerdem das Freiwillige Soziale Jahr, Wehrdienst oder Wehrersatzdienst. Im CV sollte der ehemalige Schülersprecher oder Sportverein genauso wie das langjährige Gitarrenspiel erwähnt werden. Er sollte drei DIN A4 Seiten in Arial 10 nicht überschreiten, wobei eine den Normalfall darstellt; was nicht heißen soll, dass man alles auf eine Seite quetschen soll.