PJ in der Peripherie
Klein aber oho
Andrea Weinbrenner
1. Innere:
Es gibt eine Internistische Abteilung in Duisburg-Fahrn, die hauptsächlich gastroenterologisch und diabetologisch orientiert ist. Hier habe ich insgesamt 7 Wochen des Tertials verbracht (davon 3 Wochen auf der Aufnahme und Intensivstation). Es bestand die Möglichkeit, Patienten selbständig zu betreuen, ab und zu auch mal zu sonographieren, man konnte bei sehr vielen endoskopischen Untersuchungen zusehen und - naja das Übliche - ansonsten sehr viel Blutabnahmen machen und Viggos legen.
5 Wochen des Tertials habe ich dann noch in der Pulmologie in Oberhausen verbracht, und dort war es vom Arbeitsklima her gleich ganz anders. Hier ging es erheblich kollegialer zu, und das Arbeiten dort hat richtig Spaß gemacht. In der Pulmologie gibt es zum Einen die Station, die vorwiegend TBC-Kranke hat, die Heimbeatmung und Schlaflabor und eine vorwiegend onkologische Station - hier verbrachte ich meine Zeit. Ich habe in dieser Zeit sehr viele Tumorpatienten zum Teil selbständig betreut, was mir am Anfang schon schwer fiel. Von der Arbeit in den anderen Abteilungen unterschied es sich besonders im Hinblick auf die Art wie mit den Patienten umgegangen wurde. Visiten dauerten länger, Gespräche waren intensiver... Ich habe sehr viele Bronchoskopien gesehen (auch mal am Phantom unter Anleitung geübt), auch eine Thorakoskopie, viele Chemos angehängt und v.a. sehr viel über den menschlichen Umgang mit (sterbenskranken) Patienten gelernt. Auch wenn es manchmal sehr traurig war und viele Patienten in dieser Zeit verstarben, war das doch die eindrucksvollste Zeit meines PJ's.
Die letzten 4 Wochen des Tertials habe ich im Herzzentrum Duisburg absolviert, in der Kardiologie. Hier war die Stationsarbeit eine Fließbandarbeit, weniger lehrreich, aber es bestand die Möglichkeit, bei vielen Koronarangiographien zuzusehen. Theoretisch gibt es auch noch eine Nephrologische Klinik, in dieser hat allerdings keiner von uns gearbeitet, weil dort nur sehr wenige Patienten sind und die Betreuung auch nicht wirklich so gewesen wäre, dass man davon viel profitiert hätte...
2. Chirurgie
Die Chirurgie habe ich zum Teil in der Allgemein-Chirurgie in Duisburg, z.T. in der Kardiochirurgie im Herzzentrum und auch noch z.T. in der Unfallchirurgie in Dinslaken gemacht. Auch hier war es sehr unterschiedlich: In der Unfallchirurgie sehr gutes Arbeitsklima, dort habe ich aber fast nur Endoprothesen gesehen. In der Herzchirurgie wieder nur Fließbandarbeit, immer Bypass-Op oder Klappen. Spannender war es bei den kinderkardiochirurgischen OP's, dort konnte man aber nicht viel sehen, weil ja das OP-Feld dann auch sehr klein war. Hier waren aber die meisten Ärzte nett und haben auch gut erklären können. In der Allgemeinchirurgie hingegen war das Arbeitsklima sehr angespannt und an OP's habe ich zum größten Teil Proktologische Eingriffe, Hernien und Cholezystektomien gesehen. Hier durfte man meist Haken halten und ab und zu Hautnähte machen. Ansonsten, klar, viel Blut, viel Viggos, hin und wieder Wundversorgungen in der Ambulanz
3. Neurologie
Mein Wahlfach habe ich als 2. Tertial gemacht, in Duisburg-Nord. Hier habe ich mich sehr wohlgefühlt und konnte unter Anleitung der Stationsärzte und der Oberärztin sehr selbständig arbeiten. Ich habe 4 Monate auf einer Station verbracht, meine eigenen Patienten von der Aufnahme bis zum Brief-Diktat betreut (meistens so 5-8 Patienten). Ich habe sehr viele LP gemacht, hatte meinen eigenen Schreibtisch, eigenes Diktiergerät, Fächer usw. und fühlte mich so voll integriert. Ich habe dort sehr viele verschiedene Krankheitsbilder sehen können, von der Migräne, über Clusterkopfschmerzen, MS, Hirnabszesse, Epilepsien, Facialisparesen, Myasthenien bis hin zu verschiedenen Hirntumoren.