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Feizeit- statt Arbeitskleidung

Erkennungsmerkmal des Arztes scheint aus der Mode zu kommen

MEDI-LEARN

Nach wie vor wirkt weißer Stoff hygienischer als dunkler. Man sieht eine Verunreinigung durch Schmutz oder Körpersekrete eher; deren Fehlen wird als perfekte Reinheit gewertet. Laut britannischer Untersuchungen sind jedoch die nicht sichtbaren Belastungen durch Bakterien und Keime viel gefährlicher. Diese lassen sich durch sehr heißes Waschen abtöten. Das allerdings ist kein Exklusivargument mehr für weiße Wäsche, denn heutige Buntwäsche übersteht die Prozedur ebenfalls schadlos.

Als Statussymbol dient der Kittel aber weiterhin. Dass sich das sogar durch einfaches Wiegen nachweisen lässt, zeigten schottische Forscher 2007: Bei einer Überprüfung mittels Waage zeigte sich in einer Edinburgher Klinik, dass ein Assistenzarzt-Kittel im Durchschnitt 1,7 Kilogramm, der eines Stationsarztes immerhin schon 500 Gramm weniger, der eines Oberarztes nur noch etwas mehr als ein halbes Kilogramm, während Chefarzt-Kittel nichts mehr außer ihrem Eigengewicht vorzuweisen haben. Womit für junge Mediziner möglicherweise das entscheidende Argument für den Kittel angeklungen sein könnte: In dessen Taschen lassen sich problemlos alle Instrumente und Bücher unterbringen, die im Stationsalltag gebraucht werden. Oder wer bekommt das alles schon in seine Hosentaschen?
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