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Auslandssemester in Padova (Italien)

ERASMUS-Programm im Wintersemester

Katharina Linnartz

 

Kursangebot und Kurswahl:

Will man sich ein komplettes Bild von allen angebotenen Kursen machen, kannman im Medizinersekretariat (bei Portello) ein Kursprogramm erhalten.Normalerweise reicht es aber auch wenn man am schwarzen Brett dermedizinischen Fakultät schaut, da dort die Stundenpläne aushängen.

Gleichzeitig kann man sich entweder an diesem schwarzen Brett fürVorlesungen und Kurse eintragen (manchmal gab es diese Liste aber auch inden ersten Vorlesungen).Uni in Italien ist ganz anders, als Uni in Deutschland: Man hat meistensdrei bis vier Stunden Vorlesung in demselben Fach hintereinander (natürlichmit kurzen Pausen für einen café oder cappuccio). Das ermüdet natürlichfürchterlich. Ist man dann noch des Italienischen nur unbefriedigendmächtig, wird das Ganze ein Problem: Es wird nämlich unglaublich ermüdend!Die Qualität und der Lernerfolg schwankte natürlich sehr stark abhängig vomjeweiligen Dozenten – nicht anders als in Deutschland. Insgesamt aber warendie Vorlesungen doch äußerst theoretisch. Fallvorstellungen oder Patientenin der Vorlesung habe ich persönlich nie erlebt, obwohl ich Kurse im letztenStudienjahr der italienischen Medizinstudenten besucht habe.

Famulaturen:

Im Anschluß an das Semester habe ich jeweils zwei Wochen Famulatur auf derInneren und auf der Gynäkologie gemacht. Da aber Medizinstudenten, die schonwährend des Studiums Praktika machen, in Italien eher selten sind – daeinfach unüblich – wusste man nicht so recht viel mit den deutschenStudenten anzufangen. Man wird überall hin mitgeschleppt, darf eigentlichüberall zugucken, aber selbst kann man eher wenig machen. Will man ein wenigin ein Fachgebiet reinschnuppern, ist diese Art von Famulatur ideal, da manalles gezeigt kriegt, aber keinerlei Verpflichtungen oder aufgaben hat. Sowar es auch problemlos möglich, früher zu gehen oder ausgiebige Mittagspausen zu machen, wenn man z.B. einen Ausflug oder ähnliches plante.

Wohnungsvermittlung

Die meisten, die ich kennengelernt habe, haben ihre Wohnung über das SASSAerhalten, eine Organisation, die ausländischen Studenten bei den wichtigstenbürokratischen Dingen, wie Aufenthaltsgenehmigung, Einschreibung an der Unietc. hilft. Meistens waren dies dann Wohnheimsplätze, seltener Plätze inAppartements oder Häusern, in denen dann mehrere Erasmus-Studentenuntergebracht wurden. Bis auf einige wenige Fälle waren die meisten auch mitihrem über das SASSA erhaltenen Zimmer zufrieden. In fast allen Wohnheimengibt es mehr Doppel- als Einzelzimmer, aber man kann schon sagen, daßErasmus-Studenten bevorzugt Einzelzimmer erhielten.
Ein paar Stichworte zu den Wohnheimen, die ich kennengelernt habe:
Monte Cengio: Palazzo A und B sind ganz in Ordnung, Palazzo C, D und E sindvon Schmutz und Lärmbelastung her eher weniger empfehlenswert; gute Lage;sehr großer Komplex
Via Tartaglia: sehr weit außerhalb; schöne Appatments, in denen man wie ineiner kleinen WG zusammenlebt; über-pflichtbewusste Portiers, die teilweisewirklich unverschämt waren
Meneghetti: reines Studentinnenwohnheim; sehr zentrale Lage; Zimmer nichtschlecht; sehr ungemütliche Küche; eher schlechte Stimmung
Copernico: relativ zentrale Lage; nicht schlecht
Christophori und Carli: Liegen beide recht außerhalb, und zwar in einernicht so guten Gegend; guter Zusammenhalt zwischen den Wohnheimsbewohnern;Zimmer mittelmäßig
Sehr zu empfehlen ist es, einige Monate vor Semesterbeginn nach Padova zufahren und auf Zimmersuche zu gehen, da die dann angebotenen Zimmer meist imPreisbereich der Wohnheime liegen, aber oft besser sind. Aber auch wenn man in der ersten Semesterwoche ankommt, landet man nicht aufder Straße. Das SASSA-Büro gibt sich wirklich sehr große Mühe, nur landetman dann halt eventuell in einem der schlechteren Palazzi des MonteCengio.
Ich selbst hatte das Glück über meinen Vorgänger aus Aachen einefantastische WG vermittelt zu bekommen, die nicht nur sehr schön und sauberwar, sondern auch eine reine Italiener-WG war und mir so natürlich sehr mitmeinem Italienisch weitergeholfen hat.

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