Die Stimmung nach dem „Hammer“
Erfahrungen der ersten Examenskandidaten
Jan-Peter Wulf
Vom 17. bis 19. Oktober 2006 fanden die ersten „echten“ Prüfungen im zweiten Staatsexamen nach der neuen Approbationsordnung statt. „Echt“ insofern, als im Sommer 2005 bereits ein umfangreicher Pretest zum neu geregelten Prüfungsablauf durchgeführt wurde. In dem MEDI-LEARN Skript „Hammerexamen, das ist wichtig“ wurden ausführliche Analysen des Pretestes veröffentlicht. Diese Analyse bestätigten sich weitgehend. Sogar die durchschnittlichen Leistungen der Prestetkandidaten mit ca. 65 % richtig gelöster Fragen entsprach denen des „echten Hammerxamens“.
Diese durchschnittlichen Leistungen lagen ca. 15 % unter den normalerweise erzielten Leistungen des Zweiten Staatsexamens nach Alter AO. Die Durchfallquote erreichte einen historischen Höchststand. Während im „Alten Zweiten“ im Herbst 2005 3,6 % der 4.599 Kandidaten durchgefallen waren, sind es von den ca. 700 Kandidaten im Herbst 2006, die das „Neuen Zweite“ absolvierten, fast 10 % gewesen. MEDI-LEARN fing nach dem Examen Erfahrungswerte und Tipps der Teilnehmer ein. Ein Stimmungsbild aus rund 50 Antworten.
Womit sollen wir lernen?
Das große Fragezeichen vor der neugestalteten Prüfung: Worauf soll ich das Lernen stützen? Altfragen kreuzen? Welche Bücher heranziehen? Erfahrungswerte gab es nicht, also mussten die Teilnehmer sich ihr „Set“ selbst zusammenstellen. Dabei wurde auf Altbewährtes und neu Publiziertes zurückgegriffen: „Ich habe während des PJ mit der alten Schwarzen Reihe gekreuzt und abends im Exaplan geschmökert“, erklärt ein Teilnehmer, „nach dem PJ dann die neue Schwarze Reihe herangezogen und Kurzlehrbücher.“ „Zusätzlich zur Schwarzen Reihe habe ich die CD-ROM Hammerexamen benutzt“, so ein anderer Prüfling. „Ich habe den Intensivkurs bei MEDI-LEARN gemacht, vorher habe ich die Schwarze Reihe nach alten GK2 und GK3 gescannt und gekreuzt und die CD zum Hammerexamen im Lern- und externen Prüfungsmodus gekreuzt, bis ich bei 100 Prozent lag! Als Bücher habe das 2. STEX und Kurzlehrbücher verwendet“, lautet der umfangreiche Lernkatalog einer Dritten. „Leider habe ich an keiner Lerngruppe teilgenommen, bedauert ein Kandidat, „neben Schwarzer Reihe, Mediscript und Exaplan kamen bei mir vor allem die Skripten Hammerexamen und Hammerfragen von MEDI-LEARN zum Einsatz.“
Gemeinsam die schwierigen Beispieltexte durcharbeiten
Stichwort Gruppe: Tatsächlich raten viele dazu, neben dem Literaturkanon aus Standardlehrwerken, Kurzlehrbüchern, Altfragen, Skripten und CDs in Kleingruppenarbeit zu lernen, um sich gemeinsam auf die Fallbeispiele und freien Fragen in der Prüfung vorzubereiten. „Gemeinsam konnten wir uns aufbauen und die schwierigen und langen Beispieltexte durcharbeiten“, wird berichtet.