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Famulatur in der Radiologie und Strahlentherapie

Hat sich insgesamt sehr gelohnt

Nina Hefendehl

Surftipp

Röntgen

Die Zeit in der Radiologie

Ich kam jeden morgen um 9 Uhr in die Praxis und in der ersten Zeit schaute ich dem Arzt über die Schulter, wie er die inzwischen digital zugespielten Röntgenbilder befundete. Tatsächlich war die Tätigkeit überwiegend sitzend und zum Glück verfügte er über eine gute Kaffeemaschine, so dass ein Müdewerden eher selten war. Häufig kam dann eine der zahlreichen Röntgenassistentinnen in das Zimmer und meldete einen Notfall, der sofort phlebographiert werden sollte, weil Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose bestand. So bekam ich einen Einblick in die interventionelle Radiologie, die Phlebographien der Beinvenen und Ballondilatationen (PTCA) der Beinarterien beinhaltete. Nachmittags um halb vier, freitags um halb drei wurde für die Ärzte aus der anliegenden orthopädischen Klinik eine Röntgenbesprechung durchgeführt. Dort wurden die Bilder, die wir im Laufe des Vormittages befundet wurden, vorgeführt. Für mich war es ein lustiges Gefühl diese Besprechung einmal aus Sicht der Radiologen zu erleben. In der dritten Woche hatte ich das Vergnügen den Röntgenassistentinnen der Arbeit beizuwohnen und hier und da mitzuhelfen. Besonders interessant war das Durchführen von Ballondilatationen der Beinarterien bei Patienten mit einer pAVK. Insgesamt war die Zeit abwechslungsreich, dennoch hatte ich kaum Möglichkeiten selbst etwas zu machen.Das ist bei der Radiologie zwar ein großer Nachteil, dennoch gibt es um so mehr zu sehen. Trotzdem wollte ich auch Einblick in die Radioonkologie bekommen.

Die Zeit in der Radioonkologie

In der vierten Woche dann bekam ich die Möglichkeit den Ablauf in der Radioonkologie zu sehen. Einer der Fachärzte war darüber informiert worden, dass ich dort famulieren wollte. Dieser empfing mich sehr gerne und war fast Stolz darauf, dass in dieser Abteilung ein Famulant war. Ich war also die erste Famulantin in der Strahlentherapie der RADPRAX, so wurde ich von allen an die Hand genommen und bekam endlich einen Überblick über das für mich sehr verwirrende Verfahren einer Bestrahlung von überwiegend onkologischen Patienten. In der Universität bin ich einmal kurz damit in Kontakt gekommen, danach wird so ein spezielles Fach eher außer Acht gelassen. Die Atmosphäre war sehr nett gewesen. Es war ein sehr gutes Betriebsklima zu spüren.

Der Tagesablauf:

Ich fand mich morgens um acht in der Praxis ein. Ich musste allerdings einen weißen Kittel tragen, denn hier hatten wir Patientenkontakt, etwas was ich der diagnostischen Radiologie vermisst habe. Ich hefte mich an einen der Fachärzte an die Fersen. Am ersten Morgen saß ich mit einem der Ärzte und einem Patienten, oft mit Angehörigen an einem runden Tisch. Hier wurde das Erstgespräch geführt. Hier erfuhren die Patienten, warum sie bestrahlt werden sollten und erhielten eine Aufklärung über Wirkung und Risiken. Mir hat es besonders gut gefallen mit den Leuten an einem Tisch zu sitzen, die Ärzte ließen sich viel Zeit und gingen auf Sorgen und Nöte der Patienten ein. Die Erstgespräche dauerten häufig bis zur Mittagszeit. Wenn es nicht so viele Erstgespräche gab, hatten die Ärzte die Aufgabe den Patienten bei der Erstbestrahlung bei zuwohnen. Dies ist obligatorisch, dann werden alle Messdaten und Richtungen noch einmal kurz überprüft und der Patient nach der Bestrahlung gefragt, ob er es vertragen hat. Ich hatte in der Zeit nie etwas Ungewöhnliches erlebt. Mittags gab es etwa eine einstündige Mittagspause. Entweder gingen wir gemeinsam in der Klinik Cafeteria zu Mitarbeiterkonditionen essen, oder ich ging in die Stadt. Nachmittags gab es entweder noch Erstgespräche oder es kamen Patienten, die nun das Erstgespräch hinter sich hatten und nun eine Simulation der Bestrahlung erhielten. Dazu wurde der Patient zunächst noch einmal in das CT Gerät gelegt. Nun wurde das Areal in dem, das in der Regel entfernte Tumorgewebe lag, mit Metallknöpfen, die auf die Haut geklebt wurden markiert. Die Laserpunkte, die vom CT- Gerät ausgingen bildeten an den markierten Eckpunkten ein Kreuz, hier fixierte die Röntgenassistentin den Metallknopf. Das war ein sehr wichtiger Schritt, denn darauf folgte für den Patienten die eigentliche Simulation.
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