Famulatur in der Radiologie und Strahlentherapie
Hat sich insgesamt sehr gelohnt
Nina Hefendehl
Für die Ärzte begann hier die enge Zusammenarbeit mit dem Physiker. Nachdem das Tumorareal im CT- Bild gut zu erkennen war, zeichnete der Arzt mit einem speziellen Programm per Mausklicks einen Kreis um das Gebiet das hinterher bestrahlt werden soll. ( Betrahlungsfeld). Danach überprüfte der Physiker, ob das so wie der Arzt sich das vorstellte, auch realisierbar ist. Denn das Problem bei den Photonenstrahlen ist ja, dass sie nicht kreisförmig strahlen können. Mit etlichen Messdaten und Zahlen, konnte nun simuliert werden. Dazu wurde der Patient wieder einbestellt. Im Simulationsgerät, das etwa so ähnlich aussah, wie ein Bestrahlungsgerät, hier gingen allerdings x- ray Röntgenstrahlen aus, wurde der Patient in Position gebracht. Dies war jetzt einfach durchzuführen denn die Metallknöpfe lagen jetzt auch hier an dem Punkt, wo die Laserpunkte dieses Gerätes nun ein Kreuz bildeten. Da hinterher die Bestrahlung von zwei Seiten erfolgen wird, also einmal rechts des Areals und links davon, wurden nun von jeder Seite Röntgenaufnahmen gemacht, um zu überprüfen, ob auch das richtige Areal bestrahlt wird. Die Steuerung des Gerätes übernahm immer ein Arzt, denn dieser war auch dafür verantwortlich, dass richtig bestrahlt wurde.
Anhand der Messdaten war es nun dem Techniker möglich, Bleiblöcke herzustellen, die genau das Bestrahlungsgebiet absteckten, herzustellen. Die Bleiblöcke wurden für jeden Patienten individuell gemacht. Diese Bleiblöcke wurden in das Bestrahlungsgerät gelegt, so dass die Strahlen nur in das Bestrahlungsfeld gelangten. Waren die Patienten länger schon in Behandlung und das Bestrahlungfeld hatte sich verkleinert, mussten neu simuliert und neue Bleiblöcke hergestellt werden. So konnte ich einem Bleigießer im kleinen Rahmen, über die Schulter schauen. Hier habe ich die beeindruckende Erfahrung gemacht, wie schwer 500 ml Blei nur sein können! Dann war der Weg frei für die eigentliche Bestrahlung. Mich hatte der Aufwand, der dafür betrieben werden wurde, sehr fasziniert, trotzdem gibt es mir das Gefühl der Sicherheit, dass der Schutz des Patienten an erster Stelle steht, so dass es sehr wenig bis keine Nebenwirkungen wie Hautrötungen gab. Bisher hatte ich ja wenige Möglichkeiten mich aktiv einzubringen. So kam es hin und wieder vor, dass ich beim Erstgespräch mit den Patienten eine Kurzanamnese durchführte. Einige Patienten wurden wegen gutartiger Erkrankungen z. B. Arthrose bestrahlt, so hatte ich die Chance mit ihnen ein Abschlussgespräch zu führen.
Fazit
Die Famulatur hatte sich insgesamt sehr gelohnt. Der letzte Teil in der Strahlentherapie hatte mir am besten gefallen, weil es sehr viel zu sehen und zu lernen gab. Da ich gerade in der Universität das Wahlfach Radiologie, Radioonkologie belegte, konnte ich das sehr gut für mich verbinden. Ich bin von allen Mitarbeitern sehr gut aufgenommen worden. Da ich in der Strahlentherapie die erste Famulantin überhaupt gewesen bin, hatte mir schon einen Bonus eingebracht. Das ist in Arztpraxen gewiss unterschiedlich, da kommt es auf die Motivation der Ärzte an, den Studenten etwas zu vermitteln, hier war die Motivation sehr groß und das hat mich sehr gefreut.