Der Mensch ist in eine insgesamt bequeme Lage zu bringen, angefangen bei einem Kissen unter seinem Kopf. Blutentnahmen oder eine Blutgasanalyse finden nun nicht mehr statt. Einige überflüssig gewordenen Kabel und Schläuche können also entfernt werden, falls das leicht möglich ist. Externe Schrittmacher sind auszuschalten, jedoch nicht eine eventuell vorhandene Beatmungsmaschine, die stattdessen auf physiologische Werte (21 Prozent Sauerstoff etc.) eingestellt wird. Der Patient erhält nach Bedarf Schmerz- und Schlafmittel, jedoch keine Flüssigkeit, denn ein durch sie hervorgerufenes Lungenödem würde ihm nur zusätzliche Qualen bereiten. Das Durstgefühl entsteht durch einen trockenen Mund, weshalb eine optimale Mundpflege von großer Bedeutung ist.
Dass der Todkranke in den letzten Lebensstunden nicht gelitten hat, kann auch für die Angehörigen ein erheblicher Trost sein – manchmal noch nach vielen Jahren. Sind sie während seines Sterbens anwesend, solltest du ab und zu ins Zimmer schauen, also Präsenz zeigen und für Fragen zur Verfügung stehen, ihnen andererseits aber auch die Gelegenheit zum Abschiednehmen geben. Versichere der Familie nach Eintritt des Todes, dass sie für diesen Abschied „alle Zeit der Welt“ hat und biete den Hinterbliebenen an, erst einmal an die frische Luft zu gehen und eventuell eine Tasse Kaffee zu trinken.
Spätestens nun schaltest du Alarme, Monitore, Infusionen und gegebenenfalls die Beatmungsmaschine ab. Letztere wird am Tubus diskonnektiert, um dem toten Körper ein etwaiges letztes Luftholen zu ermöglichen. Am besten entfernst du im Verlauf Tubus und Katheter, sodass die Angehörigen ihren Verwandten danach noch einmal ohne Schläuche und Ähnliches sehen können. Auch der Bestatter will später den Leichnam „ohne Fremdmaterial“ übernehmen. In diesem Fall müssen allerdings anschließend die Einstichstellen übernäht werden, denn austretendes Blut würde sonst wahrscheinlich das weiße Bettlaken durchtränken.