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Ist Medizin überhaupt das Richtige für mich?

Einblicke in Studium und Arbeitsalltag

MEDI-LEARN (Redaktion)

Arbeitsort Krankenhaus: eine Ellbogengesellschaft?

In der Klinik herrscht eine strenge Hierarchie. Unten stehen die jungen Ärzte, die gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen und ihre Approbation erlangt haben. Darüber folgen die Assistenzärzte, die bereits länger in der Klinik tätig sind und weitgehend selbständig arbeiten. Diejenigen Assistenzärzte, die schon den Grad des Facharztes erreicht haben, stehen noch ein Stück darüber. Oberärzte und Chefärzte bilden die Spitze der Pyramide.
Gerade in großen Krankenhäusern sind die hierarchischen Strukturen stark ausgeprägt, was je nach Charakter zu Problemen führen kann und „Ellenbogen spüren“ lässt. In kleineren Häusern „kennt man sich“, die Hierarchien sind flacher. Im Grunde ist es also so wie in jedem Unternehmen. Manch einer bevorzugt übersichtliche, „mittelständische“ Strukturen, andere kommen besser in einem großen Betrieb zurecht. Hier entscheidet die persönliche Vorliebe!


Berufsaussichten

Die Jobaussichten für junge Ärzte sind im Vergleich zu anderen Branchen momentan vergleichsweise gut: Die derzeitige Arbeitslosenquote unter Ärzten von ein bis zwei Prozent macht Mut, zumal davon noch die Wechsler, die sich zwischen zwei Stellen befinden, abzuziehen sind. Zurzeit sieht es so aus, dass jeder Mediziner, der einen Arbeitsplatz sucht, auch fündig wird. Anhand der zahlreichen Angebote in verschiedenen Stellenbörsen (z.B. www.medi-learn.de/STF86) lässt sich sehr gut erkennen, dass ausreichend freie Stellen vorhanden sind. In einigen Bereichen, derzeit zum Beispiel in der Herzchirurgie, wird der Nachwuchs sogar bedenklich knapp. Auch in vielen Regionen Ostdeutschlands wird händeringend nach Fachkräften gesucht und manchmal auch mit übertariflicher Bezahlung gelockt.
Die politische Entwicklung im Bereich Gesundheit und die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes lassen die Prognose zu, dass sich der Arbeitsmarkt auch in den kommenden Jahren weiter positiv für werdende Ärzte entwickeln wird. Doch um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt solltest du dir erst einmal keine allzu großen Gedanken machen. Denn so verheißungsvoll die Arbeitsmarktprognosen derzeit sein mögen, so wenig verlockend waren sie noch vor einigen Jahren. Die Zyklen, denen die Berufsperspektiven unterliegen, sollten auch in „guten Zeiten“ eine gesunde Portion skeptischer Vorsicht im Umgang mit Prognosen nicht vergessen lassen.
Was aber noch viel wichtiger ist: Sie sollten nicht entscheidend für das Aufnehmen eines Medizinstudiums, geschweige denn der alleinige Anreiz dafür sein. Denn wer nur wegen der Jobaussichten Medizin wählt, ist über kurz oder lang genauso wenig erfolgreich wie derjenige, der es nur wegen des guten Abiturs tut!

Fragen Sie Ihren Arzt!

Wenn man sich, wie du es tust, ernsthaft mit der Frage beschäftigt, ob Medizin das richtige Studienfach bzw. später der richtige Beruf ist, sollte man sich am besten mit jemandem unterhalten, der das Studium bereits hinter sich hat und als Arzt tätig ist. Falls du keinen Mediziner in der Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis hast, könntest du z.B. mal deinen Hausarzt fragen. Die meisten geben ihre Erfahrungen – und Erinnerungen – gerne weiter.

Surftipp

Arbeitsort Krankenhaus

Die drei folgenden Links vertiefen das Thema „Arbeitsort Krankenhaus“ weiter und sind absolut lesenswert:

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