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1. Editorial |
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Hallo,
heute erhältst du mit unserem Newsletter eine Sonderausgabe zum Digitalen Nachschlag 01/2010, welcher interessante Artikel aus unserer MEDI-LEARN Zeitung 01/2010 enthält.
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Du erfährst, was Stefan im fernen Dubai an Erfahrungen während seiner Famulatur gesammelt hat und Carolin schildert illustre Erlebnissen in Sachen Präpkurs.
Anna hat die Pädiatrie mit Hilfe eines Krankenpflegepraktikums in Lausanne, Frankreich kennen gelernt und verrät dir den Grund, warum es aus ihrer Sicht so empfehlenswert ist.
Eva ihrerseits hat ein "strukturiertes PJ" an der Uni-Klinik ihrer Stadt absolviert. Sie erklärt uns die Art des PJs sowie den Unterschied zum "normalen" PJ und berichtet von Visiten, Fortbildung und Untersuchungen.
Zudem haben wir einen Artikel über das Thema Impfungen, der aufzeigt welche Krankheiten sich wie richtig verhindern lassen.
Viel Spaß beim Lesen wünschen dir
Kristina, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten
Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 23.03.2010:
o Die richtige Wahl - Vorfamulatur in Landsberg am Lech
o Anatomie-Special: Interviews zum Präpkurs
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| 2. Die jüngsten Patienten versorgen - Pädiatrisches Krankenpflegepraktikum in Lausanne
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- zurück zum Inhalt - |
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Für mich stand schnell fest, dass
ich mein Krankenpfl egepraktikum
im frankophonen Ausland
verbringen wollte. So begann zu
googlen, mich durch einschlägige
Foren zu wühlen, fand mehrere Artikel,
auch auf www.medi-learn.de,
und wollte mich schon in verschiedenen
elsässischen Krankenhäusern
bewerben, als ich einen Eintrag auf
der Internetseite des CHUV (Centre
Hospitalier Universitaire Vaudoise)
in Lausanne fand.
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Es war das erste
Mal, dass ich bei einem Krankenhaus
den Hinweis gefunden hatte,
dass sie Praktikanten nehmen und an
wen die Bewerbung zu richten sei.
So bewarb ich mich spontan dort.
Telefonisches
Vorstellungsgespräch
Das Schreiben der Bewerbung stellte
eine erste kleine Hürde
da, da ich noch nie zuvor eine französische
Bewerbung geschrieben hatte.
Es galt, sich einige Formulierungen
und Phrasen sowie die richtige Form
anzueignen, bevor der Brief in den
Briefkasten durfte. Nach einigen
Wochen bekam ich endlich Post
mit der ersehnten Zusage. Mitgeschickt
wurden viele detaillierte Informationen
zum Praktikumsinhalt,
zur Wochenarbeitszeit, Unterkunft,
Kleidung etc. Einen Haken hatte
die Sache noch: Ich musste noch ein
telefonisches Vorstellungsgespräch
führen. Dieses Interview bereitete
mir doch einige schlafl ose Nächte,
da ich Angst hatte, sie könnten mir
das Praktikum noch aufgrund mangelnder
Französischkenntnisse verweigern
(die waren eine der aufgeführten
Konditionen). Ich hatte zwar
Französisch seit der 7. Klasse bis
zum Abitur, sogar als Leistungskurs
gehabt, aber Französisch im Unterricht
zu haben und ein Vorstellungsgespräch
auf Französisch zu führen,
das waren doch zwei Paar Schuhe.
Monatliche
Einführungswoche
Im Endeffekt war es war mehr ein
lockeres Gespräch, in dem die Konditionen
und praktische Dinge wie
Krankenversicherung, gewünschte
Station, Zeitraum und weiteres
besprochen wurden. Ich habe zwar
sehr viel herumgestottert, aber
mein Gesprächspartner meinte,
das sei nicht schlimm. Er riet mir,
in nächster Zeit noch einige Filme
auf Französisch zu schauen und
französische Zeitung zu lesen. Ein
Zimmer in einem Wohnheim wurde
ebenfalls für mich reserviert.
Das CHUV führt in jeder ersten
vollen Woche des Monats eine Einführungswoche
für alle neuen Praktikanten
und ausländischen Mitarbeiter
durch. Der Einstieg ist daher
auch nur zu diesem Termin möglich.
Diese Woche war sehr hilfreich und
interessant. Sie begann mit einigen
Einführungen zur Krankenhaushygiene
und zum CHUV allgemein.
Wir waren eine ziemlich große
Gruppe aus vielen Schweizern und
auch einigen deutschen Medizinstudenten,
sodass man gleich erste Bekanntschaften
machen konnte.
Nach diesen Einführungstagen, die
auch einige praktische Übungen
im Betten machen, Patienten waschen
und Erledigen von Formalitäten
beinhaltete, lernten wir zwei
Tage lang unsere Station kennen.
In meinem Fall die pädiatrische
Überwachungsstation. Zum Abschluss
kamen noch einmal alle
zusammen, um erste Erfahrungen
auszutauschen.
Praktikantenarbeit
Als Pflegepraktikant ist man den
„aide-soignantes“ (Hilfs-Pflegekräften)
zugeteilt und hat einen
festgelegten Aufgabenbereich: Essen
austeilen, Betten machen, Müll
entleeren, Material nachfüllen,
Plätze nach Entlassungen reinigen,
Patienten waschen, jede Menge
Botengänge ins Labor und das
Pflegepersonal bei seiner Arbeit
unterstützen. Am Anfang hatte ich
die Befürchtung, dass das ziemlich
eintönig werden würde. Aber schon
nach kurzer Zeit hatte ich mich so
gut auf Station eingelebt, dass ich
wusste, welche Freiheiten ich mir
nehmen konnte.
Dazu muss ich auch sagen, dass
ich am Anfang sehr damit beschäftigt
war, die verschiedenen
französischen Begriffe für alles
Mögliche zu lernen, die man in der
Schule nie zu hören bekommt, angefangen
bei den Teilen der Bettwäsche,
Babybekleidung, medizinischem
Material bis zu simplen
Alltagsgegenständen.
Mit der Zeit ließen mich die
Schwestern immer mehr machen
und beantworteten mir immer bereitwilliger
meine Fragen zu den
verschiedenen Krankheitsbildern
und Behandlungen. Wenn es sich
ergab, durfte ich auch mit zu den
verschiedenen Untersuchungen
gehen. Ein Tag pro Monat war als
„jour d´observation“ reserviert.
An diesem Tag begleitete und beobachtete
ich eine Pflegekraft bei
ihrer Arbeit. Wenn gerade mal nicht
viel los war, nahm sich das Pflegepersonal
Zeit, mir Dinge zu zeigen.
So nahm mich ein Pfleger zu einem
Besuch der Neonatologie-Intensivstation
mit. Bei einem kurzfristigen
operativen Eingriff zur Erneuerung
einer Drainage durfte ich auf Einladung
einer Assistenzärztin auch
zuschauen.
Patientenkontakt
entschädigt
Am meisten entschädigt hat natürlich
der Kontakt mit den Patienten.
Unsere Patienten waren Kinder im
Alter von wenigen Tagen bis zu
18 Jahren, mit unterschiedlichsten
Krankheitsbildern von Unfallopfern
über Mukosviszidose bis zu
operativen Korrekturen von Fehlbildungen
und Transplantationen.
Manche blieben nur wenige Tage
bis sie auf die normale Station
entlassen werden konnten, andere
viele Monate lang. Trotz der fast
ständig präsenten Eltern, Clowns
und anderen Animateuren zur Ablenkung
der Kinder, ergaben sich
auch für mich genügend Gelegenheiten,
mich mit den Kindern
zu beschäftigen. Ich durfte Babys
wickeln, füttern, sie in den Schlaf
wiegen, Bücher vorlesen, Spiele
spielen und einfach herumblödeln.
Wenn wir Kinder der Organisation
„Terre de Hommes“ da hatten,
gab es viel für mich zu tun. Das
Programm ermöglicht Kindern
aus unterentwickelten Ländern,
lebenswichtige medizinische Behandlungen
in Industrieländern zu
bekommen. Oft sprachen sie kein
oder nur wenige Worte Französisch,
plapperten einem aber alles
nach. Da keine Angehörigen sie besuchen
kommen konnten, durfte ich
mich intensiv um sie kümmern. Mit
diesen Kindern zu arbeiten, war besonders
faszinierend für mich.
Spannende Einblicke
Zurückblickend kann ich jedem
nur empfehlen, zumindest einen
Teil des Krankenpflegepraktikums
im Ausland zu machen. Ich
habe sehr viel auch Nicht-Medizinisches
gelernt und empfand es
als sehr spannend, Einblicke in
ein anderes Gesundheitssystem
zu erhalten!
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| Den
vollständigen Artikel findet ihr im PDF des Digitalen Nachschlags 01/2010 auf Seite 1. Der gesamte Digitale Nachschlag der MEDI-LEARN Zeitung ist
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| Autor(in): Anna Lena Mutscher ([email protected]) |
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Durch erfolgreiche Impfungen
sind gefährliche Krankheiten,
wie Pocken, Kinderlähmung, Diphtherie,
Tetanus oder Masern heute bei
uns selten geworden. Sie sind aber
noch nicht verschwunden. Tetanus-
Erreger befinden sich im Erdboden
auf der ganzen Welt und sind nicht zu
bekämpfen. Kinder in Deutschland
erkranken noch immer an dieser lebensbedrohlichen
Infektion.
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Vernachlässigung
ist gefährlich
Eine Immunität gegen Tetanus ist
nur durch die Impfung zu erreichen.
Diphtherie-Erreger gibt es
noch immer. Sie können von Urlaubsheimkehrern,
Geschäftsreisenden
oder Einwanderern täglich
eingeschleppt werden und sich
ausbreiten. Fälle von Kinderlähmung
(Polio) sind vor einiger Zeit
im Urlaubsgebiet der Dominikanischen
Republik, in Anatolien und
in Bulgarien registriert worden,
auch in Afrika und Indien tritt Polio
kontinuierlich auf. Neue Fälle
von Kinderlähmung in Albanien
im Jahr 1996, in Rumänien im Jahr
2000, in Bulgarien im Jahr 2001,
oder der explosionsartige Anstieg
der Diphtherie in der ehemaligen
Sowjetunion zeigen, dass eine
Vernachlässigung von Schutzimpfungen
ernsthafte Konsequenzen
haben kann.
Medizin gegen
Viren machtlos
44 Prozent der Deutschen glauben, es
gäbe wirksame Medikamente gegen
Tetanus, 34 Prozent glauben, Tollwut
sei heilbar. Dies ist falsch: Gegen Viruskrankheiten
ist die Medizin auch
heute noch weitgehend machtlos.
Gegen eine Masern-Enzephalitis
oder Mumps-Meningitis gibt es keine
Medikamente. Die Gefährlichkeit
zeigt das Beispiel des Masernausbruchs
in Nordrhein-Westfalen 2006:
Dort gab es 1.749 Krankheitsfälle,
15 Prozent davon mussten im Krankenhaus
behandelt werden. Zwei
Patienten starben an den Folgen der
Kinderkrankheit. Antibiotika bekämpfen
zwar Bakterien, es wurde
jedoch noch nie eine Krankheit durch
Antibiotika ausgerottet.
Impfungen schützen
Mit Hilfe der Impfungen ist es
möglich, wenigstens einigen gefährlichen
Krankheiten vorzubeugen.
Wie erfolgreich Impfungen
die Gesundheit von Kindern schützen
können, zeigt das Beispiel der
Impfung gegen Polio: 1961 gab
es in der damaligen Bundesrepublik
noch 4.461 Poliofälle. 305
Kinder starben an der Krankheit,
800 behielten lebenslange Behinderungen.
Heute gilt ganz Europa
als derzeit frei von Kinderlähmung
– dank Impfung. Geimpfte Kinder
sind nicht weniger gesund als nicht
geimpfte. Eine schwere Infektion
schwächt den kindlichen Organismus
eher, als dass sie die Entwicklung
fördert. Um das „natürliche“
Erlebnis einer Krankheit zu haben,
gibt es nach wie vor Dutzende von
Virusinfekten und andere Gesundheitsstörungen,
die Kinder im Laufe
ihrer Entwicklung Jahr für Jahr
durchmachen. Impfungen schützen
vor lebensgefährlichen Komplikationen
von Infektionskrankheiten.
Impf-Risiko geringer
als bei Erkrankung
Keine Impfung ist ganz ohne Risiko,
aber die Gefahren sind viel
geringer als bei einer natürlichen
Erkrankung. Nur bei über 100.000
Anwendungen werden nach einer
Impfung ernste Folgen, wie z.B.
allergische Reaktionen, unklare
Erkrankungen beobachtet. So
wurden im Jahr 2005 insgesamt
etwa 44 Millionen Impfstoffdosen
in Deutschland verkauft. Im selben
Zeitraum meldeten Ärzte und
Pharmahersteller knapp 1.400 vermutete
Impfkomplikationen. Das
entspricht einer Rate von etwa drei
Verdachtsfällen pro 100.000 verkaufte
Dosen. Wie eine Analyse am
Paul-Ehrlich-Institut ergab, lagen
bei knapp einem Drittel der gemeldeten
Fälle keine Hinweise auf
einen möglichen Kausalzusammenhang
mit der Impfung vor.
Die heute empfohlenen Impfungen
wurden bereits bei Millionen von
Kindern mit großem Erfolg angewendet
und haben sich als sicher
erwiesen. Selten können schwerere
allergische Reaktionen auf einen
Impfstoff auftreten. Bei der Kombinationsimpfung
gegen Diphtherie,
Wundstarrkrampf, Keuchhusten und
Hib ist dies einmal bei über einer
Million Impfungen der Fall, bei der
Hepatitis B-Impfung in einem Fall
auf 600.000 Impfungen. Bei der
Masernimpfung kann es in den seltensten
Fällen (einmal auf eine Million)
zu einer Hirnentzündung kommen.
Diese ist aber 200 bis 400 Mal
seltener als nach einer natürlichen
Erkrankung an Masern.
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| Den
vollständigen Artikel findet ihr im PDF des Digitalen Nachschlags 01/2010 auf Seite 3. Der gesamte Digitale Nachschlag der MEDI-LEARN Zeitung ist
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| Autor(in): Hildegard Debertin (idw) ([email protected]) |
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| 4. Das strukturierte PJ - Ein Zwischenbericht aus der Uniklinik
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Da ich einen zweijährigen Sohn habe,
stellte sich die Frage, mein PJ auswärtig
zu machen, für mich eigentlich
gar nicht – auch wenn es im Ausland
oder in anderen Lehrkrankenhäusern
eine hohe monatliche Bezahlung gibt.
Für mich stand fest: Ich bleibe in der
Stadt, an der Uni und mache das Beste
daraus.
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Erfreulicherweise stellte
sich kurz vor Beginn des PJs heraus,
dass es nun auch an der Uni 200 Euro
Vergütung pro Monat gibt, wenn man
am neuen, so genannten „strukturierten
PJ“ teilnimmt.
Dokumentation
der Tätigkeiten
Die Bedingungen dafür: Ich muss
einen Zeiterfassungsbogen und ein
Logbuch ausfüllen sowie eine ausführliche
Anamnese abgeben. Im
Logbuch halte ich fest, welche Untersuchungen
ich wann gesehen oder
selbst durchgeführt habe, welche
Krankheitsbilder ich gesehen habe
und wie die Gespräche mit einem
zugewiesenen ärztlichen Mentor verlaufen
sind. Meine ersten Tage auf der
Pulmologie-Station waren anstrengend:
die Schwestern und das Ärzteteam
kennen lernen, die Tagesabläufe
auf Station, sich viele Kleinigkeiten
merken, das erste mal so richtig ein
CT-Thorax befunden, eine Lungenfunktion
auswerten und vieles mehr.
Was ich bisher nur vom theoretischen
Lernen für Klausuren und Prüfungen
kannte, musste auf einmal praktisch
angewendet und verknüpft werden.
Tausend Fragen
Ich habe in den ersten Tagen gefühlte
1.000 Fragen gestellt: Wie
spült Ihr hier den Port? Mit NaCl
oder Heparin? Wer hängt Infusionen
an? Bei welchen Aufnahmen
werden hier welche Blutparameter
abgenommen? Wer kriegt welche
Lungenfunktion? Wie lange muss
der Patient nach einer Bronchoskopie
nüchtern bleiben? Wann wird das
Kontrollröntgenbild nach der Anlage
der Thoraxsaugdrainage gemacht?
Nach zwei Wochen hatte ich dann einen
guten Überblick über alle Aufgaben
und war integriert in den Stationsablauf.
Ich wusste, welche Aufgaben
ich selbstständig durchführen durfte
und konnte, wann ich meine aufgenommen
Patienten vorstellen musste
und auf welche Informationen der
Oberarzt und der Chefarzt Wert legen.
Bei der Visite werden zu jedem Patienten
ausgiebig die Medikation,
durchgeführte Diagnostik des Vortages
und geplante Untersuchungen
besprochen. Ich konnte jederzeit
Fragen stellen und durfte schon
recht bald mein eigenes Zimmer visitieren.
Die ersten Male schon ein
sehr seltsames Gefühl. Aber früh
und schnell übt sich!
Untersuchen
und Vorstellen
Es folgten die Aufnahmegespräche,
Untersuchungen und die diagnostisch-
therapeutischen Maßnahmen. Auf der pulmologischen Station
sind das überwiegend Bronchoskopien,
Pleurapunktionen oder die
Anlage einer Thoraxsaugdrainage.
Schnell lernte ich auch den Unterschied
zwischen TBB und EBUS.
Ich musste dann jeden Patienten,
den ich aufnahm, bei einem der
Ärzte vorstellen und geplante Untersuchungen
und Medikationen
vorschlagen.
Auch dies klappte mit der Zeit
immer besser, wenngleich ich zu
Beginn nur allzu oft verhedderte,
Medikamente verwechselte, Dosierungen
nicht wusste und mich mehr
als einmal ärgerte, dass wir im Studium
„nur“ Wirkstoffe, aber keine
Handelsnamen gelernt hatten.
Mein ständiger Begleiter war das
Pharma pocket, indem ich manche
Medikamente mehr als einmal
nachschlug. Ich stellte schnell fest,
was ich eigentlich schon immer
geahnt hatte: Unser Studium ist viel
zu theoretisch.
Kurven- und
Zugangsvisite
Gestärkt nach dem Frühstück
folgten die Kurvenvisite mit dem
Oberarzt und die Zugangsvisite mit
dem Chefarzt. Hier werden die aktuellen
Bildgebungen besprochen,
Labore durchgesehen und diskutiert,
wie es mit einem Patienten
weitergeht. Aus meiner Sicht wurde
ich dabei viel zu oft „gequizzt“
und so kam es, dass ich immer mal
wieder vor mich hindruckste und
versuchte, wenigstens irgendwas
zu sagen. Aber rückblickend hat
es auch viel gebracht, denn meist
habe ich den Sachverhalt in einer
ruhigen Minute nachgelesen. Und
so weiß ich nun, dass es bei einer
GFR < 30 bei einem KM-CT zu
einer nephrogenen fi brosierenden
Dermopathie kommen kann. Wovon
ich vorher ehrlicherweise noch
nie etwas gehört hatte…
Würstchen-Fortbildung
Mittwochs ist Fortbildungstag.
Morgens gibt es eine Kurzvorbildung
für alle Inneren Kliniken, wo
jeweils ein Fachgebiet einen Vortrag
hält. Am Mittag ist dann die
Fortbildung der Klinik für Kardiologie/
Pulmologie angesagt, die ich
spaßeshalber „Würstchen-Fortbildung“
taufte, denn hier gab
es immer einen kleinen Snack
(Bockwürstchen, Sandwiches,
belegte Brötchen o.ä.). Dazu
wurde von einem angestellten
Assistenzarzt ein aktuelles Paper
oder einer Studie vorgestellt,
dieses dann diskutiert
und gemeinsam überlegt,
ob man bestimmte Therapieregimes
umstellen oder
andere Medikamente verwenden
sollte.
Wie sehr die PJ-Zeit auch
vom Stationsarzt abhängig
ist, merkte ich, als ich zwei Wochen
lang mit einem rotierenden
Kollegen allein auf Station verbrachte.
Keine schöne Zeit für
mich. Meine Fragen schienen den
Kollegen zu nerven, oft verkroch
er sich ins Arztzimmer oder fi ng
mit der Visite an, ohne Bescheid
zu sagen. Zum Glück schien
es nicht an mir gelegen
zu haben, denn auch die
Schwestern haben waren
mit diesem Kollegen sehr
unzufrieden.
Es ist toll!
Zum Glück folgten dann
noch sechs gute Wochen und
so kann ich das Tertial alles
in allem weiterempfehlen.
Ich hätte nicht gedacht, dass es so spannend,
informativ und nett wird. Allen, die
mir davon abgeraten
haben, mein Innere-Tertial
an der Uniklinik
zu machen,kann ich nur sagen: Es ist toll!
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| Den
vollständigen Artikel findet ihr im PDF des Digitalen Nachschlags 01/2010 auf Seite 3. Der gesamte Digitale Nachschlag der MEDI-LEARN Zeitung ist
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| Autor(in): Eva Smektala ([email protected]) |
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Dies ist die Fortsetzung von Carolins Bericht aus der MEDI-LEARN Zeitung 01/2010.
Nach Weihnachten dauert es
gerade noch einen Monat bis
der Präparierkurs vorbei ist. In den
letzten zwei Testaten werden neben
Kopf und Hals auch vor allem die
inneren Organe geprüft.
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Gedenkfeier
für die Toten
Und dann ist er endgültig rum,
unser Präpkurs. Am letzten Tag
treffen sich viele Kursteilnehmer
in der Ludwigskirche in München.
Gemeinsam mit den Angehörigen
und den Professoren gedenken
wir den Toten, die sich freiwillig
zur Verfügung gestellt und uns so
die Möglichkeit gegeben haben,
tiefe Einblicke in den menschlichen
Körper zu erhalten. Es ist
eine schweigende Gemeinschaft.
Kerzen und Blumen werden von
den Studenten nach vorne getragen
– für jeden Toten eine Kerze
und eine Blume. Das Orchester
spielt eine sanfte Melodie, dann
sprechen einige Studenten über die
vergangen Wochen und Monate.
Eine Studentin erzählt, dass wir
uns Gedanken gemacht haben, wie
die Menschen, die ihren Körper
der Anatomischen Anstalt überlassen
haben, zu Lebzeiten waren.
Ob man etwa feststellen könne,
wenn einem Menschen eine Laus
über die Leber gelaufen sei. Ob
die gezackte Narbe am Fuße eines
Mannes eine alte Kriegsverletzung
sei, ein Mensch mit einem großen
Herz in seinem Leben auch großherzig
gewesen sein mag?
Zuletzt singt ein Chor, und nachdem
die letzten Stimmen verklungen
sind, trete ich gemeinsam mit den
anderen Studenten, Angehörigen
und Lehrkräften nach draußen.
Es ist dämmrig. Kühle, trockene
Februarluft schlägt uns entgegen.
Ich blicke in den grauen Himmel.
Dankbarkeit umfängt mich.
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vollständigen Artikel findet ihr im PDF des Digitalen Nachschlags 01/2010 auf Seite 4. Der gesamte Digitale Nachschlag der MEDI-LEARN Zeitung ist
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| Autor(in): Carolin Proske ([email protected]) |
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Die Ausgaben der Krankenkassen
werden alleine für die
Therapie der Volkskrankheiten wie
Diabetes mellitus, Asthma oder
Herzinsuffi zienz im Jahr 2010 von
rund 13 auf 18,5 Milliarden Euro
im Jahr 2020 ansteigen. So lautet
die Prognose, die sich aus einer
aktuellen Hochrechnung des Instituts
für Medizin-Ökonomie &
Medizinische Versorgungsforschung
an
der Rheinischen
Fachhochschule
Köln für
künftige Behandlungskosten
ergibt.
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Mehr
Eigenverantwortung
„Wann wird dem Präventionsgedanken
seitens der Bevölkerung
endlich Beachtung geschenkt?“,
fragt Medizin-Ökonom Professor
Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer
Riedel. Selbst die neue Bundesregierung
hat das Thema Prävention
als wichtigen Baustein für ein gesundes
Leben und für unsere Gesellschaft
in ihren Koalitionsvertrag
aufgenommen. Ein Grund dafür: In
den kommenden zehn Jahren wird
die Ausgabenseite der Gesetzlichen
Krankenversicherungen aufgrund
der Ausbreitung von chronischen
Krankheiten um mehr als fünf Milliarden
belastet.
Dieser Mehraufwand wäre jedoch
unter den heute bereits bekannten
wirtschaftlichen und demographischen
Rahmenbedingungen
kaum fi nanzierbar, so Riedel. Um
dieser Entwicklung wirksam entgegen
zu wirken, appelliert er an die
Eigenverantwortung und Mitwirkungspfl
icht der Versicherten, wie
sie im Sozialgesetzbuch Fünftes
Buch in § 1 SGB festgelegt ist. Hier
steht, dass die Versicherten für ihre
Gesundheit mitverantwortlich sind;
sie sollen durch eine gesundheitsbewusste
Lebensführung,
durch frühzeitige Beteiligung
an gesundheitlichen
Vorsorgemaßnahmen
sowie durch aktive
Mitwirkung dazu beitragen, den
Eintritt von Krankheit und Behinderung
zu vermeiden.
Information notwendig
Jedoch kann nur ein informierter
Patient bei seiner Behandlung aktiv
mitarbeiten. Deshalb fordert Riedel,
Patienten verstärkt über ihre
Krankheit aufzuklären. Dabei müsse
berücksichtigt werden, dass jeder
Mensch eine chronische Erkrankung
erleiden kann. Der Krankheitsverlauf
und die damit verbundenen
Therapiekosten seien auch insbesondere
davon abhängig, wie der
Patient mit seiner Erkrankung lebe.
Nur wenn der behandelnde Arzt
und der Patient gemeinsam eine
leitlinienorientierte Behandlung
erfolgreich umsetzen, ließen sich
die Mehrzahl der folgenschweren
und gleichzeitig kostenintensiven
Komplikationen wie beispielsweise
der diabetische Fuß und stationären
Aufenthalte vermeiden.
Als weiteren Präventionsfaktor
sieht Riedel in der regelmäßigen
körperlichen Bewegung. Das Motto
müsse lauten: „Deutschland
in Bewegung = Prävention zum
Nulltarif“. Schon die alte „Trimm-
Dich-Bewegung“ aus den 70er
Jahren hatte diese Zielsetzung.
In zahlreichen Untersuchungen
und Studien wurde die
große Bedeutung von körperlicher
Aktivität nachgewiesen. Auf diese
Weise kann Krankheiten vorgebeugt
werden, Verschlimmerungen
oder Folgeerkrankungen werden
vermieden.
Obwohl dieses Wissen allgemein
bekannt ist, scheint die Bevölkerung
diese Entwicklung im
wahrsten Sinne des Wortes lieber
„aussitzen“ zu wollen. Die meisten
Erwachsenen bewegen sich mittlerweile
nicht mehr als 30 Minuten
am Tag.
Bewegungsmangel
macht krank
Dabei sind die Fakten deutlich: Bewegungsmangel
ist neben falscher
Ernährung eine der Hauptursachen
für die Adipositas (Fettleibigkeit).
Bei Vorliegen einer
Adipositas ist die Gesamtmortalität
um etwa
20 Prozent erhöht. Das
Risiko für eine koronare
Herzkrankheit (KHK)
ist bei Übergewicht um
20 Prozent und bei Adipositas
sogar um 50 Prozent
erhöht. An einer koronaren
Herzkrankheit zu
sterben, ist bei Adipositas
für Frauen um etwa 50 und
für Männer um etwa 60 Prozent erhöht.
Das Risiko, einen Hirninfarkt
zu erleiden oder daran zu sterben,
wird bei Männern durch regelmäßige
körperliche Aktivität um 27
Prozent reduziert, das Risiko einer
Hirnblutung um 40 Prozent.
Die Erfolgsformel für Prävention
laute daher: Bewegung, Leitlinienorientierte
Therapie und
informierter Patient. Resultate:
verbessertes Therapieergebnis, zufriedenere
Patienten – und damit
auch eine Senkung der Behandlungskosten.
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| Autor(in): Beatrix Polgar-Stüwe (idw) ([email protected]) |
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| 7. Eine schweißtreibende Stadt - Famulatur im Dubai Hospital, V.A.E.
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Dies ist die Fortsetzung von Stefans Bericht aus der MEDI-LEARN Zeitung 01/2010. So konnte ich den Weg des
Präparats vom Patienten zum
Pathologen verfolgen und anschließend
vom diesem am
Mikroskop den Befund
erklären lassen. Noch
nie war Histopatho so
lebendig!
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Dresscode
und Kultur
Wie in ausländischen
Häusern, gilt auch im
Dubai Hospital ein eher
schicker Dresscode. Von
den Herren werden unter
dem Kittel nur Stoffhosen und
„gute“ Schuhe sowie Hemd und
ggf. Krawatte getragen. Alle Chefärzte
laufen den ganzen Tag im
Anzug herum. Gerade die Frauen
kleiden sich entsprechend ihrer
Religion, und so ist eine nahezu
komplett in Schwarz verschleierte
Ärztin keine Seltenheit.
Und obgleich Dubai und die Emirate
von äußert vielen Nationalitäten
bewohnt werden, die muslimische
Religion ist den meisten
Menschen hier gemeinsam. So ist
es absolut normal, dass Ärzte sich
mehrmals am Tag für kurze Zeit
zurückziehen, um zu beten. Auch
reichen die Männer den Frauen
niemals die Hand, egal, um welche
hierarchische Struktur es sich handelt.
Es ist schon skurril, wenn der
Medizinstudent vom Pharmavertreter
per Handschlag begrüßt wird,
die Fachärztin aber nur mit einem
Nicken bedacht wird.
Auch Patienten wird mit Zurückhaltung
begegnet, sie wurden in
meinen Augen selten wirklich darüber
aufgeklärt, was der Arzt vorhat.
Besonders extrem empfand ich diesen
Umgang in der Notaufnahme.
Bei einem Patienten mit akutem
Thoraxschmerz nahm sich der Arzt
noch nicht einmal zwei Minuten
Zeit für ihn, sprach überhaupt nicht
mit dem
Sohn des
Mannes und ordnete lediglich wortlos
einen Troponintest an. Dieses
Verhalten schien aber normal zu
sein: Patienten und Angehörige
fügten sich.
Schweißtreibende Stadt
Dubai ist eine Stadt voller Gegensätze:
Neben engen, stickigen
Märkten, alten Holzfähren und
Sackkarren schiebenden Arbeitern
fi nden sich Megaprojekte wie die
Palmeninseln, Luxushotels, Hochhäuser
mit dem aktuell höchsten
Turm der Welt und vieles mehr.
Das bewirkt auch, dass Dubai sowohl
billig als auch teuer ist: Zu
dritt haben wir in einem kleinen
Restaurant auf dem Land für drei
Fleischgerichte, Brot und frisch
gepresste Fruchtsäfte insgesamt 12
Euro bezahlt, für einen Cocktail im
Jumeirah Beach Hotel hingegen 15
Euro.
Dubai ist im Sommer so heiß und
vor allem aufgrund der Luftfeuchtigkeit
so schweißtreibend, dass
man es nicht länger als zehn Minuten
im Freien aushalten kann, bevor
man klitschnass ist. Am Strand lässt
es sich nur im Wasser aushalten.
Dafür bietet sich alles Klimatisierte
an: Stundenlang durch die riesigen
Shopping Malls fl anieren oder verschiedene
Bars, Cafés und Restaurants
testen. An Ausfl ügen kann
ich eine Safari in die Wüste
empfehlen. Auch lohnt sich die
Fahrt an die Ostküste,
um dort an den
schönen und einsamen
Stränden zu baden, zu schnorcheln
oder zu tauchen.
Medical
English verbessert
Was meine Erwartung bezüglich
der praktischen Erfahrung angeht,
so bin ich sicherlich enttäuscht
worden. Ich habe in zwei Wochen
keinen einzigen richtigen Notfall zu
Gesicht bekommen und auch keine
neuen praktischen Fertigkeiten
erworben. Von theoretischer Seite
fanden einige Erklärungen statt,
die sich aber eher im Bereich Wiederholung
von bereits Gelerntem
einordnen lassen. Hervorzuheben
war hier der chirurgische Tag, an
dem Lernen in einer Umgebung
stattfand, wie es einfach nur Spaß
macht und sogar Histologie spannend
wird.
Für die Verbesserung der eigenen
Kommunikationsfähigkeit im
medizinischen Englisch ist der
Aufenthalt sicherlich positiv zu
bewerten. Besonders viel habe
ich für mich im Verständnis der
arabischen Kultur und des Islam
mitgenommen und hoffe, diese Erfahrungen
auch in Zukunft bei den
entsprechenden Patienten einsetzen
zu können. Auch die freundliche
Art und Weise, mit der ich auf jeder
Station und in jeder Abteilung
empfangen wurde, war eine sehr
angenehme Erfahrung, die ich in
Deutschland gerne öfter erleben
würde.
Zusammenfassend empfehle ich
Dubai für eine Famulatur zur Verbesserung
des medizinischen Englischs,
zum Verständnis der islamischen
Kultur und zum Erleben
einer skurrilen, multinationalen
Großstadt.
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| Den
vollständigen Artikel findet ihr im PDF des Digitalen Nachschlags 01/2010 auf Seite 6. Der gesamte Digitale Nachschlag der MEDI-LEARN Zeitung ist
kostenlos als PDF verfügbar. |
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[zum
PDF Download des DNS]
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| Autor(in): Stefan Klose ([email protected]) |
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