Abenteuer Zahnmedizin

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Der Zahnarzt von Jaipur

Es ist nicht konform mit den RKI-Hygienrichtlinien, aber das kümmert Pushkar Sing,“Doc Junior“, wenig. Zusammen mit seinem Vater Pyara Singh betreibt er eine Zahnarzt-„Praxis“ im indischen Jaipur. Das Besondere an der Praxis: Die Ausstattung besteht aus nicht viel mehr als auf einer Decke ausgebreiteten Zangen, Feilen und Prothesenzähnen. Dazu kommt noch die Expertise der beiden Männer, den „Zahnärzten von Jaipur“. Ach ja, und die Behandlung findet im Freien, auf dem Gehweg, statt. 

Laut Aussage von Doc Junior würde der Unterschied zwischen ihm und den „reichen“ Doktoren nur darin bestehen, dass diese „fancy“ Behandlungsstühle, „Diener“ und andere „Gadgets“ hätten.
Die Straßenzahnärzte von Jaipur haben nichts davon. Ihre Patienten sitzen auf den Pflastersteinen, während die Docs ihnen „chairside“ Prothesenzähne anpassen oder einen schmerzenden Zahn extrahieren.

Eine Behandlung bei den Straßenzahnärzten kostet 80 Rupien; das sind ungefähr 1,80 Euro. Bedenkt man, dass der durchschnittliche Tagesverdienst eines indischen Industriearbeiters 4 Euro beträgt, so ist selbst die Behandlung beim Straßenzahnarzt nicht gerade günstig.

Die Arbeit sei überhaupt nicht schwierig, erklärt Singh. Schließlich habe er eine Menge Erfahrungen in technischen Dingen. Ja, sogar Fahrräder habe er schon repariert! Seems legit…

Bevor ein ganz falscher Eindruck entsteht: Natürlich gibt es auch in Indien „richtige“ Zahnärzte, die das Fach studiert haben und in einer vernünftig ausgestatteten Praxis lege artis behandeln. Wer sich darüber informieren will, bekommt auf der Seite der Indian Dental Association Informationen.

 

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