Abenteuer Zahnmedizin

Beta-Version des MEDI-LEARN Bereiches für Studienbewerber, Zahnmedizinstudenten und junge Zahnärzte

Als Zahnarzt in den USA arbeiten – The American Dream?

Die Vereinigten Staaten sind für viele auswanderungswillige Zahnärzte ein Traumziel. Ob unter der Sonne Kaliforniens oder in einer Stadtpraxis in Manhattan – Arbeitsmöglichkeiten gibt es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten viele.

Die zahnärztliche Versorgungsdichte hat in den USA während der letzten Jahrzehnte abgenommen, und auch heute bilden die Dental Schools nicht genügend Zahnärzte aus, um das altersbedingte Ausscheiden von Zahnmedizinern aus dem Berufsleben auszugleichen. Ein Grund dafür sind die sehr hohen Kosten für das Studium von bis zu 125.000 Dollar. Gleichzeitig wächst die US-Bevölkerung, sodass Zahnärzte dort auch in Zukunft kaum unter Arbeitsmangel leiden werden.

Trotz des offensichtlich gestiegenen Bedarfs an Zahnärzten ist es nicht einfach für einen deutschen Zahnarzt, in den USA zu praktizieren, da die US-Behörden den deutschen Abschluss nicht anerkennen. Die Voraussetzungen, eine Lizenz als Zahnarzt zu erhalten, sind außerdem von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden.

Der erste Schritt für auswanderungswillige Zahnärzte sollte immer die Informationsbeschaffung beim State Board of Dentistry des Bundesstaates sein, in dem man zu arbeiten beabsichtigt. Hier erhältst du Auskünfte darüber, welche Voraussetzungen in dem Staat erfüllt sein müssen, in dem du eine Zulassung als Dentist beantragen willst.

Grundsätzlich gilt es für den ausländischen Zahnarzt, der in den USA zu arbeiten plant, drei Hürden zu überwinden: eine schriftliche Prüfung – die so genannte National Board Dental Examination – sowie eine mindestens zweijährige Ausbildung an einer Dental School und eine klinisch-praktische Prüfung.

Die National Board Examination ist eine zweiteilige Multiple-Choice Prüfung, deren Bestehen Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildung an einer Dental School ist. Der erste Teil des Tests umfasst medizinische Grundlagen, Anatomie der Zähne und Ethik. Der zweite Teil der National Board Examination ist klinischer ausgelegt und prüft alle Fächer der Zahnmedizin.

Ist dieses Examen erfolgreich absolviert, folgt die Bewerbung an einer Dental School für die weitere Ausbildung.  Zum Beispiel bietet die School of Dental Medicine in Boston ausländischen Zahnärzten ein entsprechendes Fortgeschrittenen-Programm an. An dieser Zahnklinik können sich Zahnärzte darum bewerben, in das Advanced Standing DMD Program aufgenommen zu werden und so den amerikanischen Abschluss, nämlich den Doctor of Dental Medicine (DMD) zu erlangen. Diese Ausbildung dauert zwei Jahre; pro Jahr ist dafür eine Gebühr von knapp 80.000 Dollar zu entrichten.

Neben einer erfolgreichen National Board Dental Examination muss der Bewerber auch eine bestimmte Mindestpunktzahl im TOEFL-Sprachtest nachweisen. Ein Empfehlungsschreiben des Dekans seiner heimatlichen medizinischen Fakultät ist von Vorteil. Voraussetzung für die Zulassung ist außerdem die Einladung zu einem Interview an der Dental School, in dem über die persönliche Eignung und Motivation gesprochen wird.
Wer in das Advanced Standing DMD Program aufgenommen wird, durchläuft eine zweijährige klinische Ausbildung, die mit der so genannten Clinical Examination abgeschlossen wird. Dieses Examen besteht sowohl aus Prüfungen am Phantomkopf als auch aus Behandlungen am Patienten. Ist schließlich auch diese Hürde überwunden, kann die Lizenz für die Arbeit als Zahnarzt in den USA beantragt werden.

Wer sich dazu entscheidet, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten praktizieren zu wollen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er einen Teil des Zahnmedizinstudiums in den USA noch einmal absolvieren muss. Sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich sollte den deutschen Zahnmediziner hier zwar nichts Neues erwarten, dennoch erfordert der Weg zum Dentist in den USA viel Einsatz und Organisationstalent. Nicht zuletzt verlangen die hohen Studiengebühren auch eine solide finanzielle Basis für den Wechsel ins Ausland.

Die Berufschancen für Zahnärzte in den Vereinigten Staaten stellen sich demgegenüber weitgehend positiv dar und bieten Aussicht auf vergleichsweise hohe Verdienste.

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