Good-Bye-Blog

5. April 2011 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

es wird Frühling beziehungsweise Sommer… faszinierend! Vor allem, da ich erst am Samstag aus Finnland zurückgekehrt bin. Und da lag noch Schnee… die finnischen Ärzte haben mir zwar immer erzählt “es ist Frühling” – aber so lange noch Schnee liegt, ist für mich WINTER! Ansonsten waren die 4 Monate Chirurgie-Tertial wirklich klasse im hohen Norden. Also, wenn ihr noch ein schönes Land sucht, dass nicht zu weit weg ist und in dem man gut famulieren und PJ machen kann, dann kann  ich Finnland nur wärmstens ans Herz legen…

Auch meiner Doktorarbeeit hat es nicht geschadet! Den experimentellen Teil hatte ich ja sowieso abgeschlossen bevor ich rübergegangen bin. Und fürs Zusammenschreiben, Paper lesen und Grübeln sind verschneite, lange Winterabende und viel Muße sehr sehr förderlich 😉 Jetzt fehlen natürlich noch die letzten paar Schritte, der Feinschliff und noch viel weitere Bastelei – aber die Hauptarbeit ist getan… daher ist das auch ein guter Zeitpunkt, einen Abschiedsbeitrag für meinen rund einjährigen Doktorarbeits-Blog zu schreiben! Dieser Blog hat mich durch Höhen und auch einige Tiefen des Doktoranden-Lebens begleitet und war ein fester Bestandteil meiner Woche – und das Schreiben hat mir viel Spaß gemacht! Und damit ich auf das Blogschreiben nicht ganz verzichten muss, werde ich ab diesem Wochenende in meinem neuen Blog “Annas Praktisches Jahr” über mein PJ in der Nuklearmedizin berichten… also, 

Sayonara… und vielleicht bis bald 😉

Kurzer Wochenrückblick – und ein neues Hobby :)

30. Januar 2011 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

einen schönen Gruß mal wieder aus dem winterlichen Finnland … die langen Wochenenden und kurzen Tage sind wirklich optimal, um neben DrArbeit, Krannkenhaus etc auch gut zur Ruhe zu kommen…

Meine Woche im Rückblick sieht ungefähr so aus:

1. 2 neue Paper gelesen viele Bilder mit Immunfluoreszenz durchgeschaut und gesiebt nach guten/ verwertbaren Aufnahmen, 2 Seiten neuer Text 😀

2. Im Krankenhaus bei ein paar neuen OPs assistiert, Nahttechnik verbessern dürfen, im multidisziplinären Brustkrebs-Meeting mit privat-Übersetzung finnisch/englisch sitzen

3. Viele neue Fotos machen und neue Routen zu Fuß erkunden, und ein bisschen finnische Sonne sehen (endlich mal wieder!!! :) )

Und ich habe ein neues Hobby, Amigurumi 😀 Das kommt ursprünglich aus Japan und beschreibt eine Häkeltechnik, um kleine Stofftierchen oder Puppen etc herzustellen – und sieht superniedlich aus und geht viiieeeeeeeel schneller als ein Schal zu stricken… Tja, also eine neue Beschäftigung für lange Winterabende :)

In diesem Sinne gute Nacht und

Sayonara

Anna

Zellkultur – Erinnerungen an Laborarbeit… und finnischer Winter!

29. Januar 2011 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

am Wochenende habe ich endlich mal richtig Zeit, meinen Blog zu schreiben, Paper zu lesen, an meiner Diss zu feilen – und natürlich lange Spaziergänge zu machen :)

In Finnland liegt immer noch massig Schnee, und heute habe ich sogar einen großen Schneehasen gesehen! Im Naturhistorischen Museum habe ich schon Rentiere, Elche, Hasen etc gesehen, aber nur ausgestopft… und heute ist im Wald ein echter Schneehase rumgehoppelt 😀 Leider hatte ich meine Kamera nicht so schnell griffbereit…

Da es thematisch auch grade mit meiner jetzigen Arbeit zusammenpasst, werde ich heute etwas über das Arbeiten mit Zellkulturen berichten. Meiner Meinung nach ein recht angenehmer Teil einer experimentellen Doktorarbeit… zB deutlich einfacher, als die Arbeit mit Labortieren. Ich habe zwar einen Tierschein gemacht, aber ich bin dann doch froh, eine Arbeit ohne Tiere gefunden zu haben… manchmal ist es unumgänglich, ein Tiermodell zu benutzen, aber da ich selber einen kleinen Hamster habe, wäre das nicht grade meine erste Wahl gewesen… Mit Zellen habt man hingegen wenig Kummer 😉 Ich habe meist mit Fibroblasten gearbeitet, zT auch mit HeLa. Man muss nur regelmäßig das Nährmedium austauschen und die Zellen ausdünnen (splitten) und planen, wann man wie viele Schalen mit Zellen braucht. Am Anfang ist es mir auch mal passiert, dass eine Schale überwachsen wurde, also viiiiieeeeeeeeeeel zu viiiiiiieeeeeele Zellen drin waren, aber man hat dann doch schnell den Bogen raus…  Da die Zellen sich an die Petrischale anheften, muss man sie beim ernten mit zB EDTA ablösen, und dann kann man loslegen :)

Soooo, dann genug der Theorie 😉

Sayonara

Anna

Jaja, noch etwas Komparatistik ;)

28. Januar 2011 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

es taut fast in Finnland, mit +1 °C sind wir hier schon fast bei deutschen Temperaturen angelangt… und da denke ich mir, es ist mal an der Zeit, eine Liste zu machen mit den signifikantesten Unterschieden zwischen Finnland und Deutschland …

Interessanterweise gibt es dort (wenn ich nichts falsch verstanden habe in einem letztlich geführten Gespräch, wo Finnisch, Englisch und Deutsch wild gemischt wurde) so ein Konzept wie bei uns, also “Doktorarbeit während des Studiums”, nicht! Hier studiert man 6 Jahre Medizin, hat dann einen  Assistenzarztabschluss, und kann sich dann noch für ein 4-jähriges Programm mit Forschen etc bewerben, um sich dann Tohtori/Doktor zu nennen. Es scheinen aber nur wenige zu machen… hörte sich für mich sehr änlich dem PHD an…

Aber jetzt zu meiner kleinen Liste:

1. Schnee!!! Es gibt wirklich Unmengen Schnee hier … und lange, wenn ich Glück habe noch bis in den April hinein 😉

2. Keine Drogerie! Hm, Finnen scheinen Körperpflegeprodukte etc. im Supermarkt zu kaufen – ich habe keine einzige Drogerie entdecken können.

3. Epidemiologie: Es gibt v.a. auf der plastischen Chirurgie zahlreiche Erfrierungen zu sehen, oft von Leuten die alkoholisiert irgendwo draußen eingeschlafen sind.

4. Arbeitsklima: Deutlich un-hierarchischer als in Deutschland, jedenfalls soweit man es oberflächlich mitbekommt. Auch Professoren sind jederzeit für Fragen offen und man duzt sich normalerweise.

5. Essen: Der Kaffe ist SCHEU?LICH!!! Glücklicherweise gibt es auch Jacobs Krönung zu kaufen 😉

Ansonsten macht es immer noch viel Spaß, im Krankenhaus Erfahrungen zu sammeln, und sich abends am Schreibtisch in einen fleißigen Doktoranden zu verwandeln :)

Soviel für heute

Sayonara

Anna


It’s freeeeeeezing!!!

15. Januar 2011 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

es ist ein bisschen später geworden bei mir, daher heute nur ein kurzer Zwischenbericht… obwohl, sehen tut man den Unterschied nicht, die Sonne verabschiedet sich hier in Finnland schon so um 16 Uhr 😉

Mir geht es gut, meinem PJ auch, nur meine Doktorarbeit kränkelt im Moment ein bisschen vor sich hin… habe nämlich die Abteilung gewechselt und bin seit Montag in der plastischen Chirurgie. Das ist zwar sehr interessant und auch anspruchsvoll/kurzweilig, jedoch ist diese Abteilung nicht wirklich überbesetzt… das heißt, es gibt mehr als genug Leute die sich freuen, wenn ein Student in der Nähe ist, der dann Haken halten kann 😉 So lerne ich zwar ne ganze Menge und konnte schon viele OPs mitmachen, komme aber sehr spät nach Hause – und sich dann nochmal ans Auswerten von Ergebnissen oder Lesen von Papern machen, ist wirklich hart :(

Daher leider nicht so viele Fortschritte wie geplant … naja, immerhin habe ich mir einen neuen, großen Ordner gekauft, damit ich die aktuellen Paper nicht mehr in einen der anderen (überquellenden) Doktorarbeitsordner stopfen muss – ich bin halt ein Papiertiger, und auch wenn ich alles auf dem PC habe, wenn ich ein echtes Blatt Papier in der Hand halte, dann verstehe ich die Sachen viel besser… (Regenwald, verzeih’ mir)…

In diesem Sinne eine erholsame Nacht

Sayonara

Anna

Komparatistische Anstrengungen bezüglich späterer Berufsziele…

8. Januar 2011 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

hyvää uotta vuotta, das heißt – so viel finnisch habe ich bis jetzt immerhin gelernt – ein frohes neues Jahr 😉

Ins neue Jahr bin ich gut reingekommen, mit Familienbesuch im verschneiten Ostfinnland. Ja, Schnee haben wir hier in Massen, und meistens so um -10 bis -20° frostige Kälte. Aber mittlerweile haben wir hier ca. 5 Stunden Tageslicht, und heute konnte man die Sonne mal wieder sehen!

Aber ansonsten bin ich sehr weit von einer Winterdepression entfernt. Die chirurgischen Kollegen sind alle sehr nett und das PJlern im OP macht Spaß. Die Ärzte sind doch sehr aufgeschlossen, und man kann oft mitmachen, nähen, Fragen stellen etc… in Deutschland geht es ja besonders im OP oft noch sehr Hierarchie- Betont zu, aber hier ist ein deutlich entspannteres Arbeitsklima.

Und da auf einen pünktlichen Feierabend geachtet wird, habe ich auch noch genug Zeit, um an meiner Doktorarbeit zu basteln… Es ist nämlich ein spannendes Paper veröffentlicht worden, das ich gut durcharbeiten will, und was ein paar interessante Ergebnisse hat, so dass ich es vielleicht in meiner Arbeit zitieren werde… Daher für morgen erst einmal Paper-work angesagt 😉

Ansonsten habe ich darüber nachgedacht, was gefährlicher sein könnte: Im OP stehen oder im Labor stehen? Zuerst habe ich gedacht: Klar, OP! Alle Nase lang schneidet sich jemand in den Finger, Blut spritzt, und so weiter… Dann ist mir die Mikrowelle eingefallen, die im Nachbarlabor explodiert ist, weil jemand ein Gefäß hineingestellt hat, ohne den Deckel zu entfernen… auch nicht ungefährlich, abgesehen von lauter schönen Chemikalien wie Formaldehyd etc… An dem Punkt habe ich aufgehört, nachzudenken 😉 Abgesehen davon, dass mir selbst immerhin noch keine Mikrowelle explodiert ist oder ich mir noch nicht in den Finger gesäbelt habe, ist es wohl ausreichend, gut aufzupassen und dann den Job zu machen, der einem am meisten zusagt :)

Soviel dazu, selbst wenn ich wohl doch kein Chirurg werde, Labor macht einfach viel Spaß 😀

Sayonara

Anna

Hyvää Joulua!!!

25. Dezember 2010 geschrieben von Anna

Hallo zusammen und frohe Weihnachten!!!

Es ist heute erster Weihnachtstag, und nach dem Festtagstrubel kann ich die Gelegenheit nutzen, meine finnisch-deutsche Wehnacht Revue passieren zu lassen… Da ich ja erst 2 1/2 Wochen hier bin, wäre es nicht wirklich sinnvoll gewesen, über das Weihnachtswochenende nach Hause zu fahren. Daher ist meine Familie einfach zu mir nach Finnland geflogen. Wie durch ein Wunder ist der Flug ohne Verspätung planmäßig aus gelaufen… ich hatte schon das Schlimmste befürchtet, da ich in den letzten Tagen die Situation auf Europas Flughäfen über Spiegel online verfolgt hatte…

Auf alle Fälle habe ich meine Familie sicher bei mir :) Und wir haben die Weihnachtsfeiertage genutzt, alle finnischen Weihnachtsspezialitäten durchzuprobieren: Weihnachtsschinken, Steckrüben- und Möhrenauflauf, Reispiroggen… sehr lecker 😀 Und es gibt hier auch die sehr lustige Tradition der “Weihnachtssauna” – bei -28 Grad auch echt sinnvoll…

Kurz vor den Weihnachtstagen sind auch noch meine restlichen Bücher aus Deutschland angekommen, so dass meinem lernen (natürlich erst nach den Feiertagen 😉 ) auch gar nichts mehr im Weg stehen wird…

Aber heute werde ich noch ein Stück Preißelbeer-Schokolade und ein Glas Glögi (finnischen Glühwein mit Zimt) genießen 😀

In diesem Sinne nochmal Hyvää Joulua (Frohe Weihnachten)

Anna

Ein Lebenszeichen…

22. Dezember 2010 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

es ist seeeehr viel passiert in letzter Zeit, also wahrscheinlich zuviel um alles in einen kleinen Blog- Beitrag zu packen… Also, ich bin jetzt in Finnland für mein 2tes PJ- Tertial, und es ist echt supergenial hier 😀 Und meine gute Doktorarbeit ist natürlich mitgekommen, was ein ziemlicher Aufwand war… Natürlich habe ich alles, von Papern über Bilder von den Experimenten bis zu den einzelnen Kapiteln auf meinem Computer, und zusätzlich auch auf einer externen Festplatte (die Vorstellung, die Daten könnten verschwinden und einfach weg sein ist absolut albtraumhaft…). Aber ich habe festgestellt, dass ich besser arbeiten kann, wenn ich die Papiere in der Hand habe. Also sind 2 große Aktenordner mit Papern, Versuchsentwürfen und so weiter auch mitgekommen. Und haben wohl so ein viertel  meines gesamten Gepäckvolumens ausgemacht. Tja, mit Ryanair hat man eben nur einen Koffer mit 20kg Gepäck, und das ist nicht viel 😉

Also habe ich mich hier gemütlich eingerichtet und versuche, mich auf die Kälte einzustellen… -22 Grad hatten wir es heute hier. Und ca 4 Stunden Tageslicht…

Damit ich morgen wieder fit bin für meinen Einsatz im Krankenhaus bin, sollte ich jetzt bald den Tag ausklingen lassen :)

In diesem Sinne: Hyvää yötä! (Gute Nacht)

Anna

Kurzer Abendkommentar…

28. November 2010 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

heute wird mein Blog recht kurz ausfallen, und dafür gibt es verschiedene Gründe. Erster ist die schon fortgeschrittene Uhrzeit. Wenn man auf Station als PJler arbeiten muss, icst es echt wichtig, dass man genug ausschläft… habe ich am eigenen Leib feststellen dürfen 😉 Und außerdem habe ich mir eine Erkältung eingefangen, grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!! Klassisch Freitag mit Kopfschmerzen, Samstag Halsschmerzen und heute mit Nasenlaufen :(

Naja, da muss man dann durch… Ist ja auch schnell vorbei. Aber was ich heute noch erwähnen wollte, das sind ein paar Tipps und Strategien, die mir selber beim Schreiben grade ganz gut helfen. Am Anfang steht man ja da, und macht erstmal eine Gliederung. Echt wichtig am Anfang, also NICHT überspringen, diesen Schritt!!! So in der Art: Die 5 Experimente möchte ich in einer bestimmten Reihenfolge schreiben. Dann sollte man sich noch überlegen, wie lange die Einleitung und wie lange dann die Diskussion sein sollte. Denn die Reihenfolge, die man sich vor Auge halten sollte, ist: Zuerst Einleitung, dann (wahlweise) Material und Methoden, Experimentierteil, Diskussion und Anhang mit Literaturliste.

So, das war es für heute, ein paar Basics zum Aufbau einer Gliederung der Doktorarbeit :)

In diesem Sinne Sayonara

Anna

Es gibt auch noch ein Leben neben dem Studium!!!

27. November 2010 geschrieben von Anna

Hallo alle zusammen,

heute werde ich rein gar nichts über meine Doktorarbeit und mein PJler- Leben schreiben! Denn heute hatte ich einen wunderbaren Ausgleich. Und als Fazit davon habe ich festgestellt, dass es manchmal echt total wichtig ist, sich gar nicht mit der Arbeit zu beschäftigen… Eigentlich wäre es wohl sogar sinnvoll, einen ganzen Tag in der Woche frei zu machen und für sich, Freunde, Hobbys und Familie zu nutzen. Naja, früher war das wohl der Sonntag. Man machte sich extra hübsch mit “Sonntagskleidern”, ging zur Kirche, wurde gesehen und hat andere Leute gesehen. Jetzt ist das in den meisten Fällen weggefallen, und daher ist oft der Sonntag auch mit Arbeit angefüllt. Aber, worauf ich eigentlich hinauswollte, heute habe ich kein Stück gearbeitet, sondern war in Berlin bei einem Go-Turnier. Genial, genial, genial 😀

Im Endeffekt habe ich heute den ganzen Tag Go gespielt mit anderen Liebhabern dieses wunderbaren Brettspiels. Und es hat sooooo viel Spaß gemacht! Der Kranich, so heißt nämlich das Turnier, ist mit das traditionsreichste Go- Turnier in Deutschland, und jedes Jahr kann man dort 2 Tage Go spielen. Und da ich finde, das dieses faszinierende Spiel viel zu wenig Aufmerksamkeit erfährt, möchte ich motivieren: Wenn ihr ein neues Hobby sucht, das sowohl fordernd als auch abwechslungsreich ist, dann spielt GO!!! Besser als Schach 😉 Oder seht den Anime “Hikaru no Go!

So, jetzt bin ich hier am Ende, sonst schildere ich noch genau alle Züge und Spiele von heute… Und näääächstes Mal schreibe ich auch nicht mehr von Go, sondern wieder von meiner Doktorarbeit 😛

Sayonara

Anna