Zahnmediziner in Hollywood

22. September 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wer behauptet, Zahnärzte seien Sympathie-Träger hat weit gefehlt, zumindest, wenn man sich den ein oder anderen Film einmal genauer ansieht. Denn hier kommen die Zahnmediziner meist gar nicht gut weg.
Das Portal für Dentales Praxiswissen hat eine Auswahl getroffen und die “Glorreichen Sieben” der berühmt-berüchtigsten Film-Zahnärzte gekürt.

Nach und nach, wollen wir euch diese nun etwas genauer vorstellen.
Starten wollen wir mit dem Film “Kill the Boss” unter Regie von Seth Gordon und erschienen 2011.
Im Film geht es um drei Angestellte, die ein gemeinsames Problem haben- ihren jeweiligen Chef. Die drei Freunde beschließen, mittels Engagement eines Auftragskillers, gespielt von Jamie Foxx, ihre Knechter umzubringen und entwickeln hierfür einen eigentlich todsicheren Plan, der wie in einer Komödie nicht anders zu erwarten, natürlich scheitert. Zu den Geknechteten gehört auch Zahnarzthelfer Dale Arbus (Charlie Day), der von seiner herrischen Chefin Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston) ständig sexuell belästigt und erpresst wird.
Einen Ausschnitt könnt ihr hier sehen:

Wenn Bären Zahnschmerzen haben…

21. September 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dass auch Braunbären einmal Zahnschmerzen haben, ist ja aufgrund der Liebe zum Honig noch vorstellbar. Schwieriger wird es da beim Gang zum Zahnarzt.
Doch auch diesere ist für Tiere, die in Zoos oder verschiedenen Wildparks leben, keine Seltenheit, sondern gehört regelmäßig zum Gesundheitscheck.
So stand auch für Bruno, der im Wildpark bei Baruth in Brandenburg lebt, in der letzten Woche eine Wurzelbehandlung auf dem Programm.
Doch um den 250kg-Koloss zu bewegen waren viele freiwillige Helfer nötig, denn es galt den 21-jährigen Braunbären für die OP auf den Rücken zu legen. Während der OP hing die Zunge schlaff aus dem Maul, sodass Spezialisten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und ein, auf Bären spezialisierter, Zahnarzt aus Hamburg sich den Zähnen des Bären, der auf den Namen Igor hört, widmen konnten.
Das Instrumentarium ähnelt stark dem des “normalen” Zahnarztes, ist jedoch um einiges größer.

Über die Ursachen für das Auftreten von Karies sind sich die Experten noch uneinig. Einige gehen davon aus, dass Karies auch bei Bären in freier Wildbahn auftritt, andere führen Zahnschäden auf falsche Haltung bzw. falsche Ernährung zurück, da viele Bären, bevor sie in Zoos oder Wildparks landen, in Zirkussen gelebt haben.

Bärin Wanja wurde bereits vor einiger Zeit behandelt und wurde dabei von einem Kamerateam begleitet:

Vergiftet durch Zahnpasta?

14. September 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

In einer, von der Stiftung Warentest durchgeführten, Untersuchung verschiedener Zahnpasten sind getestete Bio-Produkte gnadenlos durchgefallen, da sie keinerlei Fluorid enthielten.
Sehr zum Ärger zahlreicher Öko-Fans, die nicht den Schutz vor Karies als Eigenschaft des Fluorides sehen, sondern dieses als pures Gift betiteln.

Doch was steckt eigentlich hinter dieser Behauptung?
Bei Fluoriden handelt es sich um Salze des Fluor, einem reaktionsfreudigen und hochgiftigen Gas. Sie kommen überall in der Natur vor und stecken in Lebensmitteln wie Schwarztee, Fisch oder Mineralwasser. Auch unser Körper enthält Fluorid, besonders in Knochen und Zähnen.

In Zahncremes wird meist Natriumfluorid eingebaut. In Pasten, die für Erwachsene gedacht sind, darf die Fluorid-Konzentration bei maximal 1450 ppm (parts per million) liegen. In Kinder-Zahnpasten darf sie 500 ppm nicht überschreiten. Dies entspricht einem  Fluoridanteil von maximal 0,15 Prozent in Erwachsenenpasten und maximal 0,05 Prozent in Zahnpasta für Kinder.

Beide Mengen sind weit vom Grenzwert entfernt, über welchem die Entfaltung der giftigen Wirkung des Fluorides beginnt. Die Dosis liegt bei 32-64 mg Fluorid pro kg Körpergewicht, bei Kleinkindern liegt die toxische Dosis wahrscheinlich bei 5 mg pro kg Körpergewicht.

Die Fluorid-Gegner verlassen sich bei der Zahnpflege allein auf die Selbstreinigungskräfte des Mundes, z.B. durch den Speichel und sorgfältiges Putzen mit Bio-Zahncremes. Sie kritisieren, dass konkrete Informationen zur sicheren Fluoriddosis nicht transparent genug behandelt werden und zu wenig vor möglichen langfristigen Folgeerkrankungen warnen. Kritiker bringen Fluoride mit zahlreichen Krankheiten, wie Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und sogar Krebs in Verbindung.

Erwiesen sind die Zusammenhänge jedoch nicht. Fakt ist, dass Fluorid im Körper nur durch Verschlucken wirkt und kein Risiko durch fluoridierte Zahncremes besteht, wenn der Mund nach dem Putzen ausgespült wird.

Fluoridierte Zahnpasten schützen die Zähne vor Karies, indem sich die Fluoride wie ein Schutzfilm um die Zähne legen und so die Bildung von organischen Säuren im Mund verringern, sodass die festigen Mineralien nicht aus dem Zahnschmelz herausgelöst werden können. Zudem helfen sie, Kalziumphosphate des Speichels schneller in den Zahnschmelz einzubauen.

Daher können und sollten wir auch in Zukunft zu fluoridierter Zahnpasta greifen und für Kleinkinder nur erbsengroße Mengen verwenden.

Morgenmuffel

31. August 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Laut einer Studie des Hamburger Instituts Mymarktforschung, putzt jeder vierte deutsche Bundesbürger morgens seine Zähne nicht. Befragt wurden 1058 Personen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren zu ihren Gewohnheiten nach dem Aufstehen.

Uneinig sind sich die Bürger zudem darüber, wann der richtige Zeitpunkt ist, um sich morgens die Zähne zu putzen.
42% gaben an, vor dem Frühstück die Zähne zu putzen, etwas mehr danach. Weitere 10% gaben an morgens gar nicht zu putzen.

Doch wer jetzt denkt, dass die Zahlen durch morgendlichen Stress zustande kommen und das Zähneputzen durch Zeitmangel vergessen wird, liegt völlig daneben.
Denn es ist laut Studie genau umgekehrt. Denn an freien Tagen steigt der Anteil der Nichtputzer auf ein Drittel an.

Die komplette Studie kann hier eingesehen werden.

Wie läuft das Physikum eigentlich bei uns?

26. August 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Gerade zu Beginn der Studienzeit schwebt dieses Wort immer wieder über einem: “das PHYSIKUM“.
Dozenten verwenden es gerne in jedem zweiten Satz in der Anatomie oder Physiologie-Vorlesung. Am Anfang beschränken sich die meisten Zahnis darauf, erst einmal wegzuhören, denn das Physikum scheint in endloser Ferne und vorher müssen sich vor allem erstmal die Humanis damit rumärgern.
Doch auch in diesem Jahr haben diese bereits den schriftlichen Teil hinter sich gebracht und lernen nun für den mündlichen Teil.

Und spätestens jetzt beschäftigen sich auch die letzten Kommilitonen der Zahnmedizin mit der Frage, wie das Physikum eigentlich bei den Zahnis abläuft.

Der wesentlichste Unterschied besteht wohl erstmal darin, dass das Zahni-Physikum erst nach dem 5. Fachsemester abgelegt wird und keinen schriftlichen Teil beinhaltet.
Geprüft werden die Fächer Anatomie, Physiologie, Biochemie, Histologie und TPK.
In den Fächern Chemie, Physik und Biologie durftet ihr euer Wissen ja bereits im Vorphysikum unter Beweis stellen.

Zu jedem der oben genannten Fächer gibt es eine mündliche Prüfung, wobei Anatomie und Histologie zusammengefasst werden. Die Prüfungen finden einzeln und über mehrere Tage verteilt statt. In TPK muss neben der mündlichen auch eine praktische Prüfung bestanden werden, in der man z.B. eine Verblendkrone und eine Michiganschiene herstellen muss.

Dieser praktische Teil wird einige Wochen vor dem Physikum einmal simuliert und muss, um zugelassen zu werden, auch dort bereits bestanden werden.

 

Einen guten Überblick liefert euch noch einmal das folgende Video:

Allen Zahnis, die im Moment ihr Physikum ablegen, wünschen wir viel Erfolg!!!

 

Eine erste Bilanz

12. August 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Die Stichtage für die Bewerbung auf einen Studienplatz der Zahnmedizin liegen mittlerweile bereits einige Wochen zurück und die Spannung steigt zunehmends.
Seit 10. August dürfen sich immerhin schon einmal einige der Bewerberinnen und Bewerber entspannen, denn an diesem Tag wurden die Bescheide über eine Zusage zum Studienplatz über die Abiturbesten- und die Wartezeitquote vergeben, sodass nun bereits 40% der Studienplätze vergeben sind.
Diejenigen, die heute eine Absage über eines der beiden Verfahren in der Post hatten, oder sich für keines der beiden Verfahren beworben haben, müssen noch etwas warten, denn die Bescheide über die 1. Stufe des Auswahlverfahrens der Hochschulen werden erst am 5. September versandt. Allerdings werden über dieses Verfahren mehr als die Hälfte aller Studienplätze vergeben, sodass die Chancen doch sehr gut stehen, noch einen Studienplatz zu ergattern. Anschließend an das 1. AdH folgt noch eine zweite Runde (Versand der Bescheide am 23. August)  und das Nachrückverfahren der Hochschulen (ab 7. Oktober).

Über die Wartezeitquote konnten für das kommende Wintersemester alle zugelassen werden, die eine Anzahl von 12 Wartesemestern in Kombination mit einer Durchschnittsnote von maximal 2,9 hatten. Über die Abiturbestenquote gab es Zusagen für Studienbewerber mit Durchschnitten von 1,1 bis 1,4.
Aus den aktuellen Auswahlgrenzen lässt sich, zumindest für die Wartezeitquote schließen, dass die Anforderungen gestiegen sind. Zwar ist ist die Anzahl der Wartesemester mit 12 unverändert, jedoch reichte für das WS 2015/2016 ein Abiturdurchschnitt von 3,0. Im Jahr davor sogar ein Schnitt von 3,2. Bei den Auswahlgrenzen für die Zulassung über die Abiturbestenquote hat sich im Durchschnitt nichts verändert.

Allen, die einen Studienplatz ergattern konnten, wünschen wir viel Erfolg bei der Wohnungssuche und den warteten die nötige Geduld und das Quäntchen Glück!

Überlegst du noch oder bohrst du schon?

6. August 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Du machst im nächsten Sommer dein Abitur und überlegst Zahnmedizin zu studieren, weißt aber nicht genau, ob es das ist, was du wirklich machen möchtest?

Dann hat die Universität Witten/Herdecke genau das richtige für dich.
Am 3./4. November gibt es dort wieder ein “Schnupperstudium” der Zahnmedizin, bei welchem ihr die Inhalte und Abläufe des Studiums und aktuelle Professoren und Studenten kennenlernen könnt.

Neben der Tatsache, dass ihr schon einmal das Präparieren  übt, werdet ihr an fachwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen teilnehmen und lernt das Studium fundamentale, das Herzstück der Lehre an der Uni in Witten, kennen.
Das Programm beginnt am 3. November um 9 Uhr und endet gegen 20 Uhr. Am 4. November gibt es dann noch einmal von 10-17:30 Uhr etwas zu sehen.
Eingeladen sind alle, die sich für ein Studium der Zahnmedizin interessieren (Schüler und Quereinsteiger).
Nähere Infos zum Programm und zum Ablauf findet ihr auf der Hompage der Universität oder in diesem kleinen Video:

 

Wer daran teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 31. August im Online-Portal auf einen der 50 Plätze bewerben.
Für Unterkunft, Verpflegung und Material ist jedoch ein Betrag von 475€ fällig, der 10 Studenten in Form eines Stipendiums erlassen wird.

 

Also probiert es aus und guckt, ob es euer Traumstudium ist. Allen Bewerberinnen und Bewerbern viel Erfolg!

Check24 goes Zahnarztpraxis

18. Juli 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Zwar gehört das 2012 von Zahnarzt Dr. Simon Prieß und der IT-Spezialist Angelo Cardinale gegründete Unternehmen Wawibox nicht zur Check24 Vergleichsportal GmbH, erfüllt jedoch einen sehr  ähnlichen Zweck.

Das speziell für Zahnarztpraxen entwickelte System verknüpft Preisvergleich und Praxisverwaltung. Es ermöglicht einen genauen Überblick über Warenbestände, die Haltbarkeit verschiedener erbrauchsmaterialien und natürlich Infos über die Preise bei verschiedenen Anbietern
Dank der Möglichkeit des integrierten Preisvergleichs und der Bestellfunktion kann die Assistenz mit wenigen Klicks fehlende Materialien beim Depot des Vertrauens oder beim günstigsten Anbieter ganz einfach nachbestellen. Laut Mitgründer Prieß lassen sich so “Geld, viel Zeit und Nerven” sparen.
Mit 299€ kommt das Starterpaket auch recht günstig daher. Das Starterpaket beinhaltet einen Etikettendrucker und einen iPod Touch von Apple, welcher zum Scannen der Etiketten benötigt wird.
Zusätzlich beläuft sich eine sogenannte Monatspauschale auf 19,90€.

Bevor die Arbeit mit Wawibox beginnen kann, erfolgt die Einrichtung der Warenwirtschaft. Dazu müssen die aktuellen Lagerbestände erfasst  und Mindestbestände für die Artikel festgelegt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Chargenummern und Haltbarkeitsdaten zu erfassen. Anschließend werden die Artikel mit entsprechenden Etiketten versehen.

Leuchtet im Praxis-Account eine rote Warnmeldung auf, ist es für das Praxispersonal ersichtlich, dass dieses Produkt nachbestellt werden muss. Ein Klick auf die Warnmeldung führt zum Marktplatz der Wawibox, wo Informationen zum Produkt, der aktuelle Lagerbestand sowie Händler, die dieses Produkt liefern können, (preislich sortiert) angezeigt werden.

Neben Einkauf und Einlagerung von Produkten, wird auch der Verbrauch registriert. Dazu wird der Aufkleber, welcher auf dem Produkt klebt, mit dem iPod gescannt und leitet die Informationen so an die Software weiter. Dies geschieht kabellos, ohne PC und sehr schnell, sodass das ganze Team immer weiß, wann etwas nachbestellt werden muss.

Da Mitgründer Prieß weiß, wie kompliziert Praxen zum Teil odern, hatte er die Idee zur Wawibox. Zum Teil läuft die Bestellung immer noch über Katalog und Fax, sodass Bestellbücher und Zettelwirtschaft den Vortritt von deutlich einfacheren Softwares erhalten. (Genauere Infos zur Gründungsgeschichte gibt es hier.)

 

Bereits über 200 Zahnarztpraxen organisieren mit Wawibox ihre Praxen und finden auf dem Marktplatz über 22 Dentalhändler, darunter seit kurzem auch Implantathersteller CAMLOG und das Traditionsdepot Gerl Dental (Tendenz stark steigend). Als neueste Funktion können die Verbrauchszahlen und Bestellmengen den verschiedenen Bereichen wie Endodontie oder Implantologie, und somit in Gemeinschaftspraxen auch den verschiedenen Behandlern, zugeordnet werden, was die Kostentransparenz zusätzlich stärkt.

Stärkstes Material der Natur

13. Juli 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Und? Habt ihr hierbei an Schnecken gedacht? – Bestimmt nicht, aber es ist wahr:
Das härteste Material der Natur sind die Zähne von Napfschnecken.

 

Bei Napfschnecken handelt es sich um Meerestiere, die sich an Felsen oder in den Brandungsbereichen festsetzen, um Algen, Steine oder Holz zu weiden.
Hierbei benutzen sie ihre Zunge, welche mit feinen Zähnen (knapp 1mm groß) besetzt ist.
Die Zähne dieser kleinen Meeresbewohner haben sich Forscher der University of Portsmouth jetzt genauer angesehen und herausgefunden, dass diese Kräften von 120 Gigapascal standhalten können, was immerhin dem 1,2 Millionenfachen Druck der Atmosphäre entspricht.
Zur Untersuchung wurden die Zähne in dünne Scheiben (dünner als ein menschliches Haar) geschnitten und unter dem Rasterkraftmikroskop ihre Stabilität in Seit- und Längsrichtung gemessen.

Als Ursache dieser extrem hohen Festigkeit haben die Forscher nicht nur das Material an sich, sondern auch die Anordnung der Nanokristalle ausgemacht.
Diese, aus Geothit bestehenden Nanokristalle, sind in einer  organischen Matrix, einem eisenhaltigen Mineral, eingebettet.
“Die Geothit-Fasern besitzen genau die passende Größe, um das Verbundmaterial so widerstandsfähig zu machen.”, so Forscher Asa Barber.
Vergleichbar in Härte und Stabilität sind künstlich hergestellte Karbonfasern.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass die Festigkeit der Zähne absolut gleichbleibend ist und die Beobachtung von Fehlstellen bei zunehmender Größe nicht möglich ist (wie normalerweise üblich).

In einem Punkt sind sich die Forscher der University of Portsmouth jedoch absolut sicher.  Die Zahnstruktur könnte zum Vorbild für neue künstliche Materialien werden, um dieses für die Karosserien von Sportwagen, Bootsrümpfen oder Flugzeugteilen zu nutzen.

 

Bessere Immunabwehr bei Zahnspangenträgern ?!

4. Juli 2016 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dass Nickelallergien weit verbreitet sind wissen wohl vor allem Frauen, denn immerhin jede fünfte deutsche Frauen leidet darunter (5% der Männer). Es handelt sich um eine sogenannte “Kontaktallergie”, die schmerzhafte und juckende Stellen bei Hautkontakt hervorruft.

 

Im Mund hingegen sind allergische Reaktionen, die durch Nickel provoziert werden, deutlich seltener und das, obwohl Nickel auch in Zahnspangen enthalten ist und durch Korrosion mit dem Speichel abgesondert wird.

In ihrer Arbeit gelang es Dr. Lina Gölz (Oberärztin und Habilitandin der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Bonn) zu zeigen, dass sich die Fibroblasten (lokale Gewebszellen der Schleimhaut) ganz anders verhalten als die der äußeren Haut. Bei Kontakt der Hautzellen mit Nickel produzieren diese Interleukin-1ß, welches eine Immunabwehr hervorruft, die 20 mal stärker ist, als das Signal, welches durch Mundschleimhautzellen unter identischen Bedingungen hervorgerufen wird. Dies beruht auf der Freisetzung unterschiedlicher Botenstoffe. Während die Botenstoffe der Haut die Immunabwehr aktivieren, hemmen die der Mundschleimhaut entzündliche Prozesse und verhindern zusätzlich die massive Einwanderung von Immunzellen.

Bereits vorher war bekannt, dass die dendritischen Zellen der Mundschleimhaut als Schlüsselkomponente der frühen Immunabwehr, toleranter sind als die der Haut.
Durch diesen Ansatz lassen sich eventuell neue molekulare Mechanismen identifizieren, die für die Bekämpfung von Allergien, zur Hyposensibilisierung und zur sublingualen Immuntherapie genutzt werden können.

Zusätzlich analysierte Dr. Götz bereits veröffentlichte Studien und konnte so zeigen, dass auch kieferorthopädische Behandlungen – wie etwa mit einer festen Zahnspange – die Entstehung einer Nickelallergie verhindern können. Ein solcher “protektiver Effekt” sei vor allem bei Menschen mit abgeschlossener kieferorthopädischer Behandlung zu sehen gewesen, die sich dann erstmals ein Piercing setzen ließen.
Schon so geringe Nickelmengen, wie sie von den Spangen konstant in den Mundraum abgegeben werden, scheinen das Immunsystem zu desensibilisieren, weshalb eine Zahnspange somit gewissermaßen wie eine sublinguale Immuntherapie wirke.

Ziel zukünftiger klinischer Studien soll es nun sein, diesen Effekt am Patienten näher zu untersuchen.
Die Studie könnt ihr übrigens hier abrufen.


WordPress SEO fine-tune by Meta SEO Pack from Poradnik Webmastera