Die Geschichte der Zahnmedizin

30. August 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dich interessiert, wie sich die Zahnmedizin im Laufe der Jahrtausende zur modernen Wissenschaft entwickelt hat, dabei aber nie den Ruf ablegen konnte, eine Foltermethode zu sein?

Die BBC hat eine Dokumentation gedreht, in der man dieser Frage nachgeht. Drills, Dentures and Dentistry – An Oral History heißt der Film und du kannst ihn dir hier ansehen.  Da es sich um eine Orginal-BBC-Doku handelt, solltest du des Englischen mächtig sein 😉  :

Uns erreichen erste Hochrechnungen…

14. August 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Bewerber für einen Humanmedizin-Studienplatz müssen in diesen Tagen einen kleinen Schock verkraften: Die Zahl an Wartesemestern, die für eine Zulassung über die Wartezeitquote gebraucht wurde, kletterte zum Wintersemester 2015/16 auf einen neuen Höchstwert von 14 (!) Semestern. In dieser Zeit könnte man einmal die Welt zu Fuß umrunden, eine durchschnittliche Ehe inklusive Scheidung führen — oder eben, man könnte einmal komplett das Medizinstudium absolvieren.

Bei den Zahnmedizin-Bewerbern blieben böse Überraschungen zunächst aus. Die Wartezeit-Grenze blieb mit 12 Semestern konstant. Worüber man sich halt so freuen kann…

In der Abiturbesten-Quote gab es mancherorts sogar soetwas wie eine Entspannung: In Bayern fiel die Grenze auf 1,3 (2014: 1,2), Brandenburg 1,3 (2014: 1,0), Bremen 1,3 (2014: 1,2), Mecklenburg-Vorpommern 1,2 (2014: 1,1), Niedersachsen 1,4 (2014: 1,3), Saarland 1,3 (2014: 1,1). Lediglich Rheinland-Pfalz (heute 1,2; 2014: 1,3) und Thüringen (heute 1,1; 2014: 1,2) verzeichneten einen Anstieg des NC für die Abiturbesten. In den übrigen Ländern blieb die Note gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Das Auswahlverfahren der Hochschulen ist noch im Gange — wenn es neue Zahlen gibt, sind sie hier zu finden.

Ich packe meinen Koffer…

6. August 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Er ist ein kleines Mysterium, dieser ominöse “Koffer” der Zahnmedizin-Studenten.
Bereits vor dem Studium hören potenzielle Bewerber von dieser Tragevorrichtung, gefüllt mit allem, was der Zahnmedizin-Student zum Überleben braucht. Auch der Wert des Zahni-Koffers ist Gegenstand von Sagen und Legenden. Man könnte meinen, er sei mit Goldbarren gefüllt angesichts der Summen, die für den Koffer bezahlt werden.

Wir wollen ein klein wenig Klarheit in das Mysterium Zahni-Koffer bringen…

Was ist der Zahni-Koffer?
Stell dir den Zahni-Koffer mehr wie eine Werkzeugkiste vor, nicht wie einen Reisekoffer. Darin verstaust du das Werkzeug, das du für die zahntechnischen Arbeiten im Studium brauchst. Jede Uni hat eine bestimmte Liste von Materialien, die du dir besorgen müsst, um am Technisch Propädeutischen Kurs (TPK) teilzunehmen. So kommen wir auch gleich zur nächsten Frage…

Wann brauche ich den Koffer?
Den Koffer wirst du benötigen, sobald du anfängst, zahntechnische Arbeiten selbst anzufertigen. In aller Regel wird das der TPK sein. An vielen Unis findet dieser Kurs im ersten Semester statt, an einigen auch später. Beide Fälle haben ihre Vor- und Nachteile. Findet der TPK schon im 1. Semester statt, musst du gleich zu Studienbeginn tief in die Tasche greifen. Stellst du jedoch fest, dass Zahnmedizin “nichts für dich ist”, verkaufst du den Koffer wieder und hast nur relativ wenig Zeit “verloren”. Anders sieht es aus, wenn du dir den Koffer erst später zulegen musst. Die Umstellung von der eher “kopflastigen” Arbeit am Schreibtisch (z.B. dem Büffeln von Biochemie, Anatomie und Co.) zur eindeutig handwerklichen Tätigkeit im TPK ist nicht zu unterschätzen. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht.

Wo bekomme ich den Koffer her?
Oftmals hat deine Fachschaft einen “Deal” mit einem Dental-Depot vor Ort. Dort stellt man dir dann ein Komplett-Paket zusammen, sodass du dich um nichts mehr kümmern musst, sondern nur noch deinen Sparstrumpf leeren musst.
Die Alternative ist der Kauf von gebrauchten Koffern deiner Kommilitonen. Dabei lässt sich eine große Menge Geld sparen. Aber du solltest einige wichtige Dinge beachten, wenn du gebrauchte Werkzeuge und Materialien kaufen willst:

  • Besorg’ dir eine aktuelle Liste der Materialien, die die Uni-Klinik vorgibt. Manchmal wechseln die Abteilungen zu Produkten anderer Hersteller (z.B. einen anderen Artikulator). Immer nur das kaufen, was auch wirklich gebraucht wird!
  • Schau’ dir an, was du kaufst. Ein gipsverkrusteter Vakuum-Anrührbecher oder abgebrochene Instrumente sorgen für Frust, wenn du es zu spät bemerkst.
  • Manche Materialien (z.B. Einbettmassen oder Kunststoffe) haben Verfallsdaten. Sind diese überschritten, lassen sie sich mitunter nicht mehr verarbeiten.
  • Frag’ Kommilitonen, was sie für ihre (gebrauchten) Koffer bezahlt haben.

Was kostet er?
Leider gibt es nicht den Universalkoffer für alle deutschen Unis. Die Preisschwankungen sind zum Teil enorm, je nachdem, ob gewisse Dinge selbst gekauft werden müssen oder von der Uni verliehen werden. Ein Artikulator kostet je nach Ausführung neu ca. 500-800 Euro. Müssen Winkelstücke gekauft werden, musst du schon mit ca. 1000 Euro rechnen (Neupreis). Am besten fragst du einen Kommilitonen aus dem vorherigen Semester nach der aktuellen Preislage. Wenn du dir Geräte gebraucht kaufst, kannst du in der Regel einiges sparen.

Ein Einblick in das Zahnmedizin-Studium

11. Juli 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Du interessierst dich für ein Zahnmedizin-Studium? Dann solltest du dir mal einen Film anschauen, den der NDR an der Uni-Zahnklinik in Kiel gedreht hat. Hier wird nämlich Studenten im Phantomkurs und bei der Behandlung von “echten” Patienten über die Schulter geschaut. Mit einem Klick auf den unten stehenden Link gelangst du zum Video.

Schleswig-Holstein Magazin in der Zahnklinik Kiel

 

DIY Zahnmedizin

20. Juni 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Do-It-Yourself ist in Mode. Ob selbstgehäkelte Mützen oder mit den eigenen Händen erschaffene Möbel – im Internet finden sich Unmengen solcher Selbstgemacht-Anleitungen. Warum also nicht auch die Zahnbehandlung einfach selbst erledigen?

Verrückt, denkst du? Dann schau dir mal dieses Video an:

Das Video zeigt einen dänischen Zahnmedizin-Studenten von der Uni Aarhus. Nachahmung nicht empfohlen.

Was du schon immer über deine Zahnbürste wissen wolltest…

6. Juni 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Mit wie vielen Personen teilst du dir eigentlich das Badezimmer? Nur mit Freund oder Freundin? Oder gleich mit mehreren WG-Mitbewohnern? Und du putzt dir natürlich auch vorbildlich regelmäßig die Zähne… Okay, wenn du Hygienefanatiker bist, solltest du diesen Text vielleicht nicht weiter lesen 😉

Forscher der Universität Quinnipac (USA) haben eine Untersuchung veröffentlicht, deren Ergebnis recht unappetitlich ist.
Es wurde untersucht, wie keimbelastet die Zahnbürsten von Personen sind, die sich mit anderen das Badezimmer teilen. Speziell ging es um Fäkalkeime und wie häufig sich diese auf einer Zahnbürste finden lassen. Die Chance, dass auf deiner Zahnbürste Bakterien siedeln, die sonst eher den Weg durch die Kanalisation antreten, liegen demnach bei knapp 55 %.
Dieser Fakt war für die Forscher dabei gar nicht so interessant. Bemerkenswerter war die Tatsache, dass es sich in 80 % der Fälle nicht um die Darmbakterien derjenigen Person handelte, die diese Zahnbürste besaß. Die New York Post drückte es deshalb einfach so aus: Your toothbrush probably has your roomate’s poop on it.

Das ist Napoleons Zahnbürste. (Bildquelle: wikipedia)

Wo studiert man am besten Zahnmedizin?

22. Mai 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Welche Uni ist die beste für mich? Besonders diejenigen, die mit einem Top-Abi aufwarten könne und somit “freie Wahl” beim Studienort haben, stehen vor dieser Frage.

Falls du noch Orientierung bei der Wahl des Studienortes brauchst, schau’ doch mal auf unsere Karte (klicke auf die Karte, um sie zu vergrößern) :

karte_deutschland zm

Soll es die Uni nahe der Heimat sein? Dort, wo die Freundin/der Freund auch studiert? Dort, wo man Surfen kann oder Bergsteigen? Oder diejenige Hochschule, die in Rankings top bewertet wird?
Wem besonders der letztgenannte Punkt, also ein Spitzenplatz im Vergleich der Hochschulen wichtig ist, kommt um das CHE-Ranking nicht herum. Die Abkürzung steht für Centrum für Hochschulentwicklung und die Ergebnisse werden jährlich im Zeit-Studienführer herausgegeben.
Für die diesjährige Ausgabe wurde unter anderem das Fach Zahnmedizin neu bewertet und eine entsprechende Rangliste erstellt. Neben der Beurteilung der Situation für Studierende erhältst du auch ein paar Informationen über den Hochschulstandort (z.B. Höhe der Miete im Studentenwohnheim).
Nach Registrierung kannst du dir das Hochschulranking für Zahnmedizin hier anschauen.

Leider gibt es auch einige “weiße Flecken”, d.h. einige Unis konnten in bestimmten Kriterien nicht in den Rankings berücksichtigt werden.
Besonders positiv schnitten im aktuellen Ranking die Unis Greifswald und Halle-Wittenberg sowie die (private) Hochschule Witten-Herdecke ab. Alle drei Hochschulen konnten sich in den Rankings in der Spitzengruppe positionieren.
Die zm-online hat die Chefs aus Greifswald und Witten befragt, worin sie ihr starkes Abschneiden begründet sehen. Das Interview kannst du hier nachlesen.

 

Zahnarzt werden

9. Mai 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Von der Schulbank in die Zahnarztpraxis! 
Wie der Weg zum Beruf des Zahnarztes aussieht, haben wir mit einer kleinen Grafik aufbereitet:

(klicke auf die Grafik, um sie zu vergrößern)

weg zum zahnarzt - New Page* das Sternchen: in einigen Bundesländern ist es möglich, sich auch mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (z.B. als Zahntechniker) für ein Zahnmedizinstudium zu bewerben; auch wenn man kein Abitur hat

 

Der Meth-Mund

26. April 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Erstmals seit Langem ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland im vergangenen Jahr wieder angestiegen. Hauptursache ist die zunehmende Verbreitung so genannter “Legal Highs” und der berüchtigten “Modedroge” Crystal Meth. Die Folgen von Crystal Meth-Konsum zeigen sich in besonderer Weise auch an den Zähnen; der Begriff des “Meth Mouth” hat sich bereits etabliert.

Crystal Meth (oder einfach “Crystal”) ist der Szenename für Methylamphetamin. Die berauschende Wirkung des Stoffs ist bereits seit über 100 Jahren bekannt. Besondere Aufmerksamkeit erlangte die Droge auch, weil sie eine wichtige Rolle der hochgelobten TV-Serie Breaking Bad spielt. Hier stellt der Protagonist, ein Chemielehrer, Meth in reiner Form her. In der Realität ist Crystal, das vor allem in osteuropäischen Drogenküchen hergestellt wird, oft hochgradig verunreinigt. Die Droge hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial, was in Kombination mit der zerstörerischen Wirkung rasch zum massiven körperlichen Verfall der Abhängigen führt.

Ein typische Folge des Konsums ist der “Meth-Mund“. Dieser Begriff bezeichnet die fortgeschrittene kariöse Zerstörung der Zähne von Meth-Konsumenten. Eine Nebenwirkung der Droge ist die Verminderung des Speichelflusses, was die Zähne für Kariessäuren angreifbar macht. Außerdem fördert die Droge das Zähneknirschen (Bruxismus). Die Mundhygiene wird von den Abhängigen zusätzlich vernachlässigt.

 

“Meth-Mund”, Bildquelle: wikipedia

 

Crystal-Meth-Abhängige sind in jeder Gesellschaftsschicht zu finden. Eine Reportage des Vice-Magazins beschreibt, wie ein Arzt zum Junkie wurde.

 

Der Zahnarzt von Jaipur

12. April 2015 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Es ist nicht konform mit den RKI-Hygienrichtlinien, aber das kümmert Pushkar Sing,”Doc Junior”, wenig. Zusammen mit seinem Vater Pyara Singh betreibt er eine Zahnarzt-“Praxis” im indischen Jaipur. Das Besondere an der Praxis: Die Ausstattung besteht aus nicht viel mehr als auf einer Decke ausgebreiteten Zangen, Feilen und Prothesenzähnen. Dazu kommt noch die Expertise der beiden Männer, den “Zahnärzten von Jaipur”. Ach ja, und die Behandlung findet im Freien, auf dem Gehweg, statt. 

Laut Aussage von Doc Junior würde der Unterschied zwischen ihm und den “reichen” Doktoren nur darin bestehen, dass diese “fancy” Behandlungsstühle, “Diener” und andere “Gadgets” hätten.
Die Straßenzahnärzte von Jaipur haben nichts davon. Ihre Patienten sitzen auf den Pflastersteinen, während die Docs ihnen “chairside” Prothesenzähne anpassen oder einen schmerzenden Zahn extrahieren.

Eine Behandlung bei den Straßenzahnärzten kostet 80 Rupien; das sind ungefähr 1,80 Euro. Bedenkt man, dass der durchschnittliche Tagesverdienst eines indischen Industriearbeiters 4 Euro beträgt, so ist selbst die Behandlung beim Straßenzahnarzt nicht gerade günstig.

Die Arbeit sei überhaupt nicht schwierig, erklärt Singh. Schließlich habe er eine Menge Erfahrungen in technischen Dingen. Ja, sogar Fahrräder habe er schon repariert! Seems legit…

Bevor ein ganz falscher Eindruck entsteht: Natürlich gibt es auch in Indien “richtige” Zahnärzte, die das Fach studiert haben und in einer vernünftig ausgestatteten Praxis lege artis behandeln. Wer sich darüber informieren will, bekommt auf der Seite der Indian Dental Association Informationen.

 


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