Abenteuer Zahnmedizin

Beta-Version des MEDI-LEARN Bereiches für Studienbewerber, Zahnmedizinstudenten und junge Zahnärzte

Mit Humor durch den Praxisalltag

26. November 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wie immer, die schlechte Nachricht zuerst: schlechte Laune und Miesepetrigkeit am Arbeitsplatz sind ansteckend! Die gute Nachricht: Lachen und Humor sind es auch! Denn eine humorvolle, positive und angenehme Arbeitsatmosphäre kann geschaffen werden!

Humor, wohldosiert wohlgemerkt, in der Kommunikation zwischen den einzelnen Teammitgliedern kann die Arbeitsatmosphäre verbessern, Fehler und Missverständnisse verringern und dafür sorgen, dass Mitarbeiter länger in der Praxis bleiben. Doch ähnlich wie bei einem Medikament kommt es beim Humor auf die richtige Dosis und den passenden Einsatz an.

Besonders geeignet, um gute Laune herzustellen, ist der soziale oder auch liebevoll-wertschätzende Humor. Er sorgt für eine gesteigerte Arbeitsmoral und ist förderlich für die Gesundheit. Probleme im Team und fördernde Aufgaben werden effektiver gelöst und auch mit besserer Laune.

Man stelle sich folgende Situation vor:

Die ZFA hat einen anspruchsvollen Patienten nach dem nächsten. Ihre Mundwinkel sind schon weit unten. Sagt die Chefin: „Ich sehe, Du wurdest schon angesteckt. Ich werde jetzt alles tun, um Deine Mundwinkel wieder über die Horizontale zu bewegen.

Bei normalen Tagesabläufen und wenn alles gut läuft, zahlt das Team quasi auf eine Art „Humorkonto“ ein, von dem dann an schlechteren Tagen gezehrt werden kann. Der Praxis sollte neben einer Kaffee-, also auch eine Humorkasse gegönnt werden. Wichtig ist vor allem, dass das Prinzip des wertschätzenden Humors darauf beruht, den Anderen auf- und nicht abzuwerten.
Eine weitere Möglichkeit wäre das Führen eines Humortagebuchs, in welchem jeder Praxismitarbeiter lustige Ereignisse aus dem Praxisalltag notieren kann. An schlechten Tagen wird das Stöbern in diesem Buch dem ein oder anderen wahrscheinlich wieder zu besserer Laune verhelfen.

Aus dem Humortagebuch einer Zahnärztin:

In der Praxis herrschte Chaos, es war brechend voll, die Stimmung aber gut. Da funktionierte auf einmal der Computer nicht mehr, wir kamen an keine Daten, konnten kein Rezept mehr ausdrucken und gerieten in Panik. Wir telefonierten wie wild in der Gegend herum und versuchten, jemanden zu finden, der uns weiterhelfen konnte. Da fiel auch noch das Telefon aus! Das Chaos war perfekt und ich verzweifelt.

Da lehnte sich doch eine ZFA schmunzelnd schräg in die Tür und fragte grinsend: „Ist es nicht toll, dass das Licht noch brennt?“ Es war, als wenn sich ein Knoten gelöst hätte, alles lachte und der Rest wurde mit Galgenhumor gemeistert.

Wenn sich das Team gut kennt, kann es durchaus vorkommen, dass einmal ein etwas herberer oder aggressiverer Humor genutzt wird – dies allerdings außer Hörweite der Patienten. Jeder muss doch Male Dampf ablassen. Humor hilft uns, Abstand zu unseren Ärgernissen zu gewinnen. Ein guter Wochenabschluss wäre doch eine „Ärgernisrunde“ oder eine Runde zum lustigsten Ereignis der letzten Woche. So bestimmen Sie selbst den Fokus der Praxis und ob Sie eher gute oder schlechte Laune verbreiten wollen.
Lassen Sie Humor zu, auch wenn das Wartezimmer rappelvoll ist, denn mit Humor als Lösung wird der Alltag viel reibungsloser ablaufen.
Das Projekt „Arzt mit Humor“ fördert wertschätzenden Humor bei Ärzten und Pflegekräften aller Fachrichtungen. www.arztmithumor.de

Katrin Hansmeier ist Mitarbeiterin des Deutschen Instituts für Humor, das 2005 in Leipzig gegründet wurde. Sie trainiert Unternehmen, die Ressource Humor für sich optimal zu nutzen. Ihre Kollegin Dr. Kareen Seidler erforscht den Humor auf wissenschaftlicher Basis. 

Der erste Wackelzahn – nicht für jedes Kind ein freudiges Ereignis

31. Oktober 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Der erste Milchzahnverlust ist für viele Kinder ein aufregendes Erlebnis und wird meist mit positiven Gefühlen assoziiert. Ein Team der Universität Zürich hat nun in einer Studie herausgefunden, dass die Gefühle eines Kindes, welche es bei einem Milchzahnverlust empfindet, maßgeblich von den früheren Zahnarztbesuchen abhängt.

Das Forscherteam aus Gesundheits- und Entwicklungspsychologen der Universität Zürich und Mitarbeitern des schulzahnärztlichen Dienstes befragte hierfür Eltern, deren Kinder bereits mindestens einen Milchzahn verloren haben. In den ca. 1300 ausgefüllten Fragebögen berichteten ca. 80% der Eltern von positiven Gefühlen ihrer Kinder und lediglich 20% von negativen.

Raphael Patcas, Erstautor, betont, dass die Tatsache, dass 4 von 5 Kindern beim Milchzahnverlust positive Gefühle erleben, eine beruhigende Nachricht für Eltern und Zahnärzte gleichermaßen sei.

Als Haupteinflussfaktoren auf die Gefühle der Kinder machten die beteiligten Forscher frühere Zahnarztbesuche aus. Müssten diese aufgrund von Karies getätigt werden und wurden von den Kindern daher mit Scham oder Schuldgefühlen verbunden, zeigten die Kinder beim späteren Milchzahnverlust deutlich weniger positive Emotionen. Zahnarztbesuche aufgrund eines Unfalls oder eines abrupten, unerwarteten und schmerzhaften Ereignisses erhöhten die Wahrscheinlichkeit auf als Empfinden positiver Gefühle.

Als mögliche Erklärung könnte dienen, dass der Milchzahn schrittweise immer beweglicher wird, ehe er rausfällt. Ein Prozess, der im Unterschied zu einem Trauma vorhersehbar verläuft. Kinder, die das Wackeln des Zahnes über längere Zeit wahrnehmen konnten, zeigten eher positive Gefühle. Je länger die Vorbereitungs- und Wartezeit der Kinder war, desto größer Erleichterung und Stolz, wenn der Zahn endlich ausfällt.

Weiterhin zeigte die Studie, dass die Gefühle der Kinder auch durch soziodemografische Faktoren beeinflusst werden. Die Wahrscheinlichkeit für positive Gefühle wie Freude oder Stolz stieg mit dem Ausbildungsgrad der Eltern.

Als Resümee zieht Prof. Moritz Daum, Entwicklungspsychologe: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder vergangene Erfahrungen, die ihre Zähne betreffen, bewusst verarbeiten und in ihre Emotionsentwicklung einbeziehen.“

Folglich leitet sich für den Zahnarzt daraus ab, behutsam mit den Kindern umzugehen, vor allem zum Thema Karies. So können Emotionen, die mit Zähnen und Zahnärzten verknüpft werden, in eine möglichst positive Richtung gelenkt werden.

Raphael Patcas, Moritz M. Daum, Hubertus J. M. van Waes, Selina Beltrani, Lara T. Pfister, Markus A. Landolt. Emotions experienced during the shedding of the first primary tooth. International Journal of Paediatric Dentistry. DOI: 10.1111/ipd.12427

9 Ausreden, um sich vor dem Zahnarzt zu drücken

23. Oktober 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? Doch wie kann man ssich am elegantesten vor dem anstehenden Termin drücken?
Einige Ausreden haben wir hier für euch gesammelt. Die einen sind besser, die anderen schlechter.

1.) „Ich habe mr den Zahn schon selbst gezogen.“
Unter bestimmten Umständen könnte man das Problem in dieser Weise tatsächlich gelöst haben und der Zahnarzt freut sich über die frei gewordene Behandlungszeit. Ist dein Zahnarzt allerdings eher fürsorglich, bestellt er dich zur Wundkontrolle aber wahrscheinlich trotzdem ein. 😉

2.) „Ich habe mir beide Arme gebrochen und kann nicht Zähne putzen.“
Das mag zwar stimmen, aber auch das alleinige telefonieren könnte so schwierig werden. Also am besten jemand anderen anrufen lassen. Am beeindruckendstes wäre wahrscheinlich die Nummer der Notaufnahme.

3.) „Ich bin so müde, ich würde auf dem Stuhl sofort einschlafen.“
Ehrlich gesagt, wäre das für den Zahnarzt nicht die schlechteste Option. So spart man sich immerhin die Anästhesie. 😉

4.) „Ich habe einen Hexenschuss und kann mich nicht auf den Zahnarztstuhl legen.“
Diese Ausrede könnte tatsächlich funktionieren, denn immerhin funktioniert das Behandeln im doch eher Stehen schlecht.

5.) „Ich habe Kreislaufprobleme und wenn Sie den Stuhl hochfahren, wird mir schwindelig.“
Nicht die schlechteste Ausrede. Allerdings sollte man hierfür bereits bei früheren Terminen auf einen schwachen Kreislauf hingewiesen haben. Außerdem hat eine Behandlung damals ja auch funktioniert. 😉

6.) „Ich habe seit kurzem eine Latexallergie.“
Tatsächlich wird das für die meisten Zahnärzte gar kein Problem sein, denn immerhin gibt es für Allergiker auch Latex-freie Handschuhe. 😉

7.) „Ich kann nicht kommen, ich war gestern beim Griechen.“
Das ist natürlich ein zuvorkommender Gedanke. Wozu gibt es allerdings den Mundschutz. Und ganz ehrlich? Der ein oder andere Patient riecht vermutlich auch ohne Knoblauch gegessen zu haben, strenger aus dem Mund.

8.)“Ich habe mir den Kiefer verrenkt und bekomme den Mund kaum auf.“
Ganz ehrlich? Echte „Drückeberger“ nehmen wenigstens den Kieferbruch als Ausrede. Der Anruf sollte wenn möglich  aus  der Notaufnahme kommen, um es realistisch wirken zu lassen. ;-

9.) „Ich kann leider nicht kommen, weil ich Zahnschmerzen habe.“
Wegen des Gags wegen kann man es ja zumindest einmal versuchen. 😀
Allerdings sollte es der Grund sein, weshalb man den Termin wahrnehmen sollte.

 

Ihr seht, die meisten Ausreden funktionieren wahrscheinlich nicht wirklich gut. Also: AUGEN ZU UND DURCH!!

 

Impfung für alle!

30. September 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Na immerhin für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren.

Denn nach dem neuesten Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (B-GA) übernehmen die Krankenkassen künftig die Kosten für eine HPV-Impfung (Humane Papillomviren) jetzt auch für Jungen. Als Grundlage dient die erweiterte Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Bislang galt die Impfempfehlung der STIKO nur für Mädchen. Das wurde nun geändert. Zudem können generell Jugendliche, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, Impfungen bis zum 18. Lebensjahr nachholen.

HPV-Impfungen schützen vor einer Ansteckung mit den entsprechenden Humanen Papillomviren. Meist verlaufen HPV-Infektionen symptomlos, können aber auch Krebs oder Genitalwarzen verursachen. Offiziellen Zahlen der STIKO nach, erkranken in Deutschland jährlich ca. 6250 Frauen und 1600 Männer am HPV-bedingten Karzinomen im Genitalbereich bzw. Im Bereich von Anus und Oropharynx.

Die Impfempfehlung, auch für Jungen die entsprechende Impfung durchzuführen, gab die STIKO im Juni diesen Jahres bekannt, als sie diese zusammen mit der wissenschaftlichen Begründung im Epidemiologischen Bulletin (26/2018) veröffentlichte.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte begleitend auf seiner Website Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Erreger und zur Impfung.

Um den Beschluss zur Änderung der Richtlinie auch rechtskräftig werden zu lassen, muss diese noch dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt werden, um nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft zu treten.

 

 

 

 

 

Bruxismus verstärkt Parodontits

24. September 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Nachweisen konnten dies nun Forscher der Okayama University in Japan. Sie fanden heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen unbewusstem Zähneknirschen und bestehenden Parodontalerkrankungen besteht.

Vorrangig untersuchten sie den Zusammenhang zwischen Parodontitis und Aktivität der Kaumuskeln. Die Fragestellung konzentrierte sich darauf, ob reflektorisches Zähneknirschen und Kieferpressen (=Bruxismus) mit der Parodontitis und ihrer Entwicklung assoziiert sind.
Um die Daten für die Studie zu erheben, führten Prof. Shogo Minagi und Dr. Seiya Kate von der Universität Okayama Messungen der Muskelaktivität des M. masseter bei PA-Patienten durch. Dabei konnten sie feststellen, dass durchaus ein Zusammenhang zwischen nicht-funktionellem Knirschen der Zähne und dem Schweregrad der Parodontitis bestehe.

Mithilfe der Studie konnte gezeigt werden, dass bei den Teilnehmern der MPS-Gruppe über einen signifikant längeren Zeitraum hochintensive nicht-funktionale Muskelbewegungen festgestellt werden konnten (gilt sowohl für Wach- und Schlafphasen). Daraus schlussfolgerten die Forscher, dass die „Masseure-Muskelaktivität mit der Schwere der Parodontitis in Verbindung stehen könnte“, betonen aber, dass eine Kausalität – Bruxismus führt zu Parodontitis – nicht aus der Studie abgeleitet werden kann.

Die Forscher weisen allerdings auch darauf hin, dass die Studie durchaus Einschränkungen aufweist: der genaue Zustand der Bezahnung wird nicht erfasst. So werden etwa fehlende Zähne oder die Verwendung herausnehmbaren Zahnersatzes nicht berücksichtigt. Zudem waren die Möglichkeiten des ambulanten Oberflächen-Elektromyografie-Aufbaus begrenzt.

Dabei weisen sie auch auf Einschränkungen ihrer Studie hin: Orale Zustände wie fehlende Zähne oder die Verwendung von herausnehmbaren Teilprothesen wurden nicht berücksichtigt, und die Möglichkeiten des ambulanten Oberflächen-Elektromyografie-Aufbaus waren begrenzt.

Studie: Seiya Kato, Daisuke Ekuni, Shigehisa Kawakami, Acing Habibi Mude, Manabu Morita, Shogo Minagi, Relationship between severity of periodontitis and masseter muscle activity during waking and sleeping hours. Archives of Oral Biology, 2018 Jun ; 90 : 13-18, DOI: 10.1016 / j.archoralbio.2018.02.021.

Praktikum in einer Praxis „auf dem Lande“

19. September 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Nicht nur an Landärzten mangelt es mittlerweile – auch immer weniger Zahnärzte finden Nachfolger für ihre Praxen auf dem Land. Darunter leiden vor allem die älteren, nicht mehr mobilen, Patienten. Diesem Problem möchte die Universität in Witten/Herdecke, in Kooperation mit der Uni Münster, nun entgegenwirken. Mittlerweile haben Sie dort eine Mindestzahl von Hospitationsstunden eingeführt.
Doch damit sind sie nicht die einzigen. Auch die TU Dresden bietet ihren Studenten die Chance in verschiedenen Kooperationspraxen dem niedergelassenen Zahnarzt einmal genauer über die Schulter zu gucken.

Die Hospitationen, die ein bis zwei Wochen umfassen, werden von der KZV Westfalen-Lippe mit einer Aufwandsentschädigung von 300€ belohnt. Das Praktikum kann auf die 160 Hospitationsstunden, die jeder Student bis zum Ende seines Studium nachweisen muss, angerechnet werden.

Die Initiatoren hoffen so, die zahnärztliche Versorgung auf dem Lande auch in Zukunft zu gewährleisten.

Der Einfluss unserer Eltern auf unsere Gesundheit

31. August 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Im neuen Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit wurden die Daten von ungefähr 600.000 Jungen und Mädchen sowie 430.000 Eltern ausgewertet. Enge Zusammenhängen ergaben sich zwischen Elternhaus und der Gesundheit der Kinder, sodass klar gezeigt werden konnte, dass Kinder aus Familien mit niedrigerem Bildungsstatus bis zu dreimal häufiger von bestimmten Erkrankungen betroffen sind- besonders bei den Diagnosen Karies, Übergewicht und Sprachstörungen.

Die von der Uni Bielefeld durchgeführte Studie liefert zum ersten Mal eine systematische Analyse zum Zusammenhang der Gesundheit von Eltern und Kindern. Genutzt wurden hierfür die Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2016. Andreas Storm (Vorstandschef der DAK-Gesundheit) fasst es so zusammen: „Wenn das Elternhaus krank macht, hängt die Diagnose der Kinder oft mit dem Lebensstil von Mutter oder Vater zusammen. Die gesundheitliche Ungleichheit zwischen den Familien ist größer als gedacht. Es gibt nachweislich erhöhte Risiken für benachteiligte Kinder.“

Sehr deutlich werden die Unterschiede z.B. bei Adipositas. Kinder, deren Eltern keine Ausbildung abgeschlossen haben, sind im Alter von 5-9 Jahren bis zu 2,5-mal häufiger betroffen, als der Nachwuchs von Akademikern. Der DAK-Deport nennt genauere Zahlen. Von 1000 Kindern bildungsarmer Eltern sind 52 adipös. Bei Akademikerkindern sind die Zahlen deutlich niedriger: nur 15 von 1000 Kindern sind krankhaft übergewichtig.

Auch die Zahl der Kariesfälle ist in bildungsarmen Familien fast 3x so hoch. Auch bei Entwicklungsstörungen wie z.B. Sprach- und Sprechproblemen sind Kinder von Eltern ohne abgeschlossene Ausbildung zu 45% häufiger betroffen. Ganz ähnlich verhält es sich bei Verhaltensstörungen wie der Aufmerksamkeitsdefizit-Defizit-HyPeraktivitäts-Störung mit einer Differenz von 44%.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 90% aller Kinder mindestens einmal im Jahr einen Arzt aufsuchen. Häufigste Erkrankungen im Kindesalter sind neben Atemwegserkrankungen, Infektionskrankheiten. Darauf folgen Augenerkrankungen, psychische Leiden sowie Hauterkrankungen. Ein Viertel der Kinder ist körperlich chronisch krank und ein Zehntel psychisch betroffen. Zusätzlich zeigt die Studie der DAK den Einfluss des Familienhintergrundes auf die Art der Gesundheitsversorgung. So sind die Kinder aus bildungsarmen Familien häufiger im Krankenhaus und bekommen häufiger Arzneimittel verschrieben. Vergleicht man diverse Aspekte der kindlichen Gesundheit so zeigt sich, Ass die Bildungseinflüsse der Familien deutlich größere Auswirkungen haben als z.B. Einkommensunterschiede.

Besonders bei Kindern, deren Eltern bereits gesundheitliche Probleme, wie z.B. Suchterkrankungen haben, gibt es immer wieder gesundheitliche Probleme. Sie sind besonders gefährdet und müssen häufigere ins Krankenhaus oder zum Arzt. Auch die Zahl der verschriebenen Medikamente liegt höher. Auch der Anteil der psychischen Erkrankungen ist bei Kindern, deren Eltern unter Suchterkrankungen leiden, stark erhöht. Sie leiden zu etwa 80% häufiger an Depressionen als Kinder aus unbelasteten Elternhäusern. Auch ADHS und Schulangst sind deutlich häufiger.
Die Zahlen der Kinder sind höher als erwartet – 8% der, bei der DAK versicherten, Kinder hatten im Jahr 2016 mindestens ein Elternteil, welches eine Suchterkrankung ärztlich behandeln ließ.
Laut Studienleiter Prof. Dr. Greiner von der Universität Bielefeld läge mit dem Kinder- und Jugendreport erstmals belastbare Analysen zur Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen im Kindesalter vor, deren Eltern parallel auch erkrankt sind.

Die DAK-Gesundheit lege mit dieser Studie die erste kontinuierliche Analyse von Abrechnungsdaten einer gesetzlichen Krankenkasse vor, die als Hauptuntersuchungsziel die Erkrankungen und die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen von 600.000 Kindern und Jugendlichen (bis 17 Jahre) und ihrer Eltern hat.

Ein besonderer Fund – Bau der künftigen Melbourner U-Bahn bringt 1000 Zähne ans Tageslicht

27. August 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Melbourne plant ein Millionen schweres Bauprojekt. Fünf neue U-Bahn-Stationen sollen bis 2025 entstehen – für ca. 11 Millionen Euro.
Die Ausschachtungen haben allerlei Alltagsgegenstände aus dem historischen Melbourne ans Tageslicht gebracht. Auf dem Gelände einer, aus dem 19. Jahrhundert stammenden, ehemaligen Bar, fanden die Forscher mehrere Gegenstände, welche wahrscheinlich zum Spielen genutzt wurden. Hierzu zählen z.B. Rinderknochen und Elfenbeinwürfel. Weiterhin ein Paar Ohrringe, die von der Trauerkleidung Königin Victorias inspiriert wurden. Auch ein deutscher Spielzeugsoldat aus den 1850er Jahren war dabei. Der älteste, der gefundenen Gegenstände, war ein Baumstumpf aus Melbournes vorkolonialem Wald.
Besonders kurios war der Fund von ca. 1000 verrotteten Backenzähnen.

Doch der Fund kommt keinesfalls von ungefähr, denn unweit der Fundstelle unter dem heutigen Geschäftsviertel der Stadt, hatte der Zahnarzt J.J. Forster seine Praxis. Die Zähne zeugen von der schrecklichen viktorianischen Zahnmedizin. Im Zentrum praktizierten damals mehrere Zahnärzte. Der prominenteste unter ihnen war jedoch der bereits genannte. Forster galt als sehr wohlhabend und nach Überlieferungen drohte ihm im Jahr 1909 deswegen ein 16-jähriger Junge damit, dass er ihn erschießen würde, wenn er ihm nicht augenblicklich 50 Pfund aushändigen würde.

Er rühmte sich in einer Zeitungsanzeige damit, Zähne „wahrhaftig ohne Schmerzen“ ziehen zu können. Prof. Mark Ecans von der Universität Melbourne zweifelt dies jedoch stark an, denn die verwendeten Anästhetika in der Zahnmedizin Anfang der 1900er Jahre waren Kokain, Lachgas oder Novocain und deren Wirksamkeit ist nicht mit der, der heute verwendeten Wirkstoffe Articain oder Lidocain zu vergleichen. Zudem gab es zur wirkungsvollen Schmerztherapie weder Paracetamol noch Ibuprofen. An Antibiotika zur Vermeidung einer Infektion war nicht zu denken.
Die eingeschränkte Möglichkeit der Lokalanästhesie sorgte wahrscheinlich dafür, dass eine Zahnextraktion weniger schmerzhaft war, als eine Behandlung mit einem damals noch pedalbetriebenen Bohrer.

Prof. Evans, welcher die Artefakte untersucht und anschließend katalogisiert hat, sagte, dass viele der Zähne Spuren hochgradiger Karies und Parodontitis aufwiesen, sodass Forster sie wahrscheinlich von sehr großen Schmerzen befreit hat. Extraktionen waren oft der letzte Ausweg und keine Maßnahme der Prävention.

Die Entsorgung der Zähne erfolgte laut Ausgrabungsdirektorin Megan Goulding, vermutlich über die Toilette oder das Waschbecken. Die restlichen Zähne stopfte er allem Anschein nach in ein eisernes Klempnerrohr.

Tag der Zahnfee

22. August 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Seit den 1980er Jahren würdigt der heutige Tag die Geschichte der Zahnfee. Geschichten über das fabelhafte Wesen helfen Eltern und Zahnärzten schon seit Jahren dabei, den Kindern die Angst vor dem Zahnwechsel zu nehmen. Und welches Kind freut sich nicht darauf, den ausgefallenen Milchzahn unter das Kopfkissen zu legen und am nächsten Morgen voller Vorfreude nachzusehen, was die Zahnfee als Überraschung dagelassen hat?

Die deutschen Kinder und Jugendlichen haben so gute Zähne wie noch nie zuvor. Zu diesem Ergebnis kam die 5. Deutsche Mundgesundheitsstudie. 81,3% der 12-jährigen Kinder sind heute vollkommen kariesfrei (Spitzenreiter im OECD-Vergleich). Auch die Anzahl der Kariesstellen bei Erwachsenen ist deutlich gesunken. Maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben Prophylaxemaßnahmen, wie z.B. regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger (!) Zahnpasta sowie regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt.

Die Ursachen für Karies sind vielfältig. Läsionen entstehen vor allem durch Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Dabei ist es von großer Bedeutung, wie oft und wie lange die Säuren am Zahnschmelz wirken, desto größer ist die Kariesgefahr. Besonders Kohlenhydrate, die täglicher Bestandteil unserer Ernährung sind, bilden die Kariessäuren. Trotzdem empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, dass mindestens 50% der täglichen Energiezufuhr aus Kohlenhydraten bestehen sollten.

Was gegessen wird, spielt also eine geringere Rolle, als die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme und die anschließende Zahnreinigung.

Übrigens: 4-5$ bekommen Kinder in den USA im Durchschnitt von ihren Eltern pro ausgefallenem Zahn.

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29. Juli 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Es ist das häufigste Syndrom, das mit einer falschen Chromosomenzahl und Behinderung einhergeht – die Trisomie 21. Auf durchschnittlich 650-700 Geburten kommt ein Kind mit Down-Syndrom, was für Deutschland auf eine Zahl von etwa 30.000-50.000 Betroffenen schließen lässt. Zu finden ist diese Chromosomenmutation jedoch in allen ethnischen Gruppen und Bevölkerungsschichten.

Das Risiko, ein Kind mit besagter Chromosomen-Anomalie zu bekommen, steigt mit dem Alter der Mutter. Nach Angaben der Organisation „Kinderärzte im Netz“, wird bereits eines von 50 Kindern mit Down-Syndrom geboren, wenn das Alter der Mutter zwischen 40 und 45 Jahren liegt. Zum Vergleich: bei den 35-40 Jahre alten Schwangeren liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Down-Syndrom noch bei 1:260. Somit lässt sich sagen, dass das Risiko ab dem 35. Lebensjahr der Mutter kontinuierlich zunimmt.

Bei besagten Fallzahlen resultieren natürlich auch für die Zahnmedizin Konsequenzen. Zahnbezogen muss man sich bewusst sein, dass sich bei Patienten mit Trisomie 21 ein höchst individuelles Erscheinungsbild feststellen lässt. Im Vergleich zur gesunden Bevölkerung besteht ein bis zu fünffach höheres Risiko für dentale Abnormalitäten. Hierzu zählen neben veränderten Zshnstrukturen auch abweichende Anzahlen von Zähnen. Nicht selten fehlen im Milchgebiss die seitlichen Schneidezähne. Im bleibenden Gebiss sind häufig „Weisheitszähne“ und zweite Prämolaren betroffen. Ein höheres Risiko für Karies ist durch Studien nicht eindeutig nachgewiesen. Allerdings wurden ein häufigeres Auftreten sowie schwerere Verlaufsformen für parodontale Erkrankungen beschrieben. Knapp 8% der Kinder unter zwölf Jahren leiden bereits an einer Parodontitis. Gesunde Kinder sind zu weniger als 1 Prozent davon betroffen. Das Parodontitis bei erwachsenen Down-Syndrom Patienten liegt bei 60-100%.Verantwortlich hierfür sollen ein immunologisches Defizit, welches genetisch determiniert ist und eine beeinträchtigte Mobiliät der Fibroblasten sein. Zusätzlich spielen die nicht ausreichende Kontrolle der bakteriellen Plaques mit einer höheren Besiedlung parodontalpathogener Keime, eine gestörte Mastikationsfunktion sowie die bereits beschriebenen dentalen Anomalien eine Rolle.

Demnach ergibt sich für Patienten mit Down-Syndrom eine erhebliche Beeinträchtigung der oralen Gesundheit, sodass die zahnärztliche Behandlung, auch aufgrund der steigenden Lebenserwartung, von zunehmender Wichtigkeit ist. Regelmäßige Prophylaxetermine können das Fortschreiten parodontaler und oraler Erkrankungen effektiv unterbinden oder verzögern. Je höher der Grad der geistigen Beeinträchtigung, desto schwieriger ist das Umsetzen der oralen Hygiene. Auch eine Behandlung erweist sich hier oft als schwierig. Sollte eine Kooperation zwischen Behandler und Patient nicht möglich sein, kann die Therapie auch unter Sedierung oder ggf. in Vollnarkose erfolgen. Vor einer entsprechenden mithilfe einer Intubationsnarkose ist eine ausführliche Risikoabwägung erforderlich. Eine enge Zusammenarbeit mit dem zuständigen Kinderarzt bzw. Internisten ist hier unerlässlich, da mit dem Down-Syndrom nicht selten eine Herzproblematik assoziiert ist.

Auch in der Anatomie liegen beträchtliche Unterschiede zu gesunden Patienten vor. Das mittlere Gesichtsdrittel ist unterentwickelt. Neben fazialer und oraler Muskulatur sind auch Lippen und Zunge hypoton. Durch diese muskulären Schwächen und einer vorderen und eher niedrigeren Position im Mund wirkt die Zunge abnormal vergrößert. Eine echte Makroglossie ist aber eher selten. Die Kombination aus Zungenvolumen und unterentwickeltem Oberkiefer kann zu einer Verlegung der Atemwege inklusive konsekutiver Mundatmung und zu einem Kreuzbiss führen.

 

Ein Repititorium findet ihr hier.

 


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