Volkskrankheit Parodontitis stark unterschätzt

26. Mai 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Parodontitis – meist kommt  Sie schleichend und doch ist beinahe jeder zweite Deutsche betroffen. Die Zahl derjenigen, die sich jedoch behandeln lassen ist äußerst gering. Gerade einmal 2%! Trotz bester Vorsorgemöglichkeiten erfolgt die Behandlung oftmals einfach zu spät. Der Zahnreport der Barmer liefert nun ernüchternde Zahlen zum Sachverhalt. Die Anzahl der Betroffenen ist hoch: 43% der 35- bis 44-jährigen leiden an einer moderaten Form Parodontitis.  Der Anteil der an der schweren Form leidenden Patienten liegt immerhin bei 8 (!) % der Bundesbürger. Demnach sind knapp die Hälfte aller Deutschen im mittleren Alter betroffen. Unter den älteren Menschen steigen die Zahlen sogar auf 65 Prozent.

Allerdings bieten die Krankenkassen Vorsorgeuntersuchungen und erste Behandlungsmaßnahmen an. Diese werden jedoch häufig gar nicht oder erst deutlich zu spät in Anspruch genommen. Ist dies möglicherweise die Folge weit verbreiteter Unwissenheit oder läppischen Umgangs der Patienten mit dieser Krankheit? Der Barmer Zahnreport 2017 macht daher auf die aktuelle Situation aufmerksam.

Die Untersuchungen der Barmer ergaben, dass sich im Jahr 2015 lediglich 25% einem Parodontalscreening unterzogen und sogar nur 2% die nötige Behandlung tatsächlich wahrnahmen, sodass 1/3 der Behandelten innerhalb von vier Jahren die ersten Zähne verloren. Eine besondere Risikogruppe stellen hierbei die Diabetiker dar.

Zudem stellte der Report regionale Unterschiede fest. In Bayern nahmen 30% der Versicherten diagnostische Maßnahmen in Anspruch, wohingegen dies im Saarland lediglich 19,9% taten. Der Anteil der in Anspruch genommenen therapeutischen Maßnahmen ist jedoch erschreckend. Lediglich 0,9% der Saarländer ließen sich auch wirklich behandeln.

Dies lässt also darauf schließen, dass eine intensivere Aufklärung betrieben werden muss, um das Bewusstsein der Bevölkerung für diese chronische Krankheit zu entwickeln. Die Erfolgschancen der Zahnerhaltung hängen maßgeblich vom Zeitpunkt des Therapiebeginns und der entsprechenden Nachsorge ab. Zudem ist eine adäquate Mundhygiene unbedingt erforderlich.

Natürlich  kann nicht bei allen Patienten der Zahnverlust nach einer Parodontitistherapie verhindert werden. Ein möglicher Grund liegt in einer verspätet gestellten Diagnose oder Behandlung. Daher wird allen Patienten dringend empfohlen, die Kontrollangebote der Krankenkassen in Anspruch zu nehmen und nicht erst bei Beschwerden zum Zahnarzt zu gehen.

Die Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) verspricht Großes für die Zukunft: Zeitnah solle ein umfassendes Versorgungskonzept zur Parodontitistherapie vorgelegt werden und bisherige Leistungen intensiv hinterfragt werden. Dr. Wolfgang Eßer (Vorstandsvorsitzender der KZBV) hierzu: „Der Leistungskatalog ist mit Blick auf Prävention und Nachsorge unvollständig, veraltet und entspricht längst nicht mehr dem Stand der Wissenschaft. Wesentliche Bausteine einer präventionsbasierten Versorgungsstrecke fehlen. Hierzu zählen die Möglichkeiten des Zahnarztes zur individuellen Aufklärung, Motivation und Remotivation der Patienten, regelmäßige Verlaufskontrollen im Sinne einer qualitätsgesicherten Evaluation sowie ein strukturiertes Nachsorgeprogramm im Sinne der Unterstützenden Parodontitistherapie.“

Wenn Zähne fehlen…

22. Mai 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Hypodontie und Oligodontie – diese Begriffe lösen wohl kleineren oder größeren Kummer bei Eltern und Zahnärzten aus. Denn hiermit bezeichnet man das Fehlen eines oder mehrerer Zähne von Geburt an. Das Phänomen der Anodontie (vollständiges Fehlen der Zahnanlage) wird glücklicher Weise äußerst selten und wenn, meist an schwere genetische Defekte gekoppelt, beobachtet.

Fehlen die Anlagen für einzelne Zähne, wird die Anomalie häufig erst spät entdeckt.
Normaler Weise verfügen Menschen über 20 Milchzähne und 32 endgültige Zähne.
Bei genetisch bedingten Abweichungen ist oft der “5er” (2. Prämolar) betroffen. Dieser wird auch als Vormahlzahn”bezeichnet, da er vor den eigentlichen Backenzähnen des Ober- und Unterkiefers liegt. Ein Milchzahn als Platzhalter ist als Ersatz nicht vorhanden.

Am zweithäufigsten fehlen die Zahnanlagen der seitlichen Oberkieferschneidezähne oder der mittleren Unterkieferschneidezähne.
Bleiben solche Lücken unbehandelt, drohen neben kieferorthopädischen Komplikationen auch unerwünschte ästhetische Konsequenzen, da die übrigen Zähne, aufgrund des fehlenden Antagonisten, die Tendenz zu Wanderungen, Verlängerungen oder Kippungen haben. Hierdurch kann auch das Zahnfleisch schwer geschädigt werden.

Herkömmliche Prothesen und Brücken sind hierbei problematisch. Pfeilerzähne müssten für den Zahnersatz beschliffen werden und würden so an Zahnhartsubstanz verlieren. Dies würde das Aussehen und die Lebensqualität, speziell der jungen Patienten, extrem beeinträchtigen.

Je nach vorhandener Situation, beim Fehlen von Einzelzähnen und normal ausgebildetem Kieferknochen helfen jedoch bereits Maßnahmen der Kieferorthopädie. Chirurgische Eingriffe hingegen sind gar nicht nötig.

Im Vorfeld müssen daher folgende Fragen geklärt werden:

  1. Welches Ausmaß haben die Lücken tatsächlich?
  2. Sind die vorhandenen Zähne vollständig ausgebildet und weisen eine normale Größe auf oder sind sie klein und schwach?
  3. Wie verhält sich die Position von Kieferknochen und Zahnstellung?
  4. Wie ist Zustand des Kieferknochens?

Eine Möglichkeit besteht im frühzeitigen Ziehen einzelner Milchzähne. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die bleibenden Zähne korrekt nachrücken und die Lücke schließen. Eine andere Option ist das Ersetzen der fehlenden Einzelzähne durch Implantate.

Größere Probleme treten auf, wenn aufgrund der genetischen Anlage mehrere Zähne fehlen. Häufig sind auch die übrigen Zähne und/oder der Kiefer schwach ausgebildet. Bei Kindern besteht die Möglichkeit, mit kieferorthopädischen Maßnahmen die spätere Arbeit mit Implantaten als Verankerung für festen weiteren Ersatz vorzubereiten. Zahnarzt, Kieferorthopäde und Chirurg sollten hierbei unbedingt gemeinsam ein Konzept entwickeln, das nach Ende der Wachstumsphase umgesetzt wird.

Handwerk wie vor 13.000 Jahren

15. Mai 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Füllungen gehören zum täglich Brot eines jeden Zahnarztes. Und dass das bereits vor 13.000 (!) Jahren so war, beweisen jetzt einige archäologische Funde.
Italienischem Archäologen gelang es jetzt, die älteste Füllung der Welt zu finden: Anhand der Zähne ist zu sehen, wie ein Steinzeit-Zahnarzt vor 13.000 Jahren Karies behandelte und die Kavitäten gefüllt hat.

Bereits vor 20 Jahren wurden in den Bergen im Norden der Toskana Zähne von sechs Menschen aus der Jungsteinzeit entdeckt. Das Team der Universität von Bologna fand Markierungen auf zwei Schneidezähnen, die darauf hindeuten, dass ein spitzes Instrument verwendet wurde, um Löcher in den Zähnen zu vergrößern und verfallenes Gewebe zu entfernen.

Der Fund zeigt die Arbeit eines Zahnarztes in Italien vor 13.000 Jahren. Der Behandler hatte die Kavität mit einer Art von Teer gefüllt. Dieser wurde zum Abdichten von Körben und Töpfen genutzt. Ziel der Behandlung war die Abdichtung des Wurzelkanals.

Desweiteren wurden Reste von Haaren und Pflanzenfasern gefunden, die laut Vermutungen der Forscher eine aseptische und schmerzstillende Wirkung erzielen sollten.
Insgesamt sei die Behandlung ähnlich der heutigen gewesen sein: Die Löcher in den Zähnen wurden aufgebohrt und gefüllt.

Obwohl dies der bisher einzige Fund von Zähnen solcher Art sei, glauben die Forscher nicht an einen Einzelfall. Jedoch ist die Verwendung von Bitumen als Füllungsmaterial eine neue Erkenntnis.

Claudio Tuniz (Archäologe an der Universität von Wollongong in Australien) weist in einem, im New Scientist veröffentlichten Artikel, darauf hin, dass Forscher lange dachten, die Entwicklung der Zahnmedizin hätte begonnen, als die Menschen sesshaft wurden. Denn mit dem Beginn der Landwirtschaft erhöhte sich der Konsum von Getreide und anderen süßen Lebensmitteln wie Honig enorm und führte zu einem dramatischen Anstieg von Karies.

Der aktuelle Fund widerlegt diese Logik jedoch. Laut Tuniz stammen die jetzt analysierten Zähne aus der Zeit, als viele Völker aus dem Osten ins heutige Italien wanderten und verschiedene Nahrungsmittel mitbrachten. Die dadurch veranlasste Umstellung der Ernährung könnte zur Entwicklung der Zahnheilkunde geführt haben.

Laut der Forscher besteht auch die Möglichkeit, dass es sich bei den Füllungen nicht um ein Verfahren der Zahnheilkunde handelt, sondern dass die Menschen ihre Zähne aufbohrten, um Schmuckstücke einzufügen. Die Verwendung von Bitumen sei aber ungewöhnlich und deute darauf hin, dass man den Zerfall der Zähne verlangsamen wollte.

Schnelle Hilfe bei Zahnfleischentzündungen

28. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Ölziehen- eine Jahrhunderte alte alternativmedizinische ayurvedische Heilmethode soll, laut einer randomisierten Studie des Meenakshi Ammal Dental College and Hospital, bei Zahnfleischentzündungen und sogar gegen bestimmte Bakterien helfen.

An der Studie nahmen Patienten teil, die an Gingivitis (eine zumeist bakteriell verursachte Entzündung des marginalen Zahnfleischs) litten.

Ziel der Wissenschaftler war es, herauszufinden, ob das Ölziehen einen antibakteriellen Effekt bzw. eine heilende Wirkung auf den Krankheitsverlauf der Probanden hat.

Wo genau das frühe Ölziehen seinen Ursprung findet, Indien oder Russland, ist nicht ganz klar. Jedoch wird diesem (in der Alternativmedizin) bei bestimmten Krankheiten eine heilende oder lindernde Wirkung nachgesagt. Dies geht auch aus der ältesten ayurvedischen Schrift (Charaka Samhita) hervor.

Zur Durchführung sollte man einen Esslöffel kaltgepresstes Öl für etwa zehn bis 20 Minuten langsam im Mund hin und her bewegen und dieses vorsichtig durch die Zahnzwischenräume pressen, also ähnlich dem Spülen mit Mundwasser. Nach der vorgegebenen Zeit wird das Öl ausgespuckt und der Mundraum mit Wasser durchgespült. Dies soll acht bis 14 Tage wiederholt werden. Welches der zahlreichen Öle am besten geeignet sei, ist ein Streitpunkt unter Experten. Für die Studie wurde Sesamöl verwendet.
Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die standardmäßig mit einer Chlorhexidin-haltigen Lösung behandelt wurde, erhielten zehn, der an Gingivitis erkrankten Patienten, einmal am Tag eine solche Ölkur mit Sesamöl.

Die Auswertung der Ergebnisse nach zehn Tagen ergab, dass sich die Werte des Plaque-Index und des Gingivitis-Scores bei der Gruppe der mit Öl spülenden Patienten deutlich verbesserten.

Nach zehn Tagen erfolgte die Auswertung beider Gruppen und es zeigte sich, dass hinsichtlich des Plaque-Index und des Gingivitis-Scores eindeutige Verbesserungen bei der Gruppe nachzuweisen waren, die täglich ihren Mund mit Öl spülte.

Die Wissenschaftler hoffen durch ihre Erkenntnis, dass das Ölziehen nicht länger eine umstrittene Heilmethode der Alternativmedizin bleibt, sondern ein gängiges Mittel zur Zahnfleischpflege wird.

Behandlung trotz Sprachbarriere

26. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Viele Praxen und Kliniken stehen im Alltag immer häufiger vor dem Problem der Verständigung durch die steigende Zahl von Flüchtlingen als Patienten. Um dieses Verständigungsproblem zumindest ein bisschen einzudämmen, hat die Bundeszahnärztekammer eine Reihe von Piktogrammen herausgegeben.

Dabei sollten die kleinen Bilder auf keinen Fall die mündliche Aufklärung ersetzen. “Es muss gesichert sein, dass die Gefahr von Missverständnissen ausgeschlossen ist. Wenn zu befürchten ist, dass der Patient die ärztlichen Erläuterungen nicht richtig versteht, muss die Zahnärztin/der Zahnarzt grundsätzlich eine sprachkundige Person hinzuziehen”, heißt es seitens der BZÄK. Die Seiten sollten im Din A4 Format ausgedruckt werden und dann auf A5 zurechtgeschnitten werden. Um den Einsatz am Patientenstuhl zu gewährleisten, ist es empfohlen die Piktogramme zu laminieren.

Die Bilder können kostenfrei auf der Website der BZÄK heruntergeladen werden.


(Quelle)

 

 

Amalgam zunehmend auf dem Abstellgleis

23. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Immer öfter wird heutzutage zu Kompositen gegriffen, wenn eine Füllung indiziert ist, auch weil das Amalgam in der Bevölkerung kein besonders hohes Ansehen genieß.
Dies wird nun auch noch durch eine neue Vorschrift der Europäischen Union unterstützt.

Die ab Juli 2018 gültige Verordnung, soll bestimmte Risikogruppen vor dem enthaltenen Quecksilber schützen. Dies gilt insbesondere für Kinder und schwangere oder stillende Frauen. Künftig soll bei solchen Patienen eine Amalgamfüllung nur noch in absoluten Notfällen zur Versorgung dienen.

Ein grundsätzliches Verbot von Amalgam als Füllungsstoff ist somit erst einmal vom Tisch. 2020 soll geprüft werden, ob es Zahnärzten ab 2030 möglich ist, ganz darauf zu verzichten.

Dieer Kompromiss zwischen dem EU-Parlament, den Mitgliedsländern und der Kommission ist Teil eines Pakets zur Umsetzung der sogenannten Minamata-Konvention, welche die Nutzung von Quecksilber eindämmen soll. Amalgam gilt dabei besonderes Augenmerk.

Der Stoff dient seit Jahrzehnten als gängiger und vor allem von den Krankenkassen gezahlter Füllstoff, da er sehr billig ist.  als billige und gängige Lösung, um Löcher in den Zähnen zu füllen. Allerdings gelangen so in der EU 75 Tonnen Quecksilber jährlich in den Umlauf. Der Trend geht in Deutschland mittlerweile zu Kompositfüllungen, jedoch ist das Amalgam in anderen EU-Ländern immer noch Füllmaterial Nummer eins.

Zu Bedenken ist jedoch, dass die Amalgamfüllungen für den Patienten als ungefährlich gelten, da diese im Mund verkapselt sind. Kritiker thematisieren jedoch vor allem die Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung der Füllungen sowie bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien.

Quecksilber kann sich über die Atmosphäre in unsere Nahrungskette einschleichen und sich so letztlich im Körper anreichern. Zum 01.01.2019 wird eine eigene Sammlung und sichere Entsorgung quecksilberhaltiger Abfälle durch die Zahnarztpraxen vorgeschrieben. Die EU-Staaten sind angewiesen Aktionspläne aufstellen, um die Nutzung zu vermindern.

Die Zahnärzte hatten sich im Laufe der jahrelangen Debatte gegen ein Verbot von Amalgam ausgesprochen. Andere Arten von Zahnfüllungen wie Keramik oder Gold gelten als weniger haltbar und sind deutlich teurer, sodass die Patienten zu hohen Zuzahlungen gezwungen sind. Bei Kunststofffüllungen besteht ebenfalls das Problem, dass Bausteine in den Körper gelangen und Schaden anrichten können.

Amalgamfüllungen als Kurseinheit in der universitären Ausbildung künftiger Zahnärzte, da zumindest bis 2030 kein Verbot in Sicht ist.

 

Amalgam

Pianist trotz Querschnittslähmung – auch Dank der Zahnmedizin

21. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dank einer speziell konstruierten Funkbeißschiene war es dem 15-jährigen qurschnittgelähmten Pianisten Alberto Mancarella aus Los Angeles möglich Auszüge aus dem Italienischen Konzert von Bach zu spielen. Diese Möglichkeit hatte er bei einer feierlichen Preisverleihung der Deutschen Stiftung Querschnittslähmung (DSQ).  Mithilfe seiner Zunge konnte er so das rechte Fußpedal des Klavierflügels bedienen – eine bisher einzigartige Methode.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es für querschnittgelähmte Klavierspieler – meist Unfallopfer – elektromagnetische Pedalsteuerungen. Impulsgeber können Lichtschranken, Kopfstützen, Rückenlehnenkissen etc. sein und ermöglichen den behinderten Pianisten, auch pedalnotierte Partituren zu spielen. Nachteil: Magnete sind für den pianistischen Einsatz zu undifferenziert, weil sie durch entsprechende Schalter das Pedal des Flügels lediglich ein- und ausschalten können.

Die Klavierpedalen mit der Zunge bedienen

“Zwischenstufen wie etwa Halbpedal oder Flatterpedal sind so nicht möglich. Hinzu kommt, dass die unterstützende Technik für den Konzertbesucher immer sichtbar war”, erklärt Dr.-Ing. Rüdiger Rupp. Er ist der Leiter der Sektion Experimentelle Neurorehabilitation des Querschnittzentrums am Universitätsklinikum Heidelberg und entwickelte mit seinem Team innerhalb von fast zwei Jahren eine Beißschiene, welche einen druckempfindlichen Sensor beinhaltet, die der Pianist im Mund trägt. Diese ermöglicht die Steuerung des Pedals, je nach Partitur.

“Wir werten die Kraft aus, mit der ein Querschnittgelähmter die Zähne zusammenbeißt. Je nachdem, wie stark er dies tut, kann er die Stellung des Pedals kontrollieren”, beschreibt er seine Innovation. Schon vor 9 Jahren wurde er für diese Erfindung mit dem Innovationspreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung ausgezeichnet, welcher immerhin mit 15.000€ dotiert ist.

Die Mutter des querschnittsgelähten Alberto wandte sich daraufhin an Rupp. Alberto erkrankte bereits im Alter von vier Jahren an eine Tumor, der zu einer Schädigung des Rückenmarks führte. Sein Wunsch, Pianist zu werden, blieb jedoch. Dank seines ungebändigten Willens spiet er mittlerweile so gut, dass er sogar ein Stipendium für seine musikalische Ausbildung ergattern konnte.
Doch weiterhin blieb das Problem, dass Alberto Stücke, die ein Bespielen des Pedals erforderten entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt spielen konnte. Als sich seine Mutter 2011 an den Heidelberger Ingenieur wandte, war die Schiene noch nicht ausgereift.

“Die Arbeit an der Funkbeißschiene lag damals auf Eis. Doch Albertos Geschichte, seine Zielstrebigkeit, haben mich so fasziniert und bewegt, dass ich ihm unbedingt helfen wollte”, erinnert sich Rupp. Die Forschung konnte mit dem Preisgeld von 2008 sowie der privaten Spende in Höhe von 10.000€ vorangetrieben, und die Schiene weiterentwickel weden. Ein kleiner, druckempfindlicher Sensor ist nun inter den Schnidezähnen befestigt. Die Zungenkraft wird Steuersignale umgesetzt und an den Motor gesendet.  Dies ermöglicht eine bessere Druckregulation als beim Vörgänger, auf welchen Gebissen werden musste. Weiterhin wurde die Technik verbessert, sodass sie nun in den Mund des Teenagers passt. Auch ein leistungsstärkerer Motor wird nun verwendet.

Vor seinem großen Auftritt konnte Alberto nur die Bedienung des Zungensensors mithilfe eines speziellen Trainingsprogrammes am Rechner üben. Am Klavier konnte er erst fünf Tage vor dem Auftritt das erste Mal üben.

Pläne für die Weiterentwicklung der Beißschiene hat Rupp bereits parat. Auch Anfragen anderer querschnittsgelähmter Musiker seien bereits bei ihm eingegangen.

Durch ein breiteres Anwendungsgebiet hofft der Forscher, das Interesse der Industrie sowie weiterer Förderer zu wecken, damit die Forschung und Entwicklung vorangetrieben werden kann. “Ohne diesen beeindruckenden Jungen hätte ich dieses Projekt nicht weiter verfolgt”, erklärt Rupp.

Einen Bericht über Alberto könnt ihr hier sehen:

Parodontitis? – Nicht mit den Römern!

17. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Parodontitis ist ein häufiges Problem. Jedoch zeigt eine aktuelle des King’s College in London, dass die Römer viel weniger darunter litten, als die modernen Briten heute.
Hierzu wurden Schädel aus den Jahren 200-400 v. Chr. untersucht. Lediglich 5% zeigten Folgen einer mäßigen bis schweren Parodontis, wobei de Prävalenzrate zwischen 20 und 60 Jahren annähernd konstant geblieben ist. Erst danach stieg sie auf rund 10%, wobei die Anzahl der betroffenen Zähne im Alter zuahm.
Karies konnte in rund 50% der Kohorte festgestellt werden, eine Pulpitis und apikale Parodontitis lagen bei 25% vor.

Die von dieser  Arbeitsgruppe vorgelegten Ergebnisse sind für Insider keine Überraschung. Seit  Jahren steht das menschliche Microbiom zunehmend im Fokus weltweiter Forschung. Führend sind hier zwei große Projekte: in den USA ein Projekt des National Institutes of Health Human Microbiome Project (HMP) und in Europa das Projekt Metagenomics of the Human Intestinal Tract

Die Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle hat sich während der Kulturgeschichte mehrfach verändert

Hauptgrund für die Zunahme von Parodontopathien liegt vor allem in der veränderten Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle. Dabei standen zwei Ereignisse im Vordergrund.

1. Der Übergang vom Jäger-Sammler-Dasein zur bäuerlichen Lebensweise, der die Umstellung der Ernährung zu einer kohlenhydratreichen Kost bewrikte und dazu führte, dass sich das relativ ausgeglichene Mikrobiom der Mundhöhle hin zu stärker pathogenen Keimen in der Mundhöhle veränderte. In erster Linie zu nennen sind hier: Streptococcus mutans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella- und Treponema-Bakterien, die unter anderem für Karies und Parodontitiden verantwortlich sind.

2. Die zweite Umstellung der Ernährung erfolgte zu Beginn der industriellen Revolution: Industriezucker, gekochte Nahrung, Konserven etc.

Der schlechte orale Gesundheitszustand in der britischen Bevölkerung im Vergleich zu den Römern lässt sich also auf einen Wandel in der Ernährungsweise zurückführen. Dies gilt jdoch nicht nur für die Briten, sondern weltweit, vielleicht ausgenommen der wenigen Menschen, die fernab der Zivilisation leben.

Die Studie könnt ihr hier einsehen.

(Bildquelle)

Gebraucht ist in!

10. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Second Hand ist gefragt wie selten zuvor. Egal ob Bücher, CDs, Handys oder Kleidung. Durch gebrauchte Sachen kann man viel Geld sparen. Plattformen wie Shpock oder Kleiderkreisel boomen.
Was das mit dem Studium der Zahnmedizin zu tun hat?
Nun, auch hier könnt ihr durch den Kauf gebrauchter Materialien eine Menge Geld sparen. Euer Vorklinik- bzw. Klinikset könnt ihr meist zu einem guten Preis den Kommilitonen aus dem Examenssemester abkaufen. Hierfür gibt es auf Facebook entsprechende Gruppen für die einzelnen Universitäten (z.B. Kieler Zahnibörse). Der Nachteil hierbei: Zutritt zu den Gruppen erhalten nur Studenten der jeweiligen Unis. Für einen bundesweiten Austausch könnt ihr das Portal Zahnikreisel nutzen. Hier könnt ihr Kavo-Modelle, Bohrersets und sogar Artikulatoren günstig erwerben. Auch ein Besuch bei Ebay kann sich lohnen.

Für den Erwerb gebrauchter Lehrbücher organisieren die Fachschaften eurer Universitäten meist zum Start des Wintersemesters entsprechende Bücherflohmärkte. Doch auch für diesen Bedarf gibt es bereits eigene Plattformen wie z.B. KnickKnacks.

Ihr seht also, dass es genügend Möglichkeiten gibt, zumindest ein bisschen Geld in diesem, doch sehr teuren Studium zu sparen. 😉
Wir wünschen viel Spaß beim Shoppen!


(Bildquelle)

I was scared of dentists…

7. März 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

So wie in diesem Song von Vance Joy sprechen viele Menschen über ihren Zahnarzt.
Zumeist wird der Besuch beim Zahnarzt als unangenehm empfunden und die Terminvereinbarung lange vor sich hergeschoben.
Trotzdem ergab jetzt eine Zufriedenheitsumfrage des Portals Jameda, dass die Patienten bei der Bewertung der Fachärzte die besten Noten an die Zahnärzte verteilten. 😀
Im Durchschnitt erhielten die Zahnärzte die Note 1,33. Den zweiten Platz belegen die Fachärzte der Urologie, allerdings mit einem Schnitt von 1,63.
Am schlechtesten schneiden die Dermatologen bei dieser Umfrage ab. Im Durschnitt vergaben die Patienten die Note 2,42.
Zu beobachten ist der Trend, dass die Zufriedenheit der Patienten seit 2013 um 0,10 Notenpunkte, von 1,85 in diesem Jahr auf 1,75 gestiegen ist.
Ein weiterer Trend, der allerdings nicht freudig zu beachten ist, dass die Zufriedenheit von privat versicherten Patienten größer ist, als die gesetzlich Versicherter.

 


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