2. Februar 2012 geschrieben von frank
Heute hatten wir unseren letzten Termin des U-Kurses. Für mich der beste Teil im ersten Klinischen, auch wenn der Kurs wohl nur so mal zum reinschnuppern gewesen sein soll. Interdisziplinärer U-Kurs hieß er genau genommen, Schnelldurchlauf durch die größten Fächer. Die ersten 7 Wochen waren wir auf der Gastroenterologie und wurden durch einen jungen Arzt unterrichtet, um die Basistechniken zu lernen
Das Schema hat mir gefallen: Zuerst 60 Minuten an uns selbst gegenseitig untersuchen, palpieren, stethoskopieren usw. und dann wurden wir auf die Patienten losgelassen. Manchmal in kleinen Gruppen, manchmal als große weiße Wolke – je nachdem. Und da konnten wir dann auch schon die ersten Krankheiten laienhaft diagnostizieren. Eine Patientin hatte Beinödeme, der andere eine kaputte Leber und auch mal eine Mitralklappenstenose konnte man bei jemandem ziemlich deutlich hören. Ansonsten war das mit der Auskultation noch relativ undankbar.
Der zweite Teil war dann auf verschiedenen Stationen. Psychosomatik, Jugendpsychiatrie, Augenheilkunde, Dermatologie, Orthopädie, Urologie – und natürlich die Puppenuntersuchung in der Gynäkologie. War alles ganz gut, aber leider auch stark abhängig von der Motivation des jeweiligen Arztes. Da gabs schon so ein paar Spezis, die kein Bock hatten und deshalb versucht haben, die Zeit irgendwie totzuschlagen. Aber gut, daran müssen wir uns jetzt gewöhnen, hat man uns gesagt.
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7. Dezember 2011 geschrieben von frank
Die ersten 1,5 Monate im klinischen Abschnitt des Studiums liegen hinter mir. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz: Der Stoff ist nicht weniger schwierig als in der Vorklinik und es ist auch nicht weniger vom Umfang geworden. In Pharmakologie zum Beispiel müssen wir eine riesen Latte an Wirkstoffen auswendig lernen, die dazu noch so bescheuerte Namen wie “Bevacizumab” haben, sodass man sie sich wirklich schwer merken kann. Die zweite Erkenntnis: Wer in der Vorklinik gut mitgelernt hat, dem fällt vieles leichter. Sei es für den Untersuchungskurs am Patienten oder für Wirkmechanismen in Pharma.
Außer viel mehr Pathologien hat sich eigentlich nicht viel geändert. Trotzdem cooler, weil wir mit unserer Zeit machen dürfen, was wir wollen. Es gibt jetzt keinen starren Stundenplan mehr, nach dem wir um 8.00 Uhr morgens Präpkurs haben und top vorbereitet sein müss(t)en. Es gibt jetzt halt einen Stundenplan, nach dem wir uns richten können, aber nicht müssen. Circa zwei bis vier Pflichtveranstaltungen die Woche halten sich im Rahmen, wie ich finde. Wenn man wollte, könnte man jeden Tag von 8.00 bis 19.00 Uhr in der Uni sein und Vorlesungen besuchen, aber wer will das schon.
Die eigene Zeiteinteilung macht es mir möglich, auf Vorlesungen komplett zu verzichten und dafür andere Sachen zu erledigen. Bis nächsten Sommer habe ich einen Segeltheoriekurs gebucht, der im September 2012 mit einem zweiwöchigen Ausbildungstörn im englischen Kanal abschließt. Danach soll mir der Sportküstenschifferschein sicher sein, womit ich eigentlich weltweit rumsegeln darf. In zwei Wochen habe ich die Prüfung für den beschränkt gültigen Seefunk, das man für den ganzen Spaß auch noch braucht. Dann wäre da noch ein Nebenjob, den ich sehr gerne mache und die Hausarbeit, die mir in regelmäßigen Abständen den Nerv raubt.
Aber rumheulen, das darf man jetzt nicht mehr. Es ist zwar nicht weniger geworden, aber fast alles, was man sich aufbürgt, hat man sich selbst zuzuschreiben. Also eigentlich ist die Klinik doch eine schöne Belohnung.
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2. November 2011 geschrieben von frank
Die dritte Uniwoche nähert sich langsam dem Ende an. Am Anfang der Klinik stand bei uns die Orientierungs-Einheit, also viele wichtige Reden, die wir uns auch hätten sparen können. Wenigstens konnten wir unsere Blobbey-Volley-Skills verbessern. Nach zwei Tagen gab es dann auch schon die ersten “richtigen” Vorlesungen: Mikrobiologie, Pharmakologie, klinische Chemie, Geschichte/Ethik der Medizin, Neurologie (mit echten Patienten), Epidemiologie usw. Also in der ersten Uniwoche muss man standesgemäß zu jeder Vorlesung, um sich die Passwörter für den Internet-Kurs zu besorgen. Dort sind dann für die weiteren Wochen alle Vorlesungsfolien und man muss sich den Wecker nicht auf 6.00 Uhr stellen, um eine Stunde in den Süden Berlins zu fahren….Warum das trotzdem der Großteil des Semesters macht, werde ich nie verstehen.
Ich persönlich habe jetzt so langsam angefangen, Struktur ins Semester zu bringen. Wir müssen zum Beispiel eine Hausarbeit schreiben – so eine Art kleine Doktorarbeit. Und sich so eine Hausarbeit zu suchen ist auch nicht gerade dankbar. Von acht angeschriebenen Lehrenden/Forschenden antworten in der Regel maximal zwei. Ich habe jetzt ein Thema in der Radiologie, was ich eigentlich ganz gut finde.
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25. Oktober 2011 geschrieben von frank
Tag eins nach dem Baumarkt-Besuch. Die Party steht an. In meinem Rucksack auf dem Weg dorthin befinden sich die Bierbong und ein paar Flaschen Bier. Denn: Mit Gerste und Weizen tun wir nicht geizen! Meine Vorfreude steigert sich ins Unermessliche. Noch einer: Hopfen und Malz, Gott erhalts! Also die Party war ganz cool und wir haben das monströse, selbstgebaute Teil auch reichlich benutzt. Der Rest bleibt Black-Box, im Nachhinein wars vielleicht auch nicht ganz so cool, dafür aber ein bisschen dumm.
Tag zwei, drei Wochen vor dem Schriftlichen: Ich bin krank. Also so richtig krank mit Schlechtfühlen überall und sowieso. Dazu kommen Bauchkrämpfe vom Allerfeinsten. Und da erinner ich mich an einen Kommilitonen ein Semester über mir, der ein paar Tage vor seinem Schriftlichen Physikum krank wurde und deshalb die Prüfung nicht bestand. Dieser Geistesblitz verursacht jetzt noch zusätzlich Kopfschmerzen. Und spätestens da musste ich als Vorkliniker handeln und gemäß meines medizinischen Wissens einen Therapieplan für mich entwerfen (jetzt nicht lachen).
Der sah so aus: zwei Pfund Fisch (Omega-Fettsäuren bla, COX bla, Entzündungshemmend bla), einen widerlich-schmeckenden Granatapfel (für irgendwas sollte der gut sein), Vit.-C-Tabletten mit Zink (gegen Erkältung; und Zinkfinger sind immer gut, sagte meine Biochemie-Dozentin immer).
So weit so gut. Am nächsten Tag hab ich dann Fieber. Also pfeffer ich mir schön zwei ASS rein. Wirkung=0. Nochmal zur Apotheke und Ibuprofen kaufen. Jetzt hab ich keine Schmerzen mehr. In der Nacht muss ich dreimal aufstehen, um die vollgeschwitzten Bettdecken auszuwechseln. Zum Glück ist das ja ein Zeichen für Fieberabfall, trotzdem räudig. So hatte ich innerhalb von zwei Tagen das Fieber bzw. die Erkältung getötet. Was blieb waren die Bauchkrämpfe. Die hab ich ehrenvoll mit Zwieback und Tee in den Abgrund gestürzt und konnte so nach vier wunderbar beschissenen Tagen weiterlernen.
Also bestanden hab ich das Physikum jetzt und es war auch nicht schlecht. Aber diese schmerzvollen Tage haben sich bei mir eingebrannt. Das war wirklich wunderbar und ich will es nicht wiederholen.
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9. Oktober 2011 geschrieben von frank
Ich weiß noch, wie mir mal irgendein Typ gesagt hat: Du gehst aus dem mündlichem Physikum raus, wie du reingehst. So wars dann bei mir auch. Nach Bekanntgabe der Noten gab es keine glitzernden Lichterketten vor dem Prüfungssaal, keine Silvesterraketen, keine Grid-Girls, die einem ein Stück Torte in den Mund schieben. Und auch kein göttergleiches Gefühl in der Brust. Vielleicht lags daran, dass die Schriftliche noch ausstand, vielleicht aber auch nicht. War mir egal, ich musste diesen Zustand ändern. Ich wollte mich göttergleich fühlen.
Nächster Tag, Samstag: Ich bin auf dem Weg zum Baumarkt meines Vertrauens und gehe zielstrebig auf den Sanitärbereich zu. Bloß finden tu ich nix. Also muss eine Fachverkäuferin her.
Mein Wunschzettel an sie: “PVC-Schlauch, Schlauchklemme, großer Trichter. ”
Der Typ hinter mir kriegt sich nicht mehr: “Hört sich nach nem guten Besäufnis an”.
Ich nehm mir, was ich brauche. Bloß den PVC-Schlauch muss ich an einem anderen Ende des Ladens holen. Dort wartet ein anderer Verkäufer, der mir einen braunen Garten-Schlauch andrehen will.
“Nee, der muss schon so durchsichtig sein bitte!”
“Ick gloobs nich, du willst dich damit also betrinken. Ne is klar. Find ick jut.”
Preis des Schlauchs: 16.95 Euro. Die Kasse zeigt an: 3 Euro
Über dem Kopf eines Azubis tut sich ein riesen Fragezeichen auf.
Der Verkäufer erklärt dem Lernenden hilfsbereit: “Der will sich betrinken, dit muss ick untastützn.”
Dieser Schlauch wird innerhalb der nächsten 24 Stunden mein Immunsystem rebooten wollen, dazu später mehr.
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30. September 2011 geschrieben von frank
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"Etwas mehr Inhalt bitte". -
Frederick hasste es, wenn seine Mutter Vorlesungen hielt.
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Also eigentlich hätte ich den Beitrag zum mündlichen Physikum schon vor dem Schriftlichen schreiben müssen, weil ich das Mündliche auch schon vorher hatte. Aber leider musste ich nach dem Bestehen so hart feiern, dass ich vier Tage schön im Bett lag. Und dann hatte ich keine Lust und keine Zeit mehr. Aber von vorne: Die Ladung zur mündlichen Prüfung kam ca. drei Wochen vor dem Termin per e-Mail. Da loggt man sich auf der Homepage des Landesgesundheitsamtes ziemlich mysteriös ein und kann sich dann eine pdf-Datei herunterladen. Auf der standen dann meine drei Prüfer. Hab mich ziemlich gefreut, weil kein verschrieener Studenten-Killer darunter war. Ganz ganz kuschlige Menschen. NAKLAR!
Wenn man die Prüfer hat, kann man sich schon irgendwie besser beim Lernen darauf einstellen. Mein Physio-Typ zum Beispiel prüft, so sagen es die Protokolle, nur Neuro. War mir dann aber irgendwie trotzdem egal und hab alles andere auch gelernt. Nur Neuro ein bisschen intensiver. Eine Woche vor dem sagenumwobenen Termin hat sich meine Prüfungsgruppe im Präpsaal getroffen, wo wir dann an der Leiche ein paar Sachen durchgegangen sind und uns auch ein bisschen kennenlernen konnten. Das Kennenlernen war für die Prüfung letztendlich wurscht, aber so konnten wir doch einen unbekannten Faktor eliminieren.
Der Tag der Prüfung: Es pisst wie im besten Hitchcock-Streifen. It schiffs like cats and dogs würde der Engländer sagen. Ich konnte also nicht mit meinem lieben Fahrrad fahren, sondern musste mit einem Regenschirm zur S-Bahn latschen. Nass wurde ich trotzdem, dank Windstärke 6. Und so 30 Minuten vor Prüfungsbeginn war ich dann auch schon aufgeregt! Also ich hab mein Herz schlagen hören. Hat sich dann während des ganzen Prozederes, das im Präpsaal stattfand, dann aber gelegt. Ich fands im übrigen ziemlich nice von der Organisation, zwei Prüfungsgruppen in den kleinsten Saal zu quetschen, wo doch drei andere Präpsäle leer waren. Na gut!
Dann die Fragen: Anatomie: Untere Extremität, Chiasma crurale und plantare, Begrenzungen der Unterschenkellogen mit Inhalt, Ansatz von Fußmuskeln, was ist der Steigbügel, Faszienverhältnisse im Becken mit Entzündungsausbreitung. Das ist zwar eigentlich Basiswissen. Aber: Unser Anatomie-Prüfer gilt als einer der freundlichsten/leichtesten/coolsten Prüfer. Meine Fragen lagen weit über dem Pensum der Vormittagsgruppe bei ihm. Er war also schon angepisst und wollte sich nix leichtes einfallen lassen!
Biochemie: “Warum atmen wir?” Toll! So eine leichte Frage und ich habs vermasselt, indem ich relativ schnell zur blöden Atmungskette bin. Dort sollte ich dann über irgendwelche potentiellen Energien und Redoxpotentiale erzählen. Scheiß Frage! Und in Physio hat mich der gute Herr zuerst einmal Biochemie geprüft und ist anschließend dazu übergegangen, mich zehn Minuten lang über Membranpotentiale, Rezeptoren und Neurotransmitter zu prüfen. Ziemlich ätzend muss ich sagen. Dafür war die zweite Runde Biochemie besser. “Wozu braucht der Körper noch Sauerstoff?” Hab dann wie ein Wasserfall oxidative burst und die Schilddrüsenhormonsynthese runtergeschraubt, womit insgesamt eine gute Note gesichert war!
Und vor ein paar Tagen hab ich dann auch mein ganzes Zeugnis bekommen!
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7. September 2011 geschrieben von frank
Den zweiten Tag im Physikum finden die meisten Studenten leichter: Anatomie, Biologie, Psych/Soz. Trotzdem war er bei mir ein bisschen schlechter als der erste. Erstens war meine Stimmung getrübt, weil ich am ersten Tag schusseligerweise vergessen hatte, die Antworten auf dem Lösungsbogen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen (obwohl ich noch eine halbe Stunde Zeit hatte…) und zweitens ist Anatomie immer so eine Sache. In Berlin haben wir in allen vier Semestern Anatomie und dementsprechend ist man ständig dabei, Gefäße, Muskeln und lustige Begriffe (M. levator labii superior alaeque nasi) zu pauken – warum die Ergebnisse in dem Fach trotzdem etwas schlechter ausfallen, ist ein Fall für Sherlock Holmes.
Vom Ergebnis wars dann letztendlich doch auch ganz gut. Jetzt mal ein paar Wochen abwarten und schauen, ob sich die Angst um die Übertragungsfehler (“wenn ich um eine Zeile verrutscht bin, ist alles falsch…) mal wieder in Luft auflöst.
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23. August 2011 geschrieben von frank
Heute um 6.00 Uhr hat der Wecker geklingt. Zwei Wecker waren es, musste auf Nummer sicher gehen. Dann Physikums-Frühstück: Kaffee, Cornflakes, Duschen. Neuer Schlüppi, die besten Socken, alte Hose und neues T-Shirt. Mit dem Fahrrad dann vorbei am Brandenburger Tor Richtung Ku’Damm zu dem hässlichen Bürokomplex, in dem das schriftliche Physikum jedes halbe Jahr stattfindet. Davor war ne rießige Menschentraube und komische Medizin-Firmen, die Ü-Eier, Tee, Kaffee und Gutscheine verteilt haben. Drinnen gings zuerst zur Anmeldung mit der Ladung + Perso und mit dem Lift dann in die Räume, in denen normalerweise Unterricht (MSA?!?!) stattfindet. Ziemlich professionell organisiert: Das ständige Kindergeschrei am Hof und Gelaber der Bauarbeiter in der Mittagspause. Unüberhorbar…
Die Prüfung war in Strecken ziemlich happig. Bin froh, teilweise Sachen gelernt zu haben, die normalerweise mangels Zeit unter den Tisch fallen (z.B. Nukleinsäuresynthese…). Bei ca. 20 Fragen war ich mir nicht sicher, hab dann immer zwischen zwei Antwortmöglichkeiten geschwankt. Und bei Physik-Aufgaben, bei denen mir nicht auf Anhieb der Rechenansatz einfiel, hab ich konsequenterweise “D” angekreuzt. Ein paar mal auch richtig
Bei meinem ersten Klogang wurde ich von zwei Aufpassern begleitet. Der Grund: Die Prüfung hatte einem Kandidaten wohl so auf den Magen geschlagen, dass er in einer Kabine mit dem Erbrechen von Leckerem beschäftigt war. Und naja, da hätten wir ja Infos austauschen können! Morgen gehts weiter…ich bin ganz zuversichtlich
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25. Juli 2011 geschrieben von frank
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Das Weihnachtsgeschenk hatte sich Peter mit der Holzperle im
Ziegenbart auch anders vorgestellt.
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Hilfe, am Freitag hab ich mündliches Physikum. Wie oft hab ich mich gefragt, wie es wohl sein würde, so kurz vor der großen Prüfung im Lernstress zu hocken. Und jetzt sitz ich mittendrin. Ach wie schön! Mein Mega-Glück: echt gute Prüfer. Eigentlich haben die Meisten Glück mit ihren Prüfern. Ein paar Säcke gibt es zwar immer, aber die sind überschaubar. Und ich hab keinen davon abbekommen… kann man schonmal gut finden!
Ja und jetzt lerne ich so vor mich hin, auf die große Prüfung zu. Das heißt: Ich wiederhole. Jeden Tag. Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Eigentlich bin ich ja fertig mit dem Stoff. Alles durchgearbeitet. Aber würde ich eine Pause einlegen, dann könnts schon ganz schön duster ausschauen. Hunderte von Details müssen sitzen, den großen Überblick darf man trotzdem nicht verlieren. Das kann ganz schön langweilig werden. Mich nervt das jetzt schon so an, dass ich allein aus dem Nichtwillen heraus, das alles nochmal lernen zu müssen, die Prüfung bestehen will.
Trotzdem wars vielleicht ganz gut, das ganze nochmal lernen zu müssen. In den laufenden Semester war man immer so dermaßen damit beschäftigt, sich auf die Anatomie-Testate vorzubereiten, dass das Wissen für die dolle Physiologie und Biochemie eher beim Kreuzen von MC-Fragen angelegt wurde. Jetzt hab auch ich die Harnkonzentrierung in der Niere verstanden (haha). Endlich hab ich einen Überblick übers Immunsystem und weiß, welche Wege die Aminosäuren nehmen, wenn sie durch IL-1 abgebaut werden(…gähn). Ich weiß jetzt, was Statine machen und dass die Creme von meiner Hautärztin was mit Lipocortin zu tun hat. Und egal, wie oft ich den Namen “Lipocortin” wiederhole, ich hab ihn jeden Tag aufs neue vergessen.
Blablabla. Hilft auch alles nix, wenn ich durchfalle. Also mach ich mal weiter (aber erst morgen früh).
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12. Juni 2011 geschrieben von frank
Ich bin scheinfrei!!! Endlich! Am Freitag hatte ich meine letzte normale Prüfung der Vorklinik (Neuroanatomie-Testat). Tadaaa!! Jetzt könnte ich beim Betrachten des Bildes (s.o.) heulen ;( Da sind meine Vorklinik-Scheine versammelt.Fertig, um damit zum LPA zu laufen und sie für die Anmeldung zum Physikum abzugeben. Hab ich bereits gemacht, hat mich wahnwitzige 60 Euro gekostet. Noch viel mehr Kraft hat es mich aber gekostet, sie der netten Dame hinter dem Tresen mit dem Jahrmarkt-Kaktus und der verkalkten Kaffeemaschine auszuhändigen.
Was hab ich nicht alles dafür gemacht: 30 Messreihen im Biochemie-Praktikum pipettiert. Nochmal die selben 30 Messreihen pipettiert, weil beim ersten Mal nach zwei Stunden Arbeit kein Farbumschlag zu sehen war. Ich hab mich mit meinem mega-unfreundlichen Präp-Dozenten rumgeärgert, der selbst nie etwas zum Kurs beigetragen hat, außer die Namensliste abzuhaken. Der Studenten nach Sympathie geprüft hat und ohne Autorität und Herzblut seine Zeit abgestanden hat, ohne vorher allerdings eine Handvoll unserer Seminargruppe an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Ich habe schwarze Reihen gekreuzt, ich hab im ersten und zweiten Semester hunderte von chemischen Strukturformeln zeichnend auswendig gelernt. Ich habe ätzende und hocharrogante Kommilitonen ertragen, die nur sich selbst am nächsten sind. Ich habe schwarze Reihen durchgekreuzt, zentimeterhohe Stapel an Charité-internen Biochemie-MC-Fragen durchgeackert. Einmal, zweimal, dreimal. Hunderte von Arterien, Nerven, Venen, Muskeln, Knochenpunkten, Faszienräumen gelernt. Ich habe lateinische Gesangschöre im Präpsaal ertragen — “inferior, superior, posterior, anterior, medianus, medialis inferior anterior, medialis anteriores superioris” –. Und das alles nie, ohne mich dabei selbst zu beobachten. Nichts ist schlimmer als langsam unter seinem Fleiß zu degenerieren.
Und jetzt das: Ich muss alles nochmal machen. Nicht für mich. Nein, für die Prüfer. Und das ist die größte Strafe des Physikums: Zu verstehen, was schon verstanden. Zu lernen, was schon gelernt. Das ist langweilig und nervtötend. Dafür habe ich jetzt 35 Tage Zeit. Dann nämlich ist der frühestmögliche Termin fürs mündliche Physikum. Jetzt aber erstmal zwei Tage Lernpause. Darauf einen Klaren, Prost!
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