Teil 2

Ich war außer mir. Außer mir vor Schreck und Panik. Ich ließ andere vor und kümmerte mich im Hintergrund. Recht schnell beruhigte sich mein Herzschlag wieder und ich realisierte, was eben passiert war. Es war unheimlich. Auch wenn ich das mit dem Kollegen besprach und ihm mitteilte, dass ich auch geschockt wurde, so war das nicht zielführend. Ich dachte, man würde kurz ein EKG schreiben können, aber wir hatten so einen Stress, dass außer einem “sorry” nichts kam. Eigentlich für mich in Ordnung, aber ich war zunehmend besorgt und dachte, dass ich so doch nicht nach Hause gehen könnte.
Letzendlich ging ich nach Hause. Auf dem Heimweg rief ich erstmal eine befreundete Internistin an, die das gar nicht witzig fand und meine Sorgen ernstnahm. Für 24 h war ich nun in Gefahr Herzrhythmusstörungen zu entwickeln! Ein Stromunfall gehört überwacht, so ist die Regel. Ich merkte die Diskrepanz: Auf der einen Seite sage ich genau das immer den Patienten, die sich bei mir in der Ambulanz vorstellen, auf der anderen Seite war genau ich jetzt Zuhause. An dem Nachmittag war es mir leider wirklich nicht möglich stationär zu bleiben. Aber ich hatte zu keiner Zeit ein gutes Gefühl. Erst recht nicht, als mir abends ein befreundeter Anästhesist schrieb, dass er sofort in ein Krankenhaus gefahren wäre. Mir lag auf der Zunge ihn zu fragen, ob man ihn mieten kann für eine Nacht 😀 , aber ich entschied mich spontan dagegen. Irgendwann schlief ich ein und war so erleichtert,als die Zeit rum war. Ich hoffe, dass mir das nie wieder passiert. Ich würde in jedem Fall nicht mehr Zuhause bleiben, sondern 24 h Monitoring vorziehen, genau so eben, wie ich das meinen Patienten auch rate. 😉

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